Band 
Erster Theil
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Malvagadie kkrche dei Precursore, und zu Rsmano einen lan-gen niit kramladen und Wohnungen versehenen Porticum haterbauen lassen. Ferners sind ewige denckmale seiner großmü-thigkeit das gebaude genannt Pietä, welches jährlich mehr als40000. lire einkunften hat , welche zur aussteur armer und tu- °gendsainer tochtern von Bergamo oder aus dieser stadt gebiethsollen angewendet werden; die Wasserleitungen, welche er miterstaunlichen Unkosten erbauet, sowol um wühlen zu Beraamozu treiben, als auch das umliegende geland zu wassern { daswieder aufgebaute und neun weilen weit von Bergamo entlegeneschwefel-bad Trescorio, welches er wiedrum üblich gemacht undmit vielen losamentern versehen hat; die mauren, mit welchener Solza sein geburts-ort umgeben hat; das schloß Malpaga,welches er in einen solchen stand gesetzet hat, daß es eines derschönsten in gantz Italien ist. Ja wann der tod diesen unver-gleichlichen Helden nicht verhindert hätte, so würde er in demBergamaskischen gebieth einen aus den, fluß Brembo abgeleite-ten, schiffbaren und durch hohe berg hindurch geführten canalvon iüo. Italiänischen weilen erbauet und zu stände gebrachthaben, vermittelst dessen waaren und menschen von Bergamo bis naher Venedig hätten können zu Wasser abgeführet werden;es wäre allbereit alles abgemessen, und der lauss des Wassers,wie er gehen, sollte, bestimmet: allein, wie gemeldt, es hat dertod die ausfuhrung dieses so nützlich als grossen werckes ge-hemmet. Sonsten schreibt man Bartholomöo Coleoni auch dieerfindung zu, die canonen auf rädern fortzubringen und solchein dem selb zu gebrauchen. Übrigens bejahe BartholomausColeoni bis in sein hohes alter eine recht verwunderliche stärckeund behändigkeit des leibs; In seiner jugend wäre er so starckund schnell auf den füssen , daß er mit völligem Harnisch an-gethan es in dem lauffen allen fußgängern vorthat , und ohneHarnisch so schnell als ein starckes Pferd lauffen konnte. Inseinem hohen alter ermüdete er die, so mit ihme giengen. Erwäre von einer verwunderliche» fähigkeit, gegemvart undscharfsinnigkeit des geistes, und belustigte sich sonderlich in demUmgang mit gelehrten leuthen. Er hielte zu Malpaga einenso kostbaren und prächtigen Hof, daß zu selbiger zeit kein Fürst-licher Hof denselben "übertraft. Er starb endlich zu Malpagaden z. nov. 147s- in beyseyn zweyer von der Republick Vene-dig um ihme beyzustehen abgeordneten Rathsgliedern, denener auch den rath gäbe, daß die Republick ins künftige nieman-den mehr eine so unumschränckte macht, wie die seinige wäre,einräumen sollte, welches auch bis auf den heutigen tag ist inacht genommen worden. Damit man zu Venedig den tod die-ses Helden so geschwind,als es immer möglich wäre,wissen möch-te , hatten die oberwehnte zween Senatores von Malpaga anbis naher Venedig grosse canonen je 1;. Italiänische weilenweit von einander pffantzen lassen. So bald er nun gestorbenwäre, feuerte man das bey Malpaga stehende stück ab, lindalso weiters die folgenden , so daß in weniger als einer stundzeit, sein tod zu Venedig bekannt würde. Seine hinterlassenereichthümmer waren mehr als Fürstlich. Unter andern grossenlegalen, die er gemacht hatte, wäre auch eines von 100000.baren gold-ducaten, welche er nebst denen ihme noch rückstän-digen bestallungs-geldern und einer obligation von 10000. du-caten auf Herculem, Hertzog von Ferrara, der Republick Ve-nedig hinterliesse, mit bitte, solche summa auf den wider denTürcken führenden krieg aufzuwenden. Am allerwenigsten aberhat er in seinen, testament seine anverwandte bedacht ; dasgemeine volck sagte, er habe solches darum gethan, weilen seinvatter und bruder von ihnen wären ermordet worden : alleinwann man betrachtet, wie sanft-und großmüthig er gemessnseye, wie er in seinem gantzen leben nicht die geringste raach-gier habe spüren lassen, ja daß einige söhne deren, welche die-se Mordthaten begangen hatten, unter ihme kriegs-dienste thaten,so kan man dieser meynung nicht beyfallen. Viel wahrschein-licher ist, daß dieses von einer unbedachtsamen rede eines Co-leoni herkomme, welcher, sich auf seine Verdienste steurend, sol-le gesagt haben: wann ich nicht verdiene sein erbe zusepn / so mag er sich einen andern wehlen. Ais nunBartholomäo Coleoni solche Worte hinterbracht worden, ergrun-mete er so sehr darüber, daß er sein testament änderte, unddiesein einbildischen vettern nur einen kleinen theil dessen, so erihm zugedacht hatte, hinterliesse. Vier tausend mann von sei-nen soldaten wollten sich keinem andern Generalen unterwerf-sen, vergnügten sich seinen grossen nahmen und die unter sei-ner anfuhrung erworbene wissensshafft zum anfuhrer zu haben,und leisteten noch vierzehen jähr lang sehr gute drenste. Eshatte zwar die Republick Venedig Bartholomao Coleoni beyseinen lebzeiten verheissen, ihme eine Ritter-saule muten aufdem St. Marcus-platz aufzurichten ; da aber sem tod so balderfolget ist, erkannte der Rath von Venedig , daß^zu ehren desverstorbenen Helden auf dem kleinen platz 88. (.svhanms undPauli , ihme eine Ritter-säulen von verguldtem ertz auf einemfußgestell von marmor mit folgender aufschrfft sollte aufgerich-tet werden.

