Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
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D. Jacobi Theodor Tabernaemontam/

A lein[zu End des Heumonats und im Auguſtmonat! E Franköfifch/Oeiler, Boͤhmiſch , Karafflar, Nderſſm-

XV.SefülltStein Naͤgelein.

xvI.Mut willen.

XVII.

Nlenn Wilde

Naͤglein.

heraus kommen/ ohn einigen Geruch. Dieſes findetman in Kaͤrnten auf dem Gebirg.]

XXV. Das fünffzehende Geſchlecht it den vorigenwilden Steinnaͤgelein beynahe gleich/ allein daß feineBlumen gefüllet ſeyn. w

XVI. Das ſechzehende Geſchlecht die Muhtwille -kom̃t mit dem erſten(dem zehenden und eilfften) auchüberein..;

XVII. Das ſiebenzehende Geſchlecht it den Steinenaͤglein vaſt gleich/ oben an den Stielen wachſen run-de/ hole Hülßlein/ welche etwas tieff zerkerfft ſeyn/ dar-aus kleine rohtlechte geſtirnte Bluͤmlein an einem klei-nen zarten Stiel in die höhe herfür ſprieſſen/ je mitfünf Blaͤtlein beſetzet.

XVIII. Das letzte Geſchlecht iſt mit ſeinen leibfar-ben gefiederten Blumen der Muhrwillen vaſt gleich/allein daß ſeine Blaͤtter viel groͤſſer und breiter ſeyn.Dieſes iſt in der erſten mit feinem ſchmalen ſpitzenBlaͤttlein wie ein Maͤußoͤhrlein anzuſehen/ doch finddie Blaͤtter ſchmaͤler und ſpitziger/ hat ſehlechte runde

Stengel ſo gegen dem Meyen mit wenig Blaͤttern be-

Zwey anderGeſchlechtNaͤgelein.

kleidet/ darauf wachſen Preſilgenbraune Blumen/ ge-formt und zerſchnitten wie die Mutwillen. Dieſes fin-det man hin und wider auf den Wieſen/ gemeiniglichmit rohtlechtigen Blumen/ zu zeiten mit weiſſen. InItaliqꝛzielet mans in Gaͤrten mit gefuͤllten Blumen.)e Es werden beneben dieſen Naͤgleinblumen nochzwey Geſchlecht von Lobel io beſchrieben/ von welchenim erſten Buch ſect. 6. c. i3.iſt geredt worden/ und Gra-

diſch/ Gingffelbloemen.

LI. Caryophyllus maximus variegatus. C. pmajor ruber& albicans, ſſ pl. ob. ie. Caryophyll.Taſt. Ap. II.& III. Caryophyllus altiſis major,

C. B. domeſticus, Matt. Cam. Caſt. flos Caryophyl..

Lon. caryophylli noſtrates an Cantabrica iniAdu. multiplex, Lob. ico, Ger. altilis, Lug. oremajore, Eyſt. Garyophyllea, Trag. Betonica alti.lis, Fuch. Gef, col. Vetonica coronaria, Gef, hort.Vetonica altilis, Dod. gal. Viola lammea Scali.gero, Geſ. hort. Cantabrica, Tur. flos Gariofilus,aliis Viola Damaſcena, Cæſal p. Herba tunica quebufdam. IV. Caryophyllı ſimpl. ſupinus angusftifol.C.B.virgingus, Ger. V. Caryophyllus imp.G gor. minore pallide rubente. C. B. ſyl3. f. pallidoſua ve rubente, ob. ic. ſyl. ſimp. ſua ve rubens. Ger.VI. Caryophyllcæruleus Monſpelienſium. C..Aphyllanthos Monſpelienſium. Ad. Lobel. icon,VII. Caryophyll. barbatus hortenſ. latifol. C. B.Lychnis monachior. Geſ. hort. Armeria altera,Lo-bel. ico. ſua ve rubens. Ger. Viola barbata latifolia,Lugd. Flos Scarleti, Lon. Geſ. a p. VIII. Car)o-Cphyllus barbatus hortenſ. anguſtifol. C. B. Armesria rubra. Ger. altera ſuave rubenrte fl. Lob. iconArmerins flos alter, Dod. ſimplici fl. pannonicusCluſ. hiſt. X. Caryoph. barbatus fl mültiplici,C. B. Armeria rubra latifol. Ger, Armeria alba&rubra multiplex Lob. icon. Armeria, pleno floreCluſ. pann.& hiſt. X. Caryophyll. i tenuiſſime

C men marinum majus und Gramen marinum mis H diſſecto, C. B. ſyl, 5. ſpecies 3. Cluſpann.& hiſtor.

