Band 
Dritter Theil
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der Landgraf wieder in frryheit gesetzt ward / und ob ihn wohl die«ouvemsolln in den Niederlanden zu Mastricht von neuem an.hielt / weil der von Reiffenberg/ der in dem Passauischen kriegePrintz Wilhelm gcdienet harte / zu Marggraf Albrecht üdergegan«gen war/ welcher den frieden nicht annehmen wolte; so dauertedoch solches nicht lange / und ward er auf Churfürst Moritzenswiederholte drohungen bald völlig erlassen/da er denn den rosept.1552 wieder zu Cassrl anlangte. Er brachte seine übrige lebenszcit/ausser daß erizüi dem Printzen von Conds einige hülffe schickte/gantz ruhig zu / und ließ sich angelegen seyn/ sein land nach mög.lichkeit zu verbessern/ zu welchem ende er auch einige örtcr in dem-selben befestigte. So vermehrte er auch vaffeldige beständig mit denstreitig gewesenen Nassauischen landern. Denn in dem Passanischenvertrage war das zugleich mit ausgemacht worden / daß der vondem Kayser zu des Landgrafen Nachtheil entschiedene Proceß wiedervorgenommen werden solle/ da er denn endlich -zz? zu Franckfurtdurch Unterhandlung des Churfürsten von Sachsen/dcS Pfattzgra-scn Otto Heinrichs/ingleichem der Hertzoge von Jüllch und Wür«tenberg dahin verglichen ward / daß der Landgraf die GrafschafftCatzenellenvoaen behalten/ hingegen dem Grafen von Nassau dieGrafschafft Dich wieder abwetten / und 600000 gülden bezahlensolle / waaprn und tttul aber wollen beyde Häuser gemeinschaffüichbehalte». Er starb den; 1 mark. 1567 / nachdem ervorher die län«der unter seine 4 söhne dergestalt gerheilet/ daß der älteste Wilhelmzu Cassel die hclffte derselben / ncmlich dar gantze untere Fürsten«thum nebst dem grösten theil der Grafschafft Ziegcnhain und demwaß dem Hause Hessen iin Hmnebergischm zufallen möchte/ der an«dre/ Ludwig zu Marpurq / den 4tcn theil/ nemltch dar Fürsten ,thum an berLahn/ der ;te/ Philipp zu Rbeinfelß die untere / undder 4ke/ GeorgiuS zn Darmstadt die obere Grafschafft Catzenellen-bvgen haben sötten. Diese söhne / nebst noch; vermählten töchkern/lttß er von seiner gemahlin Christina / Hcrtzog GrorgenS vonDachsen tochkcr / ausser welcher er sich an. i;4s aus geheimen er-heblichen Ursachen / die er Luthers / Mclanchthoni und sonst vocheinigen iKeowZen als eine deichte vertraut / und gegen andre mitvielen betheurungen auf sein gewissen genommen / nach vorherge-gangenem rath der odbcmeldten Geistlichen / auch mit dewilligungseiner gemahlin / noch Marqamham von Saale / die bey seinerschwester Elisabeth zu Rochtttz Hof-Fräulein war/ antrauen las-sen / welche nachdem die lincke Landgräsin genennek worden / wo-bey er jedoch seine vorige gemahlin behalten / weder ihr noch ihrenkindern zu kurtz gethan / und so viel man weiß/ gar wohl mit ihrgclebet. Er solle zwar diese andre Vermählung / wegen des daher zuvermuthenden ärgernisses und Nachtheils vor die Lutherische religi-on / heimlich gehalten werden / kunte aber doch so genau nicht zu-gehen/ baß sie nicht unter die leute kam / woran der Margarethenihre Mutter selbst schuld war / wie denn Hcrtzog Heinrich vonBraunsckweig in seinen schrifflendiese fache hoch anzuziehen wußte.Jedoch findet man nicht / daß daher dem Landgrafen von feiten derKayserS oder drS Reichs einiger Verdruß entstanden. ES starb dieseandere gemahlin i z66/ nachdem sie ihm eine tochrer / Margare«tham/ so an den Grafcnvon Eberstein vcrheyrachet worden / und6 söhne gcbohrrn/ welche gcbohrenevon Hessen / Grafen vvnDietz/Herrn in Liesberg und Bickendach genennet worden / und allesamtim ledigen stände verstorben. ES war der Landgraf ein Herr vondurchdringendem verstände/ grossem muthe/ tapffcrcr saust/ uncr-müdet in der arbeit/ nachdrücklich im reden und schreiben/ ge-schwind in seinen enlschlicssungen / aber öffterS allzu hitzig/ undwolle gleich loßschlagen/ wenn ihm einiger müssen zu nahe getreuenwar/ wie er denn wegen der reiigion gegen die Eatholischen vieleher würde losgeschlagen haben/ wenn ihm nicht der Churfürst vonSachsen noch immer einholt gethan. Hingegen war er in religions-zwistigkcitcn sehr gelinder gebanckcn / wölke nicht / daß man je-manden des glaubens halber verfolgen/ vieiwenigcr am leben straf-fen sötte/ stritte deßwegen zum öffkern mit dem Churfürsten vonSachsen und dessen i'K-vioM,/ zumal da er immer zwischen denLutheranern und Zwinglianern einen vergleich zu treffen suchtc/wieer denn deßwegen die Unterredung zu Marpurg rzry angestellt/auch sonst sich vielfältige fruchtlose mühe gemacht / es zum wenig,sten so weit zu bringen / daß man mir den Schweitzern einen bundmachte / oder sich von feiten der Schmalkaldischen dundes.vcr-wandten erklärte/ die Zwinglianer wegen der articul/ darinnen siemilden Lutherischen einig waren/ in schütz zu nehmen. Zum wenig«sten schloß er selbst an. i;;o mit den z städlen Zürich / Basel undStraßdurg eine uct-ngv-alliantz aufs jähr.

