Buch 
Biblia das ist: Die gantze heilige Schrifft / durch D. Martin Luther verteutscht: mit D. Pauli Tossani hiebevor aussgangnen Glossen und Ausslegungen
Entstehung
JPEG-Download
 

Vorred auff das Alte Testament.

einen Gottesdienst an/bestellet Fürsten und Amptleme/vnd versorget also sein Volck/bcydemit Gesetz vnd Leuten/auffs allerfeinst/wie sie/beyde leiblich für der welt / vnd geistlich fürGott/sollen regiert werden.

Im dritten buch wird insonderheit das Priesterthum verordnet mit seinen Gesetzen vndRcchten/darnach die Priester thun/vnd das Volck lehren solle.Da sitzet man wie ein vrresier-lich ampk nur umb der fünde willen wird eingesetzt/daß es dieselbige sol dem Volck kund ma-chen,vnd für Gott versühnen. Also/daß alle sein werck ist/mik fünden vnd fündern vmbgehe.Derhalben auch den Priestern kein zeitlich gut gegeben/noch leiblich zu regieren befohlen oderzugelassen wird/sondern allein deß Volcks zu pflegen in den sünden/jhncn zugeeignet wird.

Im vierten/Da nun die Gesetze gegeben/Pricster vnd Fürsten eyngesetzt/die Hüttenvnd Gottesdienst angerichtsind/vnd alles bereit ist was zumvolck Gottes gehöret/ hebt sichdas werck vnd vbung an/vnd wird verfucht/wie solche ordnung gehen vnd sichsschicken will.Sarumb schreibet dasselbebuch von so vil vngehorsam vnd plagen des volcks. Vnd werdenetliche Gesetz erkläret vnd gemehret-Dennalso findet siehe allezeit/daß Gesetze bald zugebensind/Aber wenn sie sollen angehen/vnd in den schwang kommen/da begegnet nicht mehr deneyiel hinderniß/vnd wil nirgend fort / wie das Gesetz fordert. Daß diß buch ein mercklichexempel ist/wiegar es nichts ist mit Gesetzen die Leute from machen/Sondern wie St.Pau-lus saat/daß Gesetze nur fünde vnd zorn anrichte.

Im fünfften/Da nun das volck vmb seinen gehorsam vngestrafft ist/ vnd Gott sie mitgnaden ein wenig gelockt hatte/daß sieauß wolthar/da er ihnen die zwey königreich gabe/be-wegtwurden/sein Gesetz mit tust vnd liebe zu hatten/widerholet Mose das gantze Gesetz mitallen geschichten/so ihnen begegnet war(ohnwas dasPriesterthumb betrifft) vnd erkläret'alsovon newem an alles was beyde zum leiblichen vnd geistlichen regiment eines volcks gehört.Daß also Mose/wie einvollkomenerGesctzlehrer/allenihalben seinemampt gnug ihet/vnddas Gesetz nicht allein gebe/sondern auch dabey were/da mans ihun solt/vn wo es fehlet/vcr-klaret vnd wider anrichtet. Aber dise Verklärung im fünffie buch helt eigentlich nichts andersjnnen/den denglauben zu Gott/vnd die liebe zumnehesten/Denn dahin langen alle GesetzGottes.Darumb wehret Mose mit seinem verklären alle dem/das den glauben an Gott ver-derben mag/biß hinan in das LO.cap.vnd alle dcm/das die liebe hindert/biß an deßbuchs ende.

I I 7.

Brauch dcs priß«st«rlichm Ampks.

IV.

Gcsey ist bald gege-ben/ Aber mir demHairen tvil es nirgendfort.

Lcuf mit Gesetzenwollen fron, machen,

V.

Äas gantze Geletzwird widerhoiet imfünfstm buch Wcse.

Inhalt öcr verklä-rungc best Gesetzes. "Wohin alle (Scse^gelangen.

