N Von Ehrenpreißſafft. FJe man den ſaft aus dem Ehrenpreiß bringen koͤn-
EN ſie/ iſt bey dem Wermuhtſafft angezeigt worden.WE gend Es dienet aber dieſer Safft gar wol wider oberzehl[Gu ge Gehreſten der Bruſt und der Lungen, mit ſeinem|. Waſſer/ oder aber mit Scabioſen waſſer eingenom̃en..| gllhſehe. Etliche loben dieſen Safft wider das Blutſpeyen/wenn man denſelbigen allein/ oder mit Wegerichtaſ-ſer oder aber Schwartzwurtzwaſſer und Bolo armeno4 einnemme..;. So wird auch bey dem Nicolao Myrepſo ſect... cze ein Anticotus beſchrieben/ darinn ſolcher Saftö.| auch vermeldet iſt/ und wird/ von bemeldtem authore. hoch geriihmet wider das Blutſpeyen/ und allerleyz Flißß/wie dieſelbige ſeyn mögen..nf es meldet auch Camerarius , daß der Safft gut ſey.. wider die Verſtopfung der Nieren/ ſo vom Grieß here‚1 kofft/ darzu man Hauhechel oder Fenchelwaſſer neh-ö men kan/ und mit einander eintrincket.Eyſentih Dieſer Safft iſt auch gut wider die Spinnenſtich/Vun, darmit beſtrichen. Deß gleichen reiniget er/ und heiletdie Wunden...alte ile Der Safft mit Honig vermiſchet/ heilet die altenGin böfen Schäden: Der Saft für ſich ſelbſt oder mit alaun‚| m gchrauchet/ heilet und ſaͤubert die faule Wunden und. ichn, Flechten der Haut.]. Von Ehrenpreißwaſſer.Wenn dis Kraut feine Blumen überkom̃t ſoll es— geſam̃let werden/ und in Balneo Marie ausge-4 C hrennt. r*(nh. Dieſes Waſſer iſt in groſſem Brauch/ mehr dennRt die Traͤnck oder der Saffe/ und wird von Trago,Matthiolo, Camerario, Lonicero und andern mehr| beſchrieben/ daß es nutzlich und gut ſey wider die Selbeſucht/ wider den Lendenſtein/ und wider das Gifft.| Eitiel.| Ehrenpreißtoafjler etliche Tag getruncken/ jedes-ö. iir, mal iij. oder iiij. loht/ vertreibet den Schwindel/ bringtnne gute Gedaͤchtnus/ bekraͤfftiget das Hirn. Erwaͤrmering, den Magen, und trelbet alle böſe Feuchten aus demſelſJ. bigen,[frärcker die Daͤuung/ machet luſtig zu der20 Gpeiß/ verzehret die ſchaͤblichen Därnpf fo vom MasA gen uͤber ſich riechen und den Schwindel machen:]lia nd Eroͤfnet die Verſtopfung der Leber und des Miltzes-h. fuͤrnemlich aber der Lungen/ dann es zertheilet allens groben Schleim darinnen und macht denſelbigen aus, 1men, reuſpern/ nim̃t hinweg die Lungengeſchwaͤr und heiltſhhit. dieſelbigen/ und alles was daran verſehrt if.. Etlich66 nem̃en die mitlere Rinde von Je laͤnger je lieber gepuͤl-holt nn vert auf j. q. in einem Becherlein voll Weins mit Eh-. renpreiß waſſer/ welches ein koͤſtliche Artzney die engeü m Bruſt zu erweitern/ und den Koder zum auswerffen6 Sm) zu fürdern/ reiniger auch das Gebluͤt[über die Maß. Ya wol/ dardurch aller Grind und Raͤud hinweg genom-1 men wird: Reiniget auch die Nieren/ Mutter undi Blafen] und fuͤrdert den Schweiß/ und iſt gut den(. Weibern /denen ihre Zeit verblieben iſt.‚Al,— LKÜhler die Hit des Seblürs/ früh und ſpat auf ij.1. 96 lcht gebrauchet/ wehret und vertreibet die fliegende9 Hig/ Schöne genennet.] 4. E Etliche beißen den Ehrenpreiß in Wein/ und diſtil⸗ KGz lieren darnach das Waſſer darvon/ das ſoll gar gut| ſeyn zur Zeit der Peſtileng/ wider die Gifft und Peſti-i lent/ iij. oder iiij. loht mit einem Schweis darauf ge.| halten: Man kan auch in der Noht an ſtat des Che| niacks qufj halb loht des Pulvers von diefem Kraut/i in ij. loht dieſes Waſſers eingeben welches ein bewehrt*. ſtüͤck iſt/ ſoll dem Gifft ſehr widerſtreben/ und daſſelbi-
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ge beiwingen. Und ſo man die Haͤnd/ Haubt/ Stirn
und Schlaͤff darmit beſtreicht/ Schwaͤmlein darinn
neßet/ oft daran riechet/ ſoll ein aut Præſervativ fuͤrn ge die Peſtilent ſeyn. Diener auch fuͤr allen böͤſen Ge-ig. ruch ſchwangern Weibern wol zu brauchen.]