LLR.PÜOI.OULO COLEONOBERGOMENSIOB MILITARE IMPERIUM

OPTIME GESTUM. .

: Guicciardin. de bello itinerario. Mascardi elogii di Capit,illustr. Giustiniam , lib. VIII. P. Calestinm. P. Calvn Cor*näjsano. Pktro Spno , und andre geschicht-schreiber.

Supplements /. Theil,

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Colcciiß i (Joh. Christoph) ein Lutherischer Prediger?war zu Altengottern, einem ohnweit Langensaltza in Thürin-gen gelegenen orte , den 7. sept. an. 1691. gebohren. Nach-dem er erstlich auf dem Gymnasio zu Gotha einen guten gründzu semen studien geleget, zog er an. 1710. auf die Universi-tät zu Wlttenberg , woselbst er an. ,71;. zum Magistro, undnachdem er sich hierauf mit verschiedenen Disputationen undCollegiis hervor gethan, an. 1716. zum Adjuncto der philoso-phischen Facultat ernennet wurde. Nach diesem ward er an.1720. Pastor zu Brücken , einem städtgen bey Sangerhausen ,und kam von dar an. 1724. nach Weimar , allwo er anfäng-lich die dritte stelle in dem Fürstliche» Gymnasio bekleidete ,an. 172z. aber zum Prediger bey St. Jacob , und an. 17;!.zum Hof-Prediger beruffen wurde, in welcher würde er auchan. 1756. den 7. mertz das zeitliche gesegnete. Seine schriftensind r Historia Duraeana ; Historia Gothofr. Arnoldi; Vita Bo-huslai Hastensteinii; Analecta ad Struvii introductionem inrem litterariam , welche an. 1729. dieser introduction selbsteinverleibet worden; Antbologia ; Acta Historico-Ecclesiastica,davon er die fünf erste theile ausgearbeitet: Acta litteraria Aca-demia: Wittembergensis, in 2. theil. Theologische Bibliotheck,in 84. theilen; ingleichen verschiedene Disputationes; Predig-ten ; U. N. M. Theolog. Bihliothec. P. LXXXIV. Acia hiß. Es -ciej. P.VI.

Colecus, (Anton.) ein voctor Juris, gebürtig ausLübeck,war ein söhn Antonii , welcher beym Hertzoge von PreussenAlberto II. Rath und Vice-Cantzler gewesen, und ein bruderHenrici, der an. 1641. als Lübeckischer Bürgermeister gestor-ben. Er war erstlich ein Canonicus und Advocat zu Braun-schweig , wie auch Assessor im Oder-Hof-gerichte zu Wvlssen-büttel , hernach wurde er Rath und Vice-Cantzler an deinSachsen-Lanenburgischen Hof, ferner Präsident in der regie-rung zu Ratzeburg, und endlich Bürgermeister zu Lübeck . Erstarb im 7;. jähre seines alters an. 1648. den 7. septembr. undließ .jurisprudentiam Isagogicam ; Differt, de Jure Imp. Germ.die Biermann in seiner Collection eindrucken lassen ; de con-servandis Canonicorum Collegiis. Sein leben Hat BangertUsbeschrieben, a Seelen , Athen . Lubec. Witte. diar.

