Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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A

git.Ehrenpreif.

VIII.Ehrenpreiß.

Ta

ſtehen am Stengel / wie am Lavandel / den andern an

Farben gleich.

Sie kommen gemeiniglich in Waͤlden herfuͤr/ blü-hen im Brachmongt/ ſollen auch um dieſelbe zeit ge-ſam̃let werden.

Es werden noch zwo Arten des Ehrenpreiß mehr

von C. Cluſio beſchrieben lib. 3. obſer v. Fan necap S3.

VII. Deren eine/ fo das ſieben de alhte/ und in ziem-liche ſtarcke und zaſelechtige Wurtzeln hat⸗ bringet etli-che ſtengel fo Elen hoch/ welche in zwey oder drey Aeſt-lein ſich theilen: die Blatter fo ſchwartzgrün glantzen-de/ ſind lang/ aber viel breiter dann an dem vierdtenund fůnfften Geſchlecht/ gar wenig jerkerffet/ die Blu-men find oben an den geaͤhrten ſtengeln dick zuſam,men gefeher/ an Geſtalt dem gemeinen Ehrenpreißgleich/ /ber etwas bleicher/ welchen der Samen in brei-ten Taͤſchlein verſchloſſen folget/ waͤchſt in Ungarn /auch an den Deſterreichlſchen und StehermaärckiſchenGebiitg.

VIII. Die andere fo das achte allhier/ bringet auseiner langlechten zaſelechtigen Wurtzen/ etliche holtechtige Spannen lange auch kurtze Stengel/ ſo aufder Erden gebogen: die Blaͤtter find gruͤn/ dick lang-lechtig/ zun zeiten mit gar kleinen Kerffen zerſchnitten/ſo bitter find: An dem oberſten Theil der Stengel ſindſechs oder acht vierblaͤttige blaue Blumen aus wel-chen drey Faͤslein herfür ſchieſſen Der Saamen ſobleich flach und rohtgelb/ iſt in Taͤſchlein ſo den gemel-nen Ehrenpreiß gleich jedoch groͤſſer und breiter ver-

C ſchloſſen. Dieſes waͤchſt im Steyermaͤrckiſchen Ge,

burg: Ich hab es auch offt auf dem Berg allo bey Ve-rona und Sumano bey Vicentia, und auf dem BergJura bey Genff gefunden.]

Von den Namen.

Eren preiß wird auch von etlichen Grundheil ge-nennet/ wegen feiner groſſen Krafft die es an ſichhat allerley Wunden und Geſchwaͤr zu heilen. Latein[und Welſch Veronica. I. Veronica mas ſupina&vulgatiſſima, C. B. mas, Fuch. Lon. Lug. Thal. masſerpens, Dod. major ſeptentrionalium, Lob. obſ.&jc. vera& major, Ad v. Lob. ic. Ca. Ger. TeucriumTrag. Betonica pauli, Dod. gal. Veronica vulgo di-cta, Seſ.hort. vulgaris ſupina, Cluſ.hiſt: humicau-lis& ſupina, Col. Auricuia muris 3. Cal II.& II.Veronica pratenſis ſerpillifolia, C. B. fe mina, Dod.gal. Lug. Thal. pratenſis Dod. minor ſerpillifolia,Ad. Lob. obſ.& Icon. Eufragia& Eufragia nobilis,Prunf. Teucrium alterum Trag. Betonica Pauli,Tur. Geſ. hort. quorundam, Cam. Auricula muris1. in pratis. Cæſ. iV.& V. Veronica ſpicata anguſti-folia, C. B. Veronica recta herbariorum, Lob. obſ.&ic. Lugd.recta vulgaris major, Cluſchiſt. aſſurgens,Ger. ſpicata cærulea, Cam Auricula muris 4. Cæſ-VI. Veronica ſpicata minor, C. B. Veronica rectaminima, Lob. obſ.& ic. Lugd. Ger Cluſ-· hiſt. rectaminor, Cluſ. pan.].

Von der Natur/ Kraft/ Wuͤrckung und Ei-

genſchafft des Ehrenpreiß.

Eonhardus Fuchſius ſchreibet/ daß das Kraut K lich gebrauchet

E1 Geſchmack gar bitter ſeye/ und ziehe gar ſehr

RerſehrteLung.

zuſammen/ daher dann abzunemmen iſt/ daß es warmund trucken ſehn muß. Die beſte iſt/ welche bey denwurtzeln der Eychbaͤum waͤchſt/ und ſol im Heumonatgeſamlet werden.]

