ö. Die Dritte 6
en Bruder: Wer biſtu der du einen fremden. Der weyſe Heyd E icero hat es fůr eingroſſe thoꝛheit gehalten/ ander Leuthen Braͤſten vnd Man,gel ſchen/ vnd feiner eignen vergeſſen/ fast derhalben 3tig proprium eſt aliorum viria CEFNCrE,& ob! ivifeifuorum. Von deſſentwegen ſagt Salomon/ in Sprůͤch-woͤꝛtern am. Cap. juſtus in principio ſui accufator, derGer echte wiſchet zu erſten vo: feiner eignen thůrt/ Er klagtſich zu er ſten ſelber an. Dieſes erklaͤůet Shrach noch dentlicher im iz. Capitul feines Buchs: Hllffe dir zuvoꝛ ſelbſtehe du anderẽ artzneyeſt/ vnd ſtraffe dich zuvoꝛ ſelbſtehe du andre vrthelleſt. Es lehrets auch die Erfahrungſelber/ daß die/ welche ander Leuth am aller fleiſſigſten erſiychen ihrer ſelbſten am allerſchandtlichſten vergeſſen: Da hingegen die/ welche alle ecken vnd klimſen jhres Hertzens vnd debens durch ſuchen/ fo viel mit jhnen ſelber zu thun/ vnd an hynen zu ſtraffen/ vnnd zu verbeſſeren finden/ daß ſie ander(en,then wol vergeſſen. Die Heydniſchen Philoſophi haben ditfen Braͤſten der menſchlichen Natur erkennet/ vnd des wegnin jhren Schulen dieſes jhr erſte Lection ſeyn laſſen/ Nolceteipſum, Erkeñe dich ſelber. Alſo ſoll auch ein jeder Chrſtenmenſch/ vo allen andern dingen lehrnen/ ſich ſelber/ vndſein eigne arbeit ſeligkeit recht erkennen.4. Von deſſentwegen laſſet es auch der H. Prophet allhitbey einer Vermahnung nicht verbleiben/ ſonder als ein hochwichtige Sach widerholet er dieſelbige: Erſuchet euch|vnnd widerumb ſage ich, erſuchet euch. Dann durch diefe widerholung gibt er vns zu erkennen/ wie viel an der Erſu-chung vnſer ſelber gelegen ſeye/ vnnd was groſſen mercklichehnutzes darauß entſtehe. Dann fie iſt nicht allein ein anfangder wahren Bekehrung/ ſonder auch ein mittel/ den Gerichtenvnd Straffen Gottes zu entrinnen. Warumb aber das:Dieweil S O g 2 die/ welche ſich nicht ſelbs erſuchen 1durch