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die Kirche steht (und fie steht schon stein«lieh lang) schrieb Niemand so gelassen,Niemand so geltnd , als dieser sanstmü-thige Lehrer. Jenen, die HieronMiszerrissen hätte, machet er Comvlrmcnte:und fürchtet sich noch übe! dabey, er mach,te im Vortraq zu weit gehen, oder ßchwas gegen Personen erlauben, das kei-neswegs zur Sache gehörete. So garjenen schonet er, welche seiner nicht ge>schonet hatten. Den harten und empßiid-lichen Ausdrücken, den tiefen Wunden,die sie ihm geschlagen, setzet seine De-muth nichts denn ein zärtliches, mitlei-diges Herz entgegen. Wer im Stand ißdieß zu läugnen, giebt eine neue Probe,daß er nicht drey Blätter von seinendogmatischen, und polemischen Schriftengelesen hat. Auguftin ist oft gezwungendem Gegner seme Kühnheit, seine Bos,heil, seine Falschheit zu zeigen; das thut,er aber auf eine so bescheidene, ernsthaf'te, würdige Art, daß sie den Leser über«zeugt, die Leidenschaft hätte keinen Theildaran; selbst Messer, und Feuer würde
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