Band 
Erster Theil
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Aültäns Morat, und war der 4. Emir der Drnsier, von wel-chen man glaubt, daß sie von denen in den creutz-zügen zu-rück gebliebenen und zerstreuten Christen herkommen ; Faccar-din, der sich mit seinen landen nicht begnügte, dehnte seinegrentzen aus bis in die ebne zu Acra. Aber der TürckischeKayser, dem seine vergrösserung einige eifersucht erwecket,schrenckete ihn wieder innert seinen alten greifen ein, wo sei-ne Nachkömmlinge noch bis auf diesen tag regieren. Die Über-bleibseln des pallasts dieses Brintzen zeigen noch seinen gutengeschmack und seine ehemalige prächtigkeit. Der pomemntzen-garten ist stoltz wegen der menge der stämmen und ihrer grös-se. Aber dieser ehcdessen so schön und prächtig angelegte ortdienet nun zu nichts, als ziegen und schafe zu weiden. Maun-drel!, voyage &c. p. 59.60.64. &c. Simon , Dictionnaire deJa Bible.

Canistus / (Aegidius) ein Augustiner von Viterbo , ein gu-ter Prediger und Theologus , ward Cardinal unter Leone X .Und bey Gesandtschafften gebrauchet, schrieb Italiänische undLateinische getichte, als : Caccia d'amore &c. und starb an.den 12, nov. im 62. jähr. Crasso, elogi &c.

Canneti , (Petr.) von Cremona gebürtig , war Generaldes Camaldulenser-ordens, und starb an. 17,1. zu Faenza . Erließ sich angelegen seyn, feinen orden auf alle weise berühmt zumachen, welches dadurch geschahe, daß er theils die leben de-rer gelehrten leuthe gedachten ordens in briefen, die noch nichtgedruckt, beschrieb, als auch Ambrosii briefe an einen seinervorfahren sammlete. Er gab auch Compilazione de i privi-legi, facolta e giurisdizioni alia nobile famiglia Meniconidiferugia conceduti dalla Santa Sede Apostolica &c. Perugia 1719, in fol. wiewol ohne Vorsehung seines nahmens heraus;ingleichen Delle lodi di 8. Francesco di Paola, detto nellaChiesa di S. Spirito , Perugia 1716. in 4. Giornale de Lette-rati d’ltalia, tom. XXXIII.;n. 6. Gelehrte ZeitUNg. 1751.

P- 39?-

CANNINEFATES, CAMNANEFATES, CANNENUFA-TES , CANNUNEFATES , wie Berlins will, so viel als La-ninchen-fresser , ein aus Teutschland entsprungenes volck inGallia Belgica , welches von denen Catten durch innerliche Un-ruhe sowol, als die Batavi , und zu gleicher zeit ausgetriebenworden. Diese völcker waren unter einander bluts-verwandtevon gleicher spräche, tapferkeit und sitten. Weil sie nun beydeihr vatterland mit dem rücken ansehen und vor neue Wohnun-gen sorgen musten, giengen sie mit einander über den Rhein ,und nahmen die leere insul, welche nach der zeit Inscia Bata-vorum genennet worden, ein., Sie lebten auch nach der zeitals gute freunde und bunds - genossen auf dieser insul, undtheilten sie unter sich, also daß sie den untern theil behielten,und von denen Batavis durch die Jssel abgesondert wurden,da hingegen einige ein besonderes von der wohnung derer Ba-taver abgesöndertes eyland zu dererselben lande angeben. Ta-citus , hist. IV. 15. 32. Vellejus , hist. II. 105. Plinius, hist. IV.15. Junius, Batav. hist. 3. Altingius , not. Germ. infer, p. 27.Ditbmar. ad Tacit. Germ. 30. p. 177. Hamerodius, Batav.descriptio p. 9. Ceüarius , not. orb. ant. II. 3. §. 156. seq,Cluverins, Germ. II. 33. 36. Aurelius, Bat. I. 4. Pontanus, deRhen. Divort. 20. Zeiüer. itiner. Germ. 1 . 1. p. 17- 3 UlttfCWAnleitung zur mittl. Geogr. II. i. p-.8;. Hertius, not. vet.Germ. popul. II. 1. §. 4. X)ott Bünau, P. I. der Reichs-histor. I. p. 19. 2v. Augustus hat diese nation durch seinenstief-sohn Tiberium zuerst im jähr Christi 3. unter die Romi.sche botmäßigkeit gebracht, Vellejus, II. 105. Von Buna»,1 . c. p. 166. Mascou geschichte der Teutschen, 111 . 22. dochwurde sie nicht mit schwerer schatzung belegt, sondern als freun-de und bunds-genossen gehalten, und als brave soldaten ent-weder zum kriege oder zur leib-wache des Kaysers gebraucht.Also ward die reuterey der Canninefaten wider die Friesen an.28. von Apronio ausgeschickt; allein sie wurden zurück ge-trieben , und von Apronio nicht gehörig secundirt. Tacitus ,annal. IV. 73. von Bünau, 1. c. p. 234. 235. Unter Caligu-la empörten sie sich nebst denen benachbarten volckern widerdie Römer. Tacitus , hist. IV. 15. Von Bunan, 1. c. p. 26;.Die Römische flotte, welche mit Britannischen hulffs - volckernausgelauffen war, griffen sie so tapfer an, daß sie die meistenschiffe eroberten, oder in gründ bohrten, schlugen auch die Ner-vier, welche auf der Römer feiten waren. Von Bunan, l. c.p. 291. Mascou, 1. c. IV. 54. Nach diesem kriege wird dererCanninefaten nicht mehr gedacht, sondern sie sind gemeiniglichunter denen Bataviern begriffen.

