Bunds - und Staats, Historie. 299
!» daß sie in dieMeß gehen,man mag ihnen gleichE -rohen,und mit ihnen umgeben wie man will,
7 soempsinde sie nichts heftiger,als dcnSchmer--i' zen, den ihnen ihr begangener Fehler verursa-' chet; sie weinen und stuften Tag und Nacht,
> wiewol niemand ist, der sie trösten darf, undl ist nichts herzbrechenders, als ihre Schreiben,
- so wir von ihnen empfangen,in welchen sie ihre^ Sünde bereuen und GOtt um Verzeihung
bitten, und aufdas allerinständigste ersuchen,
' daß wir den grossenGOtt für sie bitten, und ih-
' uen einen Trost mittheilen wollen. Ihr Un-glück ist -ermaffen groß, daß sie, wann sie zu
- Ersetzung ihres Fehlers, alles, was sie in der
' Welt haben, verlassen, und sich aus dem Kö-
nigreich begeben wollen, mehrentheils an den
- Gränzen angehalten werden, so, daß jetziger" Zeit alle Gefängnisse mit diesen unglückhaf--5 tenLenten angefüllet sind,worunter dieManS-
leute auf ewig aufdte Galeren verbannet,den'! Frauen und Jungfrauen aber die Haare ab-5 geschore und sie in Klöster verschlossen werden,»ci Es verhindert aber die grosse Gefahr, dereni! man sich unterwirft, wann man einer so kläg-r licheu Sclaverey entgehen will, ganz und garc nicht, daß nicht viel hundert, ja etliche 1000.V Personen sich dessen unterstehen sollten, ent-weder von denen,die,weil sie aus Schwachheiti,:! gefallen sind, und den Stachel ihres Gewiß-M- sens sehr empfinden,nichts mehrers wünschen,w als daß sie ihren Fehler ersetzen mögen: OderL aber von denen, welchen GOtt die Gnade cr-lii, wiesen, daß er sie unbeflecket erhalten hat. Wir
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