Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

686 nye nyrn

vettern/ abzutretten. Es wurde aber dieser ort so gleich darauf vondenen gelt-dürffttgen Grafen dem Ertz-Hertzog Leopold für 48000A. verpfändet, (welches geldt die stadt Freyburg im Uchkland furge-schoffen hat.) Hernach im Sempacher. krieg / zogen dte von Bern und Svloihurn an. i;88 für Nvdau/ da dann die stadt mit stürmerobert/und in der ersten hitz alles m-iLcr-ret ward. Das schloßhielte sich noch ü wochen/ muste sich aber endlich ergeben und erhiel-te die besatzung einen freyen abzuq. Man fünde im thurn daseid-sten zwey fremde gefangene Männer / denen die kleeder am leid all»bereits verfaulet waren/ der eine war der Dischoff von Llssabona mPortugal!/ und der andere ein sürnehmer Abt auß Algardlen/ wel-che auf ihrer beim-reise von Nom / von denen soldaten bey Nydauaufgefangen / beraubet und in dieses schloß auf ein loß-geldt hin /gestecket worden. Sie wurden so gleich befreyet/ nm kleidern ver-sehen/ und naher Bern begleitet/ allwo sie auch wohl gehalten undmit geldt und allem nöthigen aufdie renß versehen/ mithin ;o-> du-rsten an sie verwendet wurde; woraufsie dann auch bey den ihrrgenwohl und glücklich ankommen / nach welcher ihrer anknnfft sie dr.nen Herren von Bern alsbald / nicht nur die furgestreckten zoodu.raren mit grossem danck wieder r°nicu>ret/ sondern noch >ooo vu-ratrn zu einer vrrgcliung und steür an den kriegS-kösten üdcrsandt.Also ist die stadt und Grafschafft Nydaw anBern gelanget / undjhro an. izy; indemtheilungs-verglich von L-olothurn überlassenworden / mit dem vorbehält/ daß die von Solothurn mit ihremgut allda zoüfrey seyn sollen. An. 1706 im mart. wurde allda eineconferentz zwischen dem Bischofs von Basel und dim Canton Bern/die Münsterthalische streitigkeiten betreffend/ gehalten / lindemvertrag gemacht/ der daher der Nydauische vertrag genennek wird.

ckron, IvlLcr. I. 8 p. r66 b. ?. lp. 66 »

L;,« 7 > 46 . *

Nve / (Philippus) ein Englischer ttoncansormist / war außSusser / um das jähr 1596 gebühren; er studirte zu Oj'furt / er-langte das ki-gillermm in srribui, und begab sich hernach in dengeistlichen stand. An. i6z; kam er in Holland herüber / weil er mitder Englischen kirchen-verfassung nicht zufrieden war. Nach seinerzuruckkunfst ward er auß gunst des Grafen von Mancester Predigerzu Kimdolton in Huntingdon. An. 164; kam er auch in die soge-nannte Westmünster-versammlung / darr einer der fürnehmstencktenloren der Inllspenllenttu abgegeben / wie er auch hernach fürselbige in der Savoye« Versammlung / so auf CromwelS ordre an-gesetzt worden / hefftig geeifert. Daselbst hatten die leisten/oder (wie sie sich lieber ncnntten) die Vorsteher der Lon^gsrionüi-kirchen / eine aeci-rscion ihres glauben- und kirchen-verwaltungaufgesetzet / und an. i6;y in druck heraußqegeben/ welche das fol-gende jähr von I. Hornbeckio ins Latein übersetzt /und seiner Lpi-tioiL <le Inöepcncienrifmo ist beygefüget worden. Er hatte noch an-dere ämpter/ deren aller er bey r-mirmion Carolillist beraubetund ein privsr leben zu führen gcnötbiget worden. Er starb im scpt.an. 167» / und soll ein scharffund tieffsinniger mann gewesen seyn.Er hat viel tractaten zu behufs der vissemers und des Lov-n-ncs he-

raußgegeben / als r s Ictrcr ro bis krcrkren in Lcotlsnci: Lxkvrrsrionro kke rslcing ok tke Lovenanr: l^ke cxccllcncx vk kke Lovcnsnc. Oik-cour 5 skom lolersrion. 11 «: okrlie Kin^llom vklieLvcn. s Lrlller

cismineci. Lesmr okformcr I-izkt. l.«v vtu'neir ofrke Oskk ofLupr»-rn-cv. Vinllicarion ok rke rüllenterr. I-svvkuInek ok kesring rke PublicLlinillerz U. N. M. ^ *

Nz/enburg/ sihe Nienburg.