Cannius, oder Rannius, ( Nicolaus ) wär von Amster-dam gebürtig , und zu ansang des XVI. strculi Probst desNonnen-klosters St. Ursulä zu Amsterdam . . Man siehet aus ei-nem von Erasmo an. 1527. an ihn geschriebenen bnefe, daßer sich eine zeitlang bey Erasmo aufgehalten, und ihm m ab-schreibung Griechischer Godicum gedienet. Man hat auch Epi-grammata von ihm. Benkhems Holländ. kirchen-staat.

Canoniero, (Petrus Andreas) ein gelehrter Genueser mdem XVII. feculo, harte von seinem vatter die Medicin ge-lernt , legte sich aber zu Parma auf die lura, und wandte sichhernach nach Spanien , da er zwar kriegs-dienste nahm, aberindessen auch unterschiedene volitische tractate schrieb, und sol-che Philippo IV. dedicirte. Wie er nun auch in Spanren seinglücke nicht fand, gieng er nach Antwerpen , und practrmte da-

SuppIementQ I. Theil.

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selbst beydes m den Rechten und der Medicin. Er schrieb Discur-sus polit, in Tacitum, darunter sich p. 66. ed. Francos, von an.i6iOi ein catalogus aller authorum besindet , so die materiede Jure status ex professo tractiret haben : De Virtutibus vi-ni ; de curiosa Doctrina ; Epistolas Laconicas; lTnfelicita edifgratie de letterati e guerrieri; wie auch drey vol. von aller-hand theologischen, moralischen und politischen Materien. So*

prani. Teijßer, P. II. p. 219.

CANOPUM, oder OSTIUM CANOPICUM, ist einer derausflussen Nili, und machet den schenckel von dem Delta gegenabend aus; dahin ist Alexander mit seiner geraubten Helenadurch den wind wider seinen willen getrieben worden. Ohnferndavon ist auch ein tempel Herculis , wo die flüchtigen knechteeinen frey-hof hatten, wann sie von denen Priestern die Heil.zeichen angenommen, und sich dem gott des tempels übergeberihatten. Dahin flohen Alexandri knechte, vermeldeten den Prie-stern seine Mißhandlung , und wo die Priester sich nicht beben-cken gemachet hätten, einen fremdling zu strafen, hätte es ihndas leben gekostet. Dieses Ostium wäre auch das einzige, wofremdlinge einschiffen dorften, dieweilen oben darüber die stadtNaucratis läge, worinnen freyer kaufffür alle fremdlinge, undzwar (da es die einzige handels-stadt in Egvpten wäre) alleingetrieben wurde. Wann nun ein fremdes schiff durch Unglückan ein anderes Ostium getrieben worden, muste es schwören, daßes ihm wider willen geschehen, und alles anwenden wolle, indas Ostium Canopicum zu kommen, und den weg gerades Wegsnach Naucratis zu nehmen. Herodoti Euterpe pag. 42. 57.und 70. edit. Steph.