7 /s^/e^s,. Lc/ e-r-to«/. Nillor, l-uctierzn.

Lirctieri-unU xüisci-.iMoi-ie ?. 4 >H. 1 ». 5-

Hertzoge von Burqundien/ Grafen von Aktorsund Flandern .

Philippus/ von der ersten linie der Hertzoge von Burgundien/welche von Roberto von Franckreich/ des Königs Robmi sohn/herstammete / war Eudonis IV/ Hertzogs von Burgund und Jo-hannä/ Königs Philivpi V von Franckreich rochier söhn/ unddurch seine immer Graf von Artvis. Er starb vor seinem vatcr an.i?4S/ nachdem er bey der dclagerung der stadt Aiguillon in Guien.nr von seinem Pferde gefallen war / den nachfolgenden PHUippurnvon seiner gemahlin Margaretha / die nachmals den König Jo-hannen! !I in Franckreich gcheyralhet/ zum söhne hinterlassend/der Nach seinem tobe erst gedohren worden.

Philippus / cis Nouvre UNd Uolliiumus ZUg<NaMkt / tucceäirteseinem großvater Eudvni IV an. ,Z4Y/ starb sehr jung den 22 nov.an, i;6r / und hinterließ keine kinder von seiner gemahlin Marga«rriha/ des Grafen von Flandern Ludovici III einigen lvchter; wtk»

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wohl andre sagen / daß ihre heyrath gar nicht einmal vollzogt»»worden. Hierdurch wurde Burgundien der cron Franckreich ein-verleibet/ unvzwar unter dem Könige Johannen/ durch dasrecht der nahest«» anverwandtschafft / und nicht / wie einige vorge-ben /durch das recht emer rückkehr des eröffneten lehn! / als wel-ches dazumal noch nicht ublrch war. Es machte zwar der Königvon Navarra / Carolus II der böse / anspruch darauf/ wegen sei-ner großmilttec Margaretha/ die Eudonis I V schwester war; weilaber Johannes wegen seiner mutker Johanna/ die auch EudonisI V schwester gewesen / näher zu seyn vermeynte/ nahm er das landm besitz/und gab esan. i;6i seinem jüngsten söhne Philippo deinkühnen / von dem gleich jetzo. vE/ nun krs»« wm. r coi. 604.

