Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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46 D. Yacobi Theodor abernaemontam

A Und auf Hochteutſch/ Sammarblum/ Sammatroͤs/ F darmit getoͤdtet werden/ So wiederrahte ich nochmalen

lein/ und werden aber die kleinen Geſchlecht alſo genant/die weil fie dem Sammet gleich ſind: Sonſt nennet manes auch Indianiſch Naͤglein/ Indianiſch Blum/ unddie groſſen Geſchlechte/ gemeiniglich Thunis Blumen/wie wol man auch die kleinen/ zum Unterſcheid der groſ-ſen/ klein Thunis Blumen nennet. II. TanacetumAfricanum ſeu flos Africanus minor, an Argemo-ne Dioſcorid. Argemonia Plinii? C. B. Tanace-tum Peruvianum, Cord.& Roſæ Indianæ, aliis.Caryophylli Indici, Trago,. Geſn. hort. Caryophyl-lus Indicus minor, Matth . Caſt. Lugdun. LagetesIndica, Fuch. Lug. Flos Indianus minor, ſeu violaflammea, Fuch. icon. Lon. Flos Indiæ alter minor,Cæſal. Flos Indicus minor flore ſimplici, Cam.Flos Africanus minor, Dod. gal. Flos Africanus,Dod. Lob. icon. Caltha Africana minor flore ſim-plici/Geſ. hort. Flos Portugallic. Eid. coll OthonnaLacunæ. Pedua Pœnorum, Guilandin, Caryophyl-lus Indic. fl. luteo& aureo ſimplic. minor OthonnaItalor. Ad. Lob. ob. Eyſt. III. Tanacetum Afric-minus flore pleno, C. B. Flos Indicus minor flore

pleno, Camer. Caryoph. Ind. fl. luteo& rubeſcente

plenus minor, Eyſt. Caryophyll. Hiſp. dicti alteravarietas, Column. III. Tanacetur African, majusſimplici flore, C. B. Caltha Africana fruticoſa floreſimpl. Geſ. hort. Flos African. major ſimplici floreluteo, Lob. icon. Flos Indicus major ſimiplici flore,Camerar. Car yophylli Hiſpan.dicti tertia& quar-ta varietas, Column. IV.& V. Tanacerum five

den innerlichen Gebrauch aller dieſer Kraͤuter/ wie auchandere Artzneyen/ die darvon gemacht werden. Esſchreibet der Hochgelehrte Medicus Remberrus Do-donæus Mechlimenſis, daß er die Thunisblumen ei-ner Katzen mit friſchem Kaͤß vermiſcht/ zu eſſen gebenhabe/ die gleich von Stund an aufgelauffen/ und uberein kleine Weil geſtorben ſeye. Welches alles gewiſſeAnzeigungen ſind/ daß dieſe Kraͤutter ein gifftige Figen-ſchafft in ſich haben/ und mit dem Lycoperſio Gaſenĩůübereinſtimmen/ darvor man es auch gewiß halten ſoll.Dieweil aber Andreas Lacuna die Thunisblum fuͤrdas oGthonnam Dioſcoridis haͤlt/ wollen wir hernachdieſelbige in dieſem Capitel auch beſchreiben und beſe-

hen/ was Gleichheit Ochonna mit dieſen jezt gemeldtenG Kraͤutern habe.

Von dem Kraut Othonna bey dem

Dioſcoride..na auf folgende weiſe/ und ſpricht: Etliche fangen/ daß Orhonna der Schellwurtzſafft ſeye/ etliche desKrauts Glaucii, die andern ein Safft aus den Blu-men des gehöͤrnten Magſamens: Die andern aberwoͤllen/ daß es ein vermiſchter Safft ſey aus dem blauenGauchheil Bilſenkraut und Magſamenſafft: Dieandern/ daß es ein Safft ſey eines Krauts in ArabiaTroglod ytica, wachſend an der Seiten des LandsEgypten/ welches Othonna genant wird. Es hat we-nig Blaͤtter/ die ſich gerne zerreiben laſſen/ die berglei-chen ſich der Rauckenblaͤttern/ ſeynd wie ein Sieb

C ſlos Africanus major flore pleno, C. Ban Othonna H durchlöͤchert/ als wann fie von den Wurmen durchſto=

Dio ſc.& Plin. Caryophyllus Ind. maj. Matt. Lugd.Caltha Africa na fruticoſa flore multiplici, Geſner-hort. Roſalndica magnaoE id. Fl. Afric. major Dod.gal ·& poſt. Othonna major polyanthos, Lob. icon.& obſ. Flos ſeu Caryophyllus Indicus major, Caſt.Flos Indiæ, Cęſal. Flos Indicus major fl. pleno, Ca-merar. FI. Afric. major pol yanthos, Ger. Caryoph.Ind.vfſ.multiplici luteo& aureo pleno major, Eyſt-

Car yophyll. Hiſp.dicti prima variet. Column.]Von der Krafft/ Eigenſchafft und Wirckung

der Sammat⸗Roͤslein und Thunis-; Blumen.

