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2 (1858) Meine grössere Reisen in Ostafrika
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nicht haben. Man bringt sie nach Egypten und anderwärts.Wenn ein Schiff in dem Hafen ankommt, wird es von denSonbuks, d. h. den kleinen Boten angefahren. Jede Lon-buk (heut zu Tage Sambuk) hat mehrere junge Leute vonMakdaschau an Bord, von denen Jeder eine bedeckte Schüsselmit Speise trägt. Er prüsentirt sie einem der Kaufleutedes Schiffes mit den Worten: Dieser Mann ist mein Gast,und so machen es dann alle Uebrigen. Der Kaufmann ver-läßt dann das Schiff nicht, außer wenn er in das Hausseines Wirths gehen will. Wenn aber der Kaufmann schonallgemein bekannt ist, so geht er, wohin er will. Der Wirthverkauft die Waaren für seinen Gast und kaust ein, was erbraucht. Wenn man von diesem Kaufmann etwas unter deinPreis kaust, oder an ihn Dinge in der Abwesenheit desGastwirths verkauft, so wird ein solcher Handel vor denAugen der Leute der Stadt getadelt, welche eS vortheilhastfinden, sich so zu betragen."

Ibn-Batutha mußte nun zuerst zum Kadi und dann inden Pallast des Scheichs oder Sultans von Makdaschau ge-hen, ehe er sein Logis beziehen durste. Ein Eunuch brachteihm zuerst eine Anzahl Betel-Blätter und Areka-Nüffe (Fau-fel), und dann einen Krug Rosenwasser von Damaskus , dannführte man ihn in das Haus der Thalibs (der Gelehrten),wohin man ihm eine Mahlzeit brachte, nachdem der Scheichihn hatte grüßen lassen. Die Speise bestand aus Reis mitSchmalz gekocht, und wurde auf hölzernen Schüsseln darge-reicht, auf welchen Näpfe standen, worin eine Brühe war, ausjungen Hühnern, Fleisch, Fisch und Gemüse bereitet. Siekochen auch unreife Bananen in frischer Milch und schüttensie in einen Napf. Die Leute von Mukdischa essen, wie FbnBatutha beobachtete, noch einmal so viel als die Araber, da-her sie auch sehr wohlbeleibt sind. Pfeffer, Limonen, Essig,Ingwer u. s. m. spielen eine große Rolle in ihrer Küche.Alan brachte dem Reisenden alle Tage dreimal Speist'. Amvierten Tag schenkte man ihm ein Kleid. Am Freitag führtemair ihn in die Hauptmoschee, wo ihn der Scheich grüßte,