A
git.Ehrenpreif.
VIII.Ehrenpreiß.
Ta
Farben gleich.
Sie kommen gemeiniglich in Waͤlden herfuͤr/ blü-hen im Brachmongt/ ſollen auch um dieſelbe zeit ge-ſam̃let werden.
Es werden noch zwo Arten des Ehrenpreiß mehr
von C. Cluſio beſchrieben lib. 3. obſer v. Fan necap S3.
VII. Deren eine/ fo das ſieben de alhte/ und in ziem-liche ſtarcke und zaſelechtige Wurtzeln hat⸗ bringet etli-che ſtengel fo Elen hoch/ welche in zwey oder drey Aeſt-lein ſich theilen: die Blatter fo ſchwartzgrün glantzen-de/ ſind lang/ aber viel breiter dann an dem vierdtenund fůnfften Geſchlecht/ gar wenig jerkerffet/ die Blu-men find oben an den geaͤhrten ſtengeln dick zuſam,men gefeher/ an Geſtalt dem gemeinen Ehrenpreißgleich/ /ber etwas bleicher/ welchen der Samen in brei-ten Taͤſchlein verſchloſſen folget/ waͤchſt in Ungarn /auch an den Deſterreichlſchen und StehermaärckiſchenGebiitg.
VIII. Die andere fo das achte allhier/ bringet auseiner langlechten zaſelechtigen Wurtzen/ etliche holtechtige Spannen lange auch kurtze Stengel/ ſo aufder Erden gebogen: die Blaͤtter find gruͤn/ dick lang-lechtig/ zun zeiten mit gar kleinen Kerffen zerſchnitten/ſo bitter find: An dem oberſten Theil der Stengel ſindſechs oder acht vierblaͤttige blaue Blumen aus wel-chen drey Faͤslein herfür ſchieſſen Der Saamen ſobleich flach und rohtgelb/ iſt in Taͤſchlein ſo den gemel-nen Ehrenpreiß gleich jedoch groͤſſer und breiter ver-
C ſchloſſen. Dieſes waͤchſt im Steyermaͤrckiſchen Ge,
burg: Ich hab es auch offt auf dem Berg allo bey Ve-rona und Sumano bey Vicentia, und auf dem BergJura bey Genff gefunden.]
Von den Namen.
Eren preiß wird auch von etlichen Grundheil ge-nennet/ wegen feiner groſſen Krafft die es an ſichhat allerley Wunden und Geſchwaͤr zu heilen. Latein[und Welſch Veronica. I. Veronica mas ſupina&vulgatiſſima, C. B. mas, Fuch. Lon. Lug. Thal. masſerpens, Dod. major ſeptentrionalium, Lob. obſ.&jc. vera& major, Ad v. Lob. ic. Ca. Ger. TeucriumTrag. Betonica pauli, Dod. gal. Veronica vulgo di-cta, Seſ.hort. vulgaris ſupina, Cluſ.hiſt: humicau-lis& ſupina, Col. Auricuia muris 3. Cal II.& II.Veronica pratenſis ſerpillifolia, C. B. fe mina, Dod.gal. Lug. Thal. pratenſis Dod. minor ſerpillifolia,Ad. Lob. obſ.& Icon. Eufragia& Eufragia nobilis,Prunf. Teucrium alterum Trag. Betonica Pauli,Tur. Geſ. hort. quorundam, Cam. Auricula muris1. in pratis. Cæſ. iV.& V. Veronica ſpicata anguſti-folia, C. B. Veronica recta herbariorum, Lob. obſ.&ic. Lugd.recta vulgaris major, Cluſchiſt. aſſurgens,Ger. ſpicata cærulea, Cam Auricula muris 4. Cæſ-VI. Veronica ſpicata minor, C. B. Veronica rectaminima, Lob. obſ.& ic. Lugd. Ger Cluſ-· hiſt. rectaminor, Cluſ. pan.].
Von der Natur/ Kraft/ Wuͤrckung und Ei-
genſchafft des Ehrenpreiß.
Eonhardus Fuchſius ſchreibet/ daß das Kraut K lich gebrauchet
E1 Geſchmack gar bitter ſeye/ und ziehe gar ſehr
RerſehrteLung.
zuſammen/ daher dann abzunemmen iſt/ daß es warmund trucken ſehn muß. Die beſte iſt/ welche bey denwurtzeln der Eychbaͤum waͤchſt/ und ſol im Heumonatgeſamlet werden.]
