Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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2 D. Jacoht Theodor Tabernaemontam/

* Sretiſcht Salbey.*VI. Salvia baccifera Cietica,

© tüngen/ ſondern mit alter Erden von Laimen oderLaugaͤſchen/ ſo wachſen ſie deſto freudiger. Sie blühenim Julſo und Auguſto/(wird im Merken am heſtenverſetzet.Von den Namen. KSaAlbey hat ihren Namen nach den Geſchlechten/dann das erſte Geſchlecht wird genennt groß undbreit Salbey/ Lateiniſch Sal via major. II. Sal via ma-jor, an Sphacelus Theoph. C. B. Salvia latif. Brunf.Trag. Geſ. hort. Lon. Cjuſ.aiſt. Cam: major, Matth.Fuch. Dod. Tur. Lac. Lugd. Caſt. Ger hortulana,Eric. Cord. Sal via, Ang. Cord. in Dioſc. domeſtica,Cæſ. major, ſcabrior Dioſcoridis, Ad. Lob, ic. majorlatifol.fl.cærul. Eyſt]

Das ander aber wird genennt/ Klein ſalbey/ Spitzſalbey/ Creutzſalbey und Edelſalbey/ Lateiniſch Sal viaauriculata, Salvia minor und Salvia acuta oder no-bilis. II. Salvia minor aurita& non aurita, CB.

ſalvia nobilis Brunf. Geſihort. anguſtifolia& mi-nor, Trag. minor, Matth. Fuch. Hod. gal. Cord. inDio ſc. Lac. Tur. Lob. icon. Cæſ. Ger. pinneta, Ad.Lob. obſ. Eyſt. acuta, Lon. anguſtifol. Cluſ. hiſt. te-nuifolia auticulata, Cam. Sphacels verus Theoph-Lugd. Ill. Sal via folio tenuiore, C. B. Hiſpanicaodoratiſſima, Cam. Hiſpanica fl. albo, Eyſt. IV.Pſeudoſtachys alpina, C. B. Marrubium monta-num 1. Thal. Salvia ſyl. nigrior, Cæſ alpina, Ger.

Die wilde Salbey wird Lateiniſch genennt Salviaſylveſtris, Salvia boſci , Scorodania, V. Scordium

alterum ſ. Salvia ſylveſtris, C. B. Salvia ſyl. Trag. E

(& Nepeta altera) Lon. Sphacelus ſyl. Hod. gal.Scorodonia, Cord. hiſt. Thal. Ger. Sal via montana& Ambroſiana quibuſdam, Gef hort. Scordiummajusblinii, Eid. alterumblinii, Ad. Lob. ic.& obſ.Cam. Sal via agreſtis five Sphacelus Dod. Lugd.Melinum alterum brevius, Cæſ.

Die Cretiſch Salbey heiſt Lateiniſch Salvia Creti-ca und Sal via baccifera Cretica, Vi. Sal via bacci-fera, C. B. Sal via fructum inſtar Galle ferens, Mat.Græca, Ang. coccifera ſive baccata Cretenſis, Ad.Cretica baccifera, Lob. ic. Eugd. Cam. ep. Matt.]

Salben wird Griechtſch genennt At Me ha).

F Arabiſch/ Ae liſfacos. Welſch/ Salvia . Frantzöſiſch ange

Spaniſch Salvia. Boͤhmiſch Sſallvpwteg. Engliſch Sage. Niderlaͤndiſch Savie. Latein. dal ia. Qui ö.numeros ſalvos& incolumes ſervat. Dicwel iedem gantzen Leib nützlich und hellſam.] Daher.Poëta rythmicus fpricht:.

Cur moretür homo, cus ſalyia creſtit in hortAMmtiphone:.Contra vim morttz, non est Medicamen in horts,

Von der Natur/ Krafft/ und Cigenſchafftder Salbey.IJ Gineta und Oribaſius ſchreiben/ daß die Sal,(bey waͤrme/ und ein wenig zuſammen ziehe It

G warm im erſten trucken im andern grad. Die Spike

ſalbey iſt kraͤfftiger dann die breite und ſoll ün Henmo-

nat geſamlet werden.]

Innerlicher Gebrauch der Salben,)12 ſchrelbt lib. 3. cap. 39. die Salbe gi Sinn h|

. ſotten/ und getruncken/ treibe den Harn/ die ver, mtiandene Zeit der Weibsperſonen/ und die Frucht aus MHMutterleib. Darum die Salbey von den Alten/ alt.ein ſonder Frauen⸗ Kraut geruͤhmet wird: Welcheauch fuͤrgeben/ daß die Lowinnen/ wann ſich die Geburtnuͤhert/ ſolches Kraut ſuchen und eſſen/ damit ſie leicht, Riff nolich gebaͤren mogen Sey auch gut widerdie gifftige inetStich der Natern..

Fernelius vermeldet lib. 5. methodi medendic. 18. Jin indaß die Salbey dem Hirn gar gut ſche: Fůrnemlich] nnaber ſtaͤrcke und kraͤſſtige ſie die Nerven/ und komme.zu Huͤlff allen den Schwachheiten/ ſo von Verſteyf -fung oder Verletzung des Hirns/ oder der Nervenherkommen.(

Wider den Schwindel des Hauhts ſoll man nem, Echnjhhmen Salbey ij. Handvoll/ Poeonienkoͤrner/ ij loh/Veniß und Fenchel jedes ij quintlein/ Betonen undRoßmarein jedes ein halbe Handvoll/ Sijßholtz zweyQuintlein/ ſolche Stück in Wein ſieden/ und dar bontrincken. Man kan auch ein wenig Caſtorey oder Diebergeil darzu thun.)

Er meldet auch daß die Salben dem Magen gar In Allnutlich ſey/ dann fie erwaͤrme denſelbigen/ und ſtaͤrcket inihn/ verzehre die böſe Feuchtigteit darinn/ und bringe uwiederum den verlornen appetit/ ſey auch gut wider das.Schlicken des Magens.

Es vermeldet Tragus, daß etſich Leuht ſeyn/ ſo des filMorgen drey ſpitziger Salbeyblaͤttlein mit Salt eſſn/vermelnen des Tags uͤber für der Peſtilentz uud derHöfen Lufft ſicher zu ſeyn.|

Plinius ſchrelbet wann man die Salbey mit Met , Herdmuht brauche/ fo ſtopffe fie die Roteruhr. Das thunauch die Blätter/ wann man fie iſſet/ fo ſtopffen ſie denBlutgang..

Es werden die Salbehen auch gelobt das Zittern n Wder Haͤnde zu vertreiben/ in Waſſer geſotten oderWein, und dar von getruncken auch die HändenWaſſer gebaͤhet/ darmn Salbey geſorten it 6.

Der Post Macer und auch Plinius ſchreiben/ daß..die Salbey genutzet werden wider das Setltenſtechen/ ginnPleuriſis genannt/ und ſeyen gut wider den Huſten·

Welche viel mit den Flliſen des Haubts geplagt uiwerden/ die ſollen ſich ſtaͤtgs der Salben gebrauchen,dann fie wehren denſelbigen/ und halten fie iin/ in derKoſt gebraucht oder darüber getruncken.

Alle Speiß mit dürrer Salben ſo ju vor als nder26 n, ,, und geſund: Denrmen nutzlicher weder fremde Wuͤrt. m

Agrippa ſchreibt/ 6 die Weiber/ ſo ſchwanger.ſind/ und zu unzeiten gebaͤhren/ die ſollen offtermaſe HISalben gebrauchen.] Eiſſn⸗.