Philippus/ der kühne/ war des Königs in Franckreich Jo»hanniS II und Donna von Luxemburg vierdter söhn / gebohren zuPontoise an. rs4i. Er erhielt den bcynamen des kühnen in decschlacht bey Poikiers an. iz;6/ allwo er/ ungeachtet er damalsnur 1; jähr alt war/ grosse dinge that/ und nebst seinem vaker nichtallein verwundet / sondern auch gefangen und nach Engclland ge-sühnt wurde / da hingegen seine ältern brüder den varer alle steckenliessen. Dieses brachte ihm auch eine solche liebe bey dem vatcr zu»wegr/ daß / als solcher nachmals wieder loßgekommen/ und ebeadas Hertzogthum Burgund / vorgedachter Massen/ erledigt wurde/er ihm solches an. r; 6; schcnckte/ und zwar so/ daß es keine Lp-nsgsseyn / sondern nach abganq der männlichen erben auch die wribrewccectiren sollen. Doch behielt Johannes der cron Franckreich dieober-kehns.-herrlichkeit bevor; verordnete aber anbey / daß die Her-tzoge von Durgund die ersten von Franckreich seyn sotten.Der nachfolgende König in Franckreich CaroluS V/ Philippi äl-tester bruder / bestätigte diese schenckung/ vermittelte auch an. n6zeine heyrath zwischen ihm und der Margaretha / des letzter» Her-tzogs von Burgund / Philippi i-oam-mi, wurme / und des Grafenvon Flandern / Ludodj« III / einigen rochier und crbin. Nach Ca»roli V tobe führte er nebst seinen andern brüdem die vormnndfchafftüber Carolum VI / und als an. i;8r die städte in Flandern widerseinen schwieger-vater atifrührisch wurden / beredete er den jungenKönig / daß er demselben zu hülffe kam / da denn die unruhe durchdie schlackst bey Rosebeck baldgestillet wurde. Zwey jähr hernachstarb sein schwieger.vaker/ der Graf Ludovicus III/ worauf Phi»lippus alle dessen länder/ nemlich Flandern / Arrois/ NevcrS/Rhekel und die träne!,-ckomcs ^yw/ und dadurch ein mächtigerHerr ward.So lang er die vormimdschafftliche regierung inFranck-reich mit führen halff/ war eine beständige i-iouk-c zwischen ihmund seinem ältesten bruder Ludovico/ Hcrtzog von Anjou. Als die-ser hernach einen zug nach Neapel that / und darbey umkam / warer eine zcitlang der vornehmste am bos/ biß Carolus VI an. 1 zzgdie regierung selber antrat. Weil aber dieser König bald darauf ineine verrücküng des Verstandes fiel / kam er nebst seinem bruder/dem Hertzoge von Bcrri/ wiederum zum Regiment. Doch weildes Königs bruder / Ludovicus Hertzog von OrleanS / endlich nachlangem bemühen auch einen amheil daran erhielt / und sonderlichmit der Königin eine parthcy machte / emsprung ein unbeschreibli-cher haß zwischen den Häusern von Burgund und Orleans / welcherdem Königreiche viel unheil zuzog. (s. Carolus VI/ KöniginFranckreich.) Die gcmahlinnen beyder Hertzoge halsten viel dazu/weil sie ihrer gemahlen gemütber sehr einnehmen konten. Philippusstarb zu Hall im Hennegau den 27 april an. 1404 in dem azstenjähre seines altcrS. Mit seiner gemahlin Margaretha hatte er rsöhne und; löchter gczeugel/ davon ihm der älteste söhn / Johan-nes der unerschrockene/in dem Hertzogthum Burgund / vr-ncks<7omre,ArkoiS lind Flandern ; Antonins IN dem Hertzogthum Bra-dank und Limdurg / und Philippus in den Grafschafften Reversund Rhetel lucLeUirtk. DEkZ Kitt. ite vrancs

t. r col. 609,772» 847 tegg.

Philippus / Konus, ober der gütige zugenannt, war Johatt-nis des unerschrockenen, welcher an. Ichly zu ^lomerau-tLur-^onusums leben kam, und Margaretha von Bayern söhn, gebohren zuDuo» den 29 oder ;o jun. an. i;y6. Er nahm / um seines vaterstod zu rächen, nicht allein der Engelländer Parthey an , sondernbrachte es auch nebst Elisabeths, Königs Caroli VI in Franckreichgemahlin, dahin, daß der vzupiii» Carolus, dem ein grosser theilan diesem tobe schuld gegeben ward, der cron« verlustig erkläret,und diese hingegen Henrico V, König in Engelland, aufgesetzt wur-de. Diß geschahe noch bey leben und mit etnwilligung Caroli VI,nach dessen bald darauf erfolgten! tod Philippus auf alle weise denEngelländern beystund, und Carolum VII verfolgte. Er zerfielaber an« 1424 mit dem erstem, weil Jaqueline den Hertzog vonBrabant , ihren gemahl, verließ, und den Hertzog von Glocester,des Königs Henrici V in Engelland druder, heyrathete, der hieraufHennegau und Holland , so seiner gemahlin eigen war, in befitz neh-men wolle. Der Hertzog von Burgund aber widersetzte sich nebstdem von Brabant diesem unternehmen, und der krieg wurde 2 jährscharst gesühret, biß endlich, nachdem der Pabst die heyrath derJaqueline mit dem Hertzog von Glocester vor nichtig erklärte, undjene mit diesen bedingungen friede machte, daß der Hertzog vonDurgund nach ihrem tode Hennegau und Holland erben, fie aberohne sein vvrwissen sich nicht verheyrathen solle. Der Hertzog be-mühete sich hieraufeinen frieden in Franckreich zu stiften, und weilihn die Engellänbcr in einigen gelegenheiten mißvergnügt gemacht,ließ er sich an. 1429 zu einem stillstand mit Carolo VII bewegen.Doch als derHertzog von Bedsort ihm an. 14;° dieRegentenschafftvon Franckreich nebst dem gouvcmemcnr von Paris abtrat, nahmer wiederum die Englische partbey an. In eben diesem jähr fielenihm durch den tod seines vettern, Johannis Hertzogs von Brabant ,