nus genent.] So wird auch von dem weitberuͤhmtenHꝛn. C. Cluſio noch ein ander Geſchlecht beſchrieben/welches er Caryophylleum ſecundum nennet/] depfen Blumen( ſo einig auf einem Stiel) ſind breit fünf»blaͤttig/ von roter und weiſſer Farb vermiſcht/ zu zeitengantz weiß/ innerlich aber haarechtig/ jedoch gar liehlichanzuſehen/ doch ohne Geruch Und wird auf den Steur-maͤrckiſchen und Oeſterreichiſchen Gebürg gefunden/dar von bemeldter Antor wie von andern Naͤgleinblu-men mehr/ weitlaͤufftger in feinen ObſervarionibusPannonicis lib. 2. cap. 41. geſchrieben hat.Beyde Geſchlecht/ zam und wild, werden So fer gs-zeiten gefunden: Die Blumen kom̃en im Brachmonatherfuͤr/ waͤhren bis gegen dem Herbſt/ auch bis in Winster hinein. Die zame Graßblumen werden von Weibz-perſonen in den Gaͤrten gepflanzzet/ auch in beſonderenScherben und Gefaͤß Winterszeiten in den Kellernvor dem Froſt bewahret/[doch fo ſchoͤn Wetter vorhamden/ ſtellet man fie heraus an die Sonnen/ laͤßt fie auchbißweilen beregnen/ traͤgt fie alsdann wie der in Keller-ſo man den Som̃er über die ſtengel welche Knoͤpff ſtoſ-ſen abſchneidet/ bringen ſie erſt den folgenden Winterihre Blumen.] Die wilden aber werden zum theil inWieſen/ zum theil auf hohen Bergen gefunden/ davonDodonæus , Lobelius , und C. Cluſius lib. 2. ob ſer vsPann. c. 4. öVon den Namen der Naͤgleinblumen.B dieſe Blumen den Alten bekannt ſeyen geweſenoder nicht/ iſt man nicht einig. Dan etliche melden/es habe deſſen meldung gethan Plinius unter dem Na-men Cantabrica: Andere es ſeye vetonica oder beto-nica altera; deſſen Diofcoricles gedencket/ welcheMeinung nicht gar zu verwerffen iſt. Andere machenIphium Theophraſti daraus/ daran fie übel thun.Andere woͤllen wie auch Matthiolus es ſeye den Altenunbekant geweſen/ davon ſoll in unſerm LateiniſchenKraͤuterbuch gehandelt werden.]

Naͤgleinblum oder Graßblume heiſt Lateiniſch Ca-ryophyllus flos caryophyllorum, betonica oderveronica coronaria und domeſtica: Etliche nennenfie auch herbam tunicam: wiewol andere Kraͤutermehr ſeyn/ fo ſolchen Namen führen? Welſch Carofoli,

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Superba, Trag. Lon. Thal. Cam. recentiorum, Ad.Dioſanthos Theoph. Ang. Veronica altilis minor,Dod.gal.ſyl.tertia, Geſ. hort. armeria, vetonica cosronaria, Lugd. ſuperba alba media corolla purpu-roviolacca obſoleta cincta Lob. icon. Betonica ylaltera, Fuchſ. Caryophyllæus minor. Dos Caryo-

phyllatæ ſyl. genus, Gef, col. XI. Caryoph. yl,

florib. lanuginoſis hirſutis, C. B. Superba alba aſte-ra& ſua ve rubens, Lob. icon. Car yophyllæi ſylyſpecies altera Cluſ pan.& hiſt. XII. Garvyophyi.IVI. vulgaris latifol. C. B. Garyophyllea yl. Trag.

Lon. Caryophyllus ſyl. Wat.- ugd. Caſt. Betonicaſyl.Fuch. Vetonica, Bod. gal. Cantabrica ſyl. Fur.

Armerius. flos 1. Dod. Lugd. Armeria ſ. Caryophe

minor ſyl.minus odorus fol. latiorib. Ad. Lob. obi.

& ico. Flos gariofilus ſyl. Cæſ. XIII. Caryophyl. fyl. vulgaris anguſtifol. C. B. montanus alb. Ger,XIV. Caryoph. alpinus cal yce oblongo hirſuto,C. B. Caryophyllæus pumilio Tauricus five 8Cluſ.pan.ſyl. x. id.hiſt. Car yoph.montanus li-fi, Ger. XV. Caryoph. minor ſyl. fl. pleno, EyſtXVI. Caryoph. ſyl. ore laciniato albo inodoroC. B. ſyl.plumarius albus. Ger. Superba major flo.albo, Lob. ico. XVII. Caryoph. ſyl. prolifer. C. B.Eyft. Caryophyllea ſyl .. Thal. Armeria prolife-ra, Lob. ico. Armerius flos proliferus, Cam. Liſca-ria, Ger. icon. XVIII. Caryoph. pratenſ. fl lacin.ſimp. ſ. Flos cuculi, C. B. Flos cuculi, Trag. Lon.Gef. col. vetonica ſyl. Dod. gal. Odontitis PlineK Geſhort. quorundam, Cam, ſimpl. flore, Cluſſhiſt'Armerius, fylı Do. Armoraria ſyl, prat. Ad. Lob:icon. Armeria prat. mas& fœmina, Ger. I gu-AG altera, Thal.]

on der Natur Krafft/ Wirckung und Ci

genſchafft der Naͤgleinblumen. JDer liebliche Geruch und bittere Geſchmack derT Naͤgleinblumen geben genug ſam zu verſtchen/ daßfie etwas warmer und truckener Eomplexion ſeyn/ undwie etliche wollen/ einer mittelmaͤſſigen Temperatur.

Innerlicher Gebrauch der Naͤgleinblumen

Je Naͤgleinblumen find dem Haubt fehr gut ind. ſNanmuͤhtig/ dann ſie prquicken/ erfreuen UM

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