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Das III. Buch
Cap. II.
ben sich eine verrähteren beschlossen hatte/ nam| hätte sich sonst ein heimliches bubenstück begeben.aus den waffen des Ptolomei/ die ihm zuvor vn-ter die hand gegeben waren/ die allerbesten.
5 Vnd verfügte sich bey der nacht schlaffenderzeit in des Ptolomei zelt/ jhn allein vmbzubringen/vnd dadurch dem krieg ein loch zu machen.
6 Dositheus aber genant ein sohn des Drimyli/ der von der geburt ein Jude/ aber hernach vomgesche vnd vatterlichen sagungen abtrünnig worsDen/ legte einen geringen vnachtbaren menschen inDas gezelt zu bette.
7 Also begab sichs/ daß dieser ans königs stattgetödtet ward.
Da aber eine grosse schlacht geschahe/ vnddas glück sehr auff des Antiochi seiten lieff.
9 Eilete die Arsinoe hefftig herüb/ vnd vermahsnete das kriegsheer mit Jainerschlagen vndheulen/vnd mit zerrissenen haaren/ daß sie ja nun jhnenselbst/ vnd shen findern vnd weiberen/ tapfferhelffen wolten/ vnd versprach dabey/ daß/ wo sieden sieg erobern würden/ sie einem jeden zweŋPfund Goldes geben wolte.
10 Vnd da begab sichs/ daß der feind überwunsden/ vnd viel derselben gefangen wurden.
II Weil aber dem Ptolomeo sein anschlag ge-zahten war/ achtete ezrahtsam zu seyn/ in die nechstestädte zu ziehen/ vnd sie zu vermahnen.
12 Als er aber das thate/ vnd vnter die Gogentempel geschencke austheilete/ machte er die on-terthanen fast mutig.
13 Da aber die Juden etliche aus dem rahtvnd von den Eltesten zu ihm sandten/ jhn zu grüßfen/ vnd geschenck zubrachten/ vnd über das/ wasfich begeben hatte/ glückwündschten.
14 Geschahe es/ daß er ihm so viel mehr infinn nahin/ auffs förderlichste bey ihnen zu seyn.15 Als er nun gen Jerusalem kam/ opfferteer dem grossen Gott/ dancket jhm/ vnd that/ wasihm gemäß war.
16 Vnd als er an das ort fam/ entfagte er sichüber den fleiß vnd zierligkeit/ verwunderte sichauch ob der schonen ordnung des tempels/ vndbeschloß bey sich/ in den tempel gar hinein zugehen/
17 Da ihn aber die Juden berichteten/ es gebührete solches nicht zu thun denen/ so aus denHeyden waren/ ja auch nicht allen Priestern selbst/fondern allein dem Hohenpriester/ vnd zwar desJahrs nur einmal/ wolte er sich doch keines an-dern bereden lassen.
Is Sondern mit hindansehung des Gefeßes/horete ez keinesweges auf/ sich selbst hinein zu dringen/ vnd sagte/ er müste hinein gehen.
19 Vnd ob gleich jenen( sprach er) diese ehrenicht widerfahren ist/ so solte mirs doch nichtgeschehen/
20 Vnd fragte darauff/ warumb dann keineraus ihnen ihm sonsten gewehret hatte/ in anderetempel zu gehen?
21 Darauff einer vnbedachtsam/ vnd übelantwortete/ daß dieses nichts gutes bedcute.
22 Da sagte er: Ist diß schon bey andern ausgewissen vrsachen geschehen/ solte ich denn gangvnd gar nicht hinein gehen/ sie wolten dann/ oderwolten nicht?
23 Da fielen die Priester mit alle shrem geswand auff die erden/ vnd baten den groffen Gott /daß er in gegenwertiger noth helffen/ vnd das zunohtigen des vngestümen Königs verhindernwolte/ erfülleten auch mit weinen vnd schreyen dengangen tempel.
