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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VI.Buch.

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Heinrich

217Biffchoff hier vnd dort die Ochsen bey den Hörnern fasfete/ vnd für seine Armenfich ftreubete. Erlangte also vnbewehrt vnd zu fuß/ das einem andern zu Pferdevnd gewaffnet wol gemangelt hette. Vnd als Erzbischoff Hartwicus der HerHog Heinrich des Lewen Hofflager die zeit nachfolgete/ gedachten TheodoricoBisschoffen zu Lübeck / seinem verwandten/ eine vnhuldt zuwarff/ drumb daßdie Stadt Bremen ( darinnen Theodoricus seine ganze Freundschafft hatte) jhneden Erzbischoff/ von sich außgestoffen/ fielen bald seine des Herzogen/ Soldaten/in des vorgedachten Klosters Güter vnd Weyerhoffe/ vnd plünderten dieselben.Der Erzbischoff aber so zu Lüneburg beym Herzogen war/ citierte den Bischoffzun offtern vor sich. Dagegen wendete er seine rechtmessige entschuldigung ein/Daß er nicht schuldig were ausserhalb Landes/ vnd zwar bey den Feinden zuerschei- Der Päbstnen. Vnd ob man ihn wol endlich Peremptorie citiret vnd fürgeladen/ vnd einen nerban istgewissen tag gefeßet: ist er doch für betagten erscheinungs Termin in den Banners in vnrechtfleret. Solchs warff der Erzbischoff/ ihm dem Bisschoffen zu Minden/ auff der fertigenTagleistung zwischen dem Erzbischoffen vnd den Bremern für. Die von Bre- lich sunersmen aber verachteten solche ergangene/ nichtige vnd vnfrefftige Senteng/ als achten,welche der Bischoff nicht verschuldet/ auch daß man nicht gebührlich vnd ordentlich mit der Sachen verfahren. Vber etliche wenig tage hernach/ zog der CardinalCynthius/ welchen der Papst in Dennemarck abgefertigt/ durch/ der erkandtedas gesprochene vrtheil von vnwürden. Heinricus der Jünger/ Herzog Heinrich dem Junedes Lewen Sohn/ nam den Erzbischoff zur Gesellschafft mit sich/ beyde in Stade gern wirdcinzuziehen vorhabens. Es ward aber keiner eingelassen/ welchs den Grollen vnd die StadsHaß/ zwischen dem Herzogen vnd der Stadt vermehrte/ kehrten derwegen ab gen verspersTzeuen/ fraffen vnd soffen ohn vnterscheidt alles auff/ was die lieben Nönlein/ so res.wol auch was die Bawren vnd Landleute/ vmb mehrer sicherheit willen vor vorsrath dahin gebracht hatten/ vnd mußten die lieben Schwestern/ die ihrem himlisfchen Breutgam Chrifto zu ehren/ tag vnd nacht in der Kirchen dieneten/ einelange zeit darben vnd selbst hunger leiden. Der gute Biffchoff trug mitleiden mitseiner Heerde. Aber was fondte er den mechtigen dieser Welt thun? So viel shmgleichwol müglich/ fahm er ihnen zu hülfe. Da er sich etwa in fachen zum vnter-Bischoffshandler solte gebrauchen lassen/ war er streng/ aber doch dabey demütig/ daß er Theodosauch zuweilen/ wenn vneinigkeit vnd vnwillen eingeriffen/ in seinem Priesterlichen rici lob,geschmuck/ den jenigen/ die jhr hoffertig gemüth auffgeblasen machte/ vnd von derversöhnung abhielt/ zu Fuß fiele. Sagte/ es were såliger zugeben/ als zunehmen.Daher er den Kirchen auch von seinem eigenen viel mehr mittheilte/ als daß er inenetwas folte entwendet haben. Daheim war er gar freygebig/ draussen schamhafftig/ vnd trug fleissig sorge vor die Armen/ vnd war ihm nicht besser/ denn wenn erbey seiner Clerisey sein mochte. Die Wiederwertigkeit vberwandt er so gedültig/daß ihn niemandt jemals zornen oder drüber klagen/ oder das böse mit bösem vergelten fahe/ sondern warff sein anliegen stets auff den Herren/ vnd fagte mit demApostel: Ist Gott für vns/ wer mag wieder vns sein?

Stade

Berno

Jefes orts kan ich den hochverdienten Man Bernonem/ welcher xxxvi.Der erste Schwerinische/ aber doch der dritte Meckelnburgische Biffchoff/ Capit.vnd daneben ein sonderlicher Apostel der Wenden gewesen/ in erzehlung der wendiefer Wendischen Geschicht nicht ohne sonderlichen ruhm vorbey gehen. Diß ist den Biseder/ so zwar vnter dem hartnäckigem Volck mancherley schmach/ vnd schwere schoff.ftreiche erlitten/ aber dennoch von den Wercken der Gottheiligkeit nicht abgeftan-den ist. Zu deffen zeiten ist Heinrich der Lew wieder aus Engellandt kommen/ vndhat den Bischofflichen sig von Meckelnburg gen Schwerin verlegt/ vnd Berno/zum ersten Bischoff des orts gemacht worden. Vnd ist vnglaublich/ was er fürmühe vnd arbeit vmb des HErren willen erduldet/ was er für leibs gefahr außgesstanden/ vnd wie offt er von den Barbaren zu den Opffern der Teuffel geschlepfft

Tij

worden.