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vettern/ abzutretten. Es wurde aber dieser ort so gleich darauf vondenen gelt-dürffttgen Grafen dem Ertz-Hertzog Leopold für 48000A. verpfändet, (welches geldt die stadt Freyburg im Uchkland furge-schoffen hat.) Hernach im Sempacher. krieg / zogen dte von Bern und Svloihurn an. i;88 für Nvdau/ da dann die stadt mit stürmerobert/und in der ersten hitz alles m-iLcr-ret ward. Das schloßhielte sich noch ü wochen/ muste sich aber endlich ergeben und erhiel-te die besatzung einen freyen abzuq. Man fünde im thurn daseid-sten zwey fremde gefangene Männer / denen die kleeder am leid all»bereits verfaulet waren/ der eine war der Dischoff von Llssabona mPortugal!/ und der andere ein sürnehmer Abt auß Algardlen/ wel-che auf ihrer beim-reise von Nom / von denen soldaten bey Nydauaufgefangen / beraubet und in dieses schloß auf ein loß-geldt hin /gestecket worden. Sie wurden so gleich befreyet/ nm kleidern ver-sehen/ und naher Bern begleitet/ allwo sie auch wohl gehalten undmit geldt und allem nöthigen aufdie renß versehen/ mithin ;o-> du-rsten an sie verwendet wurde; woraufsie dann auch bey den ihrrgenwohl und glücklich ankommen / nach welcher ihrer anknnfft sie dr.nen Herren von Bern alsbald / nicht nur die furgestreckten zoodu.raren mit grossem danck wieder r°nicu>ret/ sondern noch >ooo vu-ratrn zu einer vrrgcliung und steür an den kriegS-kösten üdcrsandt.Also ist die stadt und Grafschafft Nydaw anBern gelanget / undjhro an. izy; indemtheilungs-verglich von L-olothurn überlassenworden / mit dem vorbehält/ daß die von Solothurn mit ihremgut allda zoüfrey seyn sollen. An. 1706 im mart. wurde allda eineconferentz zwischen dem Bischofs von Basel und dim Canton Bern/die Münsterthalische streitigkeiten betreffend/ gehalten / lindemvertrag gemacht/ der daher der Nydauische vertrag genennek wird.
ckron, IvlLcr. I. 8 p. r66 b. ?. lp. 66 »
L;,« 7 > 46 . *
Nve / (Philippus) ein Englischer ttoncansormist / war außSusser / um das jähr 1596 gebühren; er studirte zu Oj'furt / er-langte das ki-gillermm in srribui, und begab sich hernach in dengeistlichen stand. An. i6z; kam er in Holland herüber / weil er mitder Englischen kirchen-verfassung nicht zufrieden war. Nach seinerzuruckkunfst ward er auß gunst des Grafen von Mancester Predigerzu Kimdolton in Huntingdon. An. 164; kam er auch in die soge-nannte Westmünster-versammlung / darr einer der fürnehmstencktenloren der Inllspenllenttu abgegeben / wie er auch hernach fürselbige in der Savoye« Versammlung / so auf CromwelS ordre an-gesetzt worden / hefftig geeifert. Daselbst hatten die leisten/oder (wie sie sich lieber ncnntten) die Vorsteher der Lon^gsrionüi-kirchen / eine aeci-rscion ihres glauben- und kirchen-verwaltungaufgesetzet / und an. i6;y in druck heraußqegeben/ welche das fol-gende jähr von I. Hornbeckio ins Latein übersetzt /und seiner Lpi-tioiL <le Inöepcncienrifmo ist beygefüget worden. Er hatte noch an-dere ämpter/ deren aller er bey r-mirmion Carolillist beraubetund ein privsr leben zu führen gcnötbiget worden. Er starb im scpt.an. 167» / und soll ein scharffund tieffsinniger mann gewesen seyn.Er hat viel tractaten zu behufs der vissemers und des Lov-n-ncs he-
raußgegeben / als r s Ictrcr ro bis krcrkren in Lcotlsnci: Lxkvrrsrionro kke rslcing ok tke Lovenanr: l^ke cxccllcncx vk kke Lovcnsnc. Oik-cour 5 skom lolersrion. 11 «: okrlie Kin^llom vklieLvcn. s Lrlller
cismineci. Lesmr okformcr I-izkt. l.«v vtu'neir ofrke Oskk ofLupr»-rn-cv. Vinllicarion ok rke rüllenterr. I-svvkuInek ok kesring rke PublicLlinillerz U. N. M. ^ *
Nz/enburg/ sihe Nienburg.
