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A an der Subſtantz etwas dicker/ und nicht fo ſubtil wie Fdas Embeckiſch/ der Geſchmack iſt demſelbigen auchgleich/ und wiewol es den Harn ſehr treibet gleich demEmbeckiſchen/ ſo machet es doch gern den Kaltenſeichund die Harnwind/ ſonſt iſt es an feiner Natur undEigenſchafft temperiert wie das obengemeldte/ loͤſchetden Durſt wol/ nehret aber wenig.
Das Roſtocker Bier iſt der BraunſchweigiſchenMum an der Natur und Eigenſchafft gleich/ nehret
wenig/ loͤſchet den Durſt/ treibt den Harn/ und iſt eingeſunder Tranck Sommers zeit zu trincken.
Zerbſter Bier iſt ein gutes und anmütiges Bier zutrincken/ es gibt gute Nahrung/ und gebieret guteFeuchten/ es gehet aber ſchwaͤrlich durch den Harn/verhaltet ſich lang um die Hertztammern, blaͤhet den
B Leib auf/ und erwecket auch bißweilen ein ſcharffe und G
brennende Harnwind/ iſt denen derowegen ſchaͤdlich
die darzu geneigt ſind/ ind mit Noht harnen.Das Reuburger Bier iſt im Land zu Thuͤringen vaſt berühmt, das iſt an feiner Subſtantz kraͤfftig/ undwol geſotten/ es ſtaͤrcket ſehr wol und gibet gute Nah-rung/ fo man aber deſſen zu viel trincket/ ſchadet esdem Haubt/ den Augen/ und machet ein bloͤd unddunchel Geſicht/ es ſollen ſich auch viel an dieſem Bierblind geſoffen haben/ derowegen ſollen diejenigen/ ſoein bloͤd Geſicht und ſchwaches Haubt haben/ ſich für
dem unmaͤſſigen trincken dieſes Biers hüten.Erdfurdiſch Bier iſt auch ein herzlich und wolſchmackend lieblich Bier zu trincken,/ es gebieret gute
Feuchten/ und gibt uͤberflüſſige Nahrung/ und ver-
RoſtockerBier.
NeußurgerBier.
ErdfurdiBier.©
C richtet alles das/ was einem guten und gefunden Bier H
gqgehuͤhret.Neißniſch Das Meißniſch Bier iſt auch ein edel gut und ge-
ſundes Bier/ wird in etlichen Orten fürtreffenlich gutgemachet/ unter welchen das Torgiſch Bier ſehr be-ruͤhmt iſt/ dann es iſt fuͤrtreffenlich gut/ zu dem ſpeiſetund nehret es wol/ gebieret gute Feuchten/ und einlieblich Gebluͤt/ und ſtaͤrcket darneben von wegen ſei-nes guten Würtzgeruchs und Geſchmack alle princi-paliſche Glieder des Leibs.
Das Belgeriſch und Freyburgiſch Bier find beydegute Bier/ die dem Torgiſchen in der Sure nicht weis
en
Belgeriſchun Freybur-giſch Bier.
Das Wittenbergiſche Bier haͤltet das mittel unterden obgemeldten Bleren/ wiewol es nimmer fo kraͤfftigund gut gemachet wird/ als es vorzeiten gebrauet iſtworden/ und mag ſolches wol mit dem Rheiniſchen
Bier verglichen werden.Im Land zu Heſſen hat es auch mancherley Bier/an welchem Ort auch je eines beſſer iſt als das ander/unter welchen auch das Rauſchenburger Bier denPreiß hat/ das treibet den Harn/ und wird hoͤchlich gerlobt wider den Stein.Das Weſtphaliſch Bier wie auch das Frießlaͤn-diſch find auch berühmt/ und hat aber das Padelbor-ner Bier den Preiß vor andern/ es nehret wol/ treibetden Harn/ und machet ein grobes und dickes Ge-bluͤte.Brabbndiſch Das Brabaͤndiſch und Gelleriſch Bier/ wie auchBier. das fo in Zuͤtphen gemacht wird/ die machen ein hoͤß-E unrein Gebluͤt/ ſonderlich die von dem Dorffwaſſer ge-macht werden/ die machen den Kaltſeich/ und denSchorbock/ und bekommen denen nicht wol/ die derenvon Jugend auf nicht gewohnet haben.
Das Flehmiſch Bier iſt auch ein gut Bier/ undſonderlich das Doppelbier/ wie man es zu Gent undBrucken zu brauen pfleget/ das übertrifft alle Bierin den Niderlanden/ es ſpeiſet und nehret ſehr wol-machet ein gut Gebluͤt/ und eine ſchöͤne lebliche Far-be/ wie der Augenſchein ſolches an denen bezeuget/die dieſes Bier von Jugend auf gewohnet hahen zutrincken.
