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Die Pestepidemien im Fürstbisthume Basel / von Dr. Schenker in Pruntrut
(Schweiz)
Entstehung
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Bitte nicht eingegangen, weshalb Bürgermeister und Rath sich am19. Februar 1668 zum dritten Male an ihn wenden und ihn ver-sichern,dass solch Uebel bereits seit geraumer Zeit dergestaltabgenommen, dass von denen an der leidigen Sucht krank ge-legenen Personen in den letzt verwichenen 8 Tagen nicht mehrdenn 6 Personen gestorben, seither aber keine Person, die vonfrischem daran erkrankt, inmitten in das allhiesige Lazareth, dahinman bis dahin aus unsern beiden Städten die armen Kranken zuschallen gepflegt, hei 18 Tagen gebracht worden seye. Bittendeshalb noch einmal um Oelfnung der bischöflichen Lande.

Unnützes Bemühen! Der Bischof scheint aus andern Quellenzu schöpfen, welche das Gegentheil behaupten und die Versiche-rungen des baslerischen Ralhes als lügnerisch oder zu optimistischdargestellt erscheinen lassen. Die Stadt Basel , welche in ihremHandel so schwer bedroht ist und da eine der Ilaupthandclsstrassendurch das Bisthum führt, giebt nicht nach und sendet unterm27. Mai 1668 die Abschrift eines Gutachtens der Basler Aerzle nachPruntrut , ein Schriftstück, das in mehrfacher Hinsicht zu interes-sant ist, um es nicht in extenso hier mitzutheilen. Es lautet:

Auf gnädiges Begehren eines ehrsamen, wohlweisen Rathes der StadtBasel , unserer gnädiger Herren und Oberen, attestiren und bezeugen wir, dieprofessores der medicinischen Fakultät der löbl. Universität allhier, auchübrigen doctores medicinae insgesambt, bei unsern Pflichten, Eiden und wahrenTreuen, dass die leidige Seuche, mit welcher der Herr unser Gott von etwasZeit hero diese Stadt Basel heimgesucht, auss sein des Allerhöchsten Barm-herzigkeit (dem desshalb herzlich Dank gesagt seye) nunmehr dergestaltennachgelassen, dass wir dato keinen an solcher noch andern verdächtigenKrankheiten liegenden Patienten haben. Dessen zu Urkundt und mehrererBekräftigung wir uns hiemit eigenhändig unterschrieben und unser gewöhn-lichen Pittschaften aufgestellt. Signatum Basel, den 25. Mai 1668.

Folgen die Unterschriften:

Johann Caspar Bauhin , decanus colleg.med.

Hans Rudolph Burkhardt, med. D. Acad.p. t. Reet.

Hans Heinrich Glaser, med. Dr. et Prof.

Samuel Eglinger, med. Dr. Mathemat.

Prof.

Alsdann von unsern gnädigen Herrn und Obern, einem ehrsamen, wohl-weisen Ratt unserer Stadt uns denen sämmtlichen Wundärzten und balbiererngnädig anbefohlen worden, dass wir insgesammt und ein Jeder absonderlichbezeugen und eröffnen sollen, wie es der Seuche halber, mit welcher derallmächtige Gott vor etwas Zeit hero diese Stadt heimgesucht, diessmaleneigentlich bewand und beschaffen seye: so attestiren und zeugen wir Alleinsgemein und ein Jeder für sich in Sonderheit hiemit bei unseren bürger-lichen Eidspflichten, mit welchen hochgedachten unseren gnädigen Herrn und

Balthasar Kieselbach, med. Dr.

Jacob Roth, med. Dr.

Johann Wolieb, med. Dr.

Felix Plater , des Ratts und Stattarzet.

Bernard Verzascha, des Ratts undArtz-ney Doctor.