Das Ander Buch/ Bon Kraͤutern.
koſen.
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Es(ober auch Marthiolus das gebrannte Waſſer Stein:wider den Stein wann es etlichmal diſtillteret wird.Man ſoll aber das erſte diſtillierte Waſſer wiederumin die Kolben auf die Häfen gieſſen fo ſchmeckt es gleichwie dangen/ man mag ein wenig Zucker darzu miſchenund trincken. -
Zu friſchen Wunden ober Stichen trinck des Waſ Zeileſers des Tags zweymal/ jedesmal auf iiij. loht/ fo ſchwi⸗ und Stich.‚Bet es zur Wunden heraus gleich als Baumoͤl/ waſcheauch die Wunden mit dieſem Waſſer fruͤh und ſpat/ Verſhrunnetze leinine Tüchlein darinn/ lege es daruͤher/ es heilet e nnnalle Wunden und boͤſe Schaͤden/ auch Verſehrungen Orten.an heimlichen Orten.
Etliche halten darfuͤr daß das Waller mit des Kraut Feiſte un=tes Pulver getruncken/ die feiſten unfr uchtharen Frau, t reen/ mager und fruchtbar mache..
Dis Waſſer kan auch aͤuſſerlich wider die ſchaͤdli⸗ Giſttigerchen gifftigen Wiß gifftiger Thier gebraucht werden/ Thier hit.ſolche Schaͤdigung damit gewaſchen und genetzteTüchlein uͤbergeleget, zeuchet das Gifft heraus undwehret dem Aufſchwellen/ welches bey Menſchen undVieh nutzlich kan gebraucht werden.
Ein Gurgelwaſſer oder Mundſchwenckung von Auſſchwel-dieſem Waſſer anfaͤnglich gebraucht/ wehret und ver⸗,treibet die ſorgliche Aufſchwellung des Hals/ daraushernacher Locher einfallen/ ſonderlich in boͤſen Fran-
Extraet von Ehrenpreiß.Aus dem Ehrenpreißſafft kan auch ein nutzlicher gungenge=Extract zugtrichtet werden/ Extractum Veronicg brechen.genennet/ welcher zu den obermelten Gehreſten auch Sit.vaſt dienſtlich iſt/ ſonderlich aber wider die Gebrechender Lungen/ wie dieſelbige zuvor ſind angezeigt worden.Darnach auch wider das Gifft/ welchem es ein groſſenWiderſtand thut/ und laͤſt es nicht uͤberhand nemmen.Wie man aber denſelbigen bereiten ſoll/ iſt zum Theilbey dem Wermuhtextract angezeigt worden.. Vom Ehrenpreißwein.Von dem Ehrenpreiß kan auch ein guter Wein zu Verſtopfunggerichtet werden/ wie bey dem Wermuhtwein iſt n anangezeigt worden. Dieſer Wein ſoll fleiſſig von den je⸗ Mutter.nigen getruncken werden/ welche in der Bruſt uñ Lun-gen breſthafftig find/ denſelbigen bekom̃t er gar wol:Eroͤffnet auch die Leber, den Miltz und die verſtopfteMutter, und hat alle Eigenſchafft wie das gebranteWaſſer/ darvon zuvor vermeldet iſt.Von Ehrenpreißſaltz.Wo man des Ehrenpreiß die Menge haben kan/ fol gungenfau-man ein Saltz davon machen/ gleichwie bey dem lung.Wermuhiſaltz iſt gelehret worden. Dieſes Salt iſtfuͤrnemlich gut denjenigen/ welchen die Lunge anfan-get zu faulen/ und halten darfuͤr/ daß man ſolchem Ge-brechen mit keiner Artzney beſſer konte abheſffen/ dannmit ſolchem Saltz/ wañ man es nur haben koͤnte/ dochwo es in groſſer Menge waͤchſt/ da kan man es wolpreparieren.
Das XXIX Gap.Von dem groſſen Erdtpin.
Is Kraut wird beſchrieben bey Marthioloe..D Daß es auf der Erden krieche/ habe lange Groſſer Erꝛ-
ſchmale Blaͤtter/ welche ſich etwas dem Roß⸗ pit.marein vergleichen/ doch kleiner/ weiſſer undrauch/ ſtehe an dünnen Stengeln dick in einander/ anGeruch wie der Fichtenbaum/ welchen es etwas gleichſeye/ daher es auch Cham æpit ys, das iſt/ klein oder nisdrige Fichte genennt wird/ eine Blumen ſeyn zart undgoldgelb. Die Wurtzel if einer Spannen lang volldünner Zaſeln[und waͤchſt in mageren/ ſandechten/und ungebauten Erdreich.Kktk ij Es
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