Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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|. Das Erſte Buch/ Ven Kräutern, 59A II. Geflllt Röͤmiſch Chamillen. F V. Geel Chamillen-Chamæmelum Romanum flore multiplici. Chamæmelum luteum.

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und zu der Erden gebogen/ daher flicht es ſich ſelbſt einauf der Erden/ haͤnget ſich an/ und kreucht hin und her/wie der Poley oder Quendel/und mehrer ſich alſo ſelber.Im Brachmonat bringet es auf den Gipffelen derStengel /ſchoͤne geſtirnte Blumen der gemeinen Cha-millen gleich/ allein find fie nicht alſo hinter ſich zurückgebogen. Die Blaͤtter um die Stengel von unten anbis oben aus/ vergleichen ſich auch der vorigen Cha-millen/ find doch groͤſſer und bleich grüner. Dieſes Ge-waͤchs mit Stengel/ Kraut und Blumen/ reucht überdie maß wol und lieblich/ gleich einer wolriechendenWuͤrtz fie ſeye gleich gruͤn oder duͤrꝛ. Der Geſchmack1 ſſt bitter gleich wie der Wermuth oder Meterkraut. Eskan dieſes Kraͤutlein den Winter wol leiden/ und er-juͤngt ſich auch jährlich wiederum von feiner Wurtzeln/die unverſehrt über den Winter ſtehen bleibt. In Hiſ-panien waͤchſt es von ſich ſelber ohngepflantzet auf denFeldern/ desgleichen auch in Engelland bey Londen /und andern vielen Orten/ wie der Hochgelehrte Guli-elmus Turnerus, mir ſolches offtermal angezeiget hat.Bey uns in Teutſchland muß mans in Gaͤrten zielen.Es laͤſſet ſich auch gern von den jungen abgebrochenenPfaͤzlein wider pflantzen/ dann es waͤchſt ſehr gern undweitert ſich bald. Derwegen ſo man es pflantzen oder ſaͤen wil muß man ihm Raum und Platz genug geben/

eam--

fi dann ſonſt waͤchſt es zu dick und faulet übereinander.III. Das dritte Geſchlecht iſt der jetztgemeldten mit eli beF AD K Wurtzeln/ Stengel und Kraut durchauß gleich allein mi Cha-8 die Blum die iſt fo manigfaltig und gedoppelt, und mieA; ringes um ſo rund gefüllt: daß man vor den ſchoͤnen* weiſſen Blaͤttlein, das geele Knoͤpfflein in der mitten* nicht ſehen kan. Iſt ſonſt auch ſo viel den lieblichenchemi, iſt den Alten unbetant geweſen, und nicht vn Wurz geruch/ und den Seſchmack belanget der vor-ihnen beſchrieben worden: Das iſt erſtlich aus Hiſpa⸗ gen gleich. önien/ Engelland und andern frembden Orten zu uns IV. Deren if noch ein Geſchlecht von der jeztge⸗ Gefilt Rb-gebracht worden/ und iſt heueiges Tags in Teutſchland meldten gar nicht unterſcheiden was die Geſtalt, den ö

ſehr gemein/ dann es faſt in allen Luſtaaͤrten gezielet edlen Geruch und Geſchmack belanget/ dann allein daß re Gattung.wird. Es hat dieſe Chamillen ein klein weiß zafelecht die Blum ſchoͤn gefuͤllt, doch nicht alſo gerundet/ wieWurtze/ daraus wachſen kleine und dünne Stengel/ die nechſtgemeld/ dann man in der mitte das geel Buͤ-ohngefehrlich einer Spannen lang/ die find trum. lin noch ein wenig ſihet.

V. Das