Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

Vorrede.

soweit/alS der Herr Gegner wohl meynct/ zu der schreib-art. Die Wir ist dann jetzt der ori im art. ^orqugeu- anzusehen/Teutsche sprach flonrel fteyltch m Sachen gar fuclrefflichallein wann da in dem schönsten und reinesten Teutsch gesägt wird:die geistreichen und gelehrten manne« dieses edlen landes /welche dieser habe von dem Römischen Rath den beseht bekom»in der Teutschen beredlsamkett den grösten rühm davon tragen/ men/ daß er einen nattel in den schlaff eines gewissen ab-werben sich wol nee mtt dem angezogenen vorurtherl groß machen/ gotts schlagen solle/ damit die ftadt von einer grossen Pestund alles/ was ausser ihrem vaterlande geschrieben / darum gleich befreyet werden möchte? Bey stunde es: r-- >-

so hönisch und verächtlich anjehen wollen. clioigk pour plsnrec un clvu clsnr le kemple ä'une cettsine clivinits.

Dterdtens / ^ak unser Hm Gegner/»ndeme er DEt^^^ Nun will man hier dem Hrn. Gegner eben nicht verdrießlich fal

gen/ was zu Basel aufgesetzt worden/ für gantz ungleich/ unreinund »«teutsch auSschiltet/ seinem Herrn Verleger wider vermu-then einen gar schlechten dienst gethan. Dann da einmahl dieDaßlische vermehr» und Verbesserungen anjetzo einen gar namhaff-ten theil des Teutschen ausmachen; so folget nothwendigdaraus/daß bey der vorhabenden neuen Leipziger austage eines derfolgenden ; stucken geschehen müsse. Entweder muß man alles/was zu Basel dem Merck neu ist beygefügt worden/ gäntzlich weg»lassen/ oder man ist gezwungen/ solches durchgehends umzugies-sen/und aus der Barbarischen Schweißer - sprach in recht netleSund reines Teutsch zu übersetzen; oder man wird ungeacht des er.regten geschreyes/ dannoch alles / so von denen Baßlischen Zusätzenund ausbefferungen solle behalten werden/ in dem stand/ wie es je«tzo ist/ lassen. Auf den ersten fall darff man dem Herrn Gegnerohne das geringste vertrauen auf die eigene arbeit gleichwohl nochso viel vermelden/daß durch vergleichen weglassung der BaßlischenZusätzen und Verbesserungen seiner erwartenden neuen Leipzigerauflagt kein geringer schaden beschehen/ und deren vertrieb garmerckiick gehemmt werben solle. Auf den anderen fall wird diearbeit gewißlich nicht gering seyn/ sonderlich da sich einmahl einsehr nahmhaffter unterscheid zwischen der so hefftig ausgescholte-nen Baßlischen/und der im gegentheil für so rein angepriesenenLeipzigischen schreib-art zeigen muß. Bey erwehlung des drittenendlich könke man nicht ausweichen/ eines dieser zwey stucken zu gr»stehen: der Herr Gegner habe entweder den mund ohne ursach all-zuweit aufgechan/ und sich mit seiner beschellung breiter gemacht/als er hätte thun sollen; oder man habt gegen ein so wichtiges ver-sprechen dannoch den frblhafften der Schrveitzercn/ nur umetwas weniges zu ersparen/ mit fleiß beybehalten. Und hier magsich der Herr Gegner zum voraus gewiß versicheren/ daß es jhme/auch bey gäntzlichem stillschweigen derer Baßlischen / an cu^uienLeftrcn nicht mangeln werde/welche die beyde ausgaben zusammenhallen/und von der Wichtigkeit der gemachten ausbefferungen inder schreib-art sich genau erkundigen sollen. Mann dann in grosssen stucken der Baßlischen neuen zugaben keine oder gar wenigeund geringe Veränderungen gefunden/ oder/ wie man damit allbe-reit in der jetzt vor Handen habenden cenü-r den ansang gemachethak/ die blosse ausmustcrimg einiger offenbarer druck- oder schreib-fehleren/ welche ja in Sachsen eben so offt und so leicht gemachetwerden/ als in der Schweitz / für wichtige ausbefferungen verkaufftwerden wölken; da wird gewißlich der Herr Gegner mit seinemallzu grossen aufheben gar sehr zu kurtz kommen/und die blosseund pariheylichkeit der gemachten vorwürffen in kurtzem von sech-sten bekam» werden.

