644 D. Jacobi ZBeodori Tabernaemontant/
A zu/ vermiſchen etliche friſche Syerdotter darunter/ Taf F voll Griechiſchheuſaam iiij loht/ Fenchelkraut /Fen,
fens wol ſieden zu einem Brey/ machens ſüͤß mit ge»ſtoſſenem Zucker/ ſo wird es ein ſehr kraͤfftiger Brey -ſonderlich aber die Krancken damit zu ſtaͤrcken und zulaben/ und iſt auch alten/ ſchwachen und betagten Leu-ten ſonderlich nutz und heilſam.Srkaltete Etliche ſieden Haberkern mit Waſſer/ biß es zer-faͤhrt/ſtoſſen den Kern klein/ oder ſtreichen es durch einPfeffertuch/ thun Honig darzu/ laſſens aufſieden zueinem dicken Brühlein/ trinckens darnach alſo warm/das erwaͤrmet die erkalte Bruſt/ und iſt gut wider denHuſten.;Haberkern in Waſſer wol geſotten/ daß es ein dickelechtiges Bruͤhlein werde/ und der Brühen genom̃enxij. Untzen/ friſchen ungeſaltzenen Butter drey Untzen/
B mit dem Brühlein zerlaſſen/ dient wider den Schmertz G darmit gewaͤſchen/ macht es ſchoͤn weiß und klar.der Daͤrmruhr und auch andere Bauchflüß ſo man
ö dern mn das warm durch ein Cliſtierzeug zu dem Kranckenthut. Man mag auch Saft nützlich an ſtet des Buttersin dieſem fahl nemmen Gaͤnßſchmaltz Enten⸗oderHlnerſchmaltz/ oder aber Boͤcken⸗ oder Geiſſenunſchlit.Es[ober auch Dioſcorides den Haberbrey zu denBauchflüiſſen/ und daß er den Stulgang ſtopffen ſoll.Hahermeel geroͤſcht und mit Meth. oder Honigwaſ-fer getruncken, iſt eine gute Artzney denen/ ſo ſtaͤtshuſten..Etliche brauchen den Haberkern den Sod und heff-tig brennen des Magens damit zu vertreiben/ und eſſen
Bauchſlůß.
Huſten.
Brennendes Sods.
fo offt fie der Sod ankom̃t/ xx. Haberkernen/ und halten
ſolches für ein beſonder Experiment.
Habermeel mit Wein und ein wenig Eſſig geſottenzu einem Suͤpplein oder Bruͤhlein/ und warm getrun-cken/ fuͤrdert den Schweiß gewaltig/ derowegen etlichewann ſie beduncket/ ihnen der Schweiß vonnoͤhten ſeynwil/ ſolche Mittel gebrauchen/ ſonderlich aber wann ſiein das Bad woͤllen gehen.
Etliche machen erliche Wochen die Schwein zuvor/ehe fie dieſelben ſtechen und metzgen laſſen/ mit gequell-tem Haber feiſt/ ind maͤſten fie auch alſo auf.Caraunen Es werdel die Capaunen ſehr feiſt und über diemäſten. maß gut ſo man die einſperꝛt/ und ihnen nichts anders
Schweißtreiben.
Schweinmaͤſten.
als geweichten Habern in Milch j Monat lang zu eſen
gibt/ und eitel Milch zu trincken fürſtellet/ ſo gewinnenfie darvon ein zartes und muͤrbes/ wolgeſchmacktes/weiſſes Fleiſch..Euſſerlicher Gebrauch des Haberns.MW der das Haubtwehethum von Kaͤlt oder kalterFeuchtigkeit: Nim̃ Haberſtroh ij. theil/ Fenchel-kraut/ Heublumen/jedes j theil/ thue dieſe Stuck in ei-nen Keſſel/ ſchütte Waſſer daruͤber/ und laß wol ſieden/ſtelle darnach den Keſſel in ein zugedeckt Buͤtten/ dariñſchwitze wol, nachdem es deine Kraͤfften erleiden koͤn=nen/ leg dich darnach nider in ein warm Beth/ deckedich wol/ und laſſe dir das Haubt mit warmen Tüchernreiben/ darnach verbinde es wol mit warmen Tuͤchern.Wann du nun wol geruhet haſt/ ſo halt dich auf denSchweiß im warmen/ und hüte dich für dem Lufft/ ſowird dir beſſer/ ind der Schmertzen nachlaſſen.Oder nim̃ Haberſtroh ij theil/ und ein Reutermaͤß-F lein Habern/ Fenchellraut/ Heublumen un Baldriankraut/ jedes j. theil. Seude dieſe wol in einem Keſſelmit Waſſer/ mach dar von ein Schweißbad/ wie zuvorgemeldet/ und halt dich gleicher geſtalt/ es wird dir baß.Sin ſolches Schweißbad mag man auch in anderenSchmwachheiten machen laſſen/ wann ſchwitzens von-noͤhten ſeyn wil.Hitzige I ⸗ Der Safft von dem jungen Graß des Habernsgen. außgepreßt/ und mit darinnen genetzten Tůchlein überdie hizigen Augen gelegt/ zeucht die Hitz heraus/ undleget den Schmertzen.Anfahende Wider die anfahende 1ö. der die öherſten theil des Haberns mit den Aehren ij.