Nyland / eine provintz in Finnland / welche gegen morgen anCarelien / gegen abend an dar eigentliche so genannte Finnland /gegen Mitternacht aber an Lavasthia gränyel/ und von Licflanddurch den meer-dusen abgesondert wird. Es sind darinnen; merck-würdige städte/ Dorgo / Helsingfort und Rasedorg.

NMburg/ eine Königliche stadt in Böhmen / in dem-mggratzercrayß/ 6 weilen von Prag gelegen/ ist durch» starckemanren und wasser-graben befestiget. Sie ligt gleichsam wie einemsul in der Elbe / welche zweymal rings herum gehet. 2»/^ rop»-

xrspk. Lok. p. 49. milcclt. ciec. 1 l. z c. 7 §. z. p. 76.

jcrrrl. Löhmen p. nr.

, so hieß man zu Nom verschiedene öffentlichegcba'ude/ welche nahe an den öffentlichen ba'dern stunden / in wel-chen man statS frisches spring-wasser haben kontr/ welches manauch hernach zu den ba'dern gebrauchte. Viele von den gelehrtengeben vor/ cS seyen solche Häuser gewesen / in welchen diejenigen/welche in ihren Häusern keine yclegenheit dazu gehabt/ Hochzeit aus-gerichtet hätten. LattLo/. sllvcrk. 6, ir. Närrin«- 8.0m. vel. e, 4.

NYM Nyt 0

Nymphäus /war der c-p-ta>n einer colonie von den Metstm/die sich in Caria/ einer kleinen provintz in Klein-Asien / unw eCreffa niderließ. Als die rinwohner dieser stadt die anwachsend»macht dieser fremdlmge mit schelen äugen ansahen/ luden sie die.selbigen auf ein banquet/ und waren wlllenS/ sie be» solcher aele.genheit zu ermorden. Allein dieser vrrrätherische anschlag wurde

dem Nymphäo von Cephana/einer Carischcnjungfrau/entdecket-

da er nun solcher wüste/ nahm er die rinladuna an/ aber mit dieserbedingunq / daß sie ihre weider mitbringen möchten. Als nun dieCarier solches bewilliget hatten / befahl Nymphäus den Meliern,daß sie undewaffnet bey dem banquet sich einfindcn / von ihren wei,bern aber eine jede ernen dolch in ihren schooß verstecken/ und sichneben ihre männrr setzen sollen. Nachdem dieses so geschehen / undman ohngefehr mitten unter dem banquet an einiger in dem gesichtder Carier entstehenden Veränderung merckte/ daß sie willens iva.rcn/ einander das zeichen zum anfall zu geben / rissen die Melierbemeldte dolche ihren weidern auß dem schooße/ tövetcn die verrä»ther damit/ uud wurden also hierdurch mrister von der stadt Creffa/welche sie hernach gantz neu bauten. a« virrm. muiier.

Nymphenburg / ein schönes Cbur. Bayerisches lust-schloß,eine stunde von München gelegen. Churfürst Ferdinand Mari»hat den platz seiner gemahlin Adelheid ins kind-bette verehret/wel.che an. iü6; den bau angefangen/ aber nicht vollführet,

p. zoi.

Nymphodorus / von AmphipoliS / ein Griechischerscribenk/schrieb von den gesetzen und gebräuchen dcS volckS in Asien einehi»storie/die von Elemente Alerandrino angeführet wird. Indem die-urores auf verschiedene weise dieser buch cltiren / hat solches zu derAngeli Politiani irrthnm anlaß gegeben/ welcher auf diegedan.cken gekommen / daß NymphodoruS mehr alSein buch geschrieben.

L/e«e»- llrom^r. 1.1 öc in Lcjmonit, sll genc. äs

killor. L-»>/e.

