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rw8, wurde hierauf an. 1701. Groß-Schatzmeister der König-lichen orden, und starb an. 1706. in dem 64. jähre seines al-ters. L^ein einiger söhn, Franctscus Gilbertus Colbert,Herr von Chabanols, den er mit Francisca Renata Berthe-met, so an. i?;-, den 28. fedr. zu Paris in ihrem 8?. jähreverschieden, gezenget, war an. 1704. Obrister zu pferd undBrigadier der Konigl. armem, wurde an. 1719. den 1. mertzMareclial de camp , und starb den I I. nov. des besagten jahrs.Er hatte sich an. 1702. mit Angelica , der einzigen tochter Fran-ciscl von Escoubleau, Grafens von Sonrdis, verehelichet, welcheihm an. 1703. Francifcum Gilbertum Colbert gebohren.Ausser diesen sind auch folgende drey zu mercken: 1.) AndreasColbert, der an. 1704. als Bischoffvon Auxerre , das zeitlichegesegnet. 2.) Michael Colbert, der an. 1702. als General desPramonstratenser-ordens, verschieden, 3.) Larolus Colbert,au Terron, der an. 1684. als Intendant vom see-wesen ge-storben, und 4. tochter nachgelassen. Anselme , hist. geneal.tom. IX. p. 231. 308. 324. 325. 327. & 341.
Colbert, (Eduardus Franciscus) Graf von Maulevrier,Herr zu Vendiercs, Ritter der Königlichen orden, und Gene-ral-Lieutenant über seine armeen, ein bruder Johann BaptistaColbert, und geheimer Cadinets-Minister und Staats - Secreta-rius des Königlichen Raths. Er ergriffe den wehrstand, undlegte grosse proben seiner tapferkeit ab. An. 1661. war erCommendant zu Philippsburg , an. 1662. Capitain über dieKönigliche leib-wache, an. 166?. Capitain-Lieutenant der Mous-quetaires, (in. 1669. befände er sich bey der belagerung Candia ,an. 1672. wohnte er dem Holländischen feldzug bey, an. 1676.bis zu welcher zeit er in kriegs-diensten fortgefahren, machteihn Ludwig XIV. zu seinem General-Lieutenant, an. 1682. zumGouverneur über die stadt und citadelle Tournay. Endlich seg-nete er dieses zeitliche den 31. may an. 1693.
Colbert, (Johannes Baptista ) Herr zu St. Pouangeund Viüacerf, hat eine andere linie der Colbertischen fa-milien gemacht. Er wäre der zweyte söhn Oudart-Colberts,des Herrn zu Pouange, und Königlichen Secretarii , undFrauen Mariä Fouret, der Erb-Frauen zu Villacerf. Er wurdenach und nach Königlicher Staats-und hernach Cabinets-undgeheimer Rath , und Intendant de Justice in Lothringen , undstarb den 29. april an. 1663.
Colbert, (Franc. Gilb.) Marquis von St. Pouange, Se-cretarius des Finantz-wesens bey der Königin Maria Theresia vonOesterreich, hernach Königlicher Cabinets - Secretarius ; an.1701. wurde er Commenthur und Groß-Schatzmeister der Kö-niglichen orden, und starb den 23. octob. 1706. Er hat sichvermählet mit Maria äs Berthemet, einer tochter LaurentiiBerthcmet, aus welcher ehe er einen einzigen söhn, Francis-cum Gilbertum Colbert, gezeuget, dessen titul waren, Marquisäs Pouange, Seigneur de Chabanois, Feld - Marschall derKöniglichen armeen, rc. Er starb an. 1719. An. 1702. wur-de dieser mit Angelica von Escoubleau, einer einzigen tochterFrancisci des Grafen von Sourdis, Ritters der Königlichen or-den, getrauet, daraus ein söhn entsprossen, deme man bey sei-ner taufe an. 170;. auch den nahmen Franciscus Gilbertus bey-geleget hat.
