Band 
Dritter Theil
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Martini, worinn Schottländische Mönche sich aufhielten, ihm beyseiner abreise prophezeyel hatte, weil er gedachte Mönche ver-treiben wollen. KorrjwF'. in c-rral.-Irclliepilc.

< 7 olc>n.

Villa»/ eine haupt-vestung und der schlüssel zu dem KönigreichPreussen an der see-seite, ligt an der neuen liesse oder munde desfrischen Haffs, ist i6r6 von König Gustavo Adolphs in Schweden ,als er sich dessen bemächtiget, zu einer rechten vestung gemachtworden. Auch haben die Schweden den zoll von allen vorbey pas-sirenden schiffen angelegt, der jährlich etliche tonnen goldes tragensoll. Seit an. iss; ist der orl wieder in Brandenburgischen Hän-den, und von Churfürst Friedrich Wilhelm und König Friedrichenviel stärckcr befestiget worden. Es ist ein klein doch artiges städt-lein dabey, da sonderlich auch viele fischcr wegen des reichen stör-fanges sich aufhalten. Diegegenddaherumist so lustig, daß mansie das Preußische parabieß nennet. Lc.ipc. msnäeni,.

Pilpai/ oder Bidpai / ein uralter Indianischer Bramin, odero>Mnoioptstst und kii.iowxtiur, hat sich durch seine weißheit ingantz Orient einen unsterblichen »amen erworben. Er soll «ou-verncui-eines theils von Indostan, oder der «änderen, so zwischenden siüssen Indus und Ganges gelegen, gewesen seyn, wie auchRath bey einem mächtigen Indianischen König, namens Dabsche-lim, welchen er die grund-reglen der moralischen weißheit und re-gierungs-kunst nach Morgenländischer art durch fabeln und ge-spräch der thieren gelehret; daraus dann das so berühmte werck,die fablen Pilpay/ und Relile wadimne genannt, entsprun-gen, darinn unter burchgehends aneinander hangenden fablen al-lerhand moralische lügenden, insonderheit, weiche einem weisenRegenten wohl anständig sind, auf eine angenehme weiß vorgestel-let werden. Das buch soll schon vor mehr als rooo jähren ur-sprünglich in der Indianischen sprach von ihm geschrieben wordenseyn: darinn wird erzehlet, wie ein mächtiger, reicher und gerech-ter Indianischer König, namens Dabschelim, welches einen gros-sen Röntg bedeutet, in einem träum sey ermähnet worden, sichnach Orrenc, woselbst er einen unvergleichlichen schätz finden wür-de, zu begeben; welches, als es geschehen, sey der Kömg zu der holeeines hohen berges gekommen, daselbst ihm ein Einsiedler einenschätz oiLriret; es habe sich in dieser döle neben einem grossenretchrhum eine güldene listen, und darinn ein überschriebenes tüch-lein gefunden; als solches Dabschelim sich auslegen lassen,habe erverstanden, daß König Huschank ihm diesen schätz überlassen, unddiese schrifft 14 regle» einer weisen «ind glücklichen regterung in sichhalte: um solche regle» besser zu verstehen und ins werck zu setzen,habe dieserKönig sich zu dem weisen Bidpai , (welches einen freund-lichen öt-iiicum bedeutet) oder, wie ihn andere genennet, Pilpai ver-füget, welcher ihm denn solche der ordnung nach durch allerhandgeschicht und fablen artig ausgelegt. Ausser heiliger schrifft ist we-nig büchern so viel ehre zugelegt worden, als diesem: tnmassen esaus grosser Hochachtung bald in alle bekandten sprachen und zwarauf unterschiedliche weise übersetzt worden ist. Chosroes Nuschir«van, König in Perflen, zu den zeiten Kaysers Iustiniani, sandte ei-nen eignen mann, Persoes genannt, in Indien , um solches sich aufalle mögliche weise anzuschaffen: welcher auch selbiges in diePehlavische oder alte Persische spräche übersetzt: dann ward es indie Syrische, ferner in die Arabische, und zwar zu unterschiedlichenmalen: wiederum in die neue Persische auch etliche malen; her,nach aus dem Arabischen in die Türckische, und an. nc-o durch Si-meonem Sethum in die Griechische sprach übersetzt. Einer He.bräischen Übersetzung geschicht auch Meldung: hierauf erfolgtendie theils aus dem Griechischen, theils Persischen in unsere bekand,te sprachen verfertigte vcrllonen, nemlich, Lateinische , Spanische,Italiänische, Frantzvsische und Teutsche. Aber alle diese üderse.tzungen, welche bißher in druck heraus gekommen, gehen nicht nurweit von dem original ab, sondern sind auch fehr gestümlet: inmas-sen in den alten Orientalischen verkam» wol ein vierdter theil mehrvorkomt, als in allen diesen sich findet: daher schon offtmalen einigegelährte angetrieben worden, diß werck in einer Orientalischen ver-rinn vollkommen herauszugeben; wie sich denn findet, daß Jac.Go-lius, welcher dasselbe in Persisch- und Türckischer sprach besessen,diß letztere mit anmerckungen versehen: und Th. Hyde auch eineellirion in Orientalischer spräche verheissen,anderer zu geschweige»:doch ist bißher nichts davon zum Vorschein kommen. Noch diesessoll hier angemercket werden, daß biß buch unter vielen und unglei-chen namen vorkommt: die gemeinste benennung ist Kaltle Wa-dimne, welches der namen einiger Morgenländischen, den füchsennicht ungleichen thieren ist, welche burchgehends in demselben re.dend eingeführt werden. Der Griechische Übersetzer, welcher viel-leicht dieses nicht wußte, hat es vertiret ---

