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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VI.Buch. 199

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darzu er viel Schiffe/ darauff sie mit dem Strom hinunter fahren fondten/ obenbestellet. Es hatte auch der Herzog etliche Volck an gelegenen orthen verleget/des Keyses Durchzug/ so viel müglich/ zubehindern/ kondten aber gegen die grossemenge/ die er bey sich hatte/ bey ihm nichts außrichten. Derwegen sekte derKeysesdie Belagerung der Stadt Lübeck eilich forth. Vnd als er damit etliche Tagezugebracht/ kam Konig Woldemar mit einer Armada/ die gleichwol besser zumPracht als zum Kriege versehen/ die Traue hinauff für Lübeck an/ dem zogen des KönigKeysers Reuter vnter augen/ vnd grüßseten ihn von seinet wegen zum freundt- Woldeslichsten/ fragten auch/ ob er folgendes tages den Keyser auff halben Wege be-gehrte entgegen zukommen? Der König antwortet aus sonderlicher demütigkeit: beck.Er wolte sich zu ihm in sein Låger verfügen/ vnd als der kleinste den größten bessuchen. Des andern tages zog er mit einem gewaltigen Heer/ von seinem vndDes Keysers Volck begleitet/ zu dem Keyser ins Låger/ der gieng ihm entgegen/vmbfieng vnd füffete den König/ nam jhne bey der Handt/ vnd führte ihn höffalich neben sich durchs Läger in sein Gezellt. Da erhub sich ein grosser zulauff/daß auch das Gezellt dauon niederfiel. Der Keyser gieng mit dem Konig hin-aus ins offne Feldt/ das gemeine Volck drang sich allenthalben hinzu/ vnd begerte den König zusehen/ von stund an ließ der König durch seinen Herolden auß-ruffen/ daß jeglicher auff dem orthe da er stünde/ solte niedersizen/ damit ihn dieweit abstehenden/ vber die andern hinweg/ auch sehen köndten. Der Keyser nostigte den König zufigen/ er aber seiner züchtigkeit nach/ fagte/ er wolte vorherfein/ des Keysers niederfigen erwarten. Bald erhub sich durchs Låger ein groß des R8Geschrey/ vnd lobete ein jeglicher des Königs vnd seines ganzen Leibes Mayeste is sutische Gerad: vnd Herzligkeit/ sagten/ Der Keyser were gang nicht mit des Königs marck ansPerson zuuergleichen/ vnd daß derselbe seinem ansehen nach besser geschickt were fehnligaKeyser zusein/ das Reich zuuerwalten. Darnach verfügte sich der Keyser wieder lenge.in sein Gezellt/ vnd erzeigte sich luftig vnd frolich/ vnd zum freundlichsten in GeSprach/ vnd redete mit ihm von allerhandt/ doch nur scherzlichen sachen/ aber vonwichtigen dingen ist damals gar nichts abgeredet worden. Ehe sie gleichwol voneinander schieden/ ward abgeredet/ daß sie folgendes tags in dem nächsten Waldzufammen kommen/ vnd deßwege sie einander bescheiden sich bereden wolten. Alsozogen sie von einander/ vnd gab der ganze Kern von den Teutschen dem Könige( welchs der Keyser befohlen) das Geleidt. Dem genommenen Abschiedt zufolge/ verfügte sich jeglicher des nächsten tags zum Gesprech/ Der eingang dieses Der Keyswar von der Ehe zwischen ihrer beyderseits Kinder. Hiezwischen wurden desKeysers beyde junge Söhne/ besehens halber ins Königliche Schiff gebracht/ das halten weKonigselbst machten sie etlicher massen den anfang ihrer zukünfftigen Freundtschafft/ gen ihrervnd gaben denselben mit ihrem Kinderspiel zuerkennen. Der Konig fragte/ wie Kinderviel er seinen Söhnen zum Brautschatz begehrte. Der Keyser schätzte es nicht vn- dung.billich/ daß er dem Eiteren dreyssig tausent/ vnd dem Jüngern acht tausent Talentgabe. Darauff gab der König zur antwort: Die grössere fumm were seiner SchaksFammer ontreglich/ die kleinere aber/ wolte er auff vertrawe seiner Freundschafft beydem König zu Vngern wol zuwege bringen. Bald bezeugte der Keyser/ daß er nichtdz Gelt/ sondern zuvorderst die Schwägerliche verbündtniß suchete/ bewilligte derswegen leicht in die kleinere Summen. Vnd sagte ein jeder dem andern glauben zu/auch/ damit solch bandt fest/ vnd vngetrennet bliebe/ forderten vnd theten sie einansder einen Eydt. Nach solchem kehrete der Keyser ins Lager/ vnd der König zu denSchiffen.

Dennes

Feit vnd

ser vnd

Sheberes

Jeweil der Keyser/ der Pommerischen Fürsten Casimiri vndBu Das XIIIgißlai macht verdechtig hielt/ drumb dz sie allwege des vertriebene Herzog Capis.Heinrichen gute Freunde gewesen/ ließ er sie durch einen abgefertigten insLåger beruffen/ vnd thete jnen zusage jren Titel zuverhöhen/ vnd demnach jr Landeder grösse nach nicht gnug mit herlichem Namen gezieret/ sie zu Herzogen zumache

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