Buch 
Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
Entstehung
JPEG-Download
 

XY.

Die Pestepidemien im Fiirstbistlmme Basel .

Von

Dr. Schenker in Pruntrut (Schweiz ).

Was unsere engere Heimath, den heimischen Jura oder dasehemalige souveräne Fürstbisthum Basel , betrifft, *so möge esmir erlaubt sein, ehe ich die Verhältnisse dieser Gegend ausein-andersetze, zur Orientirung einige historische Notizen vorauszu-schicken. Es ist bekannt, dass, das Fürstbisthum Basel sich vorder Reformation von Basel bis Neuenstadt am Bielersee erstrecktemit Basel als Haupt- und Residenzstadt, obwohl die Bürger vonBasel in steter Fehde mit ihrem Bischof lagen. Als dann Basel die Reformation annahm und sich von den Fürstbischöfen, diezugleich Fürsten des heiligen römischen Reichs waren, gänzlichbefreite, wählten die letztem Pruntrut als Residenz und das Fürst-bisthum bestand aus folgenden Vogteien: 1) Die Ajoie mit Prun­ trut ; 2) Delemont , Delsberg , mit dem gleichgenannten Thale ; 3) dieFreiberge mit St. Legier als Ilauptort; 4) St. Ursanne ; 5) Zwin-gen und Laufen; 6) Moutier-Grandval sammt dem Münster - undDachsfeldenthal, dessen Bewohner mit der Stadt Bern in Bürger-recht standen; 7) Erguel mit Courtelary als Hauptort und demSt. Immerthal; 8) Biel , das mit Bern und Solothurn in Bürger-recht stand und sich von dem Bischof im Lauf der Zeiten mehrund mehr unabhängig machte; 9) Neuenstadt; 10) Arlesheim undReissach mit Schloss Birseck als Sitz des Vogtes; 11) Pfeffingenmit Aesch , Tuggingen, Grellingen ; 12) Schliengen . Der Fürst-bischof herrschte über das Land als souveräner weltlicher Fürst,mit Ausnahme von Biel , das sich beinahe unabhängig zu machenwusste, während das Fürstbisthum in geistlicher Hinsicht unter

Archiv f. Geschichte d. Medicin u. med. Geographie. Ylf. Bd. 22