Nyland / eine provintz in Finnland / welche gegen morgen anCarelien / gegen abend an dar eigentliche so genannte Finnland /gegen Mitternacht aber an Lavasthia gränyel/ und von Licflanddurch den meer-dusen abgesondert wird. Es sind darinnen; merck-würdige städte/ Dorgo / Helsingfort und Rasedorg.
NMburg/ eine Königliche stadt in Böhmen / in dem Kö-mggratzercrayß/ 6 weilen von Prag gelegen/ ist durch» starckemanren und wasser-graben befestiget. Sie ligt gleichsam wie einemsul in der Elbe / welche zweymal rings herum gehet. 2»/^ rop»-
xrspk. Lok. p. 49. milcclt. ciec. 1 l. z c. 7 §. z. p. 76.
jcrrrl. Löhmen p. nr.
, so hieß man zu Nom verschiedene öffentlichegcba'ude/ welche nahe an den öffentlichen ba'dern stunden / in wel-chen man statS frisches spring-wasser haben kontr/ welches manauch hernach zu den ba'dern gebrauchte. Viele von den gelehrtengeben vor/ cS seyen solche Häuser gewesen / in welchen diejenigen/welche in ihren Häusern keine yclegenheit dazu gehabt/ Hochzeit aus-gerichtet hätten. LattLo/. sllvcrk. 6, ir. Närrin«- 8.0m. vel. e, 4.
NYM Nyt 0
Nymphäus /war der c-p-ta>n einer colonie von den Metstm/die sich in Caria/ einer kleinen provintz in Klein-Asien / unw eCreffa niderließ. Als die rinwohner dieser stadt die anwachsend»macht dieser fremdlmge mit schelen äugen ansahen/ luden sie die.selbigen auf ein banquet/ und waren wlllenS/ sie be» solcher aele.genheit zu ermorden. Allein dieser vrrrätherische anschlag wurde
dem Nymphäo von Cephana/einer Carischcnjungfrau/entdecket-
da er nun solcher wüste/ nahm er die rinladuna an/ aber mit dieserbedingunq / daß sie ihre weider mitbringen möchten. Als nun dieCarier solches bewilliget hatten / befahl Nymphäus den Meliern,daß sie undewaffnet bey dem banquet sich einfindcn / von ihren wei,bern aber eine jede ernen dolch in ihren schooß verstecken/ und sichneben ihre männrr setzen sollen. Nachdem dieses so geschehen / undman ohngefehr mitten unter dem banquet an einiger in dem gesichtder Carier entstehenden Veränderung merckte/ daß sie willens iva.rcn/ einander das zeichen zum anfall zu geben / rissen die Melierbemeldte dolche ihren weidern auß dem schooße/ tövetcn die verrä»ther damit/ uud wurden also hierdurch mrister von der stadt Creffa/welche sie hernach gantz neu bauten. a« virrm. muiier.
Nymphenburg / ein schönes Cbur. Bayerisches lust-schloß,eine stunde von München gelegen. Churfürst Ferdinand Mari»hat den platz seiner gemahlin Adelheid ins kind-bette verehret/wel.che an. iü6; den bau angefangen/ aber nicht vollführet,
p. zoi.
Nymphodorus / von AmphipoliS / ein Griechischerscribenk/schrieb von den gesetzen und gebräuchen dcS volckS in Asien einehi»storie/die von Elemente Alerandrino angeführet wird. Indem die-urores auf verschiedene weise dieser buch cltiren / hat solches zu derAngeli Politiani irrthnm anlaß gegeben/ welcher auf diegedan.cken gekommen / daß NymphodoruS mehr alSein buch geschrieben.
L/e«e»- llrom^r. 1.1 öc in Lcjmonit, sll genc. äs
killor. L-»>/e.