Lymphen / gewisse Htydnischk Göttinnen / welche die poeteltvor der Oceani und ThctyS tochtrr ausgaben / und davor hielten/daß sie über das waffer gesetzt waren. Man theilte sie in die Nerckdes und NaiadeS ein / und glaubte man / daß jene über die offen-bare see/dirse aber über die fluffe und brunnen herrschten. Doch qa»ben sie auch den namen der Nymphen den Feld-Göttinnen. Ihrevl>2acr und «LmLcirz'Lacs waren Nymphen der Wälder/ ihrer;-,p-r-e Nymphen der wiesen und kleinen grhöltze/ und ihre Os-ci--Nymphen der berge. Die meynuna der Griechen von den Nym-phen / wie auch der name selbst / rührt ursprünglich von den Phö-niciern her. Denn wie Porphyrius bezeuget / so wurden alle seelmder menschen von ihnen Nymphen genennet. Von solchen menschli-chen seelen nun glauben sie / daß sie nach ihrem abschiede auS deinleide noch an denjenigen orten ihre Vergnügung suchten/ an wel-chen sie bey noch währender Vereinigung mit dem leibe ihren auf-enthalt gehabt. Dieses gab nicht allein den orientalischen völckem/sondern auch andern nationen / anlaß / in den Wäldern und untregrünen bäumen zu opffern / um dadurch ihre ehrbczeigung gegendie abgeschiedene seelen an den tag zu legen. Also stunden die Erst.chen in der mevnunq/ daß ihre Voreltern / nemlich die alten ein-wohner ihrer landeS / welche in grossen und kleinen Wäldern ge-wöhnet die so auf den brrgen sich aufgehalten or»-ie,. diebewohner der see-küsten n-rei-ics. und die / so bey den fiüffen undbrunnen gelebet / genennet worden. --mg. n°w.

rkrk-»/. Lome- in m; rkoIoA. Ac.

Nyne / ein fluß in Northamptonshire / so bey Crowland indie Welland fällt/ und mit seinem nach nord-osten gerichteten lauffNorthampton / Higham-FerrarS/ Lrapston/ Oundle und Peter«borough bewässert,

Nyon / sihe won.

Nysiius / ein beyname/ welchen die Heyden ihrem Gott Bas-cho gegeben/ und zwar von einem gewissen gebürgt/ Nysias/ allwoer soll seyn auferzogen worden, >. 4 me»w. p-ml-.

m;ck. p. sl.

Nyolot/ eine festung in Finnland/ffo der vornehmste orlindem Fürstenthum Savolaria ist/ und zwischen seen und Morästenligt. Erich Arelsohn/Hofmeister desKönigl. Hofe-/hatan. -H?auf einem runden berg ein fester schloß erbauet. Die Königin CM-stina hat an. 1641 ein ^ mnsüum allhier angeleget. An. 1714 MSdiese fcstung an die Russen mit accord über. Le/c^-ri. -v-m

Nythe / Nyd/ ein fluß in Süd-Schottland/der in der Grasischafft Kyle entspringet/und sich in den meer-busen von Solwadttzgkllßt.

Dieser buchflabe wird in der Lateinischenspräche bißweilen anstatt^ gebrauchet, als

vorlus fsir vcrtus , voller für veksr ; wie glichan statt u tervos für kervus, volßus für vulßu.;desgleichen ist er an statt des doppel - lautendenvocsiis au gebraucht worden, als plocio an stattkisullo. über dieses ist dieser buchstabe einegewisse art der rede,so da gebraucht wird,wennman eine Verwunderung, einen sonderbaren gemüths-affect, einverlangen, eine aushönuitq, und einen willen anzeiget; endlichauch ein zeichen der ewigkeit, weil man weder ansang noch endedarinnen stehet, und bey den Römern dte verkürtzung eines titulS,wenn sie emen Optimum nennten; wie auch ferner die Worte orllo.

votukt, vikcinz, oöicium, oppigum, »poltet, »PU5, opers, »ptio, st)

einen Unter-oK«« im kriege bedeutete- ö-c. DerKbnig in Franck-

reich, Chilpericus, wolle mit aller gemalt ein groß 0 wie das Grivchische omcgz jff, i das Frantzöstsche alphabelh bringen, wie aucyein pki, cki, rkeks, so er bey gewisser straffe zu gebrauchen defavkaber er richtete nichts aus. In Irrland ist die Vorsehung eines c-vor den namen einer familre das kennzeichen eines sehr grossen unovornehmen Hauses ; zum exempel o dtc-l. o csroi.S:-. 6^5.

in kill. krsnc. in Lrillsrcko. LtkÜ«»--- lsxico«

cle norir 8 . 0 M. *

D/ (FranciscuS von) ein berühmter Oberaufseher über die Anantzen in Franckreich. Er war aus einem guten Mchen gechlecht aus der Normandie entsprossen, und begab steh wugend in kriegs-dienste, darinnen er auch die stelle eines Mtmcifers erlanate. Nachgehends verließ er diese lebens-art, under alles da- ftinige durchgebracht, suchte ee sich bey ben finan?«