Band 
Dritter Theil
JPEG-Download
 

9

Vorrede.

yehmlichkeit, welche die thaten und geschichten des manns , wo siein ihrer natürlichen orbnung stunde«/ zu erwecken vermögen/ be-nommen worden. Doch/ wie schon dieses mit Widerwillen besche,hen ist / und bey fortgesetzter Untersuchung des Wercks, sich dieschwachheit und blösse dergleichen für die alte Historie bestimmterLeipziger artickeln je mehr und mehr gezeiget; so ist auch die vbge.dachte achrung gar bald gefallen, und der feste schluß gefaßt wor-den : wo einmahl die beschreibungen etwas ausführlicher werdenwüsten, sich durch obgemeldte kleine bedencklichkeit nicht ferner ab-halten zu lassen, vielmehr, was in der gedachten fremden arbeitalso abgebrochen und ohne einigen Zusammenhang von fürtreffli-chen leuten gesagt wäre, schlechter dingen auszulöschen, und selbi-ges hernach erst an denen örteren, wo jedes stehen solle, mit eigenenmotten einzubringen. Nur hat man solches noch zu thun unter,lassen, wo die artickel theils an sich selbst etwas klein, theils auch kei-ner grossen zugab nöthig zu haben schienen. Bey den ersteren mages drmLeser nie gar schwär fallen, die rechte orbnung selbst zu ma-chen. Die andere gattung hingegen wurde nothwendig allzu vielezeit erforderet haben, wo man auch die sonst gute und zugleich weit-länffige Leipz. artickel, nur um denen eine bequemere orbnung zugeben, gantz hätte umschreiben wollen.

Indessen, wie in dieser gantzen art von arbeit fast kein Mangel,von welcher natur der auch ist, einschleichen mag,dessen nicht meh-rere epempel schon in den zwey vorigen ausgaben zu ßnden wären ;so wird unser geschickte Herr Gegner jetzt nicht übel nehmen, wannman ihne hingegen auf seine eigene artickel von den PädstenPaulo II, III und I V, wie auch ferner aufdie von pegu undvon Samos verweiset; noch vieler anderen, um VermeidungWeitläufigkeit, zu geschweigen. Was die ; letztgenannte Päbstebetrifft, so wird da erstlich deren leben gantz kurtz, und, wo man dieWahrheit gestehen solle, mager genug, aus Moreri hergeholet, undjedes mit dem tobe der Person richtig beschlossen: hernach aber,wann der Leser meynen solle, nun seye die erzehlung völlig zu ende;da kommen erst gewisse besondere stucke daraus zum Vorschein, dieman mit solcher weitläuffrgkeit zu beschreiben anhebet, deren glei-chen nirgendwo in keinen Daßlischen zugaben, wo man auch diewichtigste Ursachen dazu hatte, mögen gezeigt werden; wie dannja der einige Handel des Platinä mit Pabst Paulo II eine vollstän.dige colnmne einnimmt; da das schon vorher zu end gebrachtegantze leben dieses Padsts nicht den vierdten theil solchen raumserfüllet. In dem art. pegu/welcher dazu nicht eben sonderlichgroß, ist gleichwoblen die ordnung dergestalt verworren, daß die er»vberung der stadt Pegu durch den König von Ava an. i ;68 richtigzum zweyten mal angeführet wird, als obS nothwendiger weifezwey besondere geschichten seyn mästen. Und kommt der so nam-hafte verstoß lediglich daher, weil beym ersten mal in dem sEnrc.aus welchem das stuck der erzehlung abgeborget worden, schlechter-dingen die eroberung vermeldet, und nach der Wahrheit in das jähri?68 gesetzet stunde; an dem anderen ort aber auch der vorherge-gangenen belagecung erwehnet wurde, so an. 1567 ihren ansanggenommen, jedoch mit der deutlichen erklärung, welche ja nichtminder auf an. i;68 zielet, Pegu wäre da erst nach einer zeit von21 monaten überwältiget worden. Mit Samos endlich hat esdie noch viel seltsamere beschaffenbeit, baß, da zwey besondere arti-ckel, der erste von der stadt, der andere von der insul dieses namens,wie es in der that seyn sollen, in das l-cxicon eingerückt waren, injedem deren beyden bald etwas vorkommet, so zu der insul,bald wie-der etwas, so zu der stadt gehöret, und also eine solche Vermischunggemachet wird, welche man sich fast nicht enthalten kan, ein m--I-Ng- groresguc zu nennen; obschon man sich sonsten vorgenomen,dieses worl sürs künfftige nicht mehr zu gebrauchen, nachdem« esdroben schon genug ist beantwortet, und unserem geschickten HerrnGegner nach verdienen zurück gegeben worden.

