Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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A an der Subſtantz etwas dicker/ und nicht fo ſubtil wie Fdas Embeckiſch/ der Geſchmack iſt demſelbigen auchgleich/ und wiewol es den Harn ſehr treibet gleich demEmbeckiſchen/ ſo machet es doch gern den Kaltenſeichund die Harnwind/ ſonſt iſt es an feiner Natur undEigenſchafft temperiert wie das obengemeldte/ loͤſchetden Durſt wol/ nehret aber wenig.

Das Roſtocker Bier iſt der BraunſchweigiſchenMum an der Natur und Eigenſchafft gleich/ nehret

wenig/ loͤſchet den Durſt/ treibt den Harn/ und iſt eingeſunder Tranck Sommers zeit zu trincken.

Zerbſter Bier iſt ein gutes und anmütiges Bier zutrincken/ es gibt gute Nahrung/ und gebieret guteFeuchten/ es gehet aber ſchwaͤrlich durch den Harn/verhaltet ſich lang um die Hertztammern, blaͤhet den

B Leib auf/ und erwecket auch bißweilen ein ſcharffe und G

brennende Harnwind/ iſt denen derowegen ſchaͤdlich

die darzu geneigt ſind/ ind mit Noht harnen.Das Reuburger Bier iſt im Land zu Thuͤringen vaſt berühmt, das iſt an feiner Subſtantz kraͤfftig/ undwol geſotten/ es ſtaͤrcket ſehr wol und gibet gute Nah-rung/ fo man aber deſſen zu viel trincket/ ſchadet esdem Haubt/ den Augen/ und machet ein bloͤd unddunchel Geſicht/ es ſollen ſich auch viel an dieſem Bierblind geſoffen haben/ derowegen ſollen diejenigen/ ſoein bloͤd Geſicht und ſchwaches Haubt haben/ ſich für

dem unmaͤſſigen trincken dieſes Biers hüten.Erdfurdiſch Bier iſt auch ein herzlich und wolſchmackend lieblich Bier zu trincken,/ es gebieret gute

Feuchten/ und gibt uͤberflüſſige Nahrung/ und ver-

RoſtockerBier.

Zerbſter Bier.

NeußurgerBier.

ErdfurdiBier.©

C richtet alles das/ was einem guten und gefunden Bier H

gqgehuͤhret.Neißniſch Das Meißniſch Bier iſt auch ein edel gut und ge-

ſundes Bier/ wird in etlichen Orten fürtreffenlich gutgemachet/ unter welchen das Torgiſch Bier ſehr be-ruͤhmt iſt/ dann es iſt fuͤrtreffenlich gut/ zu dem ſpeiſetund nehret es wol/ gebieret gute Feuchten/ und einlieblich Gebluͤt/ und ſtaͤrcket darneben von wegen ſei-nes guten Würtzgeruchs und Geſchmack alle princi-paliſche Glieder des Leibs.

Das Belgeriſch und Freyburgiſch Bier find beydegute Bier/ die dem Torgiſchen in der Sure nicht weis

en

Belgeriſchun Freybur-giſch Bier.

Das Wittenbergiſche Bier haͤltet das mittel unterden obgemeldten Bleren/ wiewol es nimmer fo kraͤfftigund gut gemachet wird/ als es vorzeiten gebrauet iſtworden/ und mag ſolches wol mit dem Rheiniſchen

Wittenber­ ger Bier.

Bier verglichen werden.Im Land zu Heſſen hat es auch mancherley Bier/an welchem Ort auch je eines beſſer iſt als das ander/unter welchen auch das Rauſchenburger Bier denPreiß hat/ das treibet den Harn/ und wird hoͤchlich gerlobt wider den Stein.Das Weſtphaliſch Bier wie auch das Frießlaͤn-diſch find auch berühmt/ und hat aber das Padelbor-ner Bier den Preiß vor andern/ es nehret wol/ treibetden Harn/ und machet ein grobes und dickes Ge-bluͤte.Brabbndiſch Das Brabaͤndiſch und Gelleriſch Bier/ wie auchBier. das fo in Zuͤtphen gemacht wird/ die machen ein hoͤß-E unrein Gebluͤt/ ſonderlich die von dem Dorffwaſſer ge-macht werden/ die machen den Kaltſeich/ und denSchorbock/ und bekommen denen nicht wol/ die derenvon Jugend auf nicht gewohnet haben.

Das Flehmiſch Bier iſt auch ein gut Bier/ undſonderlich das Doppelbier/ wie man es zu Gent undBrucken zu brauen pfleget/ das übertrifft alle Bierin den Niderlanden/ es ſpeiſet und nehret ſehr wol-machet ein gut Gebluͤt/ und eine ſchöͤne lebliche Far-be/ wie der Augenſchein ſolches an denen bezeuget/die dieſes Bier von Jugend auf gewohnet hahen zutrincken.