. Ds Krauts uͤbelriechender und ſtinckender Ge-ruch/ der ſich vaſt dem Schirling vergleicht/ gebenD Anzeigung/ daß es gifftige und ſchaͤrliche Kraͤuter

find/ wie der Schirling/ find auch gleicher Krafft/

und ſollen von wegen ihrer groſſen Kaͤlte in Leib nichtgegeben werden: Euſſerlich aber hitzige Schmertzender Glieder zu legen/ mag man ſie wol brauchen/ undPflaſtersweis überlegen Dieſe Kraͤuter beſchweren dasHaubt/ und letzen das Hirn mercklich/ von wegen desgifftigen unlieblichen Geruchs/ derowegen ſie fo vielmlglich zu meiden: Etliche woͤllen/ fo man dieſe Kraͤu-ter bey ſich trage/ ſollen ſte den Auſſatz machen/ und ſollder Geruch(wie ich ſelbſt erfahren) das Hertz ſehr ſchwaͤ-chen/ derwegen zu rahten iſt/ daß man in Zeit regieren»der Peſtilentz/ den Geruch dieſer Kräuter vermeide/ ſoviel immer muͤglich. Adamus Lonicerus ſchreibet infeinem Botanico, daß die Sam̃atroͤszlein in ihrer Wir-ckung ſind als der Beyfuß/ und daß das Waſſer vongemeldten Kraͤutern gediſtillirt/ ein Nußſchall voll dasvon eingenommen/ den Weibern ſoll die erkalte Mut»ter erwaͤrmen/ und allen Uberfluß vermeiden/ welchesich nicht wol glauben koͤnnen/ ſondern den innerlichenGebrauch allwegen wiederrahten/ wie auch noch. Undhabe ich auch deswegen mit gemeldtem Herren Loni-cero Geſpraͤch gehalten/ welcher mir ſelbſt bekant/ daßers nie verſucht/ ſondern von andern alſo hören ſagen/ob dem nun alſo ſeye oder nicht/ das koͤnne er nicht wiſ-fen. Dieweil nun dieſes Kraut wie die gewiſſe Erafahrung Zeugnuß gibt/ ein Gifft iſt/ Sintemal dieSchwein/ fo fie darvon eſſen/ ſterben auch die Maͤnß

schen waͤren: Es bringet ein Blum/ die iſt Saffran-farb init breiten Blattern; dannenher etliche vermeinthaben/ daß es ein Geſchlecht der Anemoneroͤßlein ſeye.Darauß wird ein Safft ausgepreſt zu den Augen⸗Ar-tzeneyen dienlich/ wo reinigens vonnoͤhten iſt/ dann erbeiſſet und feget ab/ alles was die Augen und das Seaſicht verfinſtert: Man ſagt auch/ daß aus dieſem Krautein Feuchtigkeit flieſſe/ welche fo fie gewaͤſchen wird undvon den Steinlein gereinigt/ macht man kleine Kuge-lein darauß/ die ſind zu allen vorgemeldten Gebreſtendienlich. Es ſind auch etliche andere/ die ſagen/ daßOthonna ein Stein ſeye in der Landſchafft EgyptenThebaide wachſend nicht ſehr groß/ an der Farbe demRupffer gleich/ am Geſchmack beiſſend/ mit einer Hitz

1 und Zuſammenziehung.

Aus dieſer Beſchreibung Dioſcoridis erſcheinet of-fenbarlich/ daß er nichts gewiſſes von Orhonna gehabt/und nur was er darvon geſchrieben/ von andern gehoͤrt

hat. Wie auch Plinius , da er des Othonnę lib. 27. c. 12.gedencket/ nichts gewiſſes darvon ſchreibet: Aëtius gesdencket feiner gar nicht. Paulus Ægineta was er dasvon ſchreibet/ hat er aus dem Dioſcoride genommenund nachgeſchrieben. Dieweil dann die Alten obgenan-ten Lehrer nichts gewiſſes von dem Othonna geſchrie-ben/ als daß ihnen unbekant geweſen/ und alles was fiedarvon melden/ daß ſie ſolches von andern/ die es auchnicht gewuſt/ was es ſey/ vernom̃en und gehoͤret haben/und daß fie ſolches nicht recht gewüſt/ erſcheint aus dem/daß ſie alle zweiffelhafftig darvon geredt/ dann einerdarvor gehalten/ daß es ſey der Schellwurtzſafft/ Derander/ etlicher Kraͤuter vermiſchter Safft/ Und etlichees fuͤr einen Stein der in der Landſchafft Thebaide,an Egypten Graͤntzen/ gehalten/ und ihnen alſo ſelbſtzuwider feynd: So darff ſich derwegen niemand verawundern/ daß auf heutigen Tag Orhonna bey unsauch nicht bekant iſt. Daß aber der Hochgelehrte An-dreas Lacuna, Othonnam fuͤr unſere groſſe Thunis-blum haltet/ koͤnnen wir obgemeldter Urſachen halbenſeiner Meinung nicht beyfallen. Sintemal Dioſcori-des und Plinius auch nit gewuſt/ was es fuͤr ein Krautoder Gewaͤchs ſeye/ dann er ſchreibt aus hoͤren ſagen/daß Othonna ein Kraut ſey/ das wenig Blaͤtter.

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J lib. 2 cap. 194. ſchreibt von Orhon- Othonna;

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