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D. Jacobi Theodori Tabernaemontant/
A icon. majus Dod. gal. citrinũ, Thal. Artemiſia mo- F und die Meterkraͤuter/ haben eine Krafft zu erwaͤrmen
noclonos, Fuch. tenuifolia, Fuch. icon. Ambroſiaquibuſdam Cord. in Dioſc. Athanaſia vulgaris,Lac. Athanaſia, five Tanacetum, Lugdun. Gaſt.]Italiaͤniſch heiſſet es Canaceto, Haneto, Athanafıa, Daenda:Frantzöͤſiſth Arhanafe, Panaifie efbece de Tanſi. UngariſchVaradich/ Engliſch Tanſe/ Flemiſch und NiderlaͤndiſchReynvaer/ Reynvarren und Wormeruyt/ Hoch-
teutſch Reynfahrn und Wurmkraut.
II. Das zweyte Geſchlecht des dritten Beyfuß mit dẽweiſſen Blumen/ wird von den Kraͤutlern und Sim-
pliciſten Tanacerum albũ genant/ von den Italiaͤnern
witte Reynvaͤren/ ind Hochteutſch weite Reynfahrn.
III. Das dritte Geſchlecht des dritten Artemiſiæ,
und zutrůcknen/ machen duͤñ/ und dringen durch/ undzertheilen/ ſeynd warm im dritten /und trucken im zwey-ten Grad. Man braucht dieſes Kraut und ſeine Wur-gel/ gruͤn und duͤrꝛ: Und ſollen dieſe Kraͤuter von denWeibern billich in Ehren und hohen Wuͤrden gehal-ten werden/ als nuͤtzllche Kraͤuter zu den Mutterkranck⸗,heiten/ beyde innerlich und aͤuſſerlich zu brauchen/ undfind ſonderlich dienlich/ Daͤmpff und Bader darauszu machen..
Alle Reynfahrn Kraͤuter/ die Geſchlechter des Bey-fuß ſeynd/ haben gleiche Krafft zu erwärmen, zu trück-nen und zu erweichen. Darneben hat aber der erſtbe-ſchrieben und gemein Reynfahrn ein beſondere Krafftzu zeitigen und zu reinigen/ ſoll derwegen billich von den 64.
B heiſſet bey den Kraͤutlern und Simpliciſten/ Tanace- G Wundaͤrtzten lieb und werthgehalten werden/ die alten alte ch aden.
tum Crifpum» Tanacetum Criſtatum, und Tana-cetum Anglicum, dieweil der in Engelland ſehr ge-mein iſt/ und von dannen zu uns in Teutſchland iſt ge-bracht worden.[ Tanacetum foliis criſpis, C. B. Ta-nacetum argutioribus fimbriis, Ad. criſtatum An-glicum, Lob. icon.& obſ. Lug. Eyſt. criſpum, Dod.Anglicum, Camerario, Ger.] Italiaͤniſch heiſſet erTanaceto creſpo. Niderlaͤndiſch und Flemiſch EnghelſcheReynvageren/ und Hochteutſch krauſer Reynfahrn undEngliſcher Reynfahrn.
IV. Das vierte Geſchlecht des Reynfahrns/ wel-
ches der Ordnung nach das zehend iſt, wird von denKraͤutlern und Simpliciſten, Tanacetum fatuumund Tanacetum inodorum genant/ das hat keinen
Wunden und Schaͤden damit zu reinigen.Die Meerbeyfuß haben ein verſaltzenen bittern Seoſchmack haben ein Krafft und Eigenſchafft zu truͤck-nen/ zu erwärmen und zu reinigen/ ſeynd heiß und tru-cken im dritten Grad: Haben noch keinen Geruch in;der Artzney/ mögen doch nuͤtzlich aͤuſſerlich in kalten Kranckheitz.Kranckheiten zu Daͤmpffen und Schweißbaͤdern ge-hraucht werden.
Innerlicher Gebrauch des Beyfuß.Er Beyfuß iſt zu unſern Zeiten auch neben dem ge-brauch der Artzeney in die Küchen kommen/ danner in der Koſt faſt angenehm iſt: Darzu aber ſeynd diegedoͤrꝛeten und abgeſtreifften Bluͤmlein am dien lichſten
€ ſonderlichen teutſehen Namen. [ Tanacetum mon- H und nuͤtzlichſten/ Gaͤnß/ Huͤner und andere Gevoͤgel
tanum inodorum minore flore, C. B. Sideritis ter-tia Matth. quoad folia,& Lugd. Tanacetum nonodorum ſyl. Ad. perperam ſideritis Italor. Lobeloicon& obſ. inodorum, Dod. Ger. fl. bellidis majo-ris Eyſt. inodorum ſecundum, Cluſ. pan.& hiſt.album ſeu cc αον: ha. leucanthemum, inodorumCamer. Anthanaſia, leucanthemos, Lugdun.]Bey den Italtanern heiſſet dieſer Tanaceto Senza odore
und Tangceto halordo, wiewol etliche ein Sideritim
Darauf wollen machen.
