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Fast- und Baettag Wie der in den 4. Pfarrkirchen zu Basel, sonderlich aber in der Pfarrkirchen des Muensters geuebet worden : Das ist: Verzeichnuss I. Des Christlichen Oberkeitlichen Mandat und ausskuendens, obgemeldten Fasttags : II. Dreyer am selbigen tag gehaltener Buosspredigen, deren Die erste durch D. Johan Wolleb, ... Die andre durch M. Theoder Zwinger, ... Die dritte durch D. Wolgang Meyer ... verrichtet worden ... : III. Des Gebaetts, so der Gemeind Gottes fuergelesen : IV. Der Capituln so zwischen den Predigten abgehoert : V. Der Gesaengen, so vor, nach, und zwischen den Predigten abgesungen worden
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ö. Predige.\ Z/©

un woꝛten/ Laſſer vns forſchen(ſagen fie) vnd ſuchen vn-

Di ſere Weg/ das iſt/ al vnſer thun vnd laſſen/ vnd laſſet uns

A wider zum H AEvzen kehren: alß wolten ſie fagen/ dañ ohn

In dit erſuchung vnſer ſelbs, werden wir vns nimmer bekehren

an, Fönnen, Auf dieſe weiß hat ſich auch der verlohꝛne Sohn er:

Un, ſucht darum wird Suc.ıs. von jhm geſagt/ Er ſeye in ſich

nne ſelber gegangen, das iſt/ Er habe feine Suͤnden/ vmb

ur deren willen er in ſoleh groß elend gerathen war/ zu Gemuͤht

Mill nd Hertzen gefuhrt. Wer derhalben wiſſen will/ ob fein be:

nel kehꝛung rechtſchaffen ſeye/ oder nicht/ der bewaͤhre ſie an die-

müll. ſem Probierſtein. Mancher vberredet ſich ſelber, er habe ſich

un, ſchon langſt zu Gott bekehret/ vnd ſeye wohl mit jhm verſůh-

don net aber er betreugt ſich ſelber/ er wandlet noch herumb in der

n Finſternuß, fein Stand iſt jhm noch vnbekandt/ er hat noch

inn nie mit dem Liecht deß Goöͤttlchen Geſatzes fein Hertz vnnd

bs, Geben erſuchet; ſonſt wurde er gewißlich ein gantz Meer der

nen verderbnuß vnd ſünden in Hm gefunden haben. Wer derhal-

han ben ſich recht zu Gott bekehren/ vnd die erſte ſtaffel der Gna-den antretten will/ der komme dem befehl deß Propheten Ze-

un phaniæ allhie nach vnd erſuche ſich ſelber.

wih 2. Es heißt aber das wöͤꝛtlin Erſuchen nicht ſchlecht-

in lich/ vnd oben hin/ ſonder auff das allerfleiſſigſte vnd ſorgfel-

urch tigſte ſuchen: gleich wie der Menſch thur/ welcher in einemgroſſen vnd weiten Hauß, ein koͤſtlich Edelgſtein verlohren

en hat; Ein ſolcher ſucht fürwar nicht ſchlechtlich, ſonder er

n zuͤndet auch am tag ein Liecht an durchſuchet hiemit alle

ahn, Ecken/ Winckel/ vnd Klimſen/ ja er hebt auch etwan den

ich Boden/ ond die Braͤtter auff/ biß ers endlich findet.

5g Hierauß ſehen wir/ daß wir in der rechtſchaffnen Bekeh-

nn rung nicht nur den groben vnd greifflichen Sünden, ſonder zur ze min.

, auch denen/ welche die Welt für kleine/ oder keine Sünden ö

n haltet; nicht nur den thaͤtlichen vnnd wuͤrcklichen Suͤnden mne ſech

n, onder auch der angeboꝛnen Erbſünd vnd allen heimlichen biüben

mf J.

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