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Kleiner Bey-uuß.
Neer-Beyfuß.
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* IX. Meer Beyfuß.Artemiſia marina. JI.
zerſchnittene Blaͤtter mit weniger Kerffen/ wird faſt ei-ner Elen lang/ die Wurtzel iſt holtzechtig und weiß/ mitwenig Zaſeln: Oben an dem Stengeln? deren es dreyoder vier hat/ thLilt es ſich in kleine Neben aͤſtlein/ da kom-men aus kleinen ſchiepechtigen Saͤcklein oder Haͤußleinſchoͤne weiſſe Blumen/ mit acht oder neun Blaͤttlein/die vergleichen ſich der Blumen des Mettrams/ ſinddoch groͤſſer/ und iſt das inner geel Buͤtzlein kleiner/ hatgar keinen Geruch. Waͤchſt am Altzeyheymer⸗Gaͤu inhartem waſechtigem und ſteinechtigem Erdrich/ deß-gleichen an etlichen Orten des Reyngaus: wird ſonſtſelten gefunden/ wie es auch ſehr wenigen bekant iſt.Die Figur dieſes vierten Geſchlechts/ findet man inder 4. Sek. im 29. cap. da es dann Wund Reynfahrngenant wird.]Kleiner Beyfuß. Artemiſia minor.
Schein frembden kleinen Beyfuß haben wir zu be?
ſchreiben/ der aus frembden Landen zu uns ge-bracht worden. Der hat ein langlechte holtzechtige dün-ne Wurtzel mit vielen Zincklein oder Nebenzaſeln/ dar-auß wachſen fuͤnff oder ſechs kleiner duͤnner Stengleinoder Gertlein/ auf anderthalb Spannen lang/ gleichder Gertwurtz/ die ſich oben zum end zu/ mit etlichen Ne-benaͤſtlein austheilen: Die Blaͤtter um die Stengelherum ſind viel kleiner und ſchmaͤler, dann des gemei-nen Beyfuß/ an der Farb Sattgruͤn und tieff aus ge-ſchnitten wie der Chamillen. Oben am end der Gert-lein und Nebenaͤſtlein/ folgen viel kleiner geelgruͤnerKnoͤpfflein/ das find die Bluͤmlein und Samen.Der Geruch und Geſchmack dieſes Kraͤutleins iſt wiedes gemeinen Beyfuß/ derwegen wir es auch vor einGeſchlecht des Beyfuß halten. Es iſt ſehr gemein inder Provintz Franckreich/ da es in ziemlicher Menge vorſich ſelbſt waͤchſt/ muß aber bey uns in Teutſchland inden Gaͤrten gezielet werden/ und iſt ein Som̃er gewaͤchsdas bey uns den Winterfroſt nicht erleiden kan.
Meerbeyfuß.1. Dr Meerbeyfuß bringt herfuͤr von einer holtzech-
tigen/ zaſelechtigen Wurtzeln viel grau weiſſer/
dünner/ runder Stengel/ die find einer Elen lang/
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D. Jacobt Theodori Tabernaemontani/X. Meer Beyfuß
Artemiſia marina. II.|
auch bißweilen laͤnger. Die Blaͤtter um die Stengelherum auf der Erden ligend/ ſind ſchmaͤler und kleinerdann des gemeinen Beyfuß/ tieff zerſchnitten oder zer-ſpalten und Eſchenfarb// wie auch das gantz Gewaͤchs-vben her find die Blaͤtter weniger zerſchnitten auchſchmaͤler/ alſo daß etwan ein Blat nicht mehr als einenoder zween Spalten hat/ dem Meerfenchel gleich. Die
Stengel tragen oben an Gipffel viel kleiner geeler
Bluͤmlein/dar auf folget hauffechtig der geel Saamen/der iſt kleiner dann der andern Beyfuß Saamen/ demSaamen des Wermuths ſich beſſer vergleichend. DerGeruch des gantzen Krauts iſt lieblich faſt wie der Ge-ruch der Stabwurtz/ der Geſchmack iſt bitter und ver»ſaltzen. Er waͤchſt vor ſich ſelbſt an den Geſtaden desMeers. So dieſer Beyfuß in den Gaͤrten gepflantztwird/ waͤchſt er wol und komt glůcklich fort.
2. Noch iſt ein ander und kleiner Geſthlecht desMeerbeyfuß/ deſſen Blaͤtter/ wie auch das gantze Krautſchmaͤler und kleiner ſeynd, dann des vorgenanten:Das gantze Staͤudlein iſt Eſchenfarb/ hart/ holtzechtigund zaſelechtig/ der Geſchmack iſt bitter und verſaltzen/wie des vorgemelten/ der Geruch auch lieblicher/ faſtwie der Lavander/ waͤchſt auch an geſtaden des Meers/iſt aber nicht fo gemein wie das erſte.
Von den Namen der vorgenantenBeyfuͤſſeen.
E S treiben nicht allein die alten Weiber/ ſondern
auch viel hoher Leute, die doch ſich vor ſehr weiß undverſtaͤndig halten/ viel Aberglauben mit dem Beyfuß-welches vielmehr einer Zauberey/ dann natürlichenKünſten zu vergleichen. Etliche graben dieſes Krautauf gewiſſe Tage und Stund/ ſuchen Narꝛenkohlenoder Thorellenſtein darunter/ das hencken fie an vor Fie-ber und andere Kranckheiten. Andere machen Kraͤntzdarauß/ und guͤrten es um den Leib/ werffen es dar-nach mit ihren beſondern Reymen und Spruͤchen inS. Johanns Feuer auf S. Johannſen des heiligenTaͤuffers Tag/ vermeinen damit alles ihres Ungluͤcksentledigt zu werden. Wiewol nun das gemelte Krautin groſſem Werth zu halten/ um ſeiner herꝛlichen Tu-
gend/
cen. nt.