Das Ander Buch/ Von Kräutern,
nemich aber ſi IE zut rider alle Befchwärung und Fnnen Traurigkeit des. Herzens, erquicket und erfreuet die be-ebend ͤrühte traurige Geiſter/ und machet die melancholiſcheq gi n, Perſonen luſtig. Uber das thut ſolcher eingemachte| ö.. ucker gar wol dem ohnmaͤchtigen Hertzen ¶ vertreibtm Das sittern and Flopffen Deffelbigen/ und reinigt das. Ihe melancholiſche Gehluͤt.
Syrup von Borragenblumen.
Us dem Safft der Borragen wird auch ein nutz-icher Syrup zubereitet/ al ſo: Ran nemme desSaffts xviij. loht/ der friſchen Blumen ij. oder ii. lohtdie ſiede man und ſchaͤume ſie/ wie es ſich gebůret: dar-nach ihne man darzu Diff. loht Zucker/ und laß alſo ab-ſieden/ dieſer Syrup iſt zu allen obermelten Gebrechenbienſtlich/ wie auch die eingemachte Blumen/ ſi aͤrcket GB das Hertz/ und wendet alles Anligen deſſelbigen ab.Oder auf dleſe weiß: Nim̃ã friſchen Burrerfch/ denjerftoß mit Kraut, Stengel und Wurtzeln/ und Rlu-wen/ mit einem höͤltzin Stoͤſſel in einem ſteinen Meör-fer/ truck hernach den Safft heraus: Davon nim̃ i.Pfund/ ſet auf ein lanfft Kol feuerlein, laß anderthalbPfund zerſtoſſens Zuckers darin zergehen und gemachſieden/ reinige es mit weiſſem Sch aum von Eyerklar-ſeihe es durch/ und ſiede es vollend zu bequemer Dicke.Etlich nemmen dis Saffts acht Pfund/ Zuckers nureins/ oder halb fo viel: Oder alſo: Nim̃ des gelaͤnter-ten Burretſchenſaffts viij. Pfund/ verſchaͤumten Ho-nigs iii. Pfund/ ſeuds ein wenig mit einander: Dar-nach ſeud. Pfund friſcher zerſtoſſener Durretſchblu-
C men in Brunnen waſſer fo viel vonnoͤhten: Seihe es Hdurch/ und ſeuds zum andern mal. Und dieſer Syrupmuß im Frühling warm wann die Kraͤuter noch ſaff-
tög, gemachet werden/ und kan eintzig gebrauche wer-den oder mir andern vermiſcht werden] Jedoch iſt dieConſer va fuͤrtrefflicher dann der Syrup.
Borragenwein.
ES wird auch ein kuͤnſtlicher Wein aus den Borra-gen und Ochſenzungen bereitet: Nemlich alſo:Nim friſche Burretſchblumen j. Pf. geuß daruͤber vij.Pfund guten ſüſſen Moſt/ der alſo geſotten ſey daß erſuͤß bleibe: Oder damit er kraͤfftiger werde/ ſo nim̃ imſieden je zu ſieben Pfund des ausgepreßten Soffts vonBurretſch/ und laß es alſo lang ſieden/ bis ſichs anfa-het zu laͤntern. Oder mit dem ausgepreßten und erlaͤu-terten Safft vermiſche den Wein/ ſo kan man dengansen Sommer ſolchen Wein haben. Etliche hen-cken die geſaͤuberten ſuͤſſen Wurtzeln des Burretſchsin Wein/ und hat gleiche Krafft. Entweder daß mahdie Blumen brauche/ wie im erſten vom Wermuht-wein/ und im andern theil von Naͤgleinblumenwein iſtBericht gegeben worden: oder aber daß man den aus-gepreßten Safft darein ſchuͤtte.;
gem Dieſer Wein treiber alles Gifft vom Hertzen/ reini-fe rm get das Gebluͤt/ vertreibet die ſchwaͤrmuͤhtige traurigeEwünt, Bedancken, erfrenzet die lebendige Geiſter/ nim̃t dien, ſchwaͤren Traͤum Unmuht/ Zittern/ Ohnmacht: Er-
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um.bimiht von der Borragen Conſer va iſt geſchrieben worden.
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Das XI. Gap.
Von Ochſenzungen.Er Ochſenzungen ſeyn drey Geſchlecht fuͤr=Y geſtellet/ eines fo die gemeine iſt/ das ander ſoD Spanniſch Ochſenzung genennet wird/ unddas dritte ſo Welſch Ochſenzung iſt/ eines das Maͤnn-lein/ das ander das Weiblein genennt: alle Geſchlechtſeyn an Geſtalt der Wurtzeln/ Stengeln /Blaͤtter undBlumen einander gantz aͤhnlich. J. Ihre Wurtzel vergleicht ſich gantz mit der Borragen ſuͤß und klebricht.Welche an der erſte etwan Arms lang und auswen-dig grauſchwartz. Die Stengel werden vaſt zweyer
. Otſſeſ tung.
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J. Ochſenzungen.Bugloſſa IJ. vulgaris.de,, Oft,. 2
. g gz CaCO? SAN, NA VENAN INN: MS
II. Spaniſch Ochſenzungen.Fugloſſum II. Hiſpanicum.
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Elen hoch/ rund/ ſtachlecht und rau/ darauf viel Zwelg-lein ſtehen/ an welchen viel kleine purpurblaue/ oderweiſſe Blümlem herfuͤr kommen/ daraus ſchwartzerSaame entſpringet/ ſo gantz runtzlecht und lang/ ei-nem Schlangen Koͤpfflein gleich/ und am Geſchmackfüß/ deren drey oder vier in haagrechten Haͤußlein veraſchloſſen. Die Blätter an der gemeinen Ochſenzun-gen ſind etwas laͤnger/ dann an der Borragen/ rauh-
haͤrig und ſtachlecht.Mmmm ij II. An