Colditz/ (Grafen und Herren von) ein uraltes adelichesgeschlechte, indem Fridericus Graf von Colditz an. 935. indemvom Kayser Hcnrico Aucupe zu Magdeburg gehaltenen turntetmit gewesen , zu welchem niemand als turnier-maßige Personen,die ihre gewöhnliche ahnen erweisen konnten, gelahen wurde.Andreas, Grafvon Colditz, wohnte an. 968. dem turnier Kay-strs Ottonis I. zu Merseburg bey. Antonius, Graf von Colditz ,fand sich an. 996. bey dem zu Braunschweig von Hertzog Lu-dolph Pfaltzgrafen zu Sachsen angestellten turnier ein. Jo,hannes, Herr von Colditz , bekam an. m;. von Kayser Hen-rico V. die Burggrafschafft Leißnig, und war an. 1119. beydem turnier zu Göttingen , allein an. 1120. nahm ihmViper-tus der ältere Leipzig wieder. Hierauf erhielt Bruno von Kay-ser HenricoV. an. 1124. nach Vipertides ältern tode die Graf-schafft Pleissen, und Kayser Lotharius II. gab ihm an. uz6.die Burggrafschafft Leißnig dazu, nachdem Heimcus,Vlpertl desaltern söhn, mit tode abgegangen war. Sem söhn Ortwmusstarb an einer auf der jagd von einem wtlden schwem empfan-genen wunde ohne erben, und die Grafen von Colditz erbtenseine güther. An. 113 2. florirte Radebobus, Graf zu Plerssen,Leißnig und Colditz ; dieser verkauffte Friderico Larbaroiste an.*k<s. seineGraffchafftenund ämter vor 3°°.marck si!bers,undbekam über dieses dafür die Vogtey Bamberg nebst einem stuckeland oberhalb des Meißner-landes, an die Römische Vogtey,und Chemnitzer - Pflege stossend , wo jetzo Penrck steht. Semsöhn Henricus I. wurde an. n6c>. Burggraf zu Leißn^, welchewurde auch feine nachkommen besassen, welche unter Celstmg,(Burggrafen von) nachzusehen. Tbammius, chron. Coidic.ap. Manchen, script. rer. Saxon, tom. II. p. 667. 668. Leuberecatal. Com. Sax. ibid. tom. III. p. 183 ?• seqq.
COLDUI, COLDAVI, COLDULI, oder COLDITII, Wareeine nation derer Hermionen, welche zwischen der Saale undElbe in dem heutigen Meissen wohnten, und «st es nicht unwahr-scheinlich , daß Colditz ihnen gehöret, und von ihnen den nah-men bekommen habe. Strabo , VII.p. 443. Tbamm» chron.
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Coidic. ap. Menchew. script. rer. Saxon, tom. II. p. 66z. IhrFürst hatte seine residentz an einem erhabenen orte, bey demzusammenfluß der Mulda ; vielleicht aufdem Haynberge, oderder steinklippe, worauf das Colditzische schloß gedauet ist. Da-selbst hatte auch dieses volck einen hayn, worinnen sie ihren gö-tzen-dienst verrichteten, indem ein ewig feuer daselbst von einemnahe dabey wohnenden götzen-priester unterhalten wurde, wor-ein das volck allerhand höltz und brennende Materien warf,mit groster ehrerbietung um das feuer trat, und achtung ga-ben, ob sie in demselben ein zeichen sehen könnten, daß das ge-rat erhört worden, oder nicht. Zu gleicher zeit gaben sie demPriester geschencke zur Unterhaltung des feuerö, welcher ihnendie sich im feuer hervor thuende zeichen erklärte. Tbamm. 1 . c.p. 664. In der mitte des V. saeculi nahmen die Wenden diesegegenden ein, daher der nähme derer Colduorum erloschen ist.Tbamm. 1 . c. p. 664. seq. Albini Meißner, land - chron. IV.pag. 46.
Coldwell / ( Johannes) Bischoff zu Salisbury in Engel-land , hatte zu Cambridge studirt, war Medicin » Doctor,und darauf Decanus zu Rochester worden , als er an. 1391.obgedachte Bifchoffs-würde erlangte. Er ist der erste beweibteBischoff von Salisbury gewesen, und im oct. an. 1396. ge-storben. Godroin. de Epise. Angi. P. I. p. 411.
Cole / (Henr.) gebürtig aus der inful Wight, war beydesin der Theologie und denen Rechten Doctor, und hielt es baldmit denen Reformirten, bald mit denen Catholicken. Letztlichwurde er , weil er sich vor die letztern erklärte, unter der Köni-gin Elisabeth regiernng gefangen gesetzt, und starb an. 1379.im decemb. Man hat von ihm, nebst andern fachen, eine Lei-chen-rede aufden Ertz-Bischoff Cranmer. Wood.
