Band 
Dritter Theil
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Vorrede.

Die klagen und vorwürffe werden entweder nur über-haupt angebracht; oder sie bestehen in anziehung gewis-ser besonderen örteren / allwo der geschickte Verfasser derfehlere zeigen will/die man in der Baßlischen aus-gab/ entweder aus dem Leipzigischen exemplar noch be-halten/ oder in denen neuen zugaben und Vermehrungen erstgemachet und in das eingebracht haben solle.Die überhaupt angeführte klagen beruhen aufs stücken.

Das erste davon ist eine beschuldigung des BaßlischenVerlegers/dene man einer schändlichen gewinnsuchr ver-dächtig zu machen suchet. Wie nun schon in der Vor-rede zum ersten theil deutlich gezeiget worden/ auch allbe-reit vor ansang des druckes genugsam bekannt gewesen ist/daß die an der vermehr- und Verbesserung des L-E gear-beitet/an dem vorhaben selbst/das Merck in der Schweitzaufzulegen/keinen theil genommen/sonderen erst hernach/und zwar mehr auf bitten vieler derenHerrenten/ als aus anderer bewegung/ ihre beyhülffe versprochenhaben ; so überlassen sie nun auch billig ihme dem HerrnVerleger sechsten diesesfalls seine befügsame vorzustellen;der sich dessen jeweilen gantz freudig erbotten/ auch aufdie anfänglich dieserwegen gen,achte einwürffe solchegründe und exempel/ eben von Leipzig sechsten hergenom-men / beygebracht hat/ welche dem Herrn Gegner sei-nen angemaßten triumph gar sehr streitig machen können.Das unpartheyische wird nach anhörung bey-

der theilen den besten ausschlag geben. Diejenige hin-/ gegen/welche erst nach festgestellter aufläge sich haben be-wegen lassen/ihre mühe an das Merck zu wenden / undnun endlich die so nothwendige vermehr-und Verbesserun-gen zum stand gebracht; die mögen ja deswegen von kei,nem billichen menschen verdacht werden. Und wann derallzu hefftige Verfasser der Leipzigischen c^r,wie er auäsgegen seine ausdrückliche erklärungen allbereit nicht un-deutlich zu thun getrachtet/dieselben ins künfftige/ sonder,lich da er ihnen in anderen stucken nicht nach wünsch bey-kommen könre/einiger Massen Hiebey in gleichen verdachtder gewinnsucht ziehen wolle; so gibet man ihme schonjetzv zum voraus folgenden dreyfachen bericht: i) Daßseinem/das ist/dem Leipzigischen Herren Verleger genug-sam bekannt seye/ auch allenfalls mit unwidertreiblichenzeugnussen könne erwiesen werden/ wie dieser noch weitmehr Vortheil angeboten/ als man zu Basel nur hat be-gehren oder forderen mögen; wobey denn die beweg-ursach: daß Baßlische denen Baßlischen Buch-

führeren in ihren sonst nicht unbillichen noch demunnuhlichen Unternehmungen vor allen anderen behülff-lich seyn sollen / nothweirdig hat vortreffen müssen.2) Daß ebendie/ über welche der Herr Gegner jcho ammeisten erboßt seyn mag / durch auflegung derer contenund brieffen vieler namhaffker Buchsühreren in Teutsch-land/ Franckreich/ Holland und Engelland auf einmalklar machen können/wie sie noch wohl mehrgeld an diezu vermehr-und Verbesserung des nothwendigebüchere gewendet haben/als ihnen nur hat mögen in densinn kommen/ für ihre dabey geleistete arbeit zu forderen.Und z) endlich/ baß man auch von ansehnlichenperso,nen/die solches unschwärgestehen werden/was sie etwanin ansehung der.bey ihren art. genommenen mühe zu eini-ger erkanmlichkeit angeboten/ja gar zum theil haben ausdringen wollen/ beständig ausgeschlagen hat. Welchesalles gleichwvhlen der gel. Herr Gegner gar nicht dahinausdeuten solle/ als ob man anderen/ oder auch ihme sech-sten das recht streitig zu machen begehrte/ in dergleichenfällen noch kräfftigere zeichen der danckdarkeit anzuneh-men/ oder von freyen stucken zu forderen. Genug / daßer seiner seits in gegenwärtiger fach/ wie gern er auch wöl-ke/au denen Baßlischen nichts mit einigem fuge anzutastenfindet.

Die zweyte klage betrifft ben/^E oder die schreib-art/welche in denen gemachten zugaben gebraucht wird/und gar ungleich / unrein/ und unreuksch seynsolle. Hier ists ferne von denen/ so an vermehr- und Ver-

besserung des Le««, und zwar jeder für sich selbst und anseinem ort gearbeitet/daß sie ihre schreib-art selbst gut-heissen/und also / da solche anjetzo getadelt wird/ durch ei-ne weitläuffige schuh-schlifft rechtfertigen sotten. Manbenüget sich also / dem Herrn Gegner nur etliche wenigeallgemeine ermnerungen darüber vorzustellen:

1) Weilen er in der so festen Zuversicht gestanden / daß sich dieBaßlische ausgab durch diesen einigen vorwmff gäntzlich zernich.tcn lasse/ und allen ltebhabcren der reinen Teutschen mund- arl/deren anzahl/ wo erS je bisher nicht qewust / auch in der Schweitz sechsten mcrcklich groß ist/auf einmahl ein gänzlicher eckel davormuffe erwecket werden; so halte er für seinen Herrn Verleger wohlgethan/wann er den so wichtigen satz deutlich erwiesen/ und ent-weder eine genügsame anzahl ärlickci genennet / in welchen der Le»ser dergleichen unreine und unteutsche redens-arten oder co-LuÄioE und zusammenhänge von sctdsten antreffen tönte/ oderauch/wo er die so fehldareredens-arten selbst angezogen hätte.Nun aber bringet er allein von dem art. des Schweizerischen flus-ses Aar etwas vor; da er doch schon aus der Vorrede des erstentheils ersehen mochte/ wie die zu der Eydgenvßschafft gehörend«berichte von gar vielen die vaterländische geschickten zu erläuterenbegierigen Personen eingesandt worden seyn: So daß / wer auchan dem bedeuteten ort noch so viel auszusetzen fände / darum nochnicht wüste/ ob nur zehen aus gleicher jeder geflossene beschreibun-gen steh in dem Baßlischen inc» antreffen lassen ? Dann was derHerr Gegner sonst noch für unrichtige c»n<rruÄ>onen hat anführenwollen/wird stchS gar bald bey der absonderlichen Untersuchungaller und jeder gemachten vvrwürffen zeigen/ ob solches nicht viel-mehr theils offenbare druckfehlere/theils gar geringe überschungenseyen/ denen jeder allzu fertig schreibender nnterwoi ffen / und wel-che eben in denen zwey vorhergegangenen Leipzigischen ausgabendes Historischen nexici, ohne mühesamrs nachsuchen/ können ge-funden werden; wie davon der Herr Gegner an seinem ort dirproben scheu solle.

2) Was die beschrribung der Aar ins besondere betrifft/ welche

der Herr Gegner poetisch lxifftt; so hat man verschiedene derTeutschen sprach sehr wohl kundige und gar in Wachsen gebohrnepersoneii/weil ja auch dieses hiezu dienen solle/ gedättcn/ ihre mey-mmg davon zu sagen: Welche aber den art. nickt nur von ansangbiß zu ende gar leicht verstanden/ sondern auch die darinn bey aus»Knickung deren verschiedenen krümmungen / anstössen/ und in dieAar einfitessender wasseren gebrauchte oder verändert«

reden eben so wenig ungewohnt oder unteutsch haben befindenkönnen/als die in denen beyden Lcipzigischen auflagen in gantz qlei«chen fällen angebrachte wörterr und Veränderungen sind. Daseinige wort runs/ so ren lauffdeS fluffrs anzudeuten einmahl ge-setzt ist/ware nicht allen gleich bekannt. Allein da es unstreitig einuraltes Allemannisches wvrt/und in der gcgend/wv der fluß durch»laustet/sowohl als noch an anderen orten Oder-TentschlandS ingemeinem gebrauch ist; so werden die besten kennen solches in demgedachten ärtickel am wenigsten verwerffen. ES hak damit ebendie befchaffcnhett/ wie etwan mit denen bey besonderen fünften undhandwerckeren/ oder auch bey verschiedenen nur in gewissen lande,ren befindlichen fachen; da ja die unter denen handwcrckeren/künst-leren oder landlcutcn von solchen ordentlich gebrauchte/ und durchlangeübung destärckle redens-arten und ausdrucknngen / odschondie sonst«, nicht durchaus bekannt sind/ nickt allein von verständi»gen keines weges getadelt oder verachtet/ sonderen vielmehr vor an»deren gut qehilssen/ und von freyen stucken erforderet zu werdenpflegen. Doch es lohnet in Wahrheit der mühe nicht / von dieserklcimgkcit so vieles zu sagen.

;) Eine dritte ectnnenmq/so man hier dem Herrn Onkri zugeben hat/ ist diese: Er wolle sich ja nicht gar zu sehr aufdaS so ge-meine vorurthett einiger meist ungelehrtec oder doch gewiß nurhochgelehrter Personen steuren/ welche sich und ihrem lande immergewisse besondere Vortheile gantz allein und mit misschlleffimg alleranderen zuzuschreiben gewohnt sind. Es wäre sicherlich nicht allzuklüglich von ihme gethan/ wo er sich hier zur ungebühr mit der bc»trieglichen Hoffnung schmeichelte; als ob sich ein in Ober-Teutsch-land/ oder/wann es ihme gefällt/ auch mitten in der Schwcjtz ver»ferkigtcs buch aufeimnahl zu gründe richten / oder für allezeit un-ter die banck stecken liesse / wo nur ein aufgetrettener cenkn-, entwe-der mit grossem schnauben und pochen/ oder durch eine angemaßt«höllische verachkuna/ desselben schrcib-nrt für unrein und un-teutsch auszuschelten unter stehet. Auch hat unser gelehrte mannallenfalls zu gcdenckcn/ daß/ wo nach so grossem gemachten misse»Heu/ und nach einem ohne angeführten beweiß auf sei,, blosses an-sehen hin gesprochenen allerschärffcsten urtheil/ anfänglich nur we»lttge lescre/ die schrcid-art solchen buchs gleichwohl«! noch ziemlicherträglich finden werden / seine hochtrabende works hinfüro ebenwenig mehr gelten/ und also auch dessen übrige Versicherungen ein»mahl allen glauben verlieren müssen. Ohne dem Herrn Gegnerjetzt vom bekannten Jesuiten Bouhsms zu melden; so mag erwohl auch etwan gehöret Hoden/ wie sehr diejenige Pariser unterihren eigenen landsleutcn vflcgm verlachet zu werden / welche beysich den festen schluß machen: daß ausser Pariß niemand ein artigergcist oder ein v-i jcun könne/ und denn nach dieser sauberengrund-rcqel von allen/die ihnen vorkommen / das urtheil fällen/sobald sie nur wissen/wo srldige gedohren oder anst, zogen sind-Von dem etpr,i. welcher ohne deme hauptsächlich in artigen ein»fällen und netten ausdrucknngen bestehen solle/jst der sprung nicht

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