Band 
Dritter Theil
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sei oen

ramschen, gegen abend mildem Wohlauischen Fürstentbum>, undgegen Mitternacht mit den Standes - Herrschaffken Wartenbera»Militsch und Trachenberg Es gehört ehemalszu d^Breslamjschen Hertzogthum, biß Henncus V/OMI,-. es an. irv, rieb«!andern örtern an den Hertzog von Glogau abtreten muste, und be-kam erst an. i ;°9 die form eines Fürstenlhums, nachdem desHertzogs von Glogau Hennci III söhn, Conradus V, das Oelsni-sche anther.l samt dem Wohlamschen ererbet, und die stadt Oels ruseiner beständigen resident; erwählet. Ausser der Haupt-stadt sinddarinnen Bernstadt , Trednitz, Constadt und M-dzibor. AnfangsdeherMten dieses land die Piastisch-Breßlauische, nachmals diePiastisch-Glogamsche, drittens die Podrebradische, Münsterberqi-sche, und endlich die Wurtembergische Hertzoge, von welchen allenunter ihren besonderen artickeln gehandelt wird, und sonderlich vonden letzten «n dem arkickel Würtemberg ausführlicher bericht zufinden. 8ile1iogr. reriov. LclileL cliroo. ro-

pogr. 5 ilest §,»«/>,« Olsoograpliiz.

Oelßnitz/ eine stadt im Voigtlande an der Elster, nahe bey demschloß Voigtsberg, zwischen Adorf und Planen, im amt und derherrschafft Voigtsberg gelegen, wozu sie von langen jähren her ge-hört hat- Sie ist den Hertzogen von Sachsen , wie das gantze amt,zuständig; hat sonsten vormals von den Hußiten, nachmals an.i; i 9 durch brand, und an. i 6 ;L durch eben dergleichen, Plünde-rung UNd morden Viel ausstehen Müssen. 2 erüe» copoZr. 8ax. lux.

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Delßmtz / eines der ältesten adelichen Häuser in Meissen , wel-ches vor alters Rathen / an der Elbe, und den Neber / ( so nach.mals an GrafAlerandern von Leißnig verkaufst worden,) besessen;beut zu tage aber das Ritter-gut Döbertitz in dem amte Planen imVoigt-lande in besitz bat. Oßwald von der Oelßnitz besaß um dasjähr 1490 Hänichen , Welche und andre Ritter-güter bey Bischoffs-werde, und ward an. i;c>r in der befehdung des Böhmischen Ba-rons Gcorgens von Gultenstein gefangen. Nachgehends warFriedrich von der Oelßnitz, als Hertzog Georgens zu Sachsen Cammer.Iuncker bekannt; er ist nach dessen tobe MarggräflicherDrandendurgischer Oder-Hof-Marschall worden, in welchem cka-r-üer er eine gesandschafft an dem Chur-Sächsischen Hofe an rzz;verrichtet. Heinrich Christoph von der Oelßnitz hat an. 17 alsDechant zu Wurtzen florirel. n,k. -ie- Lallr Ä/u-rr-n.

Denanthius / ein Heydnischer Gott , welchen die Phönicieranbeteten. Dieser Gott war es, welchem Heliogadalns seinenKaystrlichen Habit widmete.

Deneus/ ein König in Calydonien» hatte zum Vater denPar-thaon, einen söhn Iasonis Phärei, und zeugte mit Althäa, einertochter Lhestii, die Dejaniram, welche hernach Hercules heyrathe-te, nebst 2 söhnen, namens Meleager und Tydeus. Als er eins-mals bey seinem opffer die Göttin Dianam aus Verachtung Über-gängen hatte, schickte diese ein ungeheures wildes fchwein in seinland, welches unbeschreiblichen schaden darinnen that, biß es end-lich Meleager tödtete. Nach dem tode seines sohnes Tydei beraub-te ihn sein druder, Agrius, oder dessen pollcrität, des Reichs; Dio-medes aber, des Tydei söhn, setzte ihn wiederum in den besitz dessel-ben. mersm, 1 .8 V. 281. Sc/>o/. r» ^,r/ko/>d.

