Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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Das Erſte Buch/ Von Kräutern, 51

dem allmaͤchtigen begabet/ ſtehet es doch Chriſtenleutenſehr uͤbel an/ daß fie wie die unglaͤubigen Juden/ Hey-den und Zigeuner/ Zauberey und dergleichen Narꝛheitund Gauckelwerck damit treiben.

J. Es hat die Koͤnigin Artemiſia des heydniſchen

Koͤnigs Mauſoli Ehegemahl/ viel Kranckheiten mit

dieſem Kraut geheilet/ derowegen es auch von ihr denNamen"Aptepiore, Artemiſia, Griechiſch und Latei-niſch empfangen. Andere wollen daß es dieſen Namenvon der Jaͤgerin Artemide hekommen hab /die ſonſt Di-ana genant wird. Sonſt wird es von den Griechen A0.Tenina x νοùνσά das iſt/ArtemiſiaLatifoliazu unterſcheid der andern geheiſſen Bey dem Dioſcori-de und Apulejo, Mπάs M G, DENT, EDETIA,Zb G, ela, Auchpu, Alta Arhpcn, oc AyA gay, Tas ee Ts, mess Aber und Achs,Ca9eoin, Oe uon, Fon& ich ædσ, nes Goo, Alxps, ν s C&, und Tapes, wie Plinius im 25.Buch Cap. J. bezeuget. Lateiniſch Chariſtelochia, To-x6tis, Toxitèſia, Genitura Vulcani, Toxoòbolum,Sanguis Saturni und Sanguis Hominis, von wegender ſchoͤnen rohten Stengel Item Cana paria von wegen der holtzechtigen Stengel/ die ſich den Hanfſtengelnvergleichen. Und Olus Regium; Herba Regia, vonder keuſchen Königin Artemiſia obgemeldt/ desgleichenRapium, von Apulejo Sitium, von Pythagora Pe-Xaſis, von Dioſcoride und Apulejo Valentina undValentia, um feiner fuͤrtrefflichen Krafft und Tugend

willen. Marcellus Empyricus ſchreibt/ daß es zu ſei⸗ H

ner Zeit von den Frantzoſen Brycumum ſey genantworden. Bey dem Matthæo Sylvatico dem AuthorePandectarum wird es Jeramia und Jerania genant/fuͤrnemlich aber verſtehet er dardurch die Wurtzel desBeyfuß. Sonſt wird der Beyfuß auch von ihm ge-nant Bemaſtrum, Amarantium, Amantina, undvon den gemeinen Kraͤutlern Armoſia. K Artemi-ſia vulgaris major, C. B. Artemiſia,(Parthenij?.ſpecies) Brun. Gef. hort. Trag. Ang. Matt. Lac.Cord.inDioſc. Ad. Lob. obs.& icon. Caſt. Cam. La-tifolia Fuch. Lon. Dod. communis, Dod. gal. major.Cord.hiſt.prima vulgaris, Lug. vulgaris Tur. Cluſ­ hiſt . Thalio; altera pol yclonos dicta Dioſc. Cæſ-Mater herbarum Lob. Ser.] Von den Walachenwird er genant Kuoſte/ Zunoſte und Zyred. Arabiſchheiſt der Beyfuß Belengefif, Moluſar und Moluſari: Bey dẽNali abhate hereniaſlum, Bereniaſcton und Berinemaſecum.

Italiaͤniſch Artemifia, und bey den Venedigern Herba della madonna. Hiſpaniſch rtemiſa und Altamiſſa.Frantzöſiſch del armoiſe, armoiſs, Herbe de S. Jean. Sonſtwird es auch von den Kraͤutlern Mater herbarum,und von dem Vegetio Dianaria, ſonder zweiffel vonder Abgoͤttin Diana; die auch Artemis heiſſet/ genant.Auf Polniſch heiſt es Bilicza. Boͤhemiſch/ SGzernobyl-und Cernobyl/ und Ungeriſch/ Fekete Irom. Vonden Egyptiern wird es Aneſe und Neiaſar genant.Die Niderlaͤnder nennen es Byvoet und S. JansCruydt. Die Engellaͤnder Mugwwort. Die TeuiſchenBeyfuß/ Buck/ Sanct Johanns Guͤrtel/ das iſt-

Cingulum divi Johannis, Sonnenwendguͤrtel und

Himmelkehr. Das mit dem rothen Stengel wird Lat-einiſch Artemiſia rubra, und Teutſch Rotbuck/ oderother Beyfuß genant. Das ander mit dem weiſſenStengel Artemiſia alba, Teutſch/ Weißbuck oderweiſſer Beyfuß.