Eolerus / C Christoph ) ein gelehrter Philologus und Juri-ste, gebürtig aus Francken, lehrte um das jähr 1598. die Hu-maniora zu Altorf mit vielem rühm. Man siehet aus eini-gen briefen, daß er sich nach diesem zu Heidelberg , Cracau,und andern orten aufgehalten, nirgend aber seinen beständi-gen sitz gehabt habe. Er soll endlich in Oesterreich in der Ca-tholischen religion gestorben seyn. Er hat über den Terentium ,Sallustium, und Valerium Maximum gelehrte, anmerckungengeschrieben; und über dieses Prosodiam Gnecani ; Orationemin obitum Jani Doufe ; Diatriben de Ratione discendi JusCivile ; Parerga , Altorf 1664. in 8. Epigrammata & senten-tias ex utroque Jure denuo collectas & in ordinem alphabe-ti affabre dispositas, Straßburg 159s. in8. hinterlassen. Ammeisten ist seine Epistola de studio politico recte instituendobekannt, welche zu Giessen an. 1621. in 8. gedruckt, sonstmaber auch verschiedenen sammlungen kleiner schriften von diesermaterie einverleibet ist. Epist. Gudianse paffim. Apini, vitasPhilosoph. Altorf. Martinis de dar. Coler, p. 9.

Colmio , (Christoph) ein Echtester, gebürtig von Büntzehwar Moralium, Politices, Historiarum & Eloquentias Professorim Gymnasio zu Breßlau, wie auch Bibliothecarius zu St°Maria Magdalena , und starb an. 1658., Er hat einige Ora-tiones, als de Vita Martini Opitii, Leipzig 166;. in 8. deBibliotheca Mario-Magdalemea Uratislaviensi, Bveßlau 1699»in 4. de Studio Politices ordinando, und Panegyricos auf ho-he Personen heraus gegeben. Witte, diar.

Colewe/ (Jacobus) ein Schlesier, wurde an. 1^4. Pa-stor zu Lauban in der Laußnitz , und als man ihn das folgen-de jähr von dar vertrieben , ward er an. iz66. Pfarrer zuAdelsdorf im Liegnitzischen, und gleich hernach zu Wohlan.Von hier kam er an. 157;. als Pastor nach Neukirch, wo eraber wegen des artickuls de Persona Christi mit LeonHard Creutz-heim viel zu thun bekam, auch mit Flacio ein und andersColloquium de peccato originis halten MUste, und an. i;7;>da er den gradurn eines Doctoris zu Franckfurt angenommen»wurde er PrTpositus und Affeffor des Consistorii zu Berlin ,welches amt er in die 37. jähr lang verwaltet, auch bie For-mulam Concordias zu Rostock i;8o. mit unterschrieben hat.Er ist auch 1;. jähr Superintendent des Gnstrauischen krei-ses gewesen, und hat die stadt-schule zu Güstrau an. 1602.auf befehl Hertzogs Ulrichs instauriret, und eine eigene jchm-ordnung gemacht; ingleichen war er auch des Furstl. Meck-lenburgischen Consistorii zu Rostock Assessor. 'Er dalf El!«Huttero die Hebräische Bibel heraus geben, und starb an.1612. den 7. mertz in dem 7;. jähr seines alters, nachdem

er Historiam Colloquii supra dicti; Orthodoxam Doctrinamde Anima: immortalitate & statu post mortem, unb einen trackakde Exorcismo geschrieben. Sinapii Schles. curivs. tom. II.p. 7; 6.Witte, diar. Mecklenburgisch. Gelehrten Lericon. cent.I. p. 7- Lq.

Colerus, (Christoph) ein söhn Jacobi Coleri, war Ar.lchidiaconus zu Parchim in dem Mecklenburglsthen, und starban. 1619. den -z, vetobr. Er hat sich durchsein Haus-buch»Hhh hh 2 st>