S808A Innerlicher Gebrauch des Lattichs.
. Schlaf, loſcorides ſchreibt/ daß der Lattich dem Magen
a bequemlich ſeye/ kule/ bringe den Schlaffer wei-
che den Stulgang und mehre die Milch: Wann er
geſotten ſeye/ gebe er dem Leib mehr Nahrung/ dann
rohe geſſen. So man aber offt Lattich eſſe/ mache er einbloͤdes dunckel Geſicht..
Die hitzige/ brennende und wütende Gall zu loͤſchenund zu bezwingen/ iſt vaſt nichts nutzlichers dann derLattich/ ſonderlich wenn man ihn rohe/ wie ein Salat. Ge⸗ iſſet/ Fühler auch das erhißzte entzündte Gebluͤt gleich ei-we nem frifchen kalten Brunnentwaller- doch ohn einigenSchaden des Magens, und in dem er das hitzige Gesbluͤt alſo lindert/ bringt er einen ſanfften Schlaff/ wel-ches auch Galenus in lib. de alimentorum facult.bezeuget/ daß ihm der Lattich/ wann er ihn zu Nachts. gute Ruh und einen ſanfften Schlaff bracht
abe.Derohalben bey den alten eine Gewonheit geweſen/9. fie das Nachteſſen mit einem Lattich heſchloſſenaben.
Galenus meldet auch/ daß aus allen Oleribus kei-nes ſeye/ welches dem Leib beſſer Nahrung gebe/ auchkein beſſer Geblüt mache/ dann eben der Lattich/[fürsderer und mehrer die verſiegene Milch/ wann fie von
wegen der Hitz und Truckne verſiegen iſt.]
Es wird bey Plinio geſchrieben/ daß Antonius Mu-fa den Großmaͤchtigen Kaͤyſer Auguſtum, mit demgebrauch des Lattichs von ſeinen gefaͤhrlichen ſchwach-heiten errettet habe.
Wann man den Bauch erweichen wil/ ſoll manfür anderer Speiſen ein Lattichmuͤßlein eſſen/ ſonder-lich fo man ihn mit einer feißten Fleiſchbruͤhe kochet/mit Zucker heſtreuet/ und iſſet/ derohalben dann auchdie Alten jederzeit vor das erſte ein Müßlein von Lat-sich gekocht/ aufgetragen haben: daher auch der PoetMartialis ſchreibet:;
prima tibi dabitur ventri lalluca moyendo——= u TVitilis,&c.
Die Alten haben auch ein Lattich zu End der mal-zeit genoſſen/ die Trunckenhett damit zu ringern.Geilheit Plinius ſchreibt/ daß der Saame zerſtoſſen/ und in
dertreiben. Wein getruncken/ der Geilheit und ſchampare Traͤum
Hitzi trbyf, vertreibe welches andere auch dem Kraut zuſchreiben.
ling har nen. Hilfft wider das hitzige Troͤpfling harnen/ fo man einD wenig Magſaamen Milch darzu miſcht.
Sitz ige Dall.
B
Bauch er-weichen,
. Die fo Blut ſpeyen/ und ein ſchweren Athem: undAlthem.— die einen kalten Magen haben/ und viel Schleims im
Leib/ die ſollen des Lattichs ſich enthalten.]
Euſſerlicher Gebrauch des Lattichs.. At cher iner in Waſſer geſotten/ und ein Fußbad. daraus gemacht/ iſt gut denjenigen, welche von großfer Hitz wegen nicht ſchlaffen konnen: Darzu man auchHaſenpappeln nemmen kan.Brand von Wenn ſich jemand gebrandt hat von Feur/ vonFeuer T heiſem Waſſr oder Oel, der ſtoſſe gattich und miſcheSaltz darunter/ lege es darnach auf den gebrenntenOrt/ es muß aber geſchehen/ ehe dann es Blaſen gibt.E Friſchen Lattich zerſtoſſen wie ein Muß/ auf dasHaubt⸗ Haubt oder an die Schlaͤff gehalten/ benim̃t die ſchmer-ſchmertzen, gen/ und lindert die Hitz.;um ſich fre ¶ Lattich mit Salpeter zerſtoſſen/ mit Wein ange-fende Schäs macht/ wehret den Schäden fo weiter um ſich freſſen.ö.[Sartich mit Agreſten geſotten/ und darmit gůrgelt -anne, iſt treffentlich gut wider alle Halsgeſchwaͤr/ und abge-
Ab ſ e!I ü fen ſchoſen Zaͤpffle.