Bald wird es das testament Kön. Huschank, bald ai-viä-n ickirä.d.i. die weißheit aller Zeiten: bald xnwsr Soksiii, d. i. liechtdes Sohaili: weit khassan Ebn Sohail solches ins Arabischegebracht. Bald »um-jon Nswe, d. i. Röniglich werck/ und nochauf andre weise bey den Morgenländeren beutult: zu geschweige»die ungleichen namen, welchen es in unseren gemeinen sprachen undeäitionen führet. Lx Iplo übe. NrLrrctt bibl. Or. r., 6 . e»r»>. tublioik.

6oür, L/äle äs luäir Orient. *

Pilsen/PIsna / lat. kiNena, eine schöne und berühmte König,liehe stadt in Böhmen, 10 Meilen von Prag , gegen der Ober-Pfaltzzu, an dem flusse Mieß, welcher ohnwcit davon einen andern klei-nen fluß,Watto, zu sich nimmt, wordurch die stadt fast zu einerbalb'insul gemacht wird. Sie ist mit einem wall, liessen grabenmid thürnen starck befestiget, und ligt aufeinem felflchten gründe,

den man nicht untergraben kan; daher einige erfahrne davor hak-len,daß sie;u einer fast unüberwindlichen vestung könte gemachtwerden. Sie hat einen grossen marckc.platz und viele feine Archen.Von den Hußiten ward sie an. -4Z4 vergeblich belagert, an. iSztzaber von dem Grafen von Mansfelv mit stürm, und 1621 durchheimliches Verständniß von Tilli eingenommen.

Von dieser stadt führt der umliegende creyß seinen namen, wel.eher von oben durch den Satzer und Rakonitzer, zur rechten durchden Podbrder und Prachenser-creyß umgeben wird, und unten undzur lmcken an die Ober-Pfaltz und Bayern stößt. Er ist nach demKöniggrätzer der gröste; doch besitzt der ade! darinn das meiste.Seine besten einkünffte sind von silber-bergwercken und schaafen.

weiter. ropogr. Lalieni. p. ; >. La/i-r». mifcell. äec. l 1. z c. 4 §, i a6.V.Ftt» jerxcl. Lölim. p. 114.

pilsna/ eine stadt in Ober-Polen, in der Woywvdschafft Sen-domir, ist die Haupt-stadt in einer kleinen landschafft, und ligt nahebey der Weixel. Es ist eine schöne kirche darinnen, welche eine ingantz Polen berühmte orgel hat.

Pillen/ Piltern/ eine stadt, nebst einem schlösse, in Curland,welche an. i2i9ihren ansang genommen, und einem üblichen ge«schlechte den namen gegeben. Sie ist in dem ehemaligen Curländi«schen Bißthum der vornehmste ort gewesen. r»x. l.iv.

pilumnus/ ein Gott der Rutuler,eines alten volcks in Italien ,soll die kunst das geträide in mörser zu stosscn, ingleichem die fel.der zu düngen, deswegen er auch Stercutius genennet worden, er«funden haben. Es waren auch unter dieses Pilumni und des Pi.cumni schütz die eheleute und ihre Ander, daher ihnen allezeit in sol«chen Häusern ein bett zubereitet ward. s-rEaä Virgii.-xn.io, 76.

