Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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644 D. Jacobi ZBeodori Tabernaemontant/

A zu/ vermiſchen etliche friſche Syerdotter darunter/ Taf F voll Griechiſchheuſaam iiij loht/ Fenchelkraut /Fen,

fens wol ſieden zu einem Brey/ machens ſüͤß mit ge»ſtoſſenem Zucker/ ſo wird es ein ſehr kraͤfftiger Brey -ſonderlich aber die Krancken damit zu ſtaͤrcken und zulaben/ und iſt auch alten/ ſchwachen und betagten Leu-ten ſonderlich nutz und heilſam.Srkaltete Etliche ſieden Haberkern mit Waſſer/ biß es zer-faͤhrt/ſtoſſen den Kern klein/ oder ſtreichen es durch einPfeffertuch/ thun Honig darzu/ laſſens aufſieden zueinem dicken Brühlein/ trinckens darnach alſo warm/das erwaͤrmet die erkalte Bruſt/ und iſt gut wider denHuſten.;Haberkern in Waſſer wol geſotten/ daß es ein dickelechtiges Bruͤhlein werde/ und der Brühen genom̃enxij. Untzen/ friſchen ungeſaltzenen Butter drey Untzen/

B mit dem Brühlein zerlaſſen/ dient wider den Schmertz G darmit gewaͤſchen/ macht es ſchoͤn weiß und klar.der Daͤrmruhr und auch andere Bauchflüß ſo man

ö dern mn das warm durch ein Cliſtierzeug zu dem Kranckenthut. Man mag auch Saft nützlich an ſtet des Buttersin dieſem fahl nemmen Gaͤnßſchmaltz Enten⸗oderHlnerſchmaltz/ oder aber Boͤcken⸗ oder Geiſſenunſchlit.Es[ober auch Dioſcorides den Haberbrey zu denBauchflüiſſen/ und daß er den Stulgang ſtopffen ſoll.Hahermeel geroͤſcht und mit Meth. oder Honigwaſ-fer getruncken, iſt eine gute Artzney denen/ ſo ſtaͤtshuſten..Etliche brauchen den Haberkern den Sod und heff-tig brennen des Magens damit zu vertreiben/ und eſſen

Bauchſlůß.

Huſten.

Brennendes Sods.

fo offt fie der Sod ankom̃t/ xx. Haberkernen/ und halten

ſolches für ein beſonder Experiment.

Habermeel mit Wein und ein wenig Eſſig geſottenzu einem Suͤpplein oder Bruͤhlein/ und warm getrun-cken/ fuͤrdert den Schweiß gewaltig/ derowegen etlichewann ſie beduncket/ ihnen der Schweiß vonnoͤhten ſeynwil/ ſolche Mittel gebrauchen/ ſonderlich aber wann ſiein das Bad woͤllen gehen.

Etliche machen erliche Wochen die Schwein zuvor/ehe fie dieſelben ſtechen und metzgen laſſen/ mit gequell-tem Haber feiſt/ ind maͤſten fie auch alſo auf.Caraunen Es werdel die Capaunen ſehr feiſt und über diemäſten. maß gut ſo man die einſperꝛt/ und ihnen nichts anders

Schweißtreiben.

Schweinmaͤſten.

als geweichten Habern in Milch j Monat lang zu eſen

gibt/ und eitel Milch zu trincken fürſtellet/ ſo gewinnenfie darvon ein zartes und muͤrbes/ wolgeſchmacktes/weiſſes Fleiſch..Euſſerlicher Gebrauch des Haberns.MW der das Haubtwehethum von Kaͤlt oder kalterFeuchtigkeit: Nim̃ Haberſtroh ij. theil/ Fenchel-kraut/ Heublumen/jedes j theil/ thue dieſe Stuck in ei-nen Keſſel/ ſchütte Waſſer daruͤber/ und laß wol ſieden/ſtelle darnach den Keſſel in ein zugedeckt Buͤtten/ dariñſchwitze wol, nachdem es deine Kraͤfften erleiden koͤn=nen/ leg dich darnach nider in ein warm Beth/ deckedich wol/ und laſſe dir das Haubt mit warmen Tüchernreiben/ darnach verbinde es wol mit warmen Tuͤchern.Wann du nun wol geruhet haſt/ ſo halt dich auf denSchweiß im warmen/ und hüte dich für dem Lufft/ ſowird dir beſſer/ ind der Schmertzen nachlaſſen.Oder nim̃ Haberſtroh ij theil/ und ein Reutermaͤß-F lein Habern/ Fenchellraut/ Heublumen un Baldriankraut/ jedes j. theil. Seude dieſe wol in einem Keſſelmit Waſſer/ mach dar von ein Schweißbad/ wie zuvorgemeldet/ und halt dich gleicher geſtalt/ es wird dir baß.Sin ſolches Schweißbad mag man auch in anderenSchmwachheiten machen laſſen/ wann ſchwitzens von-noͤhten ſeyn wil.Hitzige I Der Safft von dem jungen Graß des Habernsgen. außgepreßt/ und mit darinnen genetzten Tůchlein überdie hizigen Augen gelegt/ zeucht die Hitz heraus/ undleget den Schmertzen.Anfahende Wider die anfahende 1ö. der die öherſten theil des Haberns mit den Aehren ij.