Von dem außgetruckten Safft des Lattichs.E S tan aus dem Lattich gar leichtlich ein Safft aug-
getrucket werden/ welcher zu kühlen gantz dienſtlichiſt/ wenn man leinen Tuͤchlein darinn netzet und übersleget: Oder ein Stirnpflaſter daraus macht/ Lals im
D. Jacobi Theodori Tabernaemontant/
F Haubtwehe von groſſer His Lund machen
H Milch.[Die Schlaͤff und Pulßadern an Handen das gil
2*€*€ 0ſolche Tuͤchlein über die Schlaͤff am Haubt n, in
alſo über andere entzuͤnte Glieder mehr. iDieſer Safft mit Frauen Milch vermiſchet und.
üꝛbergeſtrichen/ kület vaſt wol/ mit Roſenoͤl an die tien linn die ſtitn
und Schlaͤff geſchmieret, miltert den SchmerhHaubts und machet wol ſchlaffen. öhmat tz eSo man dieſen Safft/ darunter ein wenig Cam,
pher die Gemaͤcht mit ſchmieret/ ſtillet den Fluß des den
naturlichen Saamens.]
Von Sattichwaller,
ES wird auch ein Waſſer aus dem lattichlraut zl. ſa
ſtilliert/ welches vaſt nutzlich zu gebrauchen in aller Srley Fiebern und hitzigen Schwachheiten, lindert i. itHitz, daͤmpffet die ſcharffe brennende Gall und ſonder,.lich fo fie ſich im Magen verhaltet/ löͤſchet das entzindte.Gebluͤt/ und thut wol allen erhitzten innerlichen Cite iledern/ entweder(Abends und Morgens auf zwei lothgetruncken/ oder euſſerlich mit leinen Tuͤchlein überge-ſchlagen..
Welchem Men ſchen von groſſer Hitz das Hirn auß litt/gettucknet wär/ alſo daß er nicht ſchlaffen koͤndte,/ der lt gintrincke jleifsig von dieſem Waſſer/ ſonderlich gegen]*bend. Man? üichlein darin neten/ und iiber l
an auch Tüchlein darin netzen/ und über heſtr ni
die Schlaͤff legen[Füler die Nieren, Lenden uf Blafen nn pintrefflich wol: lindert den Bauch/ ſo von unnatürlichetHitz erhartet iſt: miltert den heiſſen trucknen Hufen,
So die Saͤugammen dieſes Waſſer trincken und Ahnunder ihr täglich Franck verin ſchen/ bringt ihnen viſ ß lun
mit beſtrichen/ bringt den Schlaff.] linEs iſt auch dieſes Waſſer gut zu den brennenden mahFiebern/ fo ſich in der Bruſt halten, getruncken und kinTuͤchlein uͤbergeſchlagen..Von Lattichoͤl:..A Us dem Saamen macht man ein Oel alſo: Nim̃ Lmdes Saamens j Pfund/ geuß vj loht Roſenwaſſerdaran/ laß ein wenig in der Wärme erbeiſſen/ und d-ſtillier ein Oel daraus wie braͤuchlich. Andere erwei-chen den Saamen wol in Roſenwaſſer/ und preſenein Oel darauß/ welches ſehr gut iſt zu dem flieſſendennatürlichen Samen/ deſſen ein wenig etlich Tag nach-einander in wein oder ſuͤpplein eingenommen.
Von dem Meerlattich.Ws den Meerlattich belangt/ wird derſelbige anchfür kalt und feucht gehalten aber doch nit ſo hocals der gemeine Lattich: Derowegen oh er wol zu ober-melten Gebreſten auch kan gebraucht werden/ ſorichteman doch nicht fo viel darmit auß/ als mit dem gemti-nen Lattich.
Das XIV. Sap.Von Binetſch.Inetfch oder Spinat wird alſo genennet von. gzB. ſcharpffen ſtechenden ſaamen. I. Wenn hinDX er jung iſt hat er weiche meelechte oder ſchmu-zige] dreyſpitige Blätter/ welche mit der Zeit
K härter werden: Am Ende gegen den Stzelen find
fie aus geſchnitten/ formieret wie zwey ſpltige Ohren,
vaſt tvie die Feine Saurampfer: Seine Wurnel if
ſchmal und gering/ kurt und weiß mit lleinen Zhen
lein, der Stengel ſcheuſt ziemlich hoch in die hoͤhr in,
wendig hol: Stine Blumen ſtehen oben am Stengel
zuſammen getrungen/ wie die Trauben/ de Saamt
ſpizig und ſtachlecht/ und woͤchſt je ſcht eder ſihen
neben einander gerungen. Wird allenthalben in gl
ten gepflantzet wegen feines nuglichen Sebrauchs öEil. Das ander Heſchlecht von Binetſch, ſo del erthiſſt
und groß Binetſch kan geneñet werden/ hat vie nelle.
linde Blaͤtter/ fo nicht gar ſpit/ ſonder en wenig m