Buch 
Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VI. Buch.

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grossen

Biffchoff aus dem gefengniß/ vnd spottete hernach des vberwinders/ vnd begabte.seinen Erlöser sehr ftatlich. Nechstfolgenden Winter/ ernewerte Marggraff Otto Graff Neabermals seinen Zug in Wenden/ darzu thete jm Graff Adolph hülffleistung( aber dolph miszu seinem grossen schaden) vnd hetten beyde ganz Rügen durchplündert/ wenn der schet sichFrost were bestendig blieben. Darumb fielen sie auff dz daran streckende feste Land/ mie feineJarimaro dem Rügischen Fürsten zugehörig/ darinnen die Stadt Tribuzes lag/ schaden invnd verwüstetens durch vnd durch mit fewer vnd schwerdt/ welchs denn Graff A. den krieg,dolphen in tieffe forge vnd mühe gebracht/ also daß er zum andern mahl zum Landhinaus wandern müssen. Denn der Konig zog alsbald den nächsten vber dieEyder: wiewol der Graff damals so starck war/ daß er den König auffhalten können/ vnd er vngeschaffter sachen abgezoge.Als aber des Graffen Volck verlauffen/fam er folgenden Meyen wieder/ vnd drengete Graff Adolphen/ der jetzt hülffloßstundt/ dahin/ daß er ihm Rendeßburg/ welchs der Schlüssel zum Lande/ an der burg derEyder belegen/ mußte abtretten vnd einreumen/ welchs der König dergestalt befe- Schlüsselftigt/ daß er ohne alle mühe/ wenns ihm gefellig/ in Holstein vnd gang Nordalbin des Bolsgen fondte streiffen. Damaln litte der Graff auch bey Lawenburg noth/ dauon in Landesmeiner Saronia gehandelt.

Rendeßs

steinischen

Cap.

den Wents

ten.

Kompt in

Vrewvinus vnd Niclotus beyde gevettern/ die dem Könige zu Dens xxxv.temarck vnterthenig waren/ vberzogen inmittelst auff geheiß des Königs Graff AsGraff Adolphen von Dassels Landt/ im Stifft Hildeßheimb. Zu wundern dolphvonwars/ wie sie es so weit wagen durfften/ vielleicht geschachs/ daß Burewinus die Dassel voSachfen/ wegen seines Ehegemahls/ zu freunde hatte/ so wol auch des gemeinen difchenhaffes halber gegen Graff Adolphen in Holstein/ vnd deffen Mitverwandten. Im shesienersten treffen blieb Niclotus/ Fürst in Kissiner Land/ vnd Herr zu Rostock / cin vers angefochastendiger vn guter Herr der wol eines bessern glücks were würdig gewesen. Seinentodt hat ganz Wenden höchlich betrawret. Vnd wie es die Feinde im Lager er- Ciclotusfuhren/ wurden sie trosiger: Hergegen die Wenden( daß ihr Heer vmbkommen) ö schlachtzur Rache vnd Streite hitziger. Vnd geschach darauff ein hefftiges würgen/ vnd vmb.wandte sichs Glück/ also daß mehr von Graff Adolphen Volck/ als von Wendentodt blieben. Vrsach dieses einfalls war/ daß Graff Adolph von Dassel mit seinemNeffen Adolpho Graffen zu Holstein jüngsthin Dithmarschen( daßmal der CrohnDennemarck zugehörig) durchzogen vnd geplündert. Darauff dann/ als GraffAdolph von Waldemaro Bischoffen zu Schleswig / des Königs Bruder/ seinesLandes vertrieben/ vnd sich zu Winters zeit in die Stadt Hamburg ( so jhme ge-trew) begeben/ ister vom Herzogen mit hülffe Burewini belågert/ vnd als er wederzu Wasser noch Lande entkommen fondte/ gefenglich von Waldemaro nachSchleswig elendiglich geführet/ vnd daselbst geblieben/ biß der König ganz Holaftein in feiner gewalt gehabt/ da ist ihme auffgestellete Bürgen/ wieder vber die Elbe in feine alte Herrschafft Schawenburg zuziehen vergünnet/ ist auch nach dieser zeieniemahls wieder in Holstein kommen. Als nun dem Herzogen alles nach seinemWunsch ergieng/ vnd ganz Holstein( außgenommen Segeberge) darzu Hamsburg / innehatte/ hengete er dem Siege nach/ vnd ergaben sich ihm gleicher gestaleRazeburg/ Gadebusch vnd Wittenborch. Das Schloß Lawenburg blieb alleinein Graff Adolphen seiner getrewen Hånden. Von dannen begab er sich mit seinemfiegenden Kriegsvolck für die Stadt Lübeck . Die Bürger gedachten/ wie es denn Die vonam jhm selber war/ daß sie keinen Beschützer hatten/ vnd ihre Mitbürger vergans Lübeck esgenen Sommer vber ihrem Fischfange in Schonen gefangen weren/ vber dasdes Reichs Dennemarck feines weges entbehren kondten/ dingeten derhalbender jhrigen erledigung/ vnd langwirigen Besiz jhrer hergebrachten Frey:vnd Gerechtigkeit aus/ vnd ergaben sich darauff dem Herzogenfürther durch ihn dem Könige zu Dennemarcken,

Ende des Sechsten Buchs.

Tiiif

Albers

978

Scariffers&

geben sich

an den

Rönig zu

Dennermarden