bry Hofe soll die reinliche Uniform des Philanthropi-num eben so gut angesehn seyn als das kostbarste Gal-lakleid. Der Jüngling, welcher mit dem Ehrenzeichendes grösten Fortganges in der Tugend und in den Wis-senschaften gezieret dahin kommen wird, soll da immeram besten aufgenommen werden. Man muß ihnen diekostbarere Kleidung der Hofleute und andrer Reichennicht als einen Vorzug derer ansehen machen, die sietragen, sondern theils als eine Folge von Pflichten,welche die Grossen und die Reichen gegen das Volk zubeobachten haben, theils als eine Frucht der Dohrheit,welche diejenigen so weder groß noch reich sind ver-leitet es scheinen zu wollen, und welche eine Quelle vonunzählichen Uebeln ist. Der Geschmack und die Rein-lichkeit müssen ihnen als die einzigen Zierden vorge-stellet werden, welche der Vernünftige in der Kleidungals etwas wirkliche- schätzet und verlanget; indem erjedoch nur die Reinlichkeit als etwas wesentliches an-flehet. Ich verlange deshalben nicht, daß nicht dieZdglinge wissen sollen, daß einer reicher oder vorneh-mer ist als der andre. Diese Unwissenheit würde ihrenVorstehern den Anlaß benehmen, sie in wesentlichenTugenden zu üben. Man würde die minder Begüterten
und