D

SHaußtwehevon Kaͤlt.

Stahren der Augen: Nim̃hand-

chelſaamen/ Augentroſt/ Betonienkraut/ jedes. halbeHandvoll/ Alexandriniſch Senatblaͤtter/ SteinkleeEhamillenblumen/ jedes j. Handvoll Weinrauten fo

viel man mit dreyen Fingern faſſen kan/ ſende ſolcheStuͤck in einem Hafen mit Waſſer/ und empfahe denDampff des Morgens und Abends darvon in die Au,

gen/ thue darnach ein Troͤpfflein oder zwey gediſtilliertHonigwaſſer darein/ das von einem Pfund Honig/

und einem halben loht geſtoſſenem Pfeffer mit einah-

der vermiſcht/ gediſtilliert worden ſey/ und beharre das

alſo eine zeitlang/ ſo wird der anfahende Staren ſichvertheilen und verzehret werden.

Habermeel mit Bleyweiß gemenget, jedes gleich Amſt

viel in Waſſer geſotten/ und das Angeſicht offtermalt. n mi

Habermeel mit Eſſig zu einem Brey geſotten, ver, gintreibt die Flecken und Anmaͤler des Angeſichtswie ein Lg fn.Pflaſter auf ein tuch geſtrichen/ und warm übergelegt,

Die abſcheuliche Roͤte des Angefichts zu vertrei, Mſſtſiſeben: Nim Haber preuer iii. and voll/ ungeſheltsGerſten zwo Handvoll⸗ſeude die in Waſſer den dritten ö.

theil ein/ waͤſche das Angeſicht offtermals warm dar,mit, darnach ſtreiche es an mit Eitronenſafft/ und laßes von ihm ſelbſt trucken werden.

Habermeel mit Taubenkagt zu einem Brey geſot, Ohimnſten/ darnach auf ein Tuch geſtrichen wie ein Pflaſterund uͤbergelegt/ heilet die Ohrmiltzel oder Ohrklamm/vertreibt auch die Kroͤpff und Druͤſen.

Oder nim̃ Habermeel/·Leinſaamenmeel/ jedes gleichH viel/ und fo viel Taubenkaat/ ſende die mit einander inWein zu ein em Pflaſter/ und gebrauch es wie gemeldet.Habern ein gut theil mit Saltz in einer Pfannen gehengeroͤſcht/ und folgends in ein leinen Saͤcklein gethan/ ö indertreibt den Schmertzen und ſtechen der Seiten vonKälte oder windigen Blaͤſten verurſacht/ fo warm alses zu leiden iſt/ nbergelegt.. öWider den groſſen Schmertzen und Krimmen des Riffe ienBauchs: Nim̃ ij theil ungeſcheelten Habern/ Wach⸗ n hholderbeeren ein wenig zerquetſchet in einem Moͤrſer/Peterleinſaamen/jedes ein theil. Solche fick ſoll mandermiſcht in ein Saͤcklein thun/ das Saͤcklein mit eimFaden reihen/ damit fie nicht zuſ⸗ m̃en lauffen moͤgen/das ſoll man dann in halb Wein und Waſſer ſieden/folgends mit zweyen Tellern außpreſſen/ daß das Saͤcl-lein nicht mehr trieffe/ datnach ſo warm/ als man es lei-den kan/ iber den Bauch und ſchmertzhaffte Ort legenund fo offt daſſelbige erkaltet/ in der vorgenanten Bri-he wiederum waͤrmen/ und das ſo lang antreihen/ bißder Schmertzen und Krimmen gar nachlaͤſſet.Oder nim̃ Habern und Salt/ jedes ij. theil/ Lein -ſaamen/ Aenisſagmnen/Fenchel und Dillſaamen/ jedesein theil. Roͤſchte dieſe ſtlick wol in einer Pfannen/ thudie darnach in ein Saͤcklein/ und legs warm uͤber/ undwann das Saͤcklein kalt wird/ fo wärme es wiederumauf einem heiſſen Ziegelſtein/ nit Wein beſprengt/ indlegs wiederum über.Oder nim̃ ungeſcheelten Habern zwey theil/ ungeſtampfften Hirſchen/ Kleyen und Fenchelſaamen/ jedes j. theil/ roͤſchte die über dem Feuer/ und legs warm̃über/ wie oben gemeldet/ biß der Schmerzen nachlaͤſſetWider das Krimmen und Leibwehe: Nim̃ ein ih inRelnermaßlein voll ungeſcheelten Habern/ und halb kik.fo viel zerſtoſſener Wachholderbeeren/ und auch fo vielKnoblauchkraut das dürꝛ ſeye und klein zerſchnitten/thue dieſe ſtuͤck in ein leinen Saͤcklein/ reihe die Ratetenweiß ein/ daß fie nicht zuſammen lauffen/ laſſe dasSaͤcklein ein wall oder vier qufſieden/ drucks darnachmit zweyen Brettlein oder Tellern hart aus, daß dasSaͤcklein nicht mehr trieffe/ und legs warm uͤber denganken Bauch/ waͤrme das offt in der vorgemeldtenBrühen/ und legs fo lang über/ biß ſich der Schmer-tzen leget,Haber-