Buch 
Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Alberti Crancij Beschrei-

bung Wendischer Geschicht.

Das Siebende Buch.

Je herrliche Wendische/ vnd eigentlicher zureden/ auffWendischem Bodem erbawete Stadt Lübeck / welche eine sonsderliche Handelstadt für die Kauffleute/ ist noch innerhalb hundert Jahren/ von zeit ihrer Fundirung an/ vnter des Königs zuDennemarcken gewalt gerathen. Denn des folgenden Sommers fahm der König dahin/ vnd ward vor einen Herren derStadt gegrüßset/ worüber die Bürger allbereit vorhin gerathmmpt als schlaget/ wie sie von Graff Adolph belagert waren/ daß sie dieselbe an den KönigAdolphe ergeben wolten. Jest lieff jhms Glück zu/ vnd machte ihn zum Herren/ daß er deßaLänder wegen kein Schwerdt durffte rücken. Denn wie er Graff Adolphen gefangen/ besvnd Gus fahm er alle dessen Herrschafften mit ihm in seine macht vnd gewalt. Die jenigen/so des Graffen Schloß an der Trauemunde bewahrten da sie höreten/ daß allesverlohren/ gaben sie dasselbe dem Könige auch auff/ mit beding/ daß sie sicher abeziehen möchten/ daher schrieb sich Canutus König vber Dennemarck/ Wendenvnd Nordalbingen. Diß geschach im Jahr tausent vnd zwey hundert. Albertus2200. Graff zu Orlemunde/ Adolphi Bruder von der Mutter her/ erlangte vom Ko

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nige die Regierung vber Holstein/ wie in meiner Saronia angezeigt. Vmb diesezeit stundt ßfridus/ Euermodi/ von dessen tugenden wir hiebeuorn gesagt/ Suceceffor/ ein gedültiger vnd eingezogener Man/ vnd der sich ganz dem Gottesdienstehatte ergeben/ der Kirchen zu Ratzeburg für. Wie nun derselbe dieser zeit starb/entstundt vnter den Thumbherren grosse trennung/ wegen eines Succefforn/ chedenn der vorige noch begraben. Der eine theil stimmete auff Herr Heinrichen/Probsten desselben orts/ einen bescheidenen Man/ auch aller chren würdig der seinePræpositur trefflich verbessert/ an Præbenden Gebewden/ fürnemblich aber inbeförderung der Religion vnd des Gottesdienstes. Der ander theil aber begehrteHerren Philippum/ des gewesenen Bischoffs Capellan/ widerumb zum Bischoff.Endlich ist der streit solcher massen gerichtet/ daß es die samptlichen Parthen/ sowol die Erwehler als die erwehleten/ Graffen Adelberto zuscheiden heimbßelleten.38fer ges Sehr einfeltig sein die Leut der zeit gewesen/ daß sie die Biffchöffliche Wahl einembrauch in Weltlichen in die Hende verstattet. Aber warumb verwundern wir vns/ dieweilschoffliche auch die Römer selber solche Koer lange zuuor Keyser Heinrichen dem dritten eingereumet? vnd die folgenden Henrici/ auch Keyser Friederich der erste schweregezanck mit der Kirchen/ vber einsehung der Bischöffe gehabt haben? auch Heindrich der Lew sich solches gewalts angemasset/ wie das vorhergehende außweiset.Adelbertus nams in bedacht/ vnd schloß/ daß man Philippum vorziehen solte.Diß geschach aber darumb/ daß Woldemarus König in Dennemarck Herrvbers gange Landt/ biß an die Elbe hinan/ jezo in Schweden mit Kriege belasden war/ sonsten hettens den Handel an ihn verschoben. Philippus begab fichnach beschehener Inueftitur gen Bremen / vnnd holete von Hardtwico dieBisschoffliche Benediction oder Segen/ vnd wie er in seinem Stifft die Kirchengeweihet/ vnd alle ding geordnet/ ift er zu dem Bisschoff zu Vtrecht verreiset/ vnd

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