Innerlicher Gebrauch des Ehrenypreiß.Es wird dis Kraͤutlein von den neuen Artzten ſehr

gelobet und gepreiſet/ zu vielen innerlichen und aͤuſ-ſerlichen Gebreſten des menſchlichen Leibs: Fuͤrnem-

lich aber zu der verſehrten Lungen/ ſoll es ein ausbündig. 7gut ſtlicklein ſeyn/ derſelbigen wiederum zu helffen und*.

da fie ſchon vaſt angangen waͤre/ und etwas verfaulet-

774 D. Jacobi Theodor Tabernaemontant/

hat/ und eine lange faſelechte Wurtzel feine Blumen E könne es derſelbigen wiederum helffen/ und ſie von der

Faͤule erreten/ und auch was daran ver wund iſt zu,heilen/ welches man von den Hirten hat in acht genom,men welche ihre faule Schaff mit dieſem Kraut erhal,. nten/ wann fie ihnen daſſelbige mit ein wenig Salt wi,.der den Huſten eingeben..Derowegen ſollen ſich diejenigen dieſes Krauts gffleiſſig gebrauchen/ ſo einen Mangel in der Bruſt oder bell.Lungen haben, als ſ on derlich ſo da ſehr huſten/ und garvoll um die Bruſt find/ alſo daß ſie ſtaͤrigs Reichenund einen ſchweren Athem haben, und denfelbigen uiführen können ſie fißen dann aufrecht; Deßglelchen cſoll man es brauchen an denjenigen/ welche lungen, öſuͤchtig worden ſind/ und eitertche Geſchwaͤr an der C Catnzungen haben, alſo daß fie in die Schwind ſucht gerah, ain

G ten. Man kan ſie auf manch erley Weiß brauchen, ent,

weder daß man fie in einem Honigwaſſer ſiedet undſtaͤtigs davon trincket/ oder daß man dat důrre Krautzu einem Pulver mache/ mit Honig vermiſche/ und wieein Lattwerge einnemme. Wil man aber ein decocktumdaraus machen ſoll man Apoſtemenkraut/ Mſop undAlandtwurtzel darzu thun, fo gibt es ein guten Tranck:Andere thun anch Suͤßholtz/ Feigen, kleine Roſinleinund Fenchel darzu/ und ſieden bemeldte Stuͤck in enem Honigwaſſer ab.

Matthiolus ſchreibet/ daß dis Kraut auch den Milt Riitzſuͤchtigen gar gut ſey/ und ſo mans in Wein ſiede/ unddar von(etliche ag nacheinander] trincke/ minderees das Miltz. ö

Leonhardus Fuchſius ſeßzet/ daß es das verſtopfte Dafın

H Miltz und die Leber eröffne/ iſt dertt egen gut wider die A

Gelbſucht genutzt: Er meldet auch/ daß das Kraut Gehtgut ſeye roider den Auſſatz/ und ſeht darbey eine Hiſte⸗ luſi-tien von einem König aus Franckreich/ welcher mitſolcher Sucht beladen iſt geweſen/ durch den hrauchdieſes Krauts wiederum ſeye geſund und heil worden.Dis Kraut iſt ein fürtrefflich Wundkraut inner-

halb und auſſerhalb des Leibs/ Wundir aͤnck dapon zn

bereiten/ ſam̃t andern guten heilſammen Wundlruͤrtern/ auch das Kraut/ der Safft und das duͤrre pulver.Mit Wein geſotten und getruncken, heilet aleſt. i,{che Wunden/ deßgleichen die alten Schäden/ gifftige it echund flůſſige Verunreinigung der Haut/ Raͤude und AGrind/ Kras und Schebigkeit durch den Schwelß/ min mund reiniget das Geblüüt. der huWen die Peſtilenz anſtöͤſt/ der thue geblihrliche ſiſlinAderlaͤß/ darnach nemme er des gepuͤlverten Krautanderthalb quintlein/ mit iij. loht des gebranten Waſ-ſers/ trincks warm und ſchwin darauf/ er ſll genefen]

Euſſerlicher Gebrauch des Ehrenpreiß.

Eiche Bunddret ruͤhmen dis Kraut hoch widet nn,alte und friſche Wunden/ das Kraut in Wa ſſer ger In

ſotten/ ein wenig Alaun darein geleget/ und die Wun⸗ ni

den darmit ausgewaſchen. Es dienet auch wider aller ihn.ley Grind und Raͤudigteit des Leibs: Als daſindZittermaͤhler/Flechten und dergleichen

Etliche zerlaffen ein loht weiſſen Vitriol in j. Pfund.Ehrenpreißwaſſer. Mit Alaun, Vitriol/ Spang un, öoder dergleichen vermiſchet/ wird über die Maß nußy ſine fzu allen Schaden, faulen Finefenden kAWunden und Uneinigkeit der Haut.] Und widerden Auſſan/ wie zuvor vermeldet iſt.

Wel von einer Spinnen geſtochen wäre[oder gff. nttigen Thier gebiſſen/ der ſiede das Kraut, und le ge.an den Ort/ Loder reibs/ waſche es und troͤpfe darein/ 1cfo ſchwillet es nicht. ö.Das Kraus mit Eſſig zerknitſchet oder darin g.ſotten/ und etliche Tag auf das harte Mil gelege/ inzertheilet und miltert die Haͤrtigkeit: Wie

dann auch die Knollen amals. Kö| ‚Bon

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