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wo nicht die vollkommenste Ordnung herrschet, undwenn sie hinkommen würden, so müßten Väter, Mütter,Verwandte und Hausgenossen vor den Augen derKinder alles verbergen, was verderbliche Eindrücke ver.anlassen könnte. Man müßte sich auf den Empfang derKinder wie auf eine Ceremonie von der größten Wichtig-keit vorbereiten. Es ist eine fehr grosse Lehre wasJuvenal sagt, msxims äsbetur xuero reverentis; rvoRinder und Jünglinge sind kann man nie be-scheiden und ehrfurchtsvoll genug seyn. Ichwill aber damit nicht sagen, daß nicht Freude undMunterkeit diese kindlichen Besuche beseelen sollen; Nurmeyne ich, daß Freude und Munterkeit mit der größtenAnständigkeit verknüpfet seyn müssen. Denn die wahreFröhlichkeit ist die Seele einer guten Erziehung und dieGrundlage einer guten Gemüthsart.
Ein Traum erzeuget einen andern oder er erneuerteinen solchen. Als wir mit einander über die Philan-thropinen redeten, wurde in mir der Wunsch widerrege, der schon viele Jahre mein Lieblingswunfch ist;einige Jahre dem Unterrichte wohlgearteter Jünglingemich zu widmen, und mit ihnen die Bahn wieder zudurchlaufen, die ich chmals mit so vielem Vergnügen
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