Den / der ZJt-fluß / lat. Venus, kker. Ln conkr. pro Oen, ist einberühmter fluß / der seinen Ursprung nimmt auf einem berg in ho-her Rhelia Malöa genannt/ zu oberst im Jngadyn / auß «Heraufbesagtem berg sich befindenden zimlich wasserreichen quellrn/welchesich zuerst in den Silserssee ergießt / von selbigem aber durch dasInqadnn/ und Dnthal Tyroler qebictS/ bey Landeck / Jnsprugg/Hall und viel andern berühmten orten vorbey fließt/ biß er sich end-lich bey Pass-m mit der Donau vereiniget / und also seinen namenverliert. Den namen dieses fluffes wollen einige 6»,virrn vom Grie-chischen , welches wem heiffet/ und meynen / rS seye also ge-genennet worden per Lmiplir-lln, das ist eine red / da man das wi«verspiel verstehen muß / weilen die gantze gegend/ da dieser flußvurchfließt/ aufbeyden seilen nirgends kein wein trage. Wahrschein-licher aber ists / daß dir Ocnotrier haben diesem fluß den namen ge-geben / gleichwie oben bey o-n»cirium oder Nauders gemeldet wor-den. Von ansang ergießt sich dieser fluß in etliche seen nach einan-der / darauß er zimlich klein läufst / doch empfangt er zettltch un»terschiedliche ströme / darunter zwey zimlich grosse fluffe sind / dereine im oberen Jngadyn unter Celerina / genannt Bernina / deranderem umern bey Same; / genannt Spoel/ so daß der Oenschon hier zimlich wasserreich ist/ jedoch wegen der vielen stemenund rauche des thals / nicht eher schiffe zu tragen beginnet / als imDn-ihal gegen Jnsprug herunter / da er so eben und sanft lauff« /daß auch wider den ström grosse last-schiffe vermittelst der Pferdendem port nach gezogen werden können. ?- 299L

KkLr LvlZc. I. l c. l6. ckron. Kkeer. p. 2^4. ^

Den - thal/ oder M-thal/ lat.vzNs oen-a-> ist nicht der obere»heil des thals / da der Oen entspringt / genannt Jngadm (wie indem 2 theil der i-exi«. auß falschem bericht stehet/ llw Jnlyal/sthe Engadin .) sondern das OemodcrDn-thal begreifst eigent-lich den undern theil deS Dn-flusseS/ unter Vinstermüntz / gegenLandeqg / Jnsprugg und Hall / Tyroler gebiet- / so auch die vor-nehmsten ort im Dnthal sind. Der bey den alten Rhallernetgent«ltche nahm dieses thals wäre 8en»un, wofür tue Jngadyner / beywelchen dieser name geblieben / Schnaun außsprechen/ woraußnicht unqegründt geschloffen wird / eS habe selbiges anfänglich se.nnnium geheiffcn / von den Senvnern/ den ersten einwohnern die-ses land- / von welchen sn-sb-, 1.4 schreibt. Heut zu tag werden sieunter dem gemeinen namen Tyroler begriffen/weilsie zur herrschafftTyrol gehören, sihe Tf/rol. um. u.K«r. ras-. >.»«- zo- "

