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Das Erſte Buch/ Von Kraͤutern.
A Cypreſſen Stabwurtzwaſſer. Abrotoni Cu- F
preſſini Aqua ſtillatitia.; DI beſte Zeit die Cypreſſen Stabwurtz zu diſtillie-
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Cypreſſen Stab wurtzwein.EJLiche machen einen lieblichen Cypreſſen wein imHerbſt/ aus dieſem Kraut/ wie von dem Beyfuß/
ren/ iſ in dem Brachmonat/ die Blätter und Blu⸗= laſſen den Moſt darüber verjehren zu den obgemeldten
men abgeſtreifft/ gehackt/ und in Balneo Mariæ gedi-. ſtillirt mit ſanfftem Feuer/ folgends feine gebuͤhrliche& Zeit in der Sonnen rectificiert.
Würm. Dieſes Waſſer etlich Tage nach einander Morgensn. und Abends jedesmal jiij. oder v. Loth getruncken/ die-Monatliche net vor alle erzehlte Gebreſten/ treibet aus die Wuͤrm/Renn, und legt die Mutterkrimmen, fürdert die MonatlicheNachgeburt. Reinigung der Weiber/ uñ treibt auß die ander Geburt.
J. Ganfferkraut von Mompelier.
B Camphorata Monſpeliaca.C. U
Das XII. Cap.
Von den Ganfferkraͤutern.
Jeweil wir in der Beſchreibung der Stab-
wurtzkraͤuter, auch des Ganfferkrauts ges
dacht, und etliche die Stabwurtz auch Ganf-
flertraut nennen/ haben wir hie in dieſem Capitel noch
zwey Ganfferkraͤuter/ die die Medici der weitberuͤhm-
ten Schul zu Mompelier vor Ganfferkraͤuter halten.
I. J. Das erſte Geſchlecht hat eine holtzechtige harteKunert Wurtze, mit wenig Faſeln oder Nebenwüͤrtzeln dar-pelier. aus wachſen viel kleiner/ zarter und gerader Stengel -auf anderhalb Spanen lang/ die ſind mit viel klei-nen/ arten/ weichen Blaͤttlein umgeben/ die ſtehen dick
ER in einander/ anzuſehen wie die Lerchen Blaͤttlein/ die
an den Lerchenbaͤumen wachſen: So man die kaͤuet/
find fie ungeſchmack auf der Zungen mit einer truͤck-
ne. Diß Kraut iſt in Teutſchland unbekant/ wie auch inFranckreich und andern mehr Landen/ waͤchſt allein zu
Mompelier aus den Riſſen der alten Gebaͤuen und
Mauren/ und an ſteinechtigen Orten/ von dannen iches bekommen.
II. Das ander Geſchlechte iſt dem jetztgemeldtenetlicher maſſen gleich/ bringt herfuͤr ſechs oder ſiebenkleine Stengelein einer Spannen lang/ die kom̃en voneiner kleinen holtzechtigen Wurtzeln/ mit fuͤnff oder vj.Nebenwuͤrtzlein. Die Blätter um die Stengel find
Klein anf-fer kraut ·
Kranckheiten/ und iſt zwar dieſer Wein anmuͤthigerzu trincken/ als der Stabwurtzwein/ iſt auch dem Haubtnicht ſo beſchwerlich.
Sonſt mag man auch aus dem Cypreß Conſerven-zucker /ausgezogene Syrupen/gediſtillirt Oel/ Extract/Saltz und gemein Cypreſſen Oele/ wie aus anderenKraͤutern zu oben angezeigten Kranckheiten nützlichzu gebrauchen/ hereiten.
II. Das ander Ganffer oder Campherkraut.Camphorata altera.
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Lein wenig groͤſſer als des vorigen/ ſtehen auch nicht ſodick in einander: Am obern cheil der Stengel kommenzwiſchen den Blaͤttlein herfuͤr kleine zarte und wollech-tige bleichgeele Bluͤmlein/ haben keinen ſonderlichenGeruch noch Geſchmack ohn daß man im kaͤuen einetruckne vermerckt auf der Zungen.
Von dem Namen der Ganfferkraͤuter.Ds erſte Kraut wird zum unterſcheid der zahmenund wilden Stabwurtz/ welche beyde Camphora-tee genant werden/ Camphorata Monſpeliaca ma-jor, geheiſſen: Dann Nicolaus verſtehet durch Cam-phoraram die wilde Stabwurßtz/ Bilibertus Anglicusaber und Leonardus de Breda palea, wollen Cam-phorata ſeye die zahme Stabwurt/ denen folgen nachK Jacobus Manlius, und viel gelehrte s'rores Medicizu unſerer Zeit/ und brauchen jn die Salbe unguen-tum Martiaton die Stabwurz pro Cam phorata.Nun find auch etliche die da meynen/ daß jetzt die benſchriebene Camphorata Mon ſpeliaca: ſeye das Cha-mæpeuce Plinij, und wiewol ſich ſolches nicht faſt übelmit der Deſcription Camphæpeuces vergleichet/ halten wir doch daß Cham æpeuce ein ander Gewaͤchsſeye/ und das nicht ohne Urſach/ wie wir an ſeinem Ortdavon genugſam Meldung gethan.( Camphoratahirſuta, C. B. Camphorata Monſpeliaca, Ad. Lobel.icon.& obs. Cam. Selago Plinijſive Camphorata,Lugd. Chamæpeuce, Ang.]Das
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