Fünfftens endlich ist man auch befugt/ den Herrn Gegnerzu fragen-, weilen er über die Baßlische schreib-art so gar ungehal-ten ist/und kurtzum will/ die gute damit ausgedruckte Materienerscheinen in einer sehr unförmlichen gestalt/ und gleich-samen Zi-otc-qu-; wie rein und nett dann auch nach dessen ZINN tl-schreib-art seyn müsse/ welche alle die vor der Baßlischen ausgabin dem Hist. l-exico befindlich gewesene fehlere entschuldigen undgut machen möge ? oder/ welches von beyden mehr enheraus komme; die alberste und lächerlichste fehlere in der sauber«sten und besten Teutschen schreib-art vorkragen; oder dieseldigefehlere in anderen obwohl schlechteren ansdruckungen verbesseren ?Ist nicht das sssorcimE oder die vergesellschafftung noch viel selt-samer/ wo man elende Materien mtt besonderer wohlredcnheit auS-zieren will; als wo guter zeug in unreiner sprach vorgetragenwird? Damit aber der Herr Gegner/ und wer nur dene mag be-stellet haben/ der Baßlischen schreib-art Hohn zu sprechen / die fachnoch klarer einsehen möge; auch damit elwan dem geneigten Lesernach einer sonsten freylich nicht gar angenehmen -Mulr.on nochzuletzt eine kleine delustrgung gemachet werde; so läßt man sich-nicyt zu wider seyn/ bey so gutem aegebenem anlaß einige ziemlicharrige mustere von dergleichen lachens- würdigen fehleren anzufüh-ren/welche uns die vorhergehende bendc auflagen in der allerrei.nesten Teutschen schretd-arl vorgelegt hatten. Wobey man dochdlenS zum voraus erinneret/ wie sehr sonsten dergleichen mustereund proben/ styl der Vorrede zum ersten Bande/ auch aus denenzweyen letzten Theilen vcS »exici von vielen Lesercn verlanget wor-den ; so wurde man doch ohne die jetzt unter Handen habende c>n-<ur mr dirsesmah! gerne unterlassen / neue erempri davon an-zuführen / um doch endlich nach langer und verdrießlicher ar»ven ewige tage eher der erwünschten ruhe gemessen zu können.Tue folgende vorwürffe unseres geschickten Herrn Gegners werdenrvenfalls/ein jeder an seinem ort/zu anführunq anderer nicht un«Mcher beweißlhumcn und exempcln der schwachbettschr vieler ar«Mein derer vorigen ausgaben / grlcgenhett machen; so daß derUfer Meist alle die vormahl gesetzte von namhaffren fehle»ren/za nach gegebener gelegenhcii annoch etliche neue gammgenverleiben/ vor sich finden wird; nur daß die ordnung anjetzo ziem-licher Massen veränderet/und lediglich nach erforderung deren vomgegentheil gemachten vorwürffen muß eingerichtei werden. DerHerr Gegner wolle also zuerst die Zrc,rcsi;ue8 anhören/und her»das urtheil selbst fällen/ welchem von beyden theilen die grösteichuld davon zu geben seyr.

len durch anmerckung mehrerer in diesem arttckel des n-, be-gangenen historischen fehleren; als daß vaier und söhn vermen,get/beyder Vornamen/welche doch in den Römischen geschtchtenzum unterscheid derer Personen so nöthig/ ausgelassen/ und leistlichder?nbunus MeMs.so den älteren Manlium angeklagt / uns anstattPompönti zur ungebühr Pompejus genennet worden. Diß sindzwar so viele grosse fehlere wider die Römische Historie/ die mandem Moreri blindlings nachgeschrieben; aber es sind noch keinesroresd-s. Allein wie verhält es sich mit dem Nagel / welchenman einem gewissen abgott hat müssen in den schlafschlagen / um die ftadt von der peft zu defreyen? Die

OiÄsrores ctsvi panßcncii csullL cresri Lcj sicllsm Iccinnäsm, welche

dann selbigen nagcl in die rechte wand des tcinpels lovis OprimkMaxims gegen der feite / wo der tempe! kv-'srvL stunde/ tinschla,gen musten / sind ja in den Römischen geschtchten so gemein / undnur die worte des Moreri hievon so klar / daß/ wer mit fleiß diese!,be falsch und lächerlich übersetzen wolle / sich kaum dergleichen ver»stand solle in den sinn kommen lassen. Nichts destoweniger hatder geschickte Herr Übersetzer des art. an diesem ort den gemeinenund ordentlichen verstände des wortsrempic.daes einen tempelanzeiget / für das mahl verschmähet / und eine rarere bedeutungvorziehen wollen. Also muste uns dann die gantz neue und frey-lich sehr angenehme art/ die peft zuftillen/ ausgeheckt werden/daß man zu selbigem ende einem gewissen abgott einen nage!in den schlaff gepflegt habe zu schlagen. Das gröste Unglückbey dem allem ist noch / daß/ wann das Frantzöstsche woct «mx>s.den schlaff am Haupt bedeutet / solches richtig k-mimni Mnen- ist/und man sagt: i-rcmpic; Moreri hingegen gar deutlich gesetzethat/ le remple; in welchem 8-nsre nichts anders/als ein temprl/da-durch kan verstanden werden.

