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Das IV.Buch Efra.
6 Da antwortet ich/ vnd sprach: Welchermensch wird das thun können: warumb fragstumich denn darumb? Vnd er sprach zu mir:
7 So ich dich fragen würde/ vnd sagen/ wietieffe wohnungen seyn mitten im meer/ oder wiegroffe quellen seyn im eyngang des abgrunds/ oderwie vil gånge seyn vber dem himmel/ oder was füraußgange hat das paradeis?
s So mochtestu mir vielleicht sagen/ in dieerde bin ich nicht gestiegen/ in die helle bißher auchnicht/ in den himmel bin ich auch noch nie komen.|9 Nun aber habe ich nichts anders gefraget/als vom feur vnd winde/ vnd tage/ dadurch dufelbst gegangen bist/ vnd davon du nicht fanst gestrennet werden/ vnd kanst mir davon kein antwortgeben.
10 Vnd er sprach ferner zu mir/ du kanst nichterkennen deine eigene dinge/ so zugleich mit dirfortgehen.
II Wie solte denn ein gefäß den weg deß aller:höchsten begreiffen können/ vnd auß der augen-scheinlichen verderbniß der welt/ die verderbniß/ somir vnverborgen ist?
12 Vnd ich sagte zu ihm: Es were beffer/ daßwir nicht wären/ als daß wir noch seyn/ vnd lebenfollen vnter den gottlosen/ vnd leiden/ vnd wissendoch nicht warumb? Vnd er antwortet mir vndSprach:
13 Jch reisete eilend zu einem walde/ da machten die baume einen anschlag/ vnd sprachen:
14 Kommet/ wir wollen gehen/ vnd einenfrieg ammeer erzegen/ daß es für vns weiche/ vndwir vns daselbst andere wälde machen.
15 Deßgleichen thaten auch die wellen desmeers/ die namen jhnen auch für/ vnd sprachen:Kommet/ wir wollen hinaufsteigen/ vnd die baume in den wälden bekriegen/ daß wir vns allda ei-nen andern raum machen.
16 Aber die gedancken des waldes wurdennichtig/ denn es kam ein feuer/ vnd verzehret jhn.17 Deßgleichen ist auch geschehen den wellendeß meers/ denn der sand stund über sich/ vnd hieltfie zurücke.
IS Wenn du nun hiezwischen richter seyn sol-test/ welchen woltest du rechtfertigen/ oder welchenwoltestu verdammen?
19 Da antwortet ich/ vnd sprach: Zwar siehaben zu beyden theilen thorliche anschläge gema-chet/ denn die erde ist den wälden zugeordnet/ vndDem meer ein ort/ darin seine wellen bleiben sollen.20 Vnd er antwortet mir/ vnd sprach: Duhaft wol gerichtet/ warumb aber richtestu dich sel-ber nicht also?
21 Denngleich wie die erde dem walde ist zugeordnet/ vnd das meer den wellen: Also könnendie so auferden wohnen/ allein das verstehen/ wasauf erden ist. Vnd welche im himmel sind/ dieding/ welche über die hohe des himmels seyn.
22 Vndich antwortet/ vnd sprach: Ich bittedich mein HErz/ daß mir verstand gegeben werdezu verstehen/
23 Denn ich habe nicht wollen fragen von desmendingen/ so droben geschehen/ sondern von desnen/ so vns täglich begegnen/ nemlich/ warumbIfrael zur schmach gemacht worden sey vnter denHeyden? Vnd warumb das volck/ so du geliebethaft/ den gottlosen übergeben sey? Vnd warumbdas gesetz vnser våtter vntergangen sey/ daß diegeschriebene rechte nirgend mehr vorhanden seyn
24 Wir fahren durch die welt wie hewschrescken/ vnd vnser leben ist zittern vnd schrecken/ alswenn wir nicht würdig/ daß wir barmherzigkeiterlangeten.
Cap.IV.
25 Aber was wird er seinem namen thun/ darsnach wir genennet seyn? Von diesen dingen habich nur gefragt.
26 Vnd er antwortet mir/ vnd sprach: Jemehr du forschen wirst/ je mehr wirftu dich ver-wundern/ denn dise zeit fleucht schnell dahin.
27 Vnd fan es nicht faffen/ was den gerechtenin fünftiger zeit verheissen ist/ denn die gegenwer-tige zeit ist voll frevels vnd gebrechlichkeit.
28 Darumb du aber fragest/ davon wil ich dirantworten/ denn das boß ist schon gesact/ aberfeine zerstörung ist noch nicht kommen.
29 Sodenn nicht vmbgefehret wird/ was gesfået ist/ vnd nicht weichet auß dem ort/ da es hingefået ist/ so wird ja nicht kommen/ da das gutegefået ist.
30 Denn in dem Herzen Adams ist von ansfang gefäct ein korn boses famens/ wie viel gottloses dinges hat es biß hieher gebracht/ vnd wie vielwirds noch bringen biß die erndte komme.
31 Nimb aber ben dir selber ab/ wie viel är:ger früchte das korn des bösen samens gebrachthabe.
32 Wenn nun die ähren/ deren keine zahl ist/werden abgeschnitten seyn/ wie eine grosse tennewürde man damit füllen.
33 Vnd ich antwortet/ vnd sprach: Wie vndwenn werden diese dinge geschehen/ warumb seynddoch vnser jahr so wenig vnd bose? Er antwortet/vnd sprach zu mir:
34 Eilenicht vber den Allerhöchsten zu fahren/ denn du eileft vergeblich vber ihn zu seyn/ duthuft zu viel.
35 Haben nicht auch die seelen der Gerechtenin shren leibern von diesen dingen gefraget vnd gessaget/ wie lang hoff ich also?
36 Vnd wenn wird kommen die frucht dererndte vnsers lohns? Darauf antwortet Jeremiel/der ErgEngel/ vnd sprach: Wenn vnter euchwird die zahl des famens erfället scyn?
37 Denn Gotthat die zeit auf einer wage gewogen: Vnd mit einer maß die jahre gemessen/vnd fleissig die tage gezehlet/ vnd wird nichts en-dern/ biß so lange die zuvor angezeigte maß erfülletwerde.
HErr
38 Vnd ich antwortet vnd sprach:du Herzscher/ aber wir alle seynd voll gottlosenwesens.
39 Villeicht möchte auch vnsert halben dietenne der gerechtigkeit nicht voll werden/ wegender sünden derer/ so noch auf crden wohnen.
40 Vnd er antwortet vnd sprach zu mir:Gehe vnd frag ein schwanger weib/ ob sie auch/wenn ihre neun monden erfüllet seyn/ die Geburtnoch könne ben sich in der mutter behalten? Vndich antwortet vnd sprach: Nein HErr/ das kansie nicht.
41 Bnder sprach zu mir/ in der erden seynddie wohnung der hellen der mutter gleich.
42 Denn gleich wie eine gebarerin eilet dienoth der geburt zu entfliehen/ also eilet auch die erdewider zu geben/ welche jhr vertrauet seyn.
43 Es wird dir von anfang kund gethan wer>den/ was du begehrest zu wissen.
44 Vnd ich antwortet vnd sprach: So ichgnade für deinen augen funden habe/
45 Vnd so es müglich ist/ vnd ich es werthbin/ so thue mir fund/ ob mehr zukünfftig sey/ alsschon vergangen ist/ oder ob mehr vergangen sey/als fünfftig ist?
46 Was vergangen ist das weiß ich/ wasaber noch zukünftig ist/ weiß ich nicht.47 Vndersprach zu mir: Stelle dich mir zurrechten/