Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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660Indlaniſchet Fench. Panicum Indicum,3. h e,,,

IL6Fench.

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und bergechtig ſeye/ da nicht viel Waſſer zukommenkan/ ſo gehet er baͤlder auf dann der Hirſchen/ undwaͤchſt freudig/ alſo daß er innerhalb viertzig Tagenzur Zeitigung kommet/ und eingeerndet mag werden.Im Algaͤu/ Hegaͤu/ Waßgau und andern mehr der-gleichen rauhen Orten/ iſt dieſe Frucht ſehr gemein undwird in groſſer Menge gepflantzet/ wird im Glentzengeſaͤet und im Sommer.

JI. Das ander Geſchlecht iſt groͤſſer und luſtigeranzuſehen/ beyde am Stengel / Blaͤttern und den keolb-echtigen Aehren/ die ſchoͤn zottechtig find/ das wird al-lein in den Gaͤrten gezielet/ und waͤchſet gern in einemjeden Grund/ ſolches iſt erſtlich aus der Landſchafft In-

P dien in Hiſpanien/ und von dannen in unſer Teutſch-

Ir.Fench.

land gebracht worden.

III. Noch waͤchſt bey uns hin und wider ein Ge-ſchlecht dieſer Frucht/ das iſt viel kleiner dann das erſtezahme Geſchlecht/ hat ſchmaͤler und kuͤrtzere Blaͤtter⸗/die find auch rauher als die Blaͤtter des zamen Fenchs/die knodtechtigen Haͤlmer oder Stengel werden Elenhoch mit Holkaͤlen. Die Aehren find rauhe/ rohtfaͤr-

big und auch kleiner dann des zahmen.

Von den Namen des Fenchs.Dr Fench wird von den Griechen/ vn&, Mesinn, Meni und Menn Ge, genannt. Latel-niſch/ Elymus oder Helymus. Meline oder MelyneMelinus, und von Diocle, Mel frugum, von Plin iound andern Panicum, Panica, und Panicula. IPani-

E cum Germanicum five panicula minore, G. B. Pa-

nicum Fuch. Cord. in Dioſ.& hiſt. Geſchort. Dodo.Lon. Adverſ. Lob. Cæſ. Cam. Ger. Milium agreſtefive exiguum, Trago.] Von Serapione lib. ſimp.c. x04. wird er Arabiſch Dochon, von Iſaac Eben/ mram, dem Arabiſchen Artzet/ Vora, von Alſaharavio,Glares, von andern Dochen, Diochen, Dolin, und wie Mat-thæus Sylvaticus bezeuget auch Dorarhin und Burhi-cin. Italtaͤniſch heiſſet er Panico und Panigo. Hiſpa-niſch Panico, banſſ6 oder baniso und Painſs. Frantzo-ſiſch/ hanic, hani, diu Paniz, du Panitz,Semblabie at miller du Paniz Oniliet. Boͤhmiſch / Ber. Engliſch/⸗Panick .Flehmiſch un Brabaͤndiſch/ Panickoren. Hochteutſch-

D. Jacohi Theodor Tabernaemontan/

ö.

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Bilder Fench. hani,,

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Fench/ Pennich/ Heydelpennich/ Panikorn/ Fuchs.ſchwantz Heydel/ Heydelfench und ButzweitzenII. Das zweyte Geſchlecht wird von den Kraͤnt-lern Lateiniſch genannt/ anieum villoſum, Bani -cum Indicum, Panicum Hiſpanicum, und Pahi-cula Hiſpanica. Panicum Italicum five paniculamajore, C. B. domeſticum, Matth . Indicum, Dod.aliud Indicum panicula villoſa, Lob. PanicumLac. Caſtori.] Flemiſch und Brabaͤnd. IndigenſchPanickoren. Hochteutſch/ Indianiſcher Fench/ In-dianiſch und Hiſpaniſch Panickorn. Engliſch / In-dian Panick und Otemeale..III. Das wild Geſchlecht wird von den KräuflerttPanicum ſylveſtre, Banicula ſylveſtris, und vonetlichen auch Gramen Mannæ fylveſtre genannt/Andere wollen ein ſchæmum daraus machen. Gra-men paniceum ſpica diviſa, C. B. Panicum ſyl-veſtr. Matth . Ad. Caſt. Lugd. Cam. herbariorumſyl. Lob. Panicaſtrellæ Cæſal. Gramen mannæ al-terum Dod. Lugd. Milium ſyl.& ſupinum, Cluſhiſt. an Milium fylveſtre Iſchæmum Ang. Teutſchheiſſet es/ Wilder Fench/ und Panikorn/ und nennensauch etliche wild Manngraß/ oder wilden Himmel -thau. Engliſch / Wilde Panick..

Von der Natur/ Kraft/ Wyuͤrckung und Ei-genſchafft des Fenchs..We Panikorn iſt kalter Natur im erſten undtrucken im zweyten Grad wie der Hirſchen/ nehtetC ſehr wenig/ machet Wind/ iſt hart zu daͤuen/ machet eindick Geblüt und deſſen ſehr wenig/ iſt alten Leutennichts nuͤtz/ ſtopfft den Bauch mehr als der Hirſchen.Der wild Fench hat die Krafft und Eigenſchafft wieder zahm/ kühlet aber und ſtopffet mehr.Innerlicher Gebrauch des Fenchs.Nangeſehen daß der Fench ſchwerlich zu verdal-Gen/ und grobe Nahrung gibt/ und den mehren-theil von dem Baursvolck und dem gemeinen Mannzu der Speiß gebraucht wird/ kan derſelbige doch durchkuͤnſtliche Bereitung auch für die Krancken nutlichbereitet werden/ daß der nicht allein gut und leichtlich.

zu verdaͤuen/ ſondern auch gute Nahrung gibt/ undeim

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