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Das Erſte Buch/ Von Kräutern.
V. Groß Golbgeel gefüllt Thunisblumen.Flos Africanus major Aàureus multiflorus.
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halben Elen hoch/mit vielen Nebenaᷣſtlein: Die Blaͤt-ter vergleichen ſich dem wilden Baldrian oder demReynfahrn/ auff beyden Seiten zerkerfft/ doch etwastieffer dann des Reynfahrns, daher auch etliche dißKraut vor ein Geſchlecht deß Reynfahrns oder Bey-fuß gehalten/ doch nicht ohn ein kleinen Irꝛthumb.Oben am end der Stengel und Neben zweiglein kom̃envon den zarten/ runden/ langen Haͤlmern herfuͤr dieſchoͤnen Blumen/ auf langlechten Knoͤpffen oder haͤuß-lein/ welche rings herumb mit fuͤnff oder ſechs Ripleinerhaben/ die ſeynd von Farben gantz ſchwartzroth/ wieein ſchoͤner Sammat/ und das erſtlich/ ſo fie aber etlichTag ſtehen bleiben/ werden ſie Bleichgeel/ ſonderlich aufder Seiten gegen der Erden. Nach Verwelckung undAbfallung der Roͤßlein oder Blumen/ folget der langeſchwartz Saamen welcher ſich dem Saamen der A-lantwurtz vergleicht) gantz gedrungen in jetzgemeldten
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F len Blumen/ einer ſchoͤnen gefüllten Roſen gleich/ die
ſtincken gleich übel wie das Kraut.
Alle Geſchlecht dieſer ſchoͤnen Blumen halten ſichlang/ und ſonderlich die groſſen und gefuͤllten/ die etwaneiner Fauſt groß werden: die fahen an zu bluͤhen imend des Junij/ auch bisweilen zeitlicher/ die waͤhren bisin Herbſt hinein. Wann man ſie aber abbricht/ undſtellets in ein Waller/ kan man ſie wol drey oder vierMonat lang friſch und ſchoͤn mit ihrer Farb bis inWinter hinein behalten. Wann dieſe ſchoͤne Blumennicht ſo ein uͤbelſtinckenden Geruch hätten/ fo uͤbertref-fen ſie alle Blumen mit ihrer Schoͤne. In Africawachſen ſie allenthalben vor ſich ſelbſt/ aber bey unsmuͤſſen fie jaͤhrlich/ wie gemeldet/ von dem Saamenauferzogen werden. Es wachſen alle dieſe Gewaͤchs
G gern in feiſtem und feuchtem Grund/ ſo aber der Saa-
men in ein andern Grund geſaͤet wird/ muß feiner wolmit gieſſen gepflogen werden/ wo man den fortbringen
wil. Man findet faum unter allen Gartentraͤutern eins
das gerner waͤchſt/ als dieſes Gewaͤchs/ ſonderlich aber
das klein/ dann fo man die Zincken und Nebenaͤſtlein
abreiſt/ und wieder in den Grund ſteckt/ fahen ſie bald anzu wachſen/ und werden eigene beſondere Stoͤck dar-
aus/ welches zum offtermal verſucht iſt worden.
Von den Namen dieſer Kräuter.ES haben viel gelehrter Männer dieſe Kräuter vorwahre Geſchlecht des Beyfuß gehalten/ derowegenwir fie auch dem Reynfahrn/ welcher ein Geſchlecht desBeyfuß iſt/ nachſetzen woͤllen/ wiewol fie dem Reyn-
H fahrn weder an Krafft oder Wirckung zu vergleichen.
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Knoͤpfflein verſchloſſen. Die Wurtzel iſt kurtz/ nicht tief
in der Erden/ drauſchelecht mit vielen Nebenzincken.Diß Gewaͤchs kan den Winter nicht erleiden/ verdirbtbald von der Kaͤlt und den Reiffen: Muß alle Jahrvon dem Saamen wider aufgezogen und gezielet wer-den. Das Kraut reucht ſtarck und unlieblich if am Se
ſchmack bitter/ an den Blumen iſt nichts lieblichers
GefůllteSammat-Blumen.
E
EinfacheSammat-Blumen.