äe äonsc. c. iz. hnragin. llcor i

äs purperio c.4. Larrliaün«, äs ^>usrp. ;6. xrrr/c^r,

Pin/(Johannes äu) lat. kinus.Bischoffzu Rieur im 16 teculo,war von Toulouse, und begab sich studierens wegen nach Italien ,da er zu Bononien sich auf die rechtsgelehrsamkeit und -logu-ntzlegte, und daselbst an. i;o; das leben des ältern Philippi Beroaldrund der Catharina von Siena heraus gab. Er beflisse sich sehr ei»ner guten lateinischen schreib-art, und schrieb einen tractat 6- v»,suiica. einen äo ciaris fcLminiz, auch das leben des heiligen Rochi, zuwelcher zeit er Parlaments-Rath zu Toulouse , und Abgesandter desKönigs war. Er hat gleichfalls XIIobrogicL narracionis librua»herausgegeben, und ist an- i;;c> Bisthoffzu Rieux gewesen, hataber das 8 jähr nicht überlebet. Sadoletus und Erasmus ge«Vencken seiner rühmlich. I. 4 -p. 18. in Oiceron. v-FIäe tiitl. l.sr. OslI. ckr. in kikl.

Pin/(Johannes-lu) ein Mönch in der Abtey VaucelleS, wargedohrenan. i;or oderEr war ein i'iicoiogus, r-l-llicur, Fran»tzösischer Poet und Redner; er schrieb verschiedene wercke, als

rLvsngile äes t'emnies m Verse»; Ivtanäevie oder ic rliamp verrucuräe könne vie. und starb jm Lütticher land an. I Z 72. cbo/>r» äe facr,poliris. c-«rccr/»r^. äelcr. Neig. Lror«

Pin/ (Joseph l-) ein berühmter mahler, war von Arpino ge.bürtig. Sein vater that ihn zu denjenigen, welche auf des PabstsGregor» XIII anordnung die zimmer des Vaticani ausmahlten,um ihnen an die Hand zu gehen, und die färben zu mischen. Mit-lerweile hatte er eine grosse begierde zu mahlen; weil er aber da-mals nur i; jähr alt und sehr furchtsam war, wolle er sich dessennicht unterstehen. Jedoch bediente er sich einstens, da er alleinewar, solcher gelegenheit, und mahlte einige kleine Lauras und andrefignren, auf einen viereckig»» Pfeiler; welche, ob sie wohl nur zumversuch gemacht, dennoch so wohl getroffen, und so sinnreich aus-gearbeitet waren, daß unter allen denen, welche damals in demVaticano arbeiteten, wenig zu finden waren, welche es besser ma-chen kunten. Hierauf versteckten sich eines tages die mahler, umzu sehen, wer doch der Urheber dieser stücke wäre, und befanden,daß es Joseph i- Pin war, worüber sie sich zum höchsten verwun-derten. Als solches vor den Pabst gekommen, gab derseldige ihmund seiner familie dasjenige, was man in Nom !-karre zu nenne»pflegt, nebst einer monatlichen peatMll von zehrn krönen, und ver-ordnete, daß ihm noch über dieses, so lange er im Vaticano arbei-ten würde, jeden tag eine kröne an goide gegeben werden solle. Sol«cher gestalt nun verfertigte er viel gemählde, unter welchen die zwi»schen den Römern und Sabinern gehaltene schlackt eines der be-sten stücke ist. AIs der Cardinal Aldobrandini an. 1600 als Päbst«sicher Legat in Franckreich gesandt worden, präsentirte Joseph 1 «Pin, welcher mit in dessen Küre war, dem Könige daselbst zwey vo»ihm verfertigte gemählde. Er mahlte auch noch unterschiedlicheandere stücke für die Pädste Paulum V und Urbanum VIII, undstarb zu Rom den ; julii an 1640. Der König Ludovicns Xlllbegnadigte ihn mit dem Ritter-orden 8 . Michaelis.

pina/(Johannes cie) war an. i;8r zu Madrid in Spanien ge«bohren, und begab sich an. i üor in die sac.) eü>. Nachdem er a»unterschiedenen orten das amt eines Predigers und «.-üork ver-waltet, ward er krovinci-i zu Toledo , und starb an. 1657. Ma»sagt, er habe alle Griechische und Lateinische karrn burchgelesen,und daraus über 100 comoi coiicÄ-rn-orum, jeden von ;<rr> blättern,mit eigner Hand geschrieben. Er hat commemsrio, in -cciellsiticun,in; rom. in t<rl. und in ecclellallen r rom. wie auch 2 Win. äs tauäl«bus 8. Xlsri« heraus gegeben. §»rvv. l»I,I.L.^. äisr. biogr»

. ein ort,allwo die gemählde, statuen unddergleichen dinge mehr aufgehoben wurden, wird von Tablino dar.inn unterschieden, weil aufdjesem dir stadt-büchee verwahret wur»den. k'LE. ä-l-rvi» p. 464. äe piÄur.i,!;.

IN Theil. Ceeeec» kl'