V. Das Fuͤnſte Geſchlecht des Beyfuß welches ausder Provinz Franckreich zu uns gebracht worden/ heißfer Lateiniſch Artemiſia minor und Artemiſia tenui-folia minor iſt nicht vielen bekant. Wird Teutſch aeD nant kleiner Beyfuß und Welſcher Beyfuß.
VI. Der Meerbeyfuß welcher der Ordnung nachder zwoͤlffte iſt/ wird von den Kraͤutlern und Simplici-ſten Artemiſia marina major genant. Ablſinthiummaritimum folijs laciniatis, C. B. Artemiſia marinafoliis ſuperioribus inciſis, Lo. icon.& obs. Lug. Ar-temiſia marina, Lug. Abſinthij anguſti folij ramu-Ius folijs ſciſſis Dod. Abſinthium maritimum Pata-vinum, Cluſ. pa.& hiſt.] Italian . und Span. Arte-muſa marina maggiore. Frantzoſ Armoiſe de la mer le grand.Engliſch Greatz Mugwort /Flemiſch und Niederl. gro-ote Zee Byvoet/ und Hochteutſch groſſer Meerbeyfuß.Der ander klein Meerbeyfuß heiſſet bey den Simpli-iſten und Kraͤutlern/ Artemiſia marina minor. Ab-ſinthium maritimum lavendulę folio, C. B. Abſin-
Lugd. Seriphium, Lac. anguſtifol ium, Dod. Lob.icon. latifolium marinum, Cam. Eyſt. Artemiſiamarina, Lobelo icon.& obs. Ger.] Italianiſch undSpaniſch Artemiſia marina minore. Frantzöſiſch Armoifede la mer petit. Engliſch Lytle Zea Mugwort. Flemiſchund Niederlaͤndiſch / cleyne Zee Byvoet/ und Hoch-teutſch/ kleinet Meerbeyfuß.Von der Krafft/ Eigenſchafft und Wirckungder Beyfußkraͤuter und deren Geſchlechten.Je Beyfußkraͤuter/ nemlich der Roth und Weißdesgleichen auch der Klein oder Welſch⸗Beyfuß/
und Fleiſchſpeiſen damir gefuͤllt// welches wir den Koschen/ die ſolches am beſten wiſſen/ befohlen haben wollen.Und ſollen ihnen die Kindbetterinnen/ desgleichen auch NReintguigdie Weibsperſonen/ die nicht genugſam gereiniget wer⸗ der Weiber.den, den Beyfuß in ihren Speiſen und Tranck laſenbefohlen ſeyn, dann er ihnen ſehr nijtzlich bekommen.wird/ Hat auch ein ſonderliche Krafft wieder die Ver⸗ gifft.gifftung der Peſtilentz, und das Schlangengifft.Bey fuß in Wein geſotten/ und davon Morgens undAbends ein Mackel Becherlein voll warm getruncken⸗,eroͤffnet die verſchloſſene Mutter/ führt auß die verſtan⸗ e ire.dene Blumen/ erwaͤrmet die Geburtsglieder/ treibt us ödie Afftergeburt oder das Baͤlglein/ ſamt allem verhalt.tenen Unraht der Mutter/ treibet auch fort die todte Ge⸗ burpburt. Zu dieſem Tranck moͤgen die reichen WeiberMuſcatbluͤt thun/ wenig oder viel/ nach einer jeden ge-fallen und gelegenheit.;Die ahgeſtreifften Bluͤmlein vom Beyfuß klein ge-ſtoſſen/ durch ein Sieblein geſchlagen/ und von dieſemPulver ein halb Loth biß in iij. quintl. mit Wein warmgetruncken/ thut dergleichen..Der Safft von Beyfuß vor ſich ſelbſt oder mit Weingetruncken/ oder aber das Kraut in der Speiß genuͤtzt-thut dergleichen. 9 ernSo einer Weibsper ſonen die Blumen verſtanden inf memiſt fo brauch fie nachfolgends koͤſtlich Waſſer: Nimmdes Pulvers daraus man die Latwerg Haæmagogummacht auß der Apotecken ij. Loth/ der Kuͤglein vonMyrꝛhen(Paſtillarum de Myrrha) zu Pulver geſtoſ-ſen j. Loth/ geſtoſſen Haſel wurtz. Loth/ Sevenbaum uchzu Pulver geſtoſſen J Loth/ Beyfußwaſſer xvj. Untz/Rautenwaſſer/ Poleyenwaſſer/ jedes vs. Antz. Ver-miſch alle gemelte Stick durch einander, und thu fiein ein ſauber Glaß/ und ſetze es wol verlutirt in ein Roß-miſt/ laß acht Tag digeriren/ darnach diſtillirs und ziehsſaͤnfftiglich ab in Balneo Mariæ, ſetz es folgends wolverſtopfft vierzig Tage an die Sonn zu digerieren. Vondieſem Waſſer gib des Tags dreymal/ jedesmal iij. Lothzu trincken/ nemlich des Morgens/ zu Mittag und desNachts/ ein Tag oder etliche zuvor wann ſich die Zeitnahet/ daß fie es haben ſoll/ dann auſſerhalb dieſer Zeitiſt es umſonſt/ welches man nicht allein mit dieſemWaſſer
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