Was ist jetzt mich bis für eine .grore^ue, wann man bald her-nach im art. Manosque / so eine stadt in Provence / gantz sichremeldet: i) solche stadt wäre vermuthlich von den Bar-baren aufgebauet worden / welche in Provence öffterseingefallen- Nun stehet es ja bey Moreri eu- fr rMnSe p-r ierunsres, und weiß ohnedeme ein jeder / wie dlser räuberischen leu-ihen gewohnheit vielmehr gewesen ist/ städte zu verheeren / als auf-zubauen. Doch weil der fehler gar zu groß/ und schier nicht zu be-greiffen / wie ein Übersetzer ruiE und d-nr habe mir einander «er,mängen können; so ist man von selbsten geneigt zu glauben/dieseeerste ort möchte noch wohl durch blosses versehen also falsch gedoll-metschet worden seyn. Das schlimmste ist nur / daß sich von denzweyen nachfolgenden verflössen' in dem nemüchen arkickel nrchl s»bald ein gleiches muthmassen laßt. 2 ) Dann da muß es uns sürSzweyte heissen: Manosque wäre aufs neue erbauet worden/von den einwohneren/ welche sich in; biß 4 benachbartenkleinen wälderen aufhielten/ anstatt eSimFrantz.stunde:oe rio>8 LU Hurrre IILM3SUX vvigns, allwü dann krmegu bey WkiteNtnicht einen kleinen wald/ sonderen lediglich ein kleines vörffgenbedeutet. Der ztesastlächerliche fehler ist endlich/ wannferner/da von den vor mehreren jabchundericn ausgestorbenen Grafenvon Forcalquier die rede ist/ das Frantzöstsche pr^rerimm impcr-keÄum für ein Präsens genommen / und zu mehrmahlen also gercdtwird/ als ob das gedachte Gräfl. Hauß annoch würckiich in vollemflor stunde / und die Grafen von Forcalquier sich die winters»zeitimmer richtig zu Manosque pflegten aufzuhalten: welche sichin dieser ftadt / allwo fie einen pallast haben/ gemeini-glich des winters über aufhalten.

Was »st das ferner für eine MEgue, wo man in der nettestenTeutschen mund-art männere in weibere verwandelt/viele personellin eins zusammen schmeltzek / und was der angenehmen mela-morphosirungen noch mehr sind; und dis alles in solchen fabelnoder geschtchten / welche sonsten auch denen ersten anfange«» imstudieren nicht unbekannt sind ? Wer kennet nicht den unglückse-ligen Hippolytum / des Lhesci söhn / auch noch ferner das von sei,nein betrübten schicksal annoch unter dem namen L-cnecä vorhan-dene iraur-gevicht? Gleichwohl da man hievon im art. PhädruS (Thomas) aus Bayle Meldung zn thun hatte / und Bayle zu folgder Frantz. schreib-art / den namen schiechtcrbingrn Hippolyte ge-setzt hatte / so daß dcrscldige in ansehung der Frantzösischen re^mi-Llion oder endigungs-sylben / von einem der die fadel sonst nichtverstünde/ auch für einen weiber-namen mochte angesehen werden;da muste es alsodald in der that ein weib seyn/ namens Hippolyta .Und doch wird ja alles Unglück des guten jünglings / welcher deran dem ori angedeuteten tragocdie zum gründe gedicnei hat / vonden allen dichteren lediglich daher geleitet/ wcilen er ein mann undnicht ein weib gewesen ist. Im gegentheil wird Alcmena / die ssbekannte mutier Herculis / zu einem mann gemachet/ und solchesin gar nettem Teutsch ausgedruckt/im art. ZeuM: es scheine/die-ser berühmte mahler habe gar viel auf seinen Alcmenesgehalten / weil er die Agrigentiner damit beschencker.Die ursach der unglücklichen Veränderung ist abermahl/weil derlistige Bayle die schlimme zwcydeutige worl in seinem art. hat.te tlnfltessen lassen: tt x a äs i's^srence yu'il k»itoir «SS äs so«

/ttcwene.

Drr