Innerlicher Gebrauch des Ehrenypreiß.Es wird dis Kraͤutlein von den neuen Artzten ſehr
gelobet und gepreiſet/ zu vielen innerlichen und aͤuſ-ſerlichen Gebreſten des menſchlichen Leibs: Fuͤrnem-
lich aber zu der verſehrten Lungen/ ſoll es ein ausbündig.„ 7gut ſtlicklein ſeyn/ derſelbigen wiederum zu helffen und*.
da fie ſchon vaſt angangen waͤre/ und etwas verfaulet-
774 D. Jacobi Theodor Tabernaemontant/
hat/ und eine lange faſelechte Wurtzel feine Blumen E könne es derſelbigen wiederum helffen/ und ſie von der
Faͤule erreten/ und auch was daran ver wund iſt zu,heilen/ welches man von den Hirten hat in acht genom—,men welche ihre faule Schaff mit dieſem Kraut erhal,. nten/ wann fie ihnen daſſelbige mit ein wenig Salt wi,.der den Huſten eingeben..Derowegen ſollen ſich diejenigen dieſes Krauts gffleiſſig gebrauchen/ ſo einen Mangel in der Bruſt oder bell.Lungen haben, als ſ on derlich ſo da ſehr huſten/ und garvoll um die Bruſt find/ alſo daß ſie ſtaͤrigs Reichenund einen ſchweren Athem haben, und denfelbigen uiführen können ſie fißen dann aufrecht; Deßglelchen cſoll man es brauchen an denjenigen/ welche lungen, öſuͤchtig worden ſind/ und eitertche Geſchwaͤr an der C Catnzungen haben, alſo daß fie in die Schwind ſucht gerah, ain
G ten. Man kan ſie auf manch erley Weiß brauchen, ent,
weder daß man fie in einem Honigwaſſer ſiedet undſtaͤtigs davon trincket/ oder daß man dat důrre Krautzu einem Pulver mache/ mit Honig vermiſche/ und wieein Lattwerge einnemme. Wil man aber ein decocktumdaraus machen ſoll man Apoſtemenkraut/ Mſop undAlandtwurtzel darzu thun, fo gibt es ein guten Tranck:Andere thun anch Suͤßholtz/ Feigen, kleine Roſinleinund Fenchel darzu/ und ſieden bemeldte Stuͤck in enem Honigwaſſer ab.
Matthiolus ſchreibet/ daß dis Kraut auch den Milt Riitzſuͤchtigen gar gut ſey/ und ſo mans in Wein ſiede/ unddar von(etliche ag nacheinander] trincke/ minderees das Miltz. ö ꝛ
Leonhardus Fuchſius ſeßzet/ daß es das verſtopfte Dafın
H Miltz und die Leber eröffne/ iſt dertt egen gut wider die A
Gelbſucht genutzt: Er meldet auch/ daß das Kraut Gehtgut ſeye roider den Auſſatz/ und ſeht darbey eine Hiſte⸗ luſi-tien von einem König aus Franckreich/ welcher mitſolcher Sucht beladen iſt geweſen/ uñ durch den hrauchdieſes Krauts wiederum ſeye geſund und heil worden.Dis Kraut iſt ein fürtrefflich Wundkraut inner-
halb und auſſerhalb des Leibs/ Wundir aͤnck dapon zn
bereiten/ ſam̃t andern guten heilſammen Wundlruͤrtern/ auch das Kraut/ der Safft und das duͤrre pulver.Mit Wein geſotten und getruncken, heilet aleſt. i,{che Wunden/ deßgleichen die alten Schäden/ gifftige it echund flůſſige Verunreinigung der Haut/ Raͤude und AGrind/ Kras und Schebigkeit durch den Schwelß/ min mund reiniget das Geblüüt. der huWen die Peſtilenz anſtöͤſt/ der thue geblihrliche ſiſlinAderlaͤß/ darnach nemme er des gepuͤlverten Krautanderthalb quintlein/ mit iij. loht des gebranten Waſ-ſers/ trincks warm und ſchwin darauf/ er ſll genefen]
Euſſerlicher Gebrauch des Ehrenpreiß.
Eiche Bunddret ruͤhmen dis Kraut hoch widet nn,alte und friſche Wunden/ das Kraut in Wa ſſer ger In
ſotten/ ein wenig Alaun darein geleget/ und die Wun⸗ ni
den darmit ausgewaſchen. Es dienet auch wider aller ihn.ley Grind und Raͤudigteit des Leibs: Als daſindZittermaͤhler/Flechten und dergleichen
Etliche zerlaffen ein loht weiſſen Vitriol in j. Pfund.Ehrenpreißwaſſer. Mit Alaun, Vitriol/ Spang un, öoder dergleichen vermiſchet/ wird über die Maß nußy ſine fzu allen Schaden, faulen Finefenden kAWunden und Uneinigkeit der Haut.] Und widerden Auſſan/ wie zuvor vermeldet iſt.
Wel von einer Spinnen geſtochen wäre[oder gff. nttigen Thier gebiſſen/ der ſiede das Kraut, und le ge.an den Ort/ Loder reibs/ waſche es und troͤpfe darein/ 1cfo ſchwillet es nicht. ö.Das Kraus mit Eſſig zerknitſchet oder darin g.ſotten/ und etliche Tag auf das harte Mil gelege/ inzertheilet und miltert die Haͤrtigkeit: Wie
dann auch die Knollen amals. Kö| ‚Bon
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