272 D. Jacobt Theodori Tabernaemontant/
A vier und zwantzig Kunden in Balneo Mari digeri-ren laſſen/ folgends ein Helm mit einem ſchnabel dar-auff(een/ und ſaͤnfftiglich zum andermal abziehen/und dann zum Gebrauch behalten.
Innerlicher Gebrauch des Peterlein-Waſſers.
Eterleinwaſſer des Morgens und Abends/ jedes-. mal iiij. oder v. Loht getruncken/ eröffnet die BereSaen der ſtopffung der Leber/ reiniget und ſtaͤrcket dieſelbige/ zer-. n, theilet die verſchloſſenen Wind im Leibe/ ſtaͤrcket dieHarnadna, Daͤwung, reiniget die Bruſt von allem Unrath undamd d gen, Schleim/ löſet auf die Verſtopfung der Nieren/ Harn-3 tterfea ng. gang und der Blaſen,/ reiniger dieſelbigen/ führer ausSröpfling das Gruͤn/ treibet den Harn/ hilft wider die Harn-
Derſtoyfungder Leber.
Hirn winde
. B winde/ das troͤpfflingen harnen/ und führer aus denlerenſtein Mierenſtein. -Euſſerlicher Gebrauch des Peterlein-Waſſers.
, an die Schlaͤff und Stirn angeſtri-chen/ oder leinene Tuͤchlein darein genetzet und ſaw-lecht über die Stirn gelegt/ mildert das Haubtwehthum. und fůrdert den Schlaſſ. Kan derowegen vaſt nuͤtzlichBitzia Fieber zu den Uberſchlaͤgen, in hitzigen Fiebern und Haubt-kranckheiten gebrauchet werden.
. der Wann die Kinder die Roͤtelen oder Kinderfleckenuber, hekommen; und dieſelben nicht recht heraus wollen/ ſollman Peterleinwaſſer und Fenchel waſſer/ jedes gleich-viel durcheinander vermiſchen/ ein leinen Tuch darinnnetzen/ und ein wenig außtrucken daß es nicht trieffe-C und das Kind ſo warm es zu leiden/ darein wickeln/darnach warm zudecken und nicht laſſen kalt werden/
das wird die Flecken fein heraus ziehen.
Peterlein wein. Selinites. Apiatum vinum.
Dr Peterleinwein iſt heutiges Tages gar nicht imGebrauch /wiewol er von den Alten fleiſſig iſt berei-tet/ und zu vielerhand Gebrechen genutzt worden. Dioſcorides lib. 5. cap. 51. beſchreibet denſelbigen/ wie fol-get: Man nime des friſchen zeitigen Peterleinſaa=J mens/ geſtoſſen/ durchgeſiebet/ und in ein leinen Tüch-een dm lein gebunden pviij. Loht, und ſencket den in achtzig Pf.ö newes Moſts. Dieſer Wein machet eine Luſt zu eſſen/erlich und iſt den Magenſuͤchtigen gut beßgleichen denen/ fomit Noht harnen/ und machet einen leichten Athem.Conſtantinus lib. 8. c. 15 ſpricht von dieſem Weinalſo: Der Wein darinn Peterleinſaamen geweichetHan, iſt/ treibet den Harn/ bringet Luſt zu eſſen/ ſtillet denSaft zu Eſſn Schmerzen der Nerven und der Seiten. Marcellus
Rand Empyricus de Med, cap. zo.[ober den Peterleinwein
Hanbkwehe-chumb.Schlaff.
Schm rzen. ſehr/ wider die Schmer en der Daͤrm. Sonſtantinus
mn lib. 3. cap. 29. beſchreibet noch einen andern Wein vonben. dem Peterlein/ wie folget: Nim̃ Peterleinſaamen /.Loht/(etliche nehmen j. Loht und iitj. ſcrupel) Rauten/ſaamen/ oder die grünen Blaͤtter derſelbigen/ ein halbgoht/ verſchaͤumt Honig/ xxitij Untzen, guten fuͤrnenWein/ vinj pfund und(ij. Untz. Dieſe Stück ſoll manvermiſchen und fünffzehen Tage mit einander beitzenlaſſen. Wiewol nun Conſtantĩnus den Gebrauch diesſes Weins/ auch zu welchen Kranckheiten er nützlichE fein ſoll/ nicht angezeiget/ kan er doch heilſamlich zu allenDarm ·. Gebrechen gebrauchet werden/ und ſon-Säamertzen. derlich für den Schmertzen der Daͤrme/ und dasſchwerlich harnen.
Ein andern/ den mach alſo: Nim̃ Peterleinſaa-men/ xv. Untzen/ Fenchelſaamen/ Sarureyfraut- dieoͤberſten Gipffel davon/ jedes iii. Untzen/ Pfefferkoͤr-ner/ſ. Loht. Alle gemeldte Stick ſoll man groblecht zer-ſtoſſen/ und mit Hanbuͤchen oder Haͤſelen Spaͤhnen inein zwantzig maͤſſigs Faͤßlein einſchlagen/ darnach mitgutem Moſt zufullen/ und denſelben daruber verjähren
laſſen/ darnach damit handelen wie von den andernKraͤuterweinen angezeiger worden iſt. Dieſer Wein
Schwer lichSarnen.
in dem gantzen Leib/ und tomt zu hüllf/ dem Krimmen in lſtinKrimmemn.
und Daͤrmgegicht.