Heſſiſch Bier

Weſtpha-liſeh Bier.

FlemiſchBie

D. Jacobi Theodori Tabernae montant/

Die Engliſchen Bier find auch treffenliche gute gpBier/ ſonderlich aber das Engliſche Ael/ welches von ihgutem Weitzen gebrauen wird, es nehret treffentltchwol/ machet feißt/ gebieret gut Gebluͤt/ und macht einſchoͤne lebliche Farb/ zimlich und nach Nohtdurfft gestruncken/ fo man aber deſſen zu viel und uͤbermaͤſigtrincket/ machet es rohte/ buckellechtige/ ahſcheulicheAngeſichter.

Die Rheiniſchen Bier werden ungleich gebranen/ gheijdarunter ein thell gar ſchlecht und gering ſind zu trin, dicken/ mehr ſchaͤdlicher dann nutzlich/ ſonderlich aberwird vor anderen das Heidelberger Hooff⸗Bier gelo⸗ Sibelbet/ dann es nehret und ſtaͤrcket wol/ machet gute Feuch, zr znten und gut Geblüt/ es mag aber nicht jederman wer-den. Nach dieſem iſt das Bier/ ſo man in der Stattmachet/ auch nicht zu verwerffen/ gibt zimliche guteNahrung und ſtaͤrcket wol. Das Straßburger Bier Engſuniſt auch zimlich gut/ wie auch das Mainger/ welche;auch auf mancherley weiß bereitet und gebrauen wird Bierda eines das andere in der Guͤte von Kraͤfften über,.trifft/ deßgleichen auch das Franckforter Bier/ die.nehren alle zimlich wol/ und find auch geſund zu trin-cken.;

Das Cölnifch Bier übertrifft alle Bier in Helen gimpund Braband in der Staͤrcke und Guͤte/ gibet gute Bier,Nahrung und ſpeiſet wol und iſt ein geſunder Tranck/aber die Oberlaͤndiſche Rheiniſche Bier ſind nicht wertdaß man fie Bier nennen oder deren gedencken ſol/und iſt immermehr ſchad/ daß die gute Frucht alſo folverderbt werden..

Innerlicher Gebrauch des Biers.|

Aus dem Bier wiſſen unſere Koͤch gute Suͤpplein/. Muͤßlein und Breylein zu bereiten/ und werdendieſelbige auf mancherley weiß beyde für die gefundenund krancken Menſchen bereitet.©Fuͤr die gefunden Menſchen und das HaußgeſindMacher man eine gemeine Bier ſuppen alſo: Man nif̃tBier/ und laͤſſet es mit ein wenig Butter/ fo viel manzu einer Suppen bedarff/ aufſieden/ und wann es

aufgeſotten/ falser man es ein wenig/ richtet es an iber

eingeſchnitten Rockenbrot/ und iſt ſolches eine guteBierſuppen für das Geſind/ die nehret und ſpeiſetſehr wol..;|

Etliche zerklopffen ein paar Eyerdotter mit ein we-nig geſtoſſenen Zimmat/ und dreyen Gerſtenköͤrnleinſchwaͤr oder groß/ rein gepül verten Saffran/ gieſendarnach allgemaͤchlich Bier zu/ laſſen es aufſieden übereinem linden Feuerlein/ thun friſchen Buttern undgepülverten Zucker im ſieden darzu/ jedes ſo viel ge-mug iſt/ rührens ſtaͤrg/ daß es nicht zuſammen lauffet/und wann es aufgeſotten hat/ fo ſaltzen ſie es ein wenig/fo iſt es ein ſehr gute Bierſuppen/ die den Kranckenauch vaſt dienlich iſt fie darmit zu ſpeiſen und zu ſtaͤrcken/ dann ſie nehret ſehr wol/ und wird bald in gutBlut verwandelt.

Etliche nemmen Weitzen⸗BWier/ thun Butter undein wenig Fiſchtůmmel darein/ laſſen es Über einemKohlfeuerlein nur warm werden und nicht aufſieden/

K ſaltzen es ein wenig/ richtens an über Rocken oder

Weiß⸗brot/ und eſſens für ein Bierſuppen.

Die gemeinen Biermůßlein oder Bierbrey machetman alſo: Man nim̃t gut Bier/ zerriebelt darein einBroſam von Roekenbrot/ laͤſet es darn ach uͤber einerGlut wol ſieden zu einem Brey oder Muß im ſiedenthut man darzu Buttern/ fo viel es genug iſt/ ſalet esdarnach ein wenig/ ſo iſt es voͤlliglich bereitet/ und eingeſundes Eſſen/ das wol ſpeiſet/ und auch eine frä=tige Nahrung gibet, das Haußgeſind mit denſelbigenzu ſpeiſen.;;

So man aber dieſe Breylein kraͤfftiger ar ve

o ſo