Colebrook, einEngelländisther marckt-flecken in derGraf-schafft Buckingham, wo die gegend Stok genennet wird, andem flusse Coln, und r8. Englische Meilen von Londen gelegen.
TOiHion. Angl.
Coleman / (Eduard) ein in der Historie des XVII. feculibekannter Engelländer, soll eines Geistlichen söhn gewesen seyn,der bald in seiner jugend gelegenheit gehabt an die Jesuiten zu kommen, unter denen er sich lange zeit aufgehalten, undsich bey ihnen nicht allein die gefchicklichkeit in allerhand spra-chen zu reden und zu schreiben, sondern auch vornemlich ei-ne grosse stärcke in denen streitigkeiten über die religions - arti-ckul, zuwege gebracht. Dadurch ward er auch bey denenbeyden Beicht-vättern des Königs in Franckreich Ludovici XIV.nemlich dem P. Ferner und dem P. la Chaise, bekannt, die sichseiner als eines manns, der ihrer Societät sehr ergeben, über-diß kühn und verwegen, und wie ihm schuld gegeben wird, be-reit war, vor geld alles, was von ihm verlangt ward, zu un-ternehmen , zu einführung der Catholischen religion in Engel-land zmd zu verschiedenen andern absichten des Französischen Hofs in diesem Reich gebrauchten. Er ließ sich auch insonder-heit das erste mit grossem eifer angelegen seyn, und beredeteunterschiedene Protestanten die Catholische religion anzunehmen,verfuhr aber dabey so- unbedachtfam, daß der Hertzog von Jorceihn an. 1676. auf des Königs befehl aus der Hertzogin dienste,bey welcher er Sscrecarius war, wegschaffen muste. Man be-diente sich aber seiner gleichwol noch in diesem jähre zu denengeheimen Unterhandlungen mit dem Päpstlichen Inremunciozu Brüssel , die zwar fruchtlos abliefen, dem Coleman aberein ansehnlich stück geld einbrachten. Von dieser zeit an wollteer vor das Haupt der Catholischen partey in Engelland ange-sehen seyn, und suchte durch hülffe des Französischen Hofs,nach dessen absichten er in allen stucken handelte, nunmehr öffent-lich derselben aufnehmen in diesem Reiche zu befördern. An.1678. ward er von Tito Oates und andern angeklagt, daß eran der sogenannten Papistischen conspiratio» , die auf ermor-dung des Königs und einführung der Catholischen religion inEngelland abgesehen seyn sollte, theil hätte; worauf er zwar,so bald er hievon Nachricht erhalten, nicht allein seine schriftengrösten theils in sicherheit gebracht, sondern sich auch selbst mitder flucht gerettet hatte. Allein nach zwey tagen kam er wie-der , und indessen hatte man eine grosse menge von driefen beyihm gefunden, die er vergessen gehabt gleichfalls wegzuschaf-fen , und die ihm und seiner partey viel Nachtheil erweckten,weil man daraus die schlimmen absichten gegen den König unddie Englische kirche und ihre verdächtige correspondentz mit demFranzösischen Hof deutlich ersehen konnte , das Parlement er-bot sich zwar bey dem König vor ihn zu bitten , aber er läug-nete bis auf den letzten augenblick feines ledens alles das,wessen ihn die zeugen beschuldigt hatten, und blieb dabey, daßer die Catholische religion keines wegs durch gewalt, sondernvermittelst einer tolerantz einzuführen gesucht, ingleichen daßder König selbst um alle seine Handlungen gewust habe. Erward aber dennoch des hoch-verraths schuldig erkannt, und am3. dec. an. 1678. gehangen , und geviertherlt. Seine letzte Wortsollen diese gewesen seyn : Es hält kein mensch mehr fein Wort,'welches davon ausgelegt worden, daß er, nach der von demHertzog von Yorck'gegebenen Versicherung , immer noch gnadezu erhalten gehofft, ä Compleat HiJlary of England , tom. III.Eurnet , hist. des dernieres revolut. d’Angiet. Rapin , hist.d’Angl. tom. IX. .
Coleman, (Thomas) gebürtig von Oxford , war erstlichein Prediger zu Londen , Hemach aber zu Westmnnster, und