Canossa / lat. Canufium , ein schloß mit einer Grafschafst,hart an denen grentzen der Grafschafft Rossena in dem Hertzog-thum Modena, in Italien gelegen. Sigfridi eines Herrn überein zimlich stück von Toscana, und auch von der Lombarde»,söhn, Graf Atho, schlug seine residentz auf diesem schlösse auf,und führte deswegen thurme und Mauren herum, und weil esvon natur überall gut bevestiget war, hielt man es hernach vorunüberwindlich. Äerengarius I. belagerte dieses schloß einmalmit seinen Longobarden, allein er wurde umgebracht, woraufdas schloß unangefochten blieb , bis an. 950. des verstorbenenKönigs Lotharii gemahlin, Adelheit, zu GrafAthone, als ihremVetter, ihre zuflucht nahin, weil sie Berengario I. aus der ge-fangenschafft entflohen war, daher dieser an. 950. das schloßbelagerte. Dieser aber rüste Kayser Ottonem, welcher ihmzu hülffe kam , und Canossa entsetzte. Vita MatbUdh, lib. II.apud Leibniz. tom. I. script. Brunfuic. p. 689. feqq. Donni-zonis vita Math. ibid. p. 633. feqq. Leo Oßienßs I. 64. Ba-ronius ad an. 950. Es richtete derselbe auch eine kirche daselbstauf, und bekam darzu Christi dornen - crone, und des Märty-rers St. Apollonii leib , hat auch so viele kostbarkeiten hineingeschenckt, daß, als Mathildis an. 1082. dieselben von dem Ab-te des klosters abforderte, um sie dem Papste zu schencken, amgewichte 700. pfund silber und 9. Pfund gold waren. Zumäquivalent hat der Papst dem kloster unterschiedene capellenuntergeben. Es steht auch unter keinem Bischoffe. Math dethesauro Canus, eccl. apud Leibn. 1. c. p. 688- scq. Donnizo, 1. c.p. 640. 643. Mathildis pflegte oft auf diesem schlösse zu resi-diren ; wie denn auch an. 1077. allhier ( nicht aber zu Ca-nosa in dem Neapolitanischen) Kayser Henricus IV. bey PapstGregorio die absolutio» von dem kirchen - banne holen muste ,wovor er sonder zweifel aus mache an. 1092. Canossa , wiewolvergeblich, belagerte. Donnizo, , 1. c, p. 671. Amulpbi gestaMediolanenf. Vl. 8. apud Leibniz. 1. c. tom. III. p. 746,

Canossa, (Ludovicus ) ein söhn Bartholomäi aus einemalten und adelichen geschlechte zu Verona , studirte die Jura, kamdarauf nach Rom, und setzte sich bey Julio II. in Hochachtung,wie auch bey dessen Nachfolger, Leone X. von welchem er dasBißthum Tricarico erhielt , und als Nuntius Apostolicus inFranckreich gebraucht wurde. Seine gute auffuhrung dabeyerwarb ihm von dem Könige Francifco I. die Bifthöffliche wür-de von Bayenx, und die charge eines Königlichen Raths, ja ge-dachter Franciscus schickte ihn an. 1527. als seinen Gesandtennach Venedig, wo er, bis der friede in Italien erfolget, sub-sistiren sollte. Allein er wnrde gefährlich kranck, und ließ sichnach Verona bringen, wo er an. 1529. gestorben. Bhr.Curte ,hist. Veron. P. II. p. 572. Ugbelius , Ital. facr. tom. VII.

p. 155.

Canotto, (Laurentius) ein Mahler von Padua , wo er ver-schiedenes gearbeitet hat, und an. 1470. gestorben ist, seine stucksind zimlich hoch geachtet. Seine grabstätte ist in dem klosterder kirche del Santo. Vasari .

Canovia / ein kleines ländgen in Albanien , zwischen demtzvlfo Drin und der stadt Scutari. Es hatte vor Jetten emeMiptstadt eben dieses nahmens , wo ein Bifthoff wäre, derlun seinen sitz ru St. Juanilla von Medea hat, und nur über.3. Pfarr-splele das aufsehen hat. Baudrand wlll haben, derornehmste ort in diesem lande seye nun Babiuchl, ern dorfder flecken, so man nicht auf den charten sindt. Maty, Dict ;

+ Canstadt , eine kleine stadt. Sie liegt nur einstund noch-stwärts von Stuttgard . Sie hat eine feine Vorstadt zenjeltes Neckars, und eine Kaystrliche post. Um das jähr 144?.atte Canstadt einen streit mit dem Abt zu Lorch, wegen dessch-fangs in dem Neckar , welcher von Graf Ulrich von Wur-Qqqg temderg