GefullteSammat-lumen.
dann die Farb/ dann ſie haben gar keinen Geruch.
II. Das ander Geſchlecht iſt dem jetztgemel dten mitKraut und Stengeln durchauß gleich die Blumenaber ſeyn ſchöͤn gefüllt und rund auffgedrungen/ wie einliebliches Roͤßlein. Dieſe beyde Geſchlecht bringen ihreBlumen zeitlich im Ende des Meyens.
1II. Die andern drey Geſchlecht ſeynd dem jetztge-meldten mit Stengel/ Blättern und Wurtzeln durch-auß gleich/ ſeynd aber groͤſſer/ und auch in den Blumenunterſcheiden: Die Stengel werden faſt dreyer Elenhoch. Das erſt unter dieſen hat groſſe einfache bleichgeeleBlumen von acht oder neun Blättern/ am Rand her-umb ein wenig gekerfft. Man findet auch dieſes Geswaͤchs/ das ſchoͤne Goldgeele Blumen bringet.
IV. Die andern zwey Geſchlecht ſeynd ſchoͤn rund/mit vielen doppeln Blumen gefüllt/ das eine mit hüb-ſchen bleichgeelen/ und das ander mit ſchoͤnen Goldgee-
Der Hochgelehrte Medicus, Andreas Lacuna, heltdas groß Geſchlecht fuͤr das Othonnam Dioſcoridis,dieweil aber Othonna in Arabia Troglodyticawachſt,/ auch die Beſchreibung Dioſcoridis mit dergroſſen Thunisblumen nicht durchaus uͤberein ſchlaͤgt/koͤnnen wir ſolches Gewaͤchs nicht für das wahreOthonnam halten/ wie weiter angezeigt werden wird.
Valerius Cordus nennet die Thunisblum Tana-cetum Peruvianum, andere nennens Chryſanthe mum Tunetanum . Von den Kräutlern wird es ge-nant Caryophyllus Indicus, Flos Tunetanus, FlosAfricanus, Flos Indicus, Tagetus Indica, und vonConrado Geſuero, Caltha Africana, welche Namendieſem Gewaͤchs ſich wol ziemen/ allein iſt deren Mei-nung gar zu verwerffen/ die da vermeinen/ daß dieſesGewaͤchs Geſchlechter des Reynſahrns oder Beyfußſeyen/ und fie von wegen der ſchoͤnen Blumen/ für unsſchaͤdliche Kraͤuter halten, ſintemal die taͤgliche Erfah-rung zeugnus gibt/ daß fie ſchaͤdliche und giftige Kraͤu-ter/ und derowegen in der Artzney zu meiden ſind.
Daß ich aber auch meine Meinung von dieſen Ge-waͤchſen anzeig/ ſo halt ich gaͤntzlich darfuͤr/ daß die großThunisblum ſey das wahre und recht Lycoperſium,welches Galenus lib. 4. de fimpl. medica m. fac. gedenckt/ und der Centurio wider die ſchmertzliche Glied-ſucht gebraucht hat/ Galenus auch daſſelbige von we-gen feines ſtarcken und unlieblichen Geruchs nicht hatdoͤrffen koſten/ fintemal er es fuͤr ein gifftig Kraut ges,halten hat. Und wiewol Galenus an demſelben Ort
K die Form oder Geſtalt des Lycoperſii nicht beſchrei-
bet/ und doch der unliebliche ſtarcke Geruch/ der demSchirling gleich iſt/ gnugſam anzeigung gibt/ daß es/wie das Lycoperſium gifftig und ſchaͤdlich im Leib zugebrauchen iſt/ fo wil ich es aus folgenden Urſachen fürdas Lycoperſium halten/ ſintemal es demſelben ankrafft und tugend gleich iſt/ und gleiche Wirckung mitdem Lycoperſio hat. Lycoperſjum heiſſet GriechiſchAus noi. Italiaͤniſch Garofano Indiano, und FioreIndiano, Frantzoͤſiſch/ Oeillet Inde, und Reſier d Inde,In Africa heiſt es hedua, Boͤhemiſch/Karaffilat In-dycky/ Flemiſch und Niederlaͤndiſch Thunis Bloem.Engliſch Frenſch Marigold/ oder renn,
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