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Des Fürtrefflichen Hochgelahrten Herrn Alberti Krantzij VVandalia Oder: Beschreibung Wendischer Geschicht : Darin[n]en der Wenden eigentlicher Vrsprung, mancherley Völcker, vnd vielfaltige Verwandelungen, sampt dero vollbrachten großmechtigen Thaten, vnd was sie entweder vor Reiche angerichtet, oder auch zerstöret ... / Allen der Historischen Warheit liebhabern, erstlich vom Authore in Latein vorfertiget: Nun aber denen, so derselben Sprach vnerfahren, in Hochteutsch transferiret vnd vbersetzet, Durch M. Stephanum Macropum vom Andreaßberge
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Wendischer Geschicht/ das VII. Buch. 259

der Wena

fondern werden biß auffs Blut ausgefogen. Sie langte etliche Silbergroschenherfür/ vnd gab sie dem Sohn/ daß er den Vater das leben lassen solte. Er gelob Elenderte an/ so lang das Geld währete/ wolte er ihn versorgen/ damit fuhr sie ihrer straf- zustandefen/ vnd betrawrete der armen leuthe vnglück/ vnd redete von solchen druck vnndbeschwernissen zu viel mahlen bey ihren Freunden. Aber niemand giengs zu hergenWie viel meinen wir wol die auff solche weise sterben müssen.

den.

XLIX+

Vide Infti.

Immun

Eccl.

OHannes Marggraff zu Brandenburg / kempffte vmb diese zeit Cap.ohn auffhören mit den benachbarten Wenden/ zog in das Fürstenthumb Lubis voStargard / vnd bawete daselbst an einem wolgelegenen Orth eine Vestung Margsgraffenwelchs er nach der Wendischen Sprach von der Stadt vnd schloß Lubis nennete/ wider diestarb aber immittelst vber solchem werck/ vnd brachts sein Bruder Otto zum ende. WendenEtwan in dieser zeit ward im lande Holstein auff dem Wendischen boden in Wa erbawer.gern in dem Stadtlin Oytin / so vnlengst zuuorn dem Thumb Capittel zu Lübeck zugehöret/ ein Canonicat vor die Thumbherren geftifftet/ welcher bißdaher gestanden. Der stiffter desselben war der alte Burchardus von dem wir gedacht/daß er im achzigsten jahr zum Bißthumb kommen/ vnd demselben bey vieler gehab-ter mühe vnd sorge/ die jhn zwar etwas abgemattet/ aber gleichwol niemahls vberweldigen können/ ein vnd vierzig jahr vorgestanden. Die Bettelmünche wasren jetzt auch wider in jhre gerechtigkeit eingescht/ vn forderte die Stadt den vierdsten theil derer guter die sie in Sterbensleufften vnd sonsten von den Leichen einzu-kommen hatten/ von jhnen/ dieweil sie aber nicht wüßten wie es gemeinet/ auchBapst Clementis hirüber gefaßte Constitution damahls noch nicht außgangen Iuris Canwar/ weigerten sie sich denselben zu geben. Deßwegen schub man die sache vor Lancell.den Römischen Stucl/ da ward den Brüdern aufferlegt/ solten den Rechten ges lib. 2. dehorsamen. Die beklagten sich/ daß sie durch ihre wiedrigen/ denens die sache in diehände gestellet/ betrogen weren/ vnd rechneten jetzt die jenigen/ welche zuuorn jh-re Fundatoren vnd Stiffter gewesen für Feinde: doch bekahmen sie endlich manscherley Privilegia / vnd zum letzten auch das grosse Meer/ darin sie/ wens müglichdie Kirch ganz erseuffen solten. Vinb dieselbe zeit/ als Otto Margraff zu Brans Margsdenburg den Krieg wieder die Wenden so wol auch seines Brudern angefangenen gras OctoSchloßbaw steiff vortfeste/ vnd jest vollendet/ legte er sich nieder vnd entschlieff. SestorbenBand ob wol Johannes einen kleinen Sohn hinder shm verlassen: Nam dochWaldemar ihrer beyden Bruder das Regiment sowel auch feines Brudern Sohnzu sich/ vnd volführte die wegen der einigung vnnd verbündtnis mitErico Königezu Dennemarcken/ von seinem Brudern Ottone vnuolzogene handlung/ vnd kammit groffem Pracht gen Rostock . Dieweil man aber weder den König vom Wassfer/ noch dem Marggraffen vom Lande her wolte in die Stadt hinein lassen/ dervrsachen/ daß sich die Bürger befürchteten/ sie müchten vmb ihre Freyheit ge- Herretagbracht werden/ theten sie sich an einem nahend bey der Stadt belegenen orth/ auffm auffmoRosengarte geheissen/ nieder/ vnd hielten alldar mit stattlichem geprång jhr Hoff für Roslager/ dessen in meiner Dähnischen Chronick gedacht. Der König schlug etliche stock.zu Ritter / vnnd verehrete alle Orden mit schönen geschencken. Aber das ihme die vntermzu Rostock / aus argwohn/ das sie sich ihrer Privilegien halber befahreten/ nicht bösen zeteeinlaffen wolten/ bezahlete jhnen der König redlich/ wie diß an seinen Orthe sol chen desfolgen. Vnnd sagt man/ daß die Stadt Rostock im Planeten Saturno sol er erbawet.bawet sein/ darumb/ daß selten eine Revolution dieses Planeten ohne jhren schasden vorbey leufft.Einricus Herr zu Meckelnburg/ des gefangenen Henrici Sohn/ Dienwar vorhabens/ fein ander Beylager mit Herzog Rudolphs zu Sachsen verschliefSchwester in seiner Stadt Wißmar zuvolnziehen. Aber die Bürger wur- sen ihremFürsten den dem Exempel der Rostocker zufolge so trozig/ das sie auch die thor zuschlossen/ das thor.

vnd

Ros

sengarten

Rostock

Himmels

Das LadCapit.

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