Il. Das zweyte Geſchlecht des Beyfuß/ das wirTeutſchen gemeiniglich Mettram neñen/ iſt bißher vonvielen faͤlſchlich vor das Parthenium der Alten gehal-ten worden /wiewol doch die Hochberüͤhmten Maͤnner-Anthonius Müſa Braſavolus, Leonardus Fuch-ſiusGuilielmus Rondelerius andere mehr gelehrteMaͤnner/ das recht und wahrẽ Pbarthenium Bioſcori-

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A gend Krafft und Nutbbarkeit willen/ damit es von Gott F dis, zeitlich gnug haben angezeigt/ wie wir von dem

Krottendill davon genugſam Bericht gethan haben/und muͤſſen fie dieſes Kraut, das zwveyt Geſchlecht desBeyfuß der Alten laſſen bleiben/ ſintemal nicht allein dieBeſchreibung der Alten /ſondern auch feine Krafft undTugend durchaus mit ůͤbereinſtim̃t. Dieſes wird Grie-

chiſch weayarlıs genant/ von wegen feines ſtarcken

Geruchs/ und Adıxwrzı5 von wegen der ſchoͤnen weiſ-

fen Blumen: Item övız sm und zy ab efecy. Latei-niſch heiſt es bey dem Apulejo Traganthes, ArtemiſiaTraganthi, Onicanthe, QOnanthemum und Leuco-pis. Bey den Kraͤutlern und Simpliciſten heiſt es Ma-tricaria, Matronaria, Amarella, Amaru ſca, TageresOculus ſolis, Matronella und Parthenium adulte-

6 rinum oder Pſeudoparthenium. Matricaria vul-

garis, C. B AAmaracus Galeno& Ægineree. Matri-caria, Parthenij 1. ſpecies Brun. Mãatricaria Trag-Lon. Dod. Cæſ. Lugd. Ger. Camer. noſtras, Ad.Lob.fſ.ſimplici Eyſt. Amaracus Ge leni, EricioCor-do, Parthenium, Matth . Cord. in Dioſc. Dod. gal.Gef. Hort. Lac. Caſt. Thal. 2. Tur. Artemiſia tenui-folia Euch. ramoſæ altera ſpecies, Fuchſ. in icon.}Italiaͤniſch Amarella, Marella und Manricaria. Spa-niſch Maga fa, Matricaria, Frantzoͤſiſch Matricasre undHbargoutte. Boͤhemiſch/ Niimbada/Ungeriſch wie Ca­ rolus Cluſius bezeugt/ Benedicta und albakßenedicta.Auf Engliſch Feuerfew und Fedderfew/Niderlaͤndiſch und Flenriſch/ Mater und Moedercruydt. Auf Hoch-teutſch/ Metram oder Mettram/ Bocksblum/ Matre-nen/ Meter /Metre/ Matronkraut/ Meydkraut/Meyd-blum/ Mutterkraut, Meterkraut/ Feberraut/ Cohen»aug/ Metterig und Magdblum.

II. Das ander Geſchlecht des jetzt gemelten Krauts/mit den geelen Blumen/ das in den abgehauenen waͤl-den waͤchſt/ heiſſet geeler Metterig und wilder Mettram/das iſt Matricaria lutea und Matricaria ſyl veſtris.

III. Das dritt des zweyten Geſchlechts mit den ge-fülleren Blumen, heiſſet ben den Kraͤutlern Marrica-ria multiſlora, oder Matricaria flore pleno. Marri-caria flore pleno, C. B.& Cam.& Eyſt. Matricariaduplici flore, Lob. icon. Ger. Parthenium pleno ſi-ve polyphyllo flore, Cluſ. pan.& hiſt.] Teutſch/gge-fůllter Meter/ oder gefüllt Magdblum.

IV. Das viert Beyfuß⸗Geſchlecht/ des jetztemeltenKrauts/ mit den wolriechenden Blumen, wird Latei­ niſch zu unterſcheid des erſtgemeldten Meterskraut ge-nant/ Spaniſch Meter oder Spaniſch Magdblum:Lateiniſch, Matricaria odorata und Matricaria Hirſpanica. Die Medici und Kraͤutler in Hiſpanien nen-nens Argentinam, Matricaria odoratior, C. B.Marricaria altera ex Ilva, Camerario.]

III. 1 Das dritt Geſchlecht des Beyſuß Dioſco-ridis und Apuleij, iſt der Ordnung nach das ſiebend/das halten etlich für cin Geſchlecht Harrhenij und nen-nens Parthenium Maſculum, aber fie fehlen daran/dann es iſt das recht Artemiſia tenuifolia, wie ſolchesJohannes Ruellius und viel andere gelehrte Maͤnnerhaben an Tag geben /mit welchem ich es auch halte/ ſin-temal die Beſchreibung der Alten ſamt den Kraͤfftenund Wirckungen/ die fie der Artemiſiæ tenuifoliæzuſchreiben/ mit dieſem uͤbereinſtim̃en. Es heiſſet Grie-, DU G@- ,UNd MovöxAwvogdas iſt/ Artemiſia tenuifolia, und Artemiſia unicau-lis. Sonſt wirds von den Medicis und Simplieiſtengenant Athanaſia, Herba Immortalis, Tanaſia undTanacetum: Von Jacobo Manlio und GuilielmoVarignana wirds Daneta genant. Matthæus Sil­ vaticus nennets Herbam Mariæ, Tangetam undTanaſiam.( Tanacetum vulgare luteum, G. B. Ta-nacetum Matricariæ 2. ſpecies& Partheniũ, Brun.Tanacetum Matth . Geſchort. Lon. Lod. Lob. Cæſ-Ger. vulgare Trag. Eyſt. millefolij folis, Ad. Lob.

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