Einen andern von der Peterleinwurtzel gemachet/Mulſum Apiatum genant: Dim Peterleinwurtzelſ-iiij. Untz/ Neſſelwurtz/ Veyelwurtz/ Angelickwurt/ je-des ij. Loht/ Stabwurtz/ Bergpolium/ Erdtiffer Salbeyen/jedes j. Loht. Alle diſe Stück(ol man groblechtzerſtoſſen/ und darzu thun guten Jungfrauen honig //.Maß/ und die mit Haͤſelen Spaͤnen in ein ſechzehenmaͤſſigs Faͤßlein einſchlagen/ darnach einen ſiedendenheiſſen Moſt/ der den drittentheil eingeſotten wordeniſt/ daruͤberſchuͤtten und alſo ligen laſen. Wann mannun anfahet dar von zugebrauchen/ ſoll man den allwe-
G gen mit einem guten Wein wider zufuͤllen, ſo hat manein gantz Jahr ein guten Peterleinwwein Dieſer Weiniſt heilſam und gut wider die erkalte Bruſt und Lun-
gen/ dieſelbig zu erwaͤrmen/ den alten langwirigen Hu⸗ aun
ſten zu vertreiben/ die Bruſt und Lungen zu reinigen/ Leichen DIRdann er macher wol außwer fen/ und iſt ein fonderliche al
gute Artzney wider das Keichen und ſchwerlich aͤthmen.
Weinmeht von Peterlein. Selinites mulſum,Apiatum mulſum.
EJInen herꝛlichen Weinmeth von dem Peterlein ma-
cher man alſo: Nim̃ guten zeitigen Peterleinſaa-men/ viij. Loht/ Bibernellen ſaamen/ ſchwartz Myrthen-beern/ jedes liij. Loht/ Ammeyſaamen/ ij. Loht/ MarienMagdalenenblumen/ j. Loht/ Myrrhen / ein halb Loht.Alle gemeldte Stück ſoll man groblecht zerſtoſſen/ undmit Haͤſelen Spaͤhnen in ein bequemes Faͤßlein ein-ſchlagen/ darnach nehmen xij. Maß guten Moſts/ unddarmit vermiſchen ſechs Maß Honigs/ ſolches in dasFaͤßlein ſchuͤtten/ und darüber verjähren laſſen. Soman aber lieber wil/ ſo kan man dieſen Weinmerh auchwol von fürnem Wein/ zu aller Zeit obgemeldeter maſ Hernfen beꝛejten. Dieſer Wein if denen ein heilſame Ar⸗ Frſßm
zeney/ die den Harn ſchwerlich und mit Noht von ih, hin innen laſſen/ dann er treibet den Harn gewaltiglich/ reis nnn;niget die Nieren/ Harngaͤng und die Blaſen/ vom und ginn.
Grieß/ Schleim und allem Unrath.
Das XXVI. Gap.Von dem Gleiß⸗ꝙder Hundspeterlein.
CA Jeweil wir in dem vergangenen Capitel von
dem wahren Garteneppich der Alten/ welcheswir Peterlein nennen/ gehandelt/ haben wirin dieſem Ort den falſchen Peterlein/ den der gemeineMann bey uns Gleiß und Hundspeterlein nennet/nicht unterlaſſen fönnen auch zu beſchreiben/ ſintemahler viel Gleichheit mit dem Peterlein hat. Es hat derGleiß eine wurtzel/ die iſt nicht über Spannen lang/der Peterleinwurtzel nicht vaſt ungleich/ allein daß diesſelbige laͤnger iſt/ als die Wurtzel des Gleiſſen/ hat einenſeltzamen Uunkeblichen Geruch/ ſo dargegen die Wur-
tzel des Peterleins wol und lieblich riechet. Die Blaͤtterdes Gleiſſens ſind dem Peterlein der Geſtalt hal-ben fo aͤhnlich und gleich/ daß man fie kaum vor einan-der unterſcheiden kan/ und iſt der groͤſte Unterſcheidunter ihnen beiden, dieſer/ daß der Gleiß ſatigruͤneK Blaͤtter hat/ daẽ dargegen des Peterleinkrauts Blaͤtterliechtgruͤner/ und lieblicher find. Es gewinnet der Gleißauch ein runden Stengel wie der Peterlein/ welchergleich des erſten Jahrs feine weiſſe Blümlein bringet-auff Croͤnlein oder Dolden wie der Peterlein/ daraufffolget ein langlechter Saamen/ dem Kuͤm̃el aͤhnlich.So dargegen der Peterlein im zweyten Jahr allererſtzum Stengel ſcheuſt/ und ſeine geele Blüm-lein bringet/ darinnen der Unterſcheid dieſer beyderRraͤuter iſt/ darbey fie zu erkennen und zu underſcheidenſind/ zu dem fo iſt der Gleiß auch nicht wolriechend/wie der Peterlein/ ſondern hat ein unlieblichen ſtin-genden Geruch. Et wähle a,..
t
Erkalte ht||und ö.
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