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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VI.Buch. 197

Ach diesem ward Albertus/ Adelichen Stammens/ ein Thumb, Das XI,Capit.Cherherr von Bremen / von dem Erzbischoffen daselbst zum dritten Bisschoff Albertusin Liefflandt geordnet/ der forderte allenthalben die Frembden zu sich der drittevnd schiffte frisches Gemüts hinein ins Landt/ das von seinen Vorvátern anges in LieffeBiffchofffangene Werck mit Gottes hülff fortzusehen/ erhielt auch beym Pabst mit sonders landt.lichem fleiß/ daß er die Creuzfarth in Liefflandt predigen/ vnd allen die sich dar vollensein begaben/ vollkomlichen ablaß mittheilen ließ. Dannenhero viel Fürsten / Gras kommenfen/ Bischöffe/ Ritter/ vnd vnzehlich Kriegsvolck/ Kauffleut/ vnd andere/ die Ablaß Kriegssfreywillig diesem Zuge folgeten sich zu dieser heiligen Reise gerüstet/ vnd hielt volck sugemelter Albertus Bischoff in Liefflandt diesen gebrauch/ daß die ein Jahr ge- famlendienet/ nach außgang desselben wieder anheimb ziehen möchten/ vnd brachte er an wider dieVngleusstatt deren/ andere die der Creuzpredigt zulieffen/ ins Landt. Dieses wehrete also bigen.Die dreyflig Jahr vber/ die er Bischoff war/ in welches zeit er das Christliche wesenin derselben Prouins sehr verbessert/ hat auch in wehrender frist die Stadt Riga Riga miezum ersten mit einer Mauren vmbfangen/ vnd eine Kirche darinnen auffgerichtet.Als aber die Schwerdtbrüder des newen Ordens/ welcher/ wie gedacht/ mit zweye gen.auff einander folgenden Meistern sich endigte/ vermerckten/ daß sie allein dasLande durch ihre macht nicht verthedigen fondten/ ergabens sich auff gehabtenrath an die Brüder Teutsches Ordens in Preussen/ die das Landt besest/ vnd bißauff diesen Tag schütten/ vnd immers erweitert. Aber diß ist nach den zeiten Al-

Mauren

vmbfana

Woldes

berti geschehen. Auch hat König Woldemarus des Namens der ander/ die Stadt Eften voEsten zur Seewarts angefochten/ vnd die Feind zu Land weit hindersich getries maro besben. Derselbe König hat die Stadt Revel erbawet/ vnd das zur flette angetroffene kriegesVolck befohlen zutauffen/ auch aus seinem Lande Priester hinein geführet. Daherkompts/ daß die Kirche zu Reuel noch heute zu tage vnter dem Erzbischoff inDennemarck zu Lunden verbleibet. Noch haben die Dähnen ein ander Bißthumbgestifftet/ das sie Ceahlen genennet/ dauon noch etliche merckzeichen von stattlich Leahlen.erbawten Heusern vbrig. Doch ist das Bißthumb ganz vntergangen/ vnd derKirchen zu Riga / nach dem dieselbe aus Päbstlicher anordnung zum Erzbisthumberwachsen/ einuerleibet worden/ hat von der rechten Seiten das Churländische/von der lincken das Derptische/ vnd gegen dem Meer das Oselische Bißthumb/vber diesem sein keine mehr im Lande. Die andern dieser Prouing herrlicheThaten/ wollen wir in folgendem/ da es die zeit gibt/ erzehlen/ vnnd an sektwieder zu vnsern Wenden kehren/ daruon wir nicht vergeblich abgewichen.

Cap.

des Beys

Vngunsi

Mb die letzte zeit Keysers Friderici waren die sachen in Wenden/ Das XII,daß Sachsen am nächsten belegen/ sehr verwickelt vnd verwirret/ wegen SeenogHerzog Heinrichen/ der ihm auff dem Reichstag des Keysers groß vn- Zeinrichhülde damit auff den Halß gezogen/ daß er dem Keyser/ der sich für shm tieff ge- der Lewdemütiget/ vnd zum höchsten bittlich angelassen/ den Zug in Italien / Persönlich wird auffbeyzuwohnen/ abgeschlagen. Daher erst die Sachsen darnach auch die Fürsten fers versam Rhein wieder jhn auffgelehnet/ Denn ob sie wol ihm allbereit vorher miß- ursachtegünstig/ ward jhnen doch hiedurch so viel mehr anlaß vnd vrsach gegeben/ weil von vielefie auch den Keyser auff ihn erzornet sahen. Hiebenor hatte sich Adolphus Graff verhaffet.zu Holstein/ des bey Demyn erschlagenen Adolphi Sohn/ dem Fürsten zu gutem/in der Schlacht vor Halrefeldt gebrauchen lassen. Vnd weil er die Gefangenen/die er vberkommen/ dem Herzogen nicht zugestellet/ sondern vor seinen gewinn behalten/ hat er deßhalben des Herzogen grosse vngnade auff sich geladen/ darüberder Graff/ weil er sich von ihm durchaus abwendete/ vnd seinen mißgünftigen bepapflichtete/ gang Holstein verlohr. Auch machte sich der Keyser zur Rache gefast/vnd verfolgete den Herzogen/ trieb ihn erstlich aus Bayern in Sachfen/ fürther verjagte er ihn auch aus Sachsen / vnd aus der Stadt Lübeck / dahin er ge-flohen. Darnach wie er ihn nun gänzlich des seinigen entblösset/ entfäßte

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