Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
JPEG-Download
 

EZ

FE

SEES

SEE

ESse

>2

,

K //// TZZ

BEE

ö

44

/

Petroſelinum caninum.%et, ö

R C7 2 id

SENDE I

.

W 4 SE 8

ZI Vin* D,. A

z A

Zi A, A

Das Erſte Buch/ Von Kräutern,

X Gleiß⸗oder Hundspeterlein. F

Gaͤrtetz mit andern Mußtraͤutern/ und ſonderlich mit

dem Peterlein auff. 3Von dem Namen des Gleiſſen.

ö. S haben etliche faͤlſchlich und nicht ohn geringen

Wſchaͤdlichen Irthumb den Gleiſſen oder Hundspe-terlein/ vor das Siſon Dioſcoridis oder Sinon Hip-pocratis gehalten/ unter welchen Adamus Lonicerusiner iſt/ welcher ſchaͤdliche Irꝛthum billich zu verwerf-fen iſt/ daß man einem heilſamen wolriechenden Krautwie das wahre Siſon iſt/ ein fo ſtinckenden,/ unliebli-chen/ gifftigen Kraut vergleichen/ und an feine ſtatt ſe-ten ſoll/ wie wir weiter an feinem Ort anzeigen wollen.Nun iſt aber der Gleiß ein Geſchlecht des Schirlings/welches der ſtinckende unleibliche Geruch und feineD Kraͤfften genugſam anzeigen. Von deßwegen wird esvon den Kraͤutlern Apium caninum, Cynapium,Cynoſelinum, Petroſelinum caninum, und Api-um adulterinum genant.(Cicuta minor, Pettoſeli-noſimilis, C. B. Cicuta minor, Cord. hiſt. Cam. Ci-cutaria fatua, Ad. Lob. Petroſelini vitium, Trago:Apii communis vitium, Geſn hort. Apium cicuta-rium, Thal. Siſon, Lonicero .] Teutſch heiſt er Hunds-peterlein/ Sleiß und ſtinckender Peterlein.

Von der Natur/ Krafft/ Wirckung und Ei-

; genſchafft des Gleiſſen.. Dr unliebliche ſtinckende Geruch gibt genugſameAnzeigung/ daß der Gleiß eine gifftige, ſchaͤdlicheEigenſchafft an ihm hat/ derowegen er nicht unbillich

1

275

Waſſereppich. Paludapiumleg e Len Mm ige ich... e, De.

Blaͤttern/ Stengel und Cronen durchaus glelch -

doch allerdings groͤſſer/ dicker und feiſter/ auch am Ge-

ſchmack bitterer/ und am Geruch ſtaͤrcker. Seine ge-kroͤnte Bllimlein aber ſeind weiß und geel/ wie die Blu-melein des Peterleins. Der Samen iſt auch dem Am-meypeterlein gleich/ eines faſt raͤſen und hitzigen Scſchmacks. Er waͤchſt gern an naſſen und feuchten Or-ten/ als bey den Lachen/ Pfülen/ Graͤben und ſchattech-tigen feuchten Gaͤrten/ zwiſchen den Mauren und Zaͤu-nen. Wiewol nun dieſes Gewaͤchs bey uns in Teutſch-land faſt gemein/ und von ſich ſelbſt in vielen Ortenwaͤchſet/ ſo wird es nicht deſtoweniger auch von vielenin den Gaͤrten gezielet und gepflantzet wo es auch ein-mal hingeſaͤet und gepflantzet wird/ waͤchſt es in kurzerZeit um ſich/ und nim̃it ein groſſen Plat ein/ alſo daßes nicht wol wiederum zu vertilgen iſt. Es waͤchſet aneinem jeden ort/ ſo es in ein wol erbauet Erdreich andie Mauren/ und da es ſchatten haben mag/ und einenfeuchten Grund hat/ gepflantzet oder aber geſaͤet wird,Man mag den ſaͤen von dem Hornung an hiß in den

Herbſtmonat..Von dem Namen des Waſſereppichs.

Bere gemeine Practici, und ſonderlich die Ealen ⸗·derſechmide/ haben dieſen Eppich vor das Apiumder Alten angenommen, und viel Jahr her daſſelbig?darvor in die Compoſitiones und ihre Necept faͤlſch-lich vor das wahre Apium, weiches unſer Peterlein iſt/gebrauchet. Bey den Griechen wird der Waſſereppich

2. 3/ dr.. öE unter die ſtinckenden/gifftig/ wůteriche Kräuter gerech K genant: EAtootQQν, Heico eM ννon, po un os

net wird/ ſintemal er gleich wie der Wuͤterich die Mensſchen voll machet/ ſo der aus Vnverſtand von wegender Gleichheit/ ſo er mit dem Peterlein hat/ vor Peter-lein in der Speiß genuͤtztt wird. Sonſt hat er keinenweiteren Gebrauch. i n

Das XXVII Cap.

Von dem Waſſereppich.Er gemeine Eppich oder Waſſereppich/ iſtdem rechten und wahren Garteneppich/ wel-chen wir Peterlein nennen/ mit Wurzeln/

llechiycn, und bey dem Homero II. B. ERcishyer for-Beh den Lateinern /Eleoſelinum, Elioſelinum, He-lioſelinum, Apium ruſticum, Apium aquaticum,Apium paluſtte, RFedinum, A pium aqua; Pupillaoculi. Bey dem Homero, Eleodrepton, und benTheodoro Gaza, Paludapium.[A pium Paluſtre,& officinarum, C. B. Paluſtre, Matth . Cord. in Dio-ſcorid.. Gef hort. Caſt. Lugd. Fuch. Lon. vulgare,Trag. Apii aliud genus, Cal, Eleoſelinum Bod.gal.& poſt. Lob. obſ.& icon. Tur. Ger. Spontane-um, Col.] Von Serapione lib ſimp. Sap. 280. wirder Arabiſch Malin genant/ von Andrea Bellunenſi-

ö Chars