Die Produkte der Pflanzungen sind Kopra , Kaffee, in den letztenJahren auch Kakao und Baumwolle. Die Hauptausfuhr ist aber Kopra und wird es jedenfalls bleiben, denn die Inseln scheinen recht eigentlichfür die Kultur der Kokospalme geschaffen zu sein, während Kaffeezwar auch sehr gut gedeiht, aber viel Arbeitskräfte verlangt und in denletzten Jahren oft an Krankheiten gelitten hat. Kautschukpflanzungenhaben die großen Erwartungen, die man in sie setzte, nicht erfüllt.
Trotz der großen Zahl von Beamten kann von einer Regierungder Inseln kaum die Rede sein, wenn es sich nicht um die größerenNiederlassungen handelt. Magistrate fehlen in den meisten Inseln, sodaß von Verbrechen nur so viel den Behörden zu Ohren kommt, alsvon den Pflanzern angezeigt wird. Diese verschweigen aus leicht be-greiflichen Gründen die meisten Vergehen Weißer. Die Tätigkeit derRegierung außerhalb Port Vila beschränkt sich auf einen periodischenBesuch der Pflanzungen durch einen Inspektor von englischer und aufgelegentliche Rundreisen des Residenten von französischer Seite.
Die Eingeborenen haben eigentlich kein Mittel, der Regierungihre Beschwerden vorzutragen, müssen sich aber jeder Strafe auf dieKlage eines Weißen hin unterziehen. Dies ist in der Tat ein einseitigesVerhältnis. Zum Glück nehmen sich die Missionare der Eingeborenenan; auch reicht der Arm der Regierung nicht weit über den Küsten-gürtel hinaus. Im Innern leben die Eingeborenen von der Polizei völligunbehelligt, so daß oft nur wenige Wegstunden von einem zivilisiertenPflanzungszentrum noch Kannibalismus herrscht. Früher schrecktengelegentliche Strafexpeditionen und Beschießungen durch Kriegsschiffedie Inlandstämme, heute haben die Eingeborenen erkannt, daß sieim Urwald leicht jeden Angriff zurückweisen können, und fühlen sichunabhängig.
Es ist daher kaum das Verdienst der Regierung oder der Pflanzer,wenn heute die Bewohner der Inseln zum großen Teil friedlich gesinntsind, sondern es ist dies allein das Verdienst der Mission, die durchMissionare und eingeborene Lehrer den endlosen Fehden und damitder Selbstzerstörung der Rasse Einhalt tun konnte.
Auf den Santa-Cruz-Inseln ist heute erst eine einzige Pflanzungangelegt, die durch Arbeiter aus den Salomonen gepflegt werden muß,weil die Eingeborenen von Santa Cruz einstweilen noch nicht zur regel-mäßigen Arbeit auf der eigenen Insel zu gebrauchen sind. Dafürverpflichten sie sich aber oft zur Arbeit auf Pflanzungen der Salomonen,so daß sich auch schon in den Santa-Cruz-Inseln die schädlichen Folgender weißen Kultur bemerkbar machen, allerdings in schwachem Maße,da die Arbeiterverhältnisse in den Salomonen von der englischen
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