D
SHaußtwehevon Kaͤlt.
Stahren der Augen: Nim̃hand-
chelſaamen/ Augentroſt/ Betonienkraut/ jedes. halbeHandvoll/ Alexandriniſch Senatblaͤtter/ SteinkleeEhamillenblumen/ jedes j. Handvoll Weinrauten fo
viel man mit dreyen Fingern faſſen kan/ ſende ſolcheStuͤck in einem Hafen mit Waſſer/ und empfahe denDampff des Morgens und Abends darvon in die Au,
gen/ thue darnach ein Troͤpfflein oder zwey gediſtilliertHonigwaſſer darein/ das von einem Pfund Honig/
und einem halben loht geſtoſſenem Pfeffer mit einah-
der vermiſcht/ gediſtilliert worden ſey/ und beharre das
alſo eine zeitlang/ ſo wird der anfahende Staren ſichvertheilen und verzehret werden.
Habermeel mit Bleyweiß gemenget, jedes gleich Amſt
viel in Waſſer geſotten/ und das Angeſicht offtermalt. n mi
Habermeel mit Eſſig zu einem Brey geſotten, ver, gintreibt die Flecken und Anmaͤler des Angeſichtswie ein Lg fn.Pflaſter auf ein tuch geſtrichen/ und warm übergelegt,
Die abſcheuliche Roͤte des Angefichts zu vertrei, Mſſtſiſeben: Nim Haber preuer iii. and voll/ ungeſheltsGerſten zwo Handvoll⸗ſeude die in Waſſer den dritten ö.
theil ein/ waͤſche das Angeſicht offtermals warm dar,mit, darnach ſtreiche es an mit Eitronenſafft/ und laßes von ihm ſelbſt trucken werden.
Habermeel mit Taubenkagt zu einem Brey geſot, Ohimnſten/ darnach auf ein Tuch geſtrichen wie ein Pflaſterund uͤbergelegt/ heilet die Ohrmiltzel oder Ohrklamm/vertreibt auch die Kroͤpff und Druͤſen.
Oder nim̃ Habermeel/·Leinſaamenmeel/ jedes gleichH viel/ und fo viel Taubenkaat/ ſende die mit einander inWein zu ein em Pflaſter/ und gebrauch es wie gemeldet.Habern ein gut theil mit Saltz in einer Pfannen gehengeroͤſcht/ und folgends in ein leinen Saͤcklein gethan/ ö indertreibt den Schmertzen und ſtechen der Seiten vonKälte oder windigen Blaͤſten verurſacht/ fo warm alses zu leiden iſt/ nbergelegt.. öWider den groſſen Schmertzen und Krimmen des Riffe ienBauchs: Nim̃ ij theil ungeſcheelten Habern/ Wach⸗ n hholderbeeren ein wenig zerquetſchet in einem Moͤrſer/Peterleinſaamen/jedes ein theil. Solche fick ſoll mandermiſcht in ein Saͤcklein thun/ das Saͤcklein mit eimFaden reihen/ damit fie nicht zuſ⸗ m̃en lauffen moͤgen/das ſoll man dann in halb Wein und Waſſer ſieden/folgends mit zweyen Tellern außpreſſen/ daß das Saͤcl-lein nicht mehr trieffe/ datnach ſo warm/ als man es lei-den kan/ iber den Bauch und ſchmertzhaffte Ort legenund fo offt daſſelbige erkaltet/ in der vorgenanten Bri-he wiederum waͤrmen/ und das ſo lang antreihen/ bißder Schmertzen und Krimmen gar nachlaͤſſet.Oder nim̃ Habern und Salt/ jedes ij. theil/ Lein -ſaamen/ Aenisſagmnen/Fenchel und Dillſaamen/ jedesein theil. Roͤſchte dieſe ſtlick wol in einer Pfannen/ thudie darnach in ein Saͤcklein/ und legs warm uͤber/ undwann das Saͤcklein kalt wird/ fo wärme es wiederumauf einem heiſſen Ziegelſtein/ nit Wein beſprengt/ indlegs wiederum über.Oder nim̃ ungeſcheelten Habern zwey theil/ ungeſtampfften Hirſchen/ Kleyen und Fenchelſaamen/ jedes j. theil/ roͤſchte die über dem Feuer/ und legs warm̃über/ wie oben gemeldet/ biß der Schmerzen nachlaͤſſetWider das Krimmen und Leibwehe: Nim̃ ein ih inRelnermaßlein voll ungeſcheelten Habern/ und halb kik.fo viel zerſtoſſener Wachholderbeeren/ und auch fo vielKnoblauchkraut das dürꝛ ſeye und klein zerſchnitten/thue dieſe ſtuͤck in ein leinen Saͤcklein/ reihe die Ratetenweiß ein/ daß fie nicht zuſammen lauffen/ laſſe dasSaͤcklein ein wall oder vier qufſieden/ drucks darnachmit zweyen Brettlein oder Tellern hart aus, daß dasSaͤcklein nicht mehr trieffe/ und legs warm uͤber denganken Bauch/ waͤrme das offt in der vorgemeldtenBrühen/ und legs fo lang über/ biß ſich der Schmer-tzen leget,Haber-