oets 701

IMdyn/ gemeiniglich Engadin / (un.ter welchem tllui es im 2 theil schon beschrieben worden, aber ausMangel genügsamen benchts nicht recht, weßwegen man hier die.se beschreib»»«, so aus dem lande selbsten gekommen, beyfügen wol,>en,) .st ein strich lands in hoher Rhetien, bey dem Ursprung desYn-flusses,daher es auch den namen hat, in ckio ck^ (nicht aberwie Stumpfius meldet, -n co ä'-y, deine wir auch im 2 theil desLcxici gesolget,) ist der einwohnern sprach, und heisset in cspit-Oen,, das ist ingentS Ins, oder beym Ursprung des Ins. Es istdieses ein längst demIn-fluß gelegenes, in die 10 meil sich erstre,ckendes thal, so auf allen feiten mit hohen bergen umgeben, undalso von der nalur befestiget ist, und befinden sich darin» 24 Haupt-flecken, (ohne die kleine neden-ort) so alle von schönen, grossen ge-mauerten Häusern nach art der städten, erbauet sind: Es gräntzetoberhalb an Pregell, und hat den Malöer-berg zu einer grentzschei-dung und Vormauer, unterhalb aber an Tyrol, und endet sich rech,ter Hand des Ins bey Pont Martin, lincker Hand aber, gegen Mit-ternacht , erstreckt es sich biß in das tbal Samamum , und vonbannen biß an den bach Ceri, zu Teutsch Scherbach genannt, wel-che beyde ort zugleich die grentzscheide sind zwischen Graubündtenund Tyrol. Das gantze thal ist reformirt, ( Larasp ausgenom-men, ,0 jenseit des Ins gegen aufgang ligt, und unter Oesterreichi-scher jur»6,Ä>on stehet) es wird abgetheilt in das obere und untereJngadyn, durch eine darzwischen ligende drücke, genannt PontAlta. Das Ober-Jngavyn wird wiederum durch eine in der mit-ten stehende Quell, Fontana Merla genannt, unterscheiden in dasgericht ob- und unter Fontana Merla: Ob Fontana Merla sind 7pfarr-kirchen, oder Haupt-gemeinden, Silß, Svlvaplana, 8. Mo-ritz, Celerina, Pontresina , Samaden und Bevers, linter FontanaMerla ?. die Pruck, Campovast, Medulam, Suz und Scanffs.Das Unter-Jngadyn wird gleichfalls durch ein grosses thal, VaLTasna genannt, unterscheiden in Ob-und Unter Vall Tasna, dazu beyden selten ? pfarr-kirchen oder haupt-gemeinden sich befin,den, in dieser orbnung Sarnetz, Süß, Lavin, Guarda und Ardez oder Steinsberg. Ob Vall Tasna, Fetan, Schnitz, Senk, RemüßundSchlins, unter VallTasna, dieneben-orc,deren im obern»und nntern-Jngadyn unterschiedliche sind, nicht aezehlt, item dasthal Scarl und Samanium, so auch zu unter-Jngadyn gehören.Die situation dieses thals betreffend, ligt der obere theil sehr hochund ist daher gar wild und kalt, sonderlich von 8- Moritz, und wei-ter hinauf da nichts als Heu wachset, bargegen ist die gegend zuoberst bey; stunden bis auf den berg Malöa weit, eben und lustig,und befinden sich da unterschiedliche theils zimlich grosse, und sehrfischreiche seen, bey 2 stunden lang, und » stunde breit, ja wel-ches merckwürdig ist, giebt es in dieser gegend so gar auf den hoch,sten bergen unterschiedliche kleine seen,die sehr fischreich sind, unter-halb wird es nach und nach zahmer, und fängt schon im Obern-Jngadyn an körn zu tragen, das Unter-Jngadyn aber ligt schonzimlich liess, und ist ein korwreiches thal, insonderheit Schnitz, Re»müß und Schlinß, welches zame ort sind, da auch das obst zur per-kcÄion kommen könte, wanns gepflantzek wurde , wie man danndavon probe gemacht: Ja zu Remüß sollen vorzeiten so aar Wein-reben gestanden seyn, so aber nach und nach in abgang gekommen,und acker daraus gemacht worden. Das obere Jngadyn hat vor-alters seine eigne Herren gehabt, benanntlich die Grasen von Cain»mertingen, so zu Pontresina ihr schloß gehabt, und biß an. 1 r;y all»hier geherrschet, von welchen es kauffs-weiß im besagten jähr andas bißthum Chur gekommen, mit welchem das thal an. 1492 etli-che convemionen ihre freyheit belangend aufgerichtet, und 2 jährdarnach sich gar ausgelöst und frey erkaufst hat. Das Unter-Jn-gadyn aber wäre vor alten zeiten unter gewissen bedingungen undgehabten Privilegien unter denen Grafen von Tyrol biß an. i;49,da Carolus IV, der sich dessen beme.stert hatte, selbiges dem Biß-'thum Chur mit allen recht und gercchtigkeiten gcschenckcl, sammtNauders und dessen gantzen zugehör, so auch dazumal eine gerech-tigkeit ausmachte. Es ist aber diese schenckung in folgender zeitvon denen Ertz« Hertzogen des hausses Oesterreich als iilesscimöilpmiret worden , und ist ein anlaß gewesen zu vielen nnruhen,sonderlich in dem Schwäbischen krieg unter Marimiliano -ie1499 da das Unter-Jngadyn und ein theil des Obern übel gelitten,und eingeäschert worden, worauf an. izoo zwar zwischen diesemKayser uyd denGraubündtnernaufaojahr eineerbeinigung erfol«get, welche an. 1 z 18 verewiget worden. Jedoch krafft selbiger daShauß Oesterreich gewisse jura jm Untern.Jngadyn , sonderlich iacriminsi behalten, worüber an. 1519 den 7 aug. gewisse statutenund Verträge zwischen Carole V und Ferdinands, Ertz-Hertzog inOesterreich und Graf zu Tyrol, als erben Maximiliani, und demDifchoff von Chur samt den gemeinden im Untern - Jngadyn ob-und unter Munt fullum, wie es lautet, auf 80 jähr aufgerichtet,und nach verfliessung derselben an-1599 wieder auf 80 jähr mitKayserRudolph bestätigt, an. 16;; aber haben sie sich gantzaus-gekauffl, und daß hauß Oesterreich nichts als Tarasp behalten.DerBischoff zu Chur hat gleichfalls auch nichts , als das schloßRemüß , und was demselben anhängig, im übrigen sind sie gantzfrey. Die leute des gantzen thals sind starck und wohlgcstal.tet,und selten ein prestbaffter darunter zu sehen, die mans-Personen,sonderlich im Obern-Jngadyn, lassen sich meistens m fremde ländecder Handlung nach aus, von bannen sie auch grossen nutzen ins tUbringen, und also den natürlichen Mangel desselben ersetzen : ESgiebt darinnen gar viel Adel, und darzn von den alttsten und bestenfamilien, Planta,Salis,Juvalta,Perin, und andere. Sie sindms-gemein von scharffsinnigem verstand, und daher fähig zu denwelche auch feit der reformatwn mehr als an keinem ort in Rhetienercolirt werden, wie dann dieses thal sehr viel gelehrte männer in

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