Nun sind einmahl die klagen und beweise wegen der DaßlischenWeitläufigkeit genug widerlegt. Es solle aber zu genauerer einse-hung der fach sehr wohl dienen, und dem geneigten Leser vermuth-lich nicht gar unangenehm fallen, wo wir jetzt noch die genauereUrsachen der gemachten Vermehrungen anziehen, und sodann beyjedem anlaß einige besondere mustere eben aus den zwey vorigenausgaben des bist. l-exici an den tag legen. Der unsug aller der sobitteren bescheltungen von schwatzhafftigkeit und wassersüch-tigen artickeln wird gewißlich dadurch noch weit klarer er-scheinen.

So ist dann für einen ersten anlaß und sehr wichtige ursach derVermehrung vieler artickeln anzu sehen, daß offtmabl dem Leser einbesonderer rpvcrll ist gemachet worden, einige rare umstände undgeschichten recht genau zu wifen, aber ohne daß darum solcher be-richt im geringsten ertheilet wird; recht als wolte man da seinesLesers spotten. Der Unwillen, welchen viele verständige längstenshierüber bezeuget, hat verursachet, daß allbereit in der ersten Vor-rede einige erempel haben angezogen werden müssen. In gegen-wärtigen zwey letzten Bänden ists gewißlich nicht besser ergangen.Da schreibet man im art. Nicias r am ende von dem NiciaPerqasäo: er hätte sich endlich selbst umgebracht/ als erzuvor ein beruffener schlemmer gewesen. Die art destodes aber, welche freylich etwas besonderes in sich hqt, und alleindie ursach gewesen ist, daß des menschen von einigen alten gedachtwerden, die wird da gantz und gar unterdrücket. Da Heisters vondem bekannten Liaist, 8. Paul: dieser hatte demHertzogenvon Güise den tag vor denen Ksrttcsci-s das leben gerettet;ohne zu melden, wie dann solches geschehen, und auf was für eineart Guise damalin in so grofe gefahr des todes gerathen seye.Gleichwohl wäre eines theils der umstand wenig bekannt, und an-derseits die that des 8. Paul, sowohl als das damalige vorhaben

Henrici III wider den Hertzvgen insonderheit merckwürdig. Sihrden art. 8. Paul in gegenwärtiger ausgab. Da meldet man imart. der alten Griechischen stadt Troezen: selbige seye we-gen der treu berühmt/ so sie den Athenienserm bewiesen;und erkläret ferner mit keinem Wort, wann dann, lind bey was sükeiner gelegenheit diese treu bewiesen worden, oder wvrinnen sie be-standen. Und doch verdiente sowohl die zeit Und der anlaß, al-lste getreue freundschafft und liebes-dirnste derer Troezenier gegendem Atbenienstschen volck, mebr als tausend andere geschichten deSalterthums, in einem solchen Merck erzehlet zu werden; mafen istder that die, sonst kleine, Troezenische Republic sich dadurch inson-derheit bekannt gemachet hat. Da muß man ferner im artickelVlckud/ welches der beschreyte Frantzöstsche Poet Theophile ist,vernehmen: weilen diesem seine Gatyren den haß vielermächtigen feinden auf den hals gezogen/ so hätte er end-lich durch deren Verfolgung auf eine unglückliche art seinleben beschließen müßen. Wie gerne auai nach diesem jederLeser wissen möchte, was bann zuletzt diesem Poeten begegnet; sostehet doch weiter kein Wort davon in denen vorigen ausgaben.Dergleichen mustere liessen sich leicht bey vielen blitzenden an-fuhren.