Heſſiſch Bier
Weſtpha-liſeh Bier.
FlemiſchBie
D. Jacobi Theodori Tabernae montant/
Die Engliſchen Bier find auch treffenliche gute gpBier/ ſonderlich aber das Engliſche Ael/ welches von ihgutem Weitzen gebrauen wird, es nehret treffentltchwol/ machet feißt/ gebieret gut Gebluͤt/ und macht einſchoͤne lebliche Farb/ zimlich und nach Nohtdurfft gestruncken/ fo man aber deſſen zu viel und uͤbermaͤſigtrincket/ machet es rohte/ buckellechtige/ ahſcheulicheAngeſichter.
Die Rheiniſchen Bier werden ungleich gebranen/ gheijdarunter ein thell gar ſchlecht und gering ſind zu trin, dicken/ mehr ſchaͤdlicher dann nutzlich/ ſonderlich aberwird vor anderen das Heidelberger Hooff⸗Bier gelo⸗ Sibelbet/ dann es nehret und ſtaͤrcket wol/ machet gute Feuch, zr znten und gut Geblüt/ es mag aber nicht jederman wer-den. Nach dieſem iſt das Bier/ ſo man in der Stattmachet/ auch nicht zu verwerffen/ gibt zimliche guteNahrung und ſtaͤrcket wol. Das Straßburger Bier Engſuniſt auch zimlich gut/ wie auch das Mainger/ welche;auch auf mancherley weiß bereitet und gebrauen wird Bierda eines das andere in der Guͤte von Kraͤfften über,.trifft/ deßgleichen auch das Franckforter Bier/ die.nehren alle zimlich wol/ und find auch geſund zu trin-cken.;
Das Cölnifch Bier übertrifft alle Bier in Helen gimpund Braband in der Staͤrcke und Guͤte/ gibet gute Bier,Nahrung und ſpeiſet wol und iſt ein geſunder Tranck/aber die Oberlaͤndiſche Rheiniſche Bier ſind nicht wertdaß man fie Bier nennen oder deren gedencken ſol/und iſt immermehr ſchad/ daß die gute Frucht alſo folverderbt werden..
Innerlicher Gebrauch des Biers.|
Aus dem Bier wiſſen unſere Koͤch gute Suͤpplein/. Muͤßlein und Breylein zu bereiten/ und werdendieſelbige auf mancherley weiß beyde für die gefundenund krancken Menſchen bereitet.©Fuͤr die gefunden Menſchen und das HaußgeſindMacher man eine gemeine Bier ſuppen alſo: Man nif̃tBier/ und laͤſſet es mit ein wenig Butter/ fo viel manzu einer Suppen bedarff/ aufſieden/ und wann es
aufgeſotten/ falser man es ein wenig/ richtet es an iber
eingeſchnitten Rockenbrot/ und iſt ſolches eine guteBierſuppen für das Geſind/ die nehret und ſpeiſetſehr wol..;|
Etliche zerklopffen ein paar Eyerdotter mit ein we-nig geſtoſſenen Zimmat/ und dreyen Gerſtenköͤrnleinſchwaͤr oder groß/ rein gepül verten Saffran/ gieſendarnach allgemaͤchlich Bier zu/ laſſen es aufſieden übereinem linden Feuerlein/ thun friſchen Buttern undgepülverten Zucker im ſieden darzu/ jedes ſo viel ge-mug iſt/ rührens ſtaͤrg/ daß es nicht zuſammen lauffet/und wann es aufgeſotten hat/ fo ſaltzen ſie es ein wenig/fo iſt es ein ſehr gute Bierſuppen/ die den Kranckenauch vaſt dienlich iſt fie darmit zu ſpeiſen und zu ſtaͤrcken/ dann ſie nehret ſehr wol/ und wird bald in gutBlut verwandelt.
Etliche nemmen Weitzen⸗BWier/ thun Butter undein wenig Fiſchtůmmel darein/ laſſen es Über einemKohlfeuerlein nur warm werden und nicht aufſieden/
K ſaltzen es ein wenig/ richtens an über Rocken ⸗ oder
Weiß⸗brot/ und eſſens für ein Bierſuppen.
Die gemeinen Biermůßlein oder Bierbrey machetman alſo: Man nim̃t gut Bier/ zerriebelt darein einBroſam von Roekenbrot/ laͤſet es darn ach uͤber einerGlut wol ſieden zu einem Brey oder Muß im ſiedenthut man darzu Buttern/ fo viel es genug iſt/ ſalet esdarnach ein wenig/ ſo iſt es voͤlliglich bereitet/ und eingeſundes Eſſen/ das wol ſpeiſet/ und auch eine frä=tige Nahrung gibet, das Haußgeſind mit denſelbigenzu ſpeiſen.;;
So man aber dieſe Breylein kraͤfftiger ar ve
o ſo