Iebey istzu merckenauffs erste/ daß Moses das volck so genaw mit Gesetzen verfasset/ Warum,. Most-

daß er keinen räum lesset der vernunfft irgend ein werckzu erwehlen/oder eigenegottes-oG dienst erflnden.Dmn er lehret nicht allein Gott förchtcn/ rrawen vnd lieben / sonderngibt auch so mancherley weise eusserliches gottesdicnsts mit opffern/geloben/fasten vndca-sieyen/rc. Daß niemand noth sey etwas anders zu erwehlen. Item/Er lehret auch pflantzen/bawen/freyen/streiten/kinder/gesind/vnd hauß regircn/kauffen/vndverkauffen/borgen vndlösen/vnd alles was eusserlich vnd innerlich zu thun sey/So gar/daß etliche satzungen gleichgar närrisch vnd vergeblich anzusehen sind.

Lieber/ warumb thut Gott das 5 Endlich darumb/Er hat sich deß volcks vnderwunden/ Sc,b-rwrh,k- w-r-rdaß es seineygcn seynfotte/vnd er wölk ihr Gott seyn/darumb wolt er sie also regieren/daß s-M-nGo«».-^alle ihr thun gewiß were/daß es für ihm recht werc.Denn wo iemand etwas thut/da Gotteswort nicht zuvor auffgegeben ist/das glll für Gott nicht/vnd ist verloren. Denn er verbeutauch am 4-vnd iz.cap.im fünfftcn buch / daß sie nichts sollen zuthun zu seinen Gesetzen.

Vnd im i L.cap.spricht er: Sie sollen nicht thun was sie recht düncket. Auch der Psattcrvnd alle Propheten drob fchreyen/daß das volck gute werck thct/die sie selbst crwehleten/vndvon Gott nicht gebotten waren. Denn er wil vnd kans nicht leiden/daß die seinen etwasfümemen zuthun/das er nicht befohlen hat/cs sey so gutes immer seyn kan: Denn gehor-sam ist aller werck adel vnd güte/dcr an Gottes Worten hanget.

Weil denn nu diß leben nicht kan ohn cusserlichen gottesdienst vnd weise seyn / hat er D,ff wb,»mcheihnen fürgelegt solch mancherley weise/vnd mit seinem gebot verfasset / auff daß / ob sie iamüßten oder auch wollen Gott irgend einen cusserlichen dienst thun / daß sie difer einen an-griffen/vnd nicht ein eigenen erdächtcn/damit sie gewiß vnd sicher weren/daßsolchihrwerckin Gottes wort vnd gehorsam gienge. Also ist ihnen allenthalben gewehrct/ eigener ver-nunfft vnd freyem willen zu folgen/guts zuthun vnd wol zu leben / vnd doch vbrig räum/stette/zeit/person/werck vnd weise bestimmet vnd fürgelegt/daß sie nicht klagen dörffen/nochfrembder gottesdienst exempel nachfolgen müssen.

^RVffs ander ist zumercken/daß dieGefttz dreyerleyart sind. Etliche die nur von zettli-Lolchen gütern sagen/wie bey vns die Käyferliche Gesetz thun. Dise find von Gott aller-^^meist Vmb der bösen willen gesctzt/daß sie nichts ergcrs thcten.Darumb sind solcheGe- .fetz nur wehrgesetz/mehr dmn lehrgesetz.Als da Mose gebeut/einweib mit einem scheidbriefvon sich zu lassen. Item/daß ein man sein weib mit einem eyfferopffer treiben/vnd andereweibcr mehr nemmen mag. Solches sind alles weltliche Gesetze.

Etliche aber sind/die von euffcrlichem Gottesdienst lehren/wie droben gesagt ist. Von, «^««.4«,Vber dise beyde gehen nun dre gesetzc vom glaubm vnd von der liebe/also daß allean-dere Gesetz müssen vnd sollen ihr maß haben vom glaubenvnd von der liebe / daß sie gehen Esollen / wo ihre werck also gerechten / daß sie nicht wider den glaubm vnd die liebe gehen;

Wo sie aber wider den glaubm vnd die liebe gerahtm/sollen sie schlecht abseyn.

Daher lesen wir/daß David den Mörder Ioab nicht tödtet/jo er doch zweymal den todverdienet hatte. Vnd L.Reg. 14. gelobet er dem weibe von Thekoa / ihr Sohn solle nichtsterben/ob er wol seinen bruder erwürget hatte. Item Absolom tödct er auch nicht. Item/er selbst/David/aß von dem heiligen brot der Priester/ i-Rcg.Li. Item/Lhamar mcynct/der könig möchte sie geben Amnon/ihrem stieffbrnder/zur ehe.

)( 4

Auß