24 Die aber in der stadt gelassen waren/ erschracken/ vnd wifcheten herfür/ meyneten/ es
25 Auch die verschlossene Jungfrauen in jhren zimmern/ sampt den müttern brachen herfür/bestreueten ihre fliegende haar mit aschen/ vndmacheten alle gassen voll mit scuffßen vnd wehFlagen.
26 Andere aber/ die neulich ausgesondert wasren/ neben andern dem König zu begegnen/ seheten alle zucht hindan/ vnd trieben ein vnordentliches vmblauffen hin vnd her in der stadt.
27 Es verliessen auch die mutter vnd ammenihre kleine finder hie vnd dort/ bald in den häusern/bald auff den straffen/ vnd lieffen ohn einiges auffshalten in den höchsten tempel mit hauffen.
28 Da höret man vnter dem gemeinen hauffen allerley feltzame Reden/ über der onbilligkeit/die sich der Konig vnterfienge.
29 Darneben faffeten die von der bürgerschafft ein herz/ vnd woltens durchaus nicht leisden/ wo er endlich beharren würde/ seinem fürnehmen also nachzusetzen.
30 Sondernrieffen/ man folte zur wehr greifsfen/ vnd für das vätterliche Gesetz lieber männlichstreiten/ vnd richteten ein wildes wesen an.
31 Vnd als sie faum von den eliesten vndPriestern verhindert wurden/ wandten sie sichdennoch neben denselben zum gemeinen gebet.
32 Vnd zwar der gemeine hauff/ dessen vorsgedacht/ bleib bey ihrem beren:
33 Die Eltesten aber/ so vmb den König herwaren/ versuchtens auff mancherley art/ daß siesein stolzes herz von seinem fürfaz mochten abswenden.
34 Aber er bleib bey seinem harten finn/ schlugalles in wind/ vnd drang mit gewalt ins werck zurichten/ was er zuvor gesagt hatte.
35 Nach dem nun auch das die jenigen fahen/so vmb shn waren/ wandten sie sich zu den vnserenzu betten zu dem/ der alle ding in seiner gewalt hat/daß er ihnen zu diesem mal helffen/ vnd ja solchgottloß vnd hoffärtiges beginnen nicht mehr gesstatten wolte.
36 Es entstund aber vnter dem dickenschwesren hauffen des verfamleten volcks ein übermässieges geschrey.
37 Daß einer möchte gemeynet haben/ esschryen nicht allein die menschen/ sondern auchdiemauren vnd der erdboden/ gleich als woltenfie alle lieber sterben/ dann den heiligen ort entheisligen.
Das II. Cap.
Das gebet wird nach der länge erzehlet/ 2. II. Das gebet wird erhöret/ vnd
den tyrannen rühret der Schlag 19. III. Stebet wieder in Egypten/ vndaufrichten/ 26. Etliche Juden fallen ab zu dem Könige 32. Etiche breis
trachtet darnach wie er sich an den Juden rächen möge/ 24. 2affet eine fcute
ben beständig/ 33. Die abtrúnnige werden von den andern verachtet/ 34.
Jmon aber/ der Hohepriester/fiel vor dem tempel nieder auffseine knie/ vnd breitet seine hande zierlich aus/ vnd sie spracheneinmütiglich also:
2 HEr/ HEr du fönigdes Himmels vnd HErr allerCreaturen/ du Heiliger in dem heiligthumb/ einiger herrscher vnd allmächtig/ wende dich doch zuvns/ die wir von dem gottlosen vnd vnheiligenftölklinge/ der nur auff seine macht vnd gewalttroket/ bedrücket seyn.
3 Dann du/ der du alles schaffest/ vnd allesbeherrschest/ vnd ein gerechter held bist/ richtest alledie/ so aus frevel vnd vbermuht handeln.
4 Du hast zuvor die gottlosen/ vnter welchenauch die riesen waren/ die sich auff thze stärcke vndmannheit