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Biblia das ist: Die gantze heilige Schrifft / durch D. Martin Luther verteutscht: mit D. Pauli Tossani hiebevor aussgangnen Glossen und Ausslegungen
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Das IV. Buch Efra.

7. Dann du bist es allein/ wir aber sind nur eingeschöpff deiner hånden/ wie du selber geredt haft.s Vnd jetzt noch/ wann der leib in der mutterformiret wird/ so gibest du ihm die glieder/ vnd alsowird dein geschöpff im fewer on wasser erhalten/ neun monat lang duldet deine formierung deine creatur/ so in jhr geschaffen ist.

9 Aber das/ welches erhält vnd erhalten wird/werden beyde erhalten werden/ vnd die mutter gibtzu seiner zeit wider/ was erhalten wird/ vnd in jhrhat zugenommen.

10 Dann du hast auch geboten auß den gliesdern selbst/ das ist/ auß den brüsten der frucht milchzu geben.

II Auff daßernehret werde das/ was geschafsfen ist/ biß auff eine zeit/ vnd du hernacher mit demselben es anordnest/ vnd erziehest nach deiner barmherzigkeit.

12 Du hast den menschen ernehret in deinergerechtigkeit/ vnd hast jhn vnterwiesen in deinemgeset/ vnd ihn gezüchtiget nach deiner weisheit.

13 Vnd du wirst jhn todten wie deine creatur/vnd wirst jhn lebendig machen/ wie dein werck.

14. So du nun verderben wirst den/ welchermit so groffer mühe gemacht ist/ So köntest duauch durch deinen befehl es leichtlich schaffen/ daßauch das/ was da gemacht ist/ erhalten würde.

15 Vnd nun/ mein HErz/ wil ich reden/ vmballe menschen weist du am besten: Aber jetzt deinvolck belanget/ darumb traureich.

16 Vnd vmb deines erbtheils willen/ darumbich weine/ vnd vmb Jhael willen/ darumb ichtraurig bin/ vnd vmb Jacobs willen/ dazumb ichbekümmert bin.

17 Bmb dieser willen wil ich anfangen fürdir zu betten/ beydes für mich/ vnd für sie/ dennich sehe vnsere fälle/ die wir aufferden wohnen.

Is So habe ich auch gehöret von der schleusnigkeit deß Richters/ der da schnell kommen wird.19 Darumbhore meine stimme/ vnd vernimmeine rede/ so wil ich für dir reden. Diß ist deranfang der wort Efre/ che danner auffgenommen

ward.

20 II. Vnd ich sprach: HErz/ der du in derwelt wohneft/

21 Welches augen sehen in der hohe vnd lufft/welches thron sehr köstlich/ vnd seine ehr vnbesgreifflich ist: Bey welchem mit zittern stehen dieHeerscharen der Engel/ deren wesen gleich ist demwinde vnd fewer.

22 Welches wort warhafftig/ vnd welchesred beständig ist. Welches befehlstarck/ vnd deßordnung erschrecklich ist.

23 Welches anschauen die vntersten örter dererden außtrucknet/ vnd für welches zorn die bergeverschmelzen/ wie die warheit bezeuget:

24 Erhore das gebett deines knechtes/ vndnimb zu ohren die bitte deines geschöpffs.

25 Denn so lang ich lebe/ wil ich reden/ vndweil ich verstand habe/ wil ich antworten.

26 Sihe nicht an die mißhandlung deinesvolcks/ sondern die/ welche dir in warheit dienen.

27 Vnd habe nicht acht auff die gottlosenwercke der Heyden/ sondern auffdie/ welche deinegezeugnis mit fleiß bewahret haben.

28 Gedencke nicht derer/ welche für dir heuchlisch gewandelt haben/ sondern derer/ so auß deisnem willen haben fürchten lernen/

29 Du wollest auch nicht verderben/ welchenach vichischer art gelebet haben/ sondern sihe diean/ welche dein gesch herzlich gelehret haben.

