A 6 V. Niderlaͤndiſcher Meerwermuht.
Abſinthium Seriphium Belgicum.*
3 dal.
ohn alle Umſchweiff darbey bleiben muͤſſen/ und einKraͤutlein ſuchen/ das durchaus etlicher maſſen eineGleichheit habe mit der kleinen Stahwurtz oder Gar-
ten Cypreß. Wann wir nun der Sachen fleiſſig nach-
denckens haben/ finden wir des Seriphii Dioſcoridis,
das iſt/ wahrhafftigen Meerwermuhts zwey Geſchlecht., Das erſt und warhafftig Seriphium iſt ein klei-naht, nes Kraͤutlein/ kom̃t von einer harten/ langen holtzech-Warhafftig tigen Wurtzeln/ die vaſt ſo tieff in der Erden/ als dasSeriphinm. Kraͤntlein mit ihren Stengeln, deren es viel fort trei-bet/ über der Erden ſtehet: Dieſelben ſeyn dunn/ einer
halben Elen lang/ mit runden kleinen Nebenzweiglein/
D ſſein,jerkerfft wie der kleinen Stabtvurg oder GartenCypreß/ mit reiner ſubtiler weiſſen Wollen überzogenwie das Ruhrkraut. An den Gipffeln gewinnet esſchoͤne/ runde/ gedrungene/ goldgeele Blumen/ welchenfolget der Saamen dem Chamillen Saamen aͤhnlich/hat ein ſtarcken/ doch nicht unlieblichen Geruch: derGeſchmack iſt ein wenig bitter. Dieſes Kraͤutlein ver-gleichet ſich der kleinen Stabwurtz ſo nahe/ daß man eskaum/ ſo ſie bey einander geſehen werden/ unterſcheidenkan/ allein daß es weiſſer und wollechter iſt und dieBlaͤttlein auch etwas kleiner ſind/ wie auch das gan-tze Kraut kleiner iſt. Es kan in unſerm Land die Win-terfroͤſt nicht erleiden/ iſt ein Sommergewaͤchs/ undmuß im Winter in warmen Kellern erhalten werden.In der Provintz waͤchſt es vor ſich ſelbſt ohn einige
EPflantzung/ wie der Roßmarin und Lavander/ es bluͤ⸗ Kr buch weitlaͤuffiger handeln.) Das erſte iſt dem Pon -
het im Brachmonat...
n. Il. Das ander Geſchlecht iſt dem vorgeſchriebenenA Ge⸗Meerwermuht nicht vaſt ungleich/ hat ein SrämleinMeerwer⸗ untenher Daumensdick/ daraus wachſen viel Gaͤrtenmuht. oder Stengel einer Elen lang, gezieret mit Blaͤttlein
die laͤnger ſind als des Meerwermuhts/ zerkerfft/ denHeidenblaͤttlein vaſt gleich/ find doch feiſter/ weiß undwollecht: an den Gipffeln kommen heraus ſchöͤne/ gee-le/ runde Blumen/ den vorigen Daft gleich wie auch derSaamen. Die Wurtzel iſt holtzechtig/ hat viel Zaſeln/der Geruch iſt lieblich un wuůͤrtzechtig/ die Blatter/ Blu-men und Saamen ſind am Geſchmack etwas bitter.
22 D. Jacobi Theodor Tabernacmontani/* VI. Frantzoͤſiſcher Meerwermuht.Abſinthium Santonicum Gallicum.*
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Die Blaͤttlein an den Stengeln und Zweiglein ſeyn
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Es wird auch diefes Kraut bey uns in den Gaͤrten ge⸗ hzielet/ und kan den Winterfroſt zimlich leiden. In der;Provintz waͤchſt es wie das erſtgeſchrieben Seriphium vvor ſich ſelbſt/ bluͤhet wie das vorige im Brachmonat. lIII. Das dritte Heſchlecht hat mir der Hochgelehr: Ir l
Wilhelmus Turnerus Anglus erſtlich mitgetheilet/ ern nhtin unſerm gemeinen Wermuht gleich an aller Geſtalt/die Blaͤtter find aber weiſſer/ der Geruch iſt ſtarek undabſcheulich/ der Geſchmack iſt bitter und verſaltzen/ unslieblich und widerwilliſch/ waͤchſt an Geſtadẽ des Meeꝛs/und ſonderlich findet man deſſen viel in Seeland beyFliſſingen/ daher ichs ſchoͤn bekommen. Wiewol nundas auch ein Meerwermuht iſt/ ſo iſt er doch den vorge-meldten wahren Seriphiis nicht gleich/ auch von denAlten nicht beſchrieben worden.
1V. Noch hab ich ein klein Geſchlecht des Wer-muhhts/ iſt ein ſchöͤnes drauſchelechts Kraͤutlejn wie einBaͤumlein/nit mehr als eines Fingers lang/ die Blaͤt-ter vergleichen ſich dem Bergwermuht,/ find doch vielkleiner/ it mir von Ludovico Burgundo einem Apo-thecker mit andern Meer⸗gewaͤchſen zugeſtellt worden/der/ alß er mit zwweyen Graffen in das heilige Land gereiſet/ es am Geſtaden des Meers Tiberiadis oder amSee Genezareth geſamlet hat.
I Weil ich in meinem Matrhiolo, ſo ich in Druck v.geben hab/ noch iwey Geſchlecht des Meerwermuhts fergeſetzt/ hab ich ihren allhie auch kuͤrtzlich gedencken woͤl⸗ nnnlen(wil von dieſem und andern in meinem Kraͤuter-
, za
V.Vierte Meerwermuht.
tiſchen⸗wermuht nicht vaſt ungleich/ hat aber breitereBlaͤtter fo weiß und wollecht ſind/ ſeine Bluͤmlein find xgelbroht vermiſcht/ welchen folget der Samen/ ſo klein/
bitter und ſcharff iſt. Das gantze Kraut iſt bitter/ und
hat einen zimlichen guten Geruch. Dieſes findet man
am Geſtaden des Meers bey Maſſilien/ in Niderland
und Engelland/ wiewol ichs auch an dem Venediſchen
Geſtad Lio genant/gefunden habe.
Das ander Geſchlecht hat breite Blätter/ fo auch v..grüner find dann des Pontiſchen/ fo ein unlieblichen Meerwer-Geſchmack haben, und ein ſtarcken Geruch. Dieſes mubt.waͤchſt vor ſich ſelbſt in der Provintz Franckreich/ ſo
man
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