Lymphen / gewisse Htydnischk Göttinnen / welche die poeteltvor der Oceani und ThctyS tochtrr ausgaben / und davor hielten/daß sie über das waffer gesetzt waren. Man theilte sie in die Nerckdes und NaiadeS ein / und glaubte man / daß jene über die offen-bare see/dirse aber über die fluffe und brunnen herrschten. Doch qa»ben sie auch den namen der Nymphen den Feld-Göttinnen. Ihrevl>2acr und «LmLcirz'Lacs waren Nymphen der Wälder/ ihrer;-,p-r-e Nymphen der wiesen und kleinen grhöltze/ und ihre Os-ci--Nymphen der berge. Die meynuna der Griechen von den Nym-phen / wie auch der name selbst / rührt ursprünglich von den Phö-niciern her. Denn wie Porphyrius bezeuget / so wurden alle seelmder menschen von ihnen Nymphen genennet. Von solchen menschli-chen seelen nun glauben sie / daß sie nach ihrem abschiede auS deinleide noch an denjenigen orten ihre Vergnügung suchten/ an wel-chen sie bey noch währender Vereinigung mit dem leibe ihren auf-enthalt gehabt. Dieses gab nicht allein den orientalischen völckem/sondern auch andern nationen / anlaß / in den Wäldern und untregrünen bäumen zu opffern / um dadurch ihre ehrbczeigung gegendie abgeschiedene seelen an den tag zu legen. Also stunden die Erst.chen in der mevnunq/ daß ihre Voreltern / nemlich die alten ein-wohner ihrer landeS / welche in grossen und kleinen Wäldern ge-wöhnet die so auf den brrgen sich aufgehalten or»-ie,. diebewohner der see-küsten n-rei-ics. und die / so bey den fiüffen undbrunnen gelebet / genennet worden. --mg. n°w.
rkrk-»/. Lome- in m; rkoIoA. Ac.
Nyne / ein fluß in Northamptonshire / so bey Crowland indie Welland fällt/ und mit seinem nach nord-osten gerichteten lauffNorthampton / Higham-FerrarS/ Lrapston/ Oundle und Peter«borough bewässert,
Nysiius / ein beyname/ welchen die Heyden ihrem Gott Bas-cho gegeben/ und zwar von einem gewissen gebürgt/ Nysias/ allwoer soll seyn auferzogen worden, >. 4 me»w. p-ml-.
m;ck. p. sl.
Nyolot/ eine festung in Finnland/ffo der vornehmste orlindem Fürstenthum Savolaria ist/ und zwischen seen und Morästenligt. Erich Arelsohn/Hofmeister desKönigl. Hofe-/hatan. -H?auf einem runden berg ein fester schloß erbauet. Die Königin CM-stina hat an. 1641 ein ^ mnsüum allhier angeleget. An. 1714 MSdiese fcstung an die Russen mit accord über. Le/c^-ri. -v-m
Nythe / Nyd/ ein fluß in Süd-Schottland/der in der Grasischafft Kyle entspringet/und sich in den meer-busen von Solwadttzgkllßt.
Dieser buchflabe wird in der Lateinischenspräche bißweilen anstatt^ gebrauchet, als
vorlus fsir vcrtus , voller für veksr ; wie glichan statt u tervos für kervus, volßus für vulßu.;desgleichen ist er an statt des doppel - lautendenvocsiis au gebraucht worden, als plocio an stattkisullo. über dieses ist dieser buchstabe einegewisse art der rede,so da gebraucht wird,wennman eine Verwunderung, einen sonderbaren gemüths-affect, einverlangen, eine aushönuitq, und einen willen anzeiget; endlichauch ein zeichen der ewigkeit, weil man weder ansang noch endedarinnen stehet, und bey den Römern dte verkürtzung eines titulS,wenn sie emen Optimum nennten; wie auch ferner die Worte orllo.
votukt, vikcinz, oöicium, oppigum, »poltet, »PU5, opers, »ptio, st)
einen Unter-oK«« im kriege bedeutete- ö-c. DerKbnig in Franck-
reich, Chilpericus, wolle mit aller gemalt ein groß 0 wie das Grivchische omcgz jff, i„ das Frantzöstsche alphabelh bringen, wie aucyein pki, cki, rkeks, so er bey gewisser straffe zu gebrauchen defavkaber er richtete nichts aus. In Irrland ist die Vorsehung eines c-vor den namen einer familre das kennzeichen eines sehr grossen unovornehmen Hauses ; zum exempel o dtc-l. o csroi.S:-. 6^5.
in kill. krsnc. in Lrillsrcko. LtkÜ«»--- lsxico«
cle norir 8 . 0 M. *
D/ (FranciscuS von) ein berühmter Oberaufseher über die Anantzen in Franckreich. Er war aus einem guten Mchen gechlecht aus der Normandie entsprossen, und begab steh wugend in kriegs-dienste, darinnen er auch die stelle eines Mtmcifers erlanate. Nachgehends verließ er diese lebens-art, under alles da- ftinige durchgebracht, suchte ee sich bey ben finan?«