Eine zweyte ursach von dergleichen Vermehrungen wäre, wannlste vorige ausgaben den verstand mehrmalen gantz verdunckelt oderzweybeutig gesetzt hatten; als woran eben die kürtze, welcher mattsich zur unzeit und ««gebühr hat befleißen wollen, schuld gewesenist. Im art. von plinio dem jüngere», wäre gesagt: solcherhatte sich nach abgelegter prätur vor des Raysers Domi-ttani zorn verbergen müssen/allein nach dessen rode wärter wieder hervor kommen. Nun glaubet man gerne, der Ver-fasser dieses art. habe genug verstanden, was es mit dieser verher-gung Plinii für eine beschaffenheit gehabt» Aber werden darumauch alle Lesere, für welche das hist. Mexico» gewidmet ist, so garleicht errathen können, daß selbige allein in einer stillen lebens-artund enthaltung von Oberkeitljchen ämteren, sowohl als von der zu-vor mit rühm getriebenen Advocatur, bestanden seye ? In dem art.pole/ wo das Englische geschlecht dieses namens beschriebenwird,spricht man von Wilhelmo Pole, welcher unter dem EnglischettKönig Henrico VI eine Zeitlang so groß gewesen: solcher wärezuletzt aus dem Reich verbannet worden; allein wie eknun solchem urtheil zu folg sich hinweg begeben/und nachHranckrerch überfahren wollen/ seye er von den feindengefangen und enthauptet worden. Weil aus der vorher,gehenden erzehlung klar genug, daß der König dieses manns feindnicht gewesen ist, auch die selbigem gesetzte Richtete sich vergnüget,ihne in ein fünff jähriges elend zu verweisen; wie wird doch ein Lrsser fassen können, wer dann die feinde gewesen/ so lstestn un-glücklichen Staats-Minister gleichwol noch mit form des rechten,und in Engelland selbsten, haben umbringen können ? Wenige Zei-len hätten alle erläuterung geben, und den so merckwürdigen schick»sal des grossen manns vollkommiich an den tag bringen mögen«Sihe in dieser neuen ausgab den art- pole. Wieder im'art.Triumphus wird erstlich der bericht ertheilet, der RömischtGeneral/so sich um den Triumph beworben / hätte dasvon der armee quittiren müssen; nach einigenzeilcn aber, sagt man ferner: solches wäre jhrnL

nach erhaltener erlaubnuß zu triumphiren von dem volckverstattet worden. Wene solle hier nicht verlangen, etwas ge-nauer zu verstehen, warum doch die klugen Nömcre dergleichenumwege gebraucht, ihren Generalen, welche zu triumphiren be-gehrten, das commLnllo anfänglich zu nehmen, und denn wiederzu geben; und 2) was insonderheit die Wiedererstattung des com-msnllo für eine absicht gehabt,nachdeme einmahl der kneg geendet,und solcher Feld-Oberster fernerweit nichts mehr damit solle zttthun haben; so dann;) wozu und für wie lange selbiger gewGnenerbingen also seye gegeben worden? Die hierin« steckende anti«quität, und der besondere griff der Römischen polilic, zu Versiche-rung der freyheit, hätte ja wohl verdienet, daß dem Leser mit etli-chen zeilen der gründ lind die Ursachen davon angedeutet wurden.Im art. VLK8OM8 wird von diesem Paristschcn Advocaten gemel-det: Erfuhrete den Jesuiten an. 1564 den beruffeNeN Pro-ceß wider die Universität/ und erhielte in der that vi«fach. Nun hat gleichwvhlen der Haupt,Proceß zwischen der hobenschul zu Pariß, und der Societät derer ku. Jesuiten nach an. 1564so vielfältige Händel verursachet, und ist ia biß aufdie heutige stundfür die letztere noch nicht gewonnen. Der dunckele ort hätte ohnebesondere weitläuffigkeit mögen etlänteret werden, wann mattnur gemeldet, daß auf die Vorstellungen des Vcrtott- denen?i'. damablen vergönnet worden, in ihren zu Paris habenden Col.lrxii» zu lehren; jedoch so, daß man sie darum der dortigen bohqttschul, wvrinnen das vornehmste begehren bestünde , Nicht hat ein-verleiben wollen: Massen die Societät dieses letztere biß auf diegegenwärtige stunde noch nicht erlanget Hai.

Eine fernere ursach der zugaben zu sehr vielen artickeln haben ge-geben die gantz widerwärtige und falsche ausdruckungen, auf wel-che die Herren vekfassere allem ansehen nach, eben sbwvdl als in dievorhergehende art der fehlerhafften erzehlungen, nur darum ver-fallen sind, weilen sie zur ungekübr eine allzu grosse kürtze -K-Kirekhaben. Im art, Päpirtus Fasson lauten die warte also: Dadieses Massons guter freunde Anronius Challon/det mikihme zugleich in den Jesuiter-orden getketten / denselbenverlassen hatte, Und Groß - dreyer Ertz-Bischöffcnzu Lyon worden war; so habe Maßon desgleichen ge-than/ rc. Wer wurde nicht aus den also gesetzten w'vrkcn schues«ftn, Papirius Massen hätte bann erst lust bekommen, den Jesniler-

X )( X EK