30 Vnd sey nicht zornig vber die/ welche ársger geachtet sind/ alß die vnvernünfftigen thier/

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Cap. VIII.

sondern liebe die/ welche allezeit auff deine gesrechtigkeit vnd herzlichkeit getrauet haben.

31 Dann wir vnd vnsere våtter sind matt vonsolchen seuchen/ du aber wirst barmherzig genennewerden/ vns sündern zu gute/

32 Dann so du wirst luft haben/ dich vnser zuerbarmen/ so wirst du barmherzig geneñt werden/vns/ die wir keine werck der gerechtigkeit haben.33 Dann die gerechten/ welche viel werck haben/ werden nach ihren eigenen wercken belohnungempfangen.

34 Was ist aber der mensch/ daß du vbershnzdrnest/ vnd das verweßliche geschlecht/ daß du sohart wider sie handelst?

35 Dann es ist in warheit niemand vnter desnen/ so geboren sind/ welcher nicht gottloß gehandelt habe/ vnter den mühseligen/ der nicht gefün-diget habe.

36 Dann hiedurch wird/ HErz/ deine gerechtigkeit vnd gütigkeit kund werden/ wann du dicherbarmen wirst vber die/ welche da nicht habenDas vollkommene wesen guter wercke.

37 III. Vnd er antwortet/ sprach zu mir:Du hast zum theil recht geredt/ vnd nach deinerrede soll es auch also geschehen.

38 Dann ich wil in warheit nicht gedenckenan die werck derer/ so gesündiget haben vor dentodten/ vor dem gericht/ vor dem verderben.

39 Sondern ich wil mich erfrewen vber dengedancken der gerechten/ vnd wil auch eingedenckseyn deß elendes vnd der erlösung/ vnd deß lohns/den sie empfangen sollen.

40 Wieich derenthalben geredt habe/ also istes auch.

41 Dann wie ein ackermann in die erde vielsaamen fået/ vnd viel pflanzet/ aber nicht alleswas gefået wird/ zurechter zeit wächset/ vnd auchnicht alles/ was gepflanzet ist/ wurzel befommet:Also werden auch die/ welche in difer welt gefåetsind/ nicht alle selig werden.

42 Vnd ich antwortete/ vnd sprach: So ichgnade gefunden habe/ so laßt mich reden.

43 Gleicherweise/ wie der same deß acker:manns/ so er nicht auffgehet/ oder deinen regen zurechter zeit nicht bekommet/ vnd von vielheit deßregens verderbet wird:

44 Also verdirbet auch der mensch/ welcherdurch deine hande gemachet ist/ vnd dessen eben-bild du genandt bist/ nach dem er dir gleich ist/vmb welches willen du alles geschaffen hast/ vndhaft jhn dem samen deß ackermanns verglichen.

45 So zorne nicht vber vns/ sondern schonedeines volcks/ vnd erbarme dich vber dem erbtheil/dann du erbarmest dich je deiner creatur/

46 Vnd er antwortet mir/ vnd sprach: Wasgegenwertig ist/ ist dem gegenwärtigen gegenwärtig/ was fünfftig ist/ ist dem künfftigen fünfftig/

47 Dann es mangelt dir noch viel/ daß dumeine creatur mehr lieben soltest/ danich/ darumbhab ich mich auch offt zu dir vnd ihr gemacht/ zuden vugerechten aber nimmer/

4s Aber du bist auch in dem wunderlich fürdem Höchsten/ daß du dich geniedriget hast/ wiedir gebühret.

49 Bnd dich nicht haft davor geachtet/ daßdu vnter den gerechten hoch gechret würdest.

Joh.7.17,

2.Reg. 8.46.2.Chron.6.36.

Juden find selbst

50 Derenthalben wird viel elendes jhnen begegnen/ vnd es wird ihnen also gehen/ daß ein mit vrfach ihres verdereleiden mit ihnen haben die/ so in den letzten tagenanfferden wohnen.

51 Dann sie haben in grosser hoffart gewandelt. Sen du aber für dich verständig/ vnd suchechre von deines gleichen.52 Dann

bens.