Buch 
D. Iacobi Theodori Tabernaemontani Neu vollkommen Kräuter-Buch : darinnen uber 3000. Kräuter, mit schönen und kunstlichen Figuren, auch deren Underscheid und Würckung, samt ihren Namen in mancherley Sprachen, beschrieben : Desgleichen auch, wie dieselbige in allerhand Kranckheiten, beyde der Menschen und des Viehs, sollen angewendet und gebraucht werden, angezeigt wird / erstlichen durch Casparum Bauhinum D. und Profess. Basil. mit vielen neuen Figuren, nutzlichen Artzneyen, und anderem, mit sonderem Fleis gebesseret, zum andern durch Hieronymum Bauhinum, D. und Profess. Basil. mit sehr nutzlichen Marginalien, Synonimis, neuen Registeren und anderem vermehrt
Entstehung
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So 4III. Welſch Ochſenzung/ Maͤnnlein.

Bugloſſa III. Italica, mas.ö ö. 9.

A

SS.

3Spaniſch

Sa nn Blaͤtter groͤſſer und breiter/(wie an dem Burretſch/

die Blumen aber find klein blau, wie an der Ochſen-zungen/ alſo daß es ein rechter Zwickdorn/ ein halbBurretſch/ und halb Ochſenzungen/ gruͤnet Sommerund Winter/ iſt zur Artzney gar bequemlich.]

1II. An der Welſchen find die Blaͤtter der erſtengantz gleich..;

Es beſchreibt Matthiolus noch andere Geſchlechtmehr der Ochſenzungen/ darvon zu ſehen iſt in ſeinenCommentariis in Hioſc. So da werden Anchu ſæoder roht Ochſenzungen genennet/ weil die WurtzelnD ein blutrohten ſafft geben/ welche in Franckreich wach/ſen.] So hat auch Lobelius ein Art in feinen ad verſ.fol. 247. notirt/ welches er nennet Bugloſſum ſempervirens, darvon an bemeldtem Ort weiter zu leſen/[diesſes iſt nichts anders dann das Spaniſch Ochſenzun-gen /ſo allhie geſetzt iſt] Es wachſen die Ochſenzungenan gleichen und ſandechtigen Orten/ kom̃en auch ſehtin den Gaͤrten herfuͤr. Blühen im Heumonat.

Von den Namen.

O SF hen fung wird im Latein genennet Bugloſſum;auch Lingua bubula, und Lingua Bovis, dieweil

ſich ihre Blätter einer Ochſenzungen vergleichen,II. III.& IV. Bugloſſum anguſtifolium majusC. B. Bugloſſa, Brunf. Qæſ. Italica, Trag. Lon. lon-gifolia, Gord.hiſt.Bugloſſum vulgare, Matt. Lac:E Saſt. Lug. Ger. anguſtifolium, Ad. Lob. ic. S obſ.Italicum, vel Hiſpanicum grande, Cam. ItalicumſH. cæruleo: fl. albo, Eyſt. Girſium Italicum, FuchsLycopſia, Ang. Lycopſis, Dod. gal. Cirſium, Cord.in Dioſc. Echium Italicum ſpinoſum, Fuch. ico.Anchu ſa, Tur. Anchuſa Alcibiadion, Dod. Bugloſ-ſus Italica, vel Gallica major, vel vera, Gef hort-II. Bugloſſum latifolium ſemper vierens, CB. Bu-gloſſuim ſemper virens, Ad. Lob. ico. Cam. Hiſpa-nicum, Cæſ.Borrago ſempet virens, Ger. Hiſp. la-rifol. Fyſt.] Fransöfifch/ Niderlaͤnd. Engliſch / Bu-gloſſe. Haben alſo ein Namen mit der Borragine: Desrowegen fie auch ohn Umnterſcheid von den Alten ſeyn

ö.Welſch Och-ſenzung.

D. Jacobi Theodor Tabernaemontant/

FP IV. Welſch Ochſen zung/ Weibleln.

Bugloſſa I V. Italica ü,. e, e. ö.

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.1SEN

gebraucht worden. Griechiſch B&yAwörer, oder knnoy, wiewol etliche dieſen Namen verwerffen.Von der Natur/ Krafft/ und Eigenſchaffder Ochſenzungen.Es haben die Ochſenzungen ſo ein groſſe GemeineSchafft mit der Borragen wegen ihrer QualttetNatur/ Krafft und Wirckung/ daß auch eines für dasander von den alten Medicis if gebrauchet wotden/wie bey Dioſcoride, Galeno, Plinio und andern mehrzu ſehen iſt. Derohalben was im vorgehen den Capitelvon der Borragen iſt geredt worden, ſoll auch bilichvon die ſer Ochſenzungen verſtanden werden/ innerlichund aͤuſſerlich zu gebrauchen/ wird derohalben wievon Burretſch geſagt aus dem Geſafft ein FräfftigerSyrup von Schſenzungen/ von den Blümlein cnGonſerva; ein Ochſenzungt⸗Wein/ und ein aufgehrannt Waſſer zugericht. Es wird aber der Saft vonOchſenzungen ſchwerlich aus gepreßt/ dann wo mansſchlecht ſtoſſet/ gibts einen Schleim wie Ruͤttenkerner:Derohalben fo muß das Kraut zuvor in einem kaltenfeuchten Ort uͤber Nacht ſeyn/ dann auspreſſen undmit Eyerklar laͤutern.

Von Cerinthen.

Q Er Serinthen ſeyn jzey Heſchlecht groß und Sureklein. J. Die groffe hat ein lange groſſ/ dich ijCZ weiſſ Wurtzel daraus dren oder auch jfrunde ſafftreiche ſtengel entſtehen/ bißwelleneiner Elen hoch, mit ſehr viel langlechten ſtumpfenBlättern beſetzt/ an Farb grün und gleich als Sichblau/ mit weiſſen Flecken beſprenget/ ein wenig tanund härig: Neben den Blaͤttern tom̃en andere Zweigelein herfuir, welche ſich wenden und biegen gleich demSonnenwirbel/ an welchen langlechte und hole Alu,men ſtehen/ mitten und auswendig gelb/ am anderenTheil, da fie an den Aeſtlein hangen rot purpunbtann,bißweilen auch gantz gelb/ wann die Blumen abfallen -

kommen feine